*aufreg* rezepte

hallo!

morgen wollte ich meinem leistungskurs mal wieder was gutes tun und hab deshalb gebacken. einen blechkuchen, mit schoko-rührteig unten, dann aprikosen, darauf streuseln.
so, hätt ich meine mama nich, wer das heut total schief gegang. an dem rezept stimmte aber auch gar nix! die streuseln brauchten viiiiiel mehr fett als angegeben, den teig hätt ich ohne mehr flüssigkeit am ende kneten können und von den 2 angegeben dosen aprikosen hab ich grad mal ne 3/4ste gebraucht und der kuchen war über und über voll davon.
wer zum teufel schreibt solche rezepte auf?? (war - wie fast alles andere in unserem rezepteschatz - aus ner zeitung ausgeschnitten) ich mein, bevor man sowas abdruckt, muss man doch den kuchen mindestens einmal gebacken und damit gemerkt haben, dass er SO nicht wird! oder schätzen die da frei schnauze?!

erregte grüße
yvi

Hallo,

das ist eine altes Problem, und auch hier gilt: immer mitdenken. Kochen und Backen sind komplexe Tätigkeiten und man muss mit unvorhersehbaren Dingen rechnen und darauf entsprechend reagieren. Das heißt dann Erfahrung :wink:

Ich habe gestern ein Rezept in der Hand gehabt, da ging es um die Zubereitung von Linsen. Nicht die großen braunen Linsen, sondern die kleinen rosaroten. Die sind normalerweise in 30 Minuten fertig. Laut Rezept sollte man die Linsen über Nacht einweichen und dann anderthalb Stunden kochen. Die Pampe möchte ich sehen, das hat wohl auch niemand vorher ausprobiert…

Gruß

Johannes

Hi, vielleicht war

  • Dein Blech einfach zu klein ?
  • Die Streussel zu fett (man braucht nur so viel Fett, dass sie sich gerade zu einer bröckeligen Masse verkneten lassen ca ja 1 Teil Mehl, Zucker, Fett)
  • die Aprikosendosen zu groß (500ml statt 375ml) oder das Blech zu klein
  • die Aprikosen zu flach ausgelegt (normalerweise legt man sie z.B.schuppenförmig aufeinander,so dass es ein schönes Bild gibt)
  • beim zu festen Teig liegt es oft an zu kleinen Eiern, die ja auch Flüssigkeit mitbringen. Ein Rührteig muss durchaus auch nicht fließfähig sein. Gerade wenn man nasses Obst drauflegen will, wird ein zu dünner Teig oft beim Backen eher so was wie eine Mehlsuppe.

Gruss
A.

Hallo Yvi,

ich kann mir einige Gründe vorstellen, warum das so lief. Und ich weiß, was ich
sage, weil ich bei uns im Blatt für Rezepte zuständig bin.
Bei uns läuft es so, dass die Rezepte von einem Profi nach meinen Vorgaben
exklusiv für uns entwickelt werden. Der Profi ist vertraglich verpflichtet, die
Rezepte auszuprobieren (was der auch gewissenhaft tut). Zusätzlich frage ich bei
allem kritisch nach, was mir seltsam vorkommt und kläre das mit ihm ab. Dann
kommt das Rezept ins Fotostudio, wo der Stylist es fürs Foto zubereitet. Das ist
dann sozusagen noch der Praxistest.
Du sagst, Du hast das Rezept einer (Tages-)Zeitung entnommen. Da ist weniger
Verlass drauf, weil da niemand Zeit und Geld hat, sich richtig drum zu kümmern un
das entweder so läuft:

  • Das Rezept wird irgendwo, womöglich noch fehlerhaft, abgekupfert.
    oder so:
  • Jemand, der sich dazu berufen fühlt, saugt es sich selbst aus den Fingern
    oder so:
  • Es wird ein Foto bei einer Bildagentur geordert, die vielleicht ein Rezept dazu
    liefert (von wem?) oder es erfindet jemand eines dazu.
    Trotz unserer professionellen und erprobten Rezepte habe ich auch schon Folgendes
    erlebt:
    Wir haben Brotbackrezepte veröffentlicht. Ich kann ganz gut kochen, vom Backen
    verstehe ich aber nichts. Deshalb habe ich persönlich, als voller Backtrottel,
    die Rezepte ausprobiert. Denn Brot backen ist kritischer als manches andere, und
    unsere Leser sind keine besonderen Profis, und so dachte ich, bin ich genau das
    richtige Versuchskaninchen. Und ich hatte Erfolg, alle vier unterschiedlichen
    Brote wurden wunderbar! Und dann hat der Stylist sie gebacken fürs Foto, es hat
    geklappt und wunderbar ausgesehen. So wurde das dann veröffentlicht.
    So, und dann hat sich bei uns ein ehemaliger Konditormeister gemeldet und gesagt,
    unsere Rezepte seien ein ausgemachter Schmarrn, nix würde funktionieren, die
    Teige nicht aufgehen und alles gebe einen klebrig-betonigen Kloß, den man nachher
    wegschmeißen musste.
    Was lernt uns das?
    Manchmal ist das Rezept o. k., aber die Ausführung nicht.
    Manchmal tut ein Backofen nicht das, was man ihm sagt (gradmäßig z. B.)
    Manchmal tun hefen nicht das, was man von ihnen erwartet.
    Manchmal ist auch die Ausführung o. k., aber das Rezept nicht. Letzteres lässt
    sich vermeiden, indem man die Quelle kritisch anguckt.

Mehr Erfolg in Zukunft wünscht
Bolo2L

Hi, vielleicht war

  • Dein Blech einfach zu klein ?

kann ja mal gucken obs ne DIN nummer hat…allerdings haben wir einen handelsüblichen herd, zu dem dieses blech passt und auf dem sonstiges zeug auch wunderbar gelingt. daran lags wohl sicher nich.

  • Die Streussel zu fett (man braucht nur so viel Fett, dass
    sie sich gerade zu einer bröckeligen Masse verkneten lassen ca
    ja 1 Teil Mehl, Zucker, Fett)

mit den streuseln hättest du die straße streuen können! das war keine bröckelige masse (!), das waren krümel mit ca. 2 mm durchmesser!

  • die Aprikosendosen zu groß (500ml statt 375ml) oder das
    Blech zu klein

ich zitiere:„2 dosen aprikosen à 850 ml“

  • die Aprikosen zu flach ausgelegt (normalerweise legt man sie
    z.B.schuppenförmig aufeinander,so dass es ein schönes Bild
    gibt)

laut bild im backbuch waren die aprikosen nicht als geschlossene schicht gelegt. ich hab sie etwas kleiner geschnitten und dann draufgelegt. wie gesagt, so gut wie alles voll. doch selbst wenn das die menge verringert, dann nicht gleich um die hälfte!

  • beim zu festen Teig liegt es oft an zu kleinen Eiern, die ja
    auch Flüssigkeit mitbringen. Ein Rührteig muss durchaus auch
    nicht fließfähig sein. Gerade wenn man nasses Obst drauflegen
    will, wird ein zu dünner Teig oft beim Backen eher so was wie
    eine Mehlsuppe.

eier hatten größe L. der teig war, wenn auch am ende wieder als rührteig zu erkennen, immer noch sehr fest und ließ sich auch nur mit einiger anstrengung ausstreichen. glaub mir, richtiger rührteig fühlt sich anders an! im übrigen war er mit der angegebenen menge flüssigkeit wirklich fast zum ausrollen. mit rühren kam man (bzw. das rührgerät) da gar nich mehr durch

Gruss
A.

gruß
yvi

ps: geschmeckt hat er heut trotzdem. mein kurs fand ihn toll :smiley:

Hallo Johannes,

Ich habe gestern ein Rezept in der Hand gehabt, da ging es um
die Zubereitung von Linsen. Nicht die großen braunen Linsen,

Ich hab mir mal rote Linsen gekauft, da stand die Zubereitung dabei und da stand, mit Zutaten und Salz kochen. In meinem Rezept stand als Tipp, erst nachher Salzen, da die Linsen nicht garen, wenn man gleich das Salz zugibt.
Jetzt weiss ich auf jedenfall, warum das beim erstenmal „rote Linsen kochen“ noch so aldente war :wink:

Gruß

Sarah

Hallo Ivy,

das kann ich natürlich nicht beurteilen, weil ich das Rezept nicht kenne.

Vielleicht liegts am Mehl? Da gibt es wirklich viele Unterschiede. Wenn Du ein anderes Mehl benutzt hast, dann könnte es evtl daran liegen.

Ich mache eigentlich niemals ein Rezept für Gäste oder zum mitnehmen (was ja auch im weitesten Sinne dann Gäste sind) das ich nie zuvor gemacht habe, weil ich ja schlecht vom Kuchen probieren kann. Wenn ich ein Rezept zum erstenmal mache, halte ich mich möglichst genau daran und dann mache ich meine Bemerkungen dazu. Auch in meinen Büchern und Rezeptkarten. Zumal ich oft nicht mehr weiss, dass ich das schon mal gemacht habe. Dann kommt auch noch meine persönliche Wertung dazu, war super… bis naja… oder sowas wie, sehr reichlich oder reicht höchstens für 2 Personen, so Sachen halt

Damit bin ich eigentlich schon immer gut gefahren.

alles andere in unserem rezepteschatz - aus ner zeitung

Ja, das mache ich auch fast zwanghaft, wobei ich jetzt wenigstens die Sachen weglasse, die ich nie machen würde, weil ich sie nicht mag.

Vielleicht hatten die eine andere Blechgröße. Aber vielleicht wäre der Kuchen doch gut geworden?
Ich hab auch mal einen Apfelkuchen gebacken und viel weniger Äpfel genommen als im Rezept, weil es mir soviel vorkam. Als er dann aber fertig war, war es schon etwas trocken. Da war ich einfach zu schnell beim Kürzen.

Grüße

Sarah

Hallo Stiefelkatzi,

würdest Du dieses grausame Rezept hier hereinstellen? Es juckt mich schon in den Fingern, es auszuprobieren!

Ich hab selbst einmal so ein Erlebnis gemacht, allerdings hätte das kein Kuchen sondern ein Käseauflauf werden sollen; trotz exakter Beachtung des Rezeptes war es nach der vollen Backzeit eine Käsesuppe …

Viele Grüße

Hanna

Hallo Stiefelkatzi,

würdest Du dieses grausame Rezept hier hereinstellen? Es juckt
mich schon in den Fingern, es auszuprobieren!

für dich doch immer :smile:

aaalso: Schoko-Streuselkuchen
Zutaten:
2 Dosen (à 850 ml) Pfirsiche, 550 g Mehl, 175 g Zucker, 2 Päckchen Vanillin-Zucker, 325 g Margarine, 4 Eier (Gewichtsklasse 3), 100 g Speisestärke, 1 Päckchen Backpulver, 50 g Kakao, 1/8 l Milch, Fett fürs Blech

Zubereitung:

  1. Pfirsiche abtropfen, 150 g Mehl, 50 g Zucker und 1 Päckchen Vanillin-Zucker mischen, 75 g Fett schmelzen und darübergießen. Alles zu Streusel verarbeiten.

  2. Restliches Fett, Zucker, Vanillin-Zucker und Eier schaumig rühren. Restliches Mehl, Speisestärke, Backpulver, Kakao und Milch unterrühren. Auf das gefettete Blech streichen. Pfirsiche darauf verteilen. Streusel darüberstreuen. Im vorgeheizten Backofen (E-Herd: 175°C/Gasherd: Stufe 2) ca. 30 Min. backen.

Zubereitungszeit ca. 1 Stunde. Arbeitszeit ca. 30 Minuten. Gebacken auf einem Backblech. Ergibt ca. 24 Stücke. Pro STück ca. 280 Kalorien/1180 Joule

versuch ma dein Glück und sach mir obs was geworden is :wink:

gruß
yvi

dann hat der Autor und der Verlag gepennt… OWT
A.

O ja, so was kenn ich!!

Wollt mal Russenbrezeln selber machen, die lieb ich ja heiß und innig.

Das Rezept war aus so 'nem „Meine Familie und ich“-Heftle oder so was, die ja eigentlich für Rezepte bekannt sind.

War jedenfalls ein Fiasko, hab den Teig ins Eck geschmissen, ließ sich danach aber auch nicht besser formen. Ich weiß nimmer, was ich draus gemacht hab, aber zu Brezeln formen war schlicht unmöglich.

Und Aufläufe werden sehr gerne zu Suppen, das kenn ich auch gut. Im Zweifelsfall hau ich immer noch Eier und/oder Mehl in den Guß rein und laß die Sache zugedeckt noch etwas länger im Ofen, damit er durch wird.

Schlabbercremes auf Torten? Ja, logisch, oft gehabt!! Tip: immer ein paar Päckles san-apart (aber ja kein billiges No-Name-Sahnesteif!) im Haus haben! Gibt herrliche standfeste Tortencremes, die sofort angeschnitten werden können, ganz ohne Gelatine.

Oft schlägt ja auch nur der Dreckfuhler-Teufel zu. Unsere Oma wollt mal ein Apfelkuchen-Rezept ausprobieren, da hätten 2000 g (!) Zucker reingehört! Ich hab ihr geraten, nur 200 zu verwenden, oder sogar noch weniger.

Grüßle
Regina

hi

Oft schlägt ja auch nur der Dreckfuhler-Teufel zu. Unsere Oma
wollt mal ein Apfelkuchen-Rezept ausprobieren, da hätten 2000
g (!) Zucker reingehört! Ich hab ihr geraten, nur 200 zu
verwenden, oder sogar noch weniger.

zucker stimmt selbst ohne druckfehler fast nie! da kann man schonmal automatisch weniger nehmen, sonst wirds wiederlich süß.

Grüßle
Regina

gruß
yvi