Ich habe folgendes Problem. Zu meiner Schulzeit hatte ich einen sehr guten Freund. Wir haben uns später aber dann aus den Augen verlorenund und uns seither (ca. 14 Jahre) nicht mehr gesehen. Nun habe ich erfahren, dass sein Vater gestorben ist. Ich will seiner Familie unbedingte meine aufrichtige Anteilnahme zukommen lassen bin mir aber unsicher was ich schreiben soll.
Würde mich freuen wenn mir jemand weiterhelfen könnte.
Im voraus bedankt sich
abgesehen davon, daß die Frage wohl kaum was mit Religion und auch nichts mit Ethik zu tun hat - im Psychobrett würde man sich sicher gern mit guten Vorschlägen auf dich stürzen )
vielleicht kannst du ja mit ein paar Rückfragen irgendwas anfangen…
…einen sehr guten Freund. Wir haben uns später aber dann …(ca. 14 Jahre) nicht mehr gesehen…
…Ich will seiner Familie unbedingte meine aufrichtige
Anteilnahme zukommen lassen bin mir aber unsicher was ich
schreiben soll.
Wenn du Anteil nimmst, und das auch noch aufrichtig, wieso weißt du dann nichts zu sagen?
Wenn du schon Anteil nimmst, wieso dann noch zusätzlich Anteilnahme zukommen lassen?
Wenn du teilnimmst, warum willst du noch etwas kommen lassen?
Warum kommst du nicht selbst, sondern willst kommen LASSEN? ist das aufrichtig?
Wenn mit deinem Freund nach 14 Jahren (!)wieder Kontakt aufnehmen willst, aber NICHT, weil du IHN wiedersehen willst, sondern aus einem Grund, der nicht direkt mit eurer Beziehung zu tun hat…hm… kann es sein, daß du nicht weißt, was du sagen willst (wieso „sollst“ du?), weil diese Kontaktaufnahe nicht ganz aufrichtig ist?
Wenn du aber zu allererst IHN wiedersehen willst, und das Ereignis des Todes seines Vaters zum Anlaß nehmen willst, dann
wäre es AUFRICHTIG, zu ihm zu gehen, und ihm zu sagen (z.B.) „ich nehm den Tod deines Vaters zum Anlaß, DICH einmal wiedersehen zu wollen“
Wenn das alles „nicht so das Wahre“ ist, und da du einen Vorschlag haben wolltest: Du könntest hingehen, ihm die Hand drücken, ihm auf die Schulter klopfen und GAR NICHTS sagen… vielleicht der (Wieder)beginn eine wunderbaren Freundschaft…
ich habe in solchen Situationen immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es gar nicht weiterhilft, wenn man für ein Kondolenzschreiben in speziellen Büchern, etc., nach Standardsätzen sucht, die hier angemessen erscheinen. Denn es sind letztenendes IMMER NUR Standardsätze!
Im Grunde suchst du etwas, das speziell auf die betreffende Person (oder/und auf die Person, die das Kondolenzschreiben erhalten soll) zugeschnitten ist. Das findest du nirgends.
Sicher ist es zunächst nicht leicht. Gib dir einen Ruck, setz dich hin, überleg dir, was dir zu dem Verstorbenen und deinem Freund „einfällt“ und schreib (besser ins „Unreine“) wie es dir ums Herz ist, und am besten kurz! Das kommt immer am besten an. Es sollte kein Tabuthema sein.
Die „Aufrichtigkeit“ kann nur aus diesen kurzen persönlichen Zeilen verstanden werden und wird meistens vom Empfänger auch tröstender empfunden als kühl/schöne, aber unpersönliche Worte.
Gruß, Renate
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ich kann dass, was Renate Dir schon schrieb, nur unterstützen. Wenn Du wirklich AUFRICHTIGT Anteil nimmst, wirst Du schon die richtigen Worte finden.
Ich habe meinen Mann vor knapp 4 Jahren durch einen tragischen Unglücksfall verloren und sehr, sehr viele Beileidsschreiben bekommen. Die vorgedruckten Karten mit Unterschrift und der Standardformel habe ich nach kurzer Zeit schon nicht mehr angeschaut. Jedoch die sehr persönlich gehaltenen Briefe (mußten nicht immer lang sein) haben mir durchaus auch Kraft gegeben.
Man spürt in solchen Extremsituationen sehr genau zwischen den Zeilen, wer wirklich Anteil nimmt und (ja es ist leider so) wem es letztendlich nur um seine Selbstdarstellung geht.
Ich hoffe, Du findest die „richtigen“ Worte. lea
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