Hallo,
für mich wäre „aufs Land“ auch schon vor den sehr teuren Spritpreisen niemals in Frage gekommen.
Aufs Land heißt: meist sind 2 Autos erforderlich (das frißt sicher schon einige Ersparnis wieder auf).
Jeder Behördengang wird zur Tagesreise
Ich bin der Ansicht, wer im Dorf nicht geboren ist, wird selten in der Dorfgemeinschaft heimisch
Kinderbetreuung wird häufig eher als „nette Freundlichkeit“ der Gemeinde gesehen und nicht die Notwendigkeit einer zeitlich umfangreicheren Betreuung (oft gibts nur Halbtagsgruppen für 4 Stunden vormittags in den Orten)
Wollen beide Ehepartner arbeiten, wird das oft ein Ding der Unmöglichkeit - am Ort gibt es nur ein geringes Angebot an Arbeitsplätzen und wenn beide Pendeln, ist die Kinderbetreuung nicht zu regeln.
Das Angebot an Ärzten etc. ist meist gering - Facharztbesuche sind wiederum eine Tagesreise. Paßt einem der einzige praktische Arzt vor Ort nicht (nicht immer stimmt da ja Art oder Qualifikation oder was auch immer), wirds dumm.
Oft gibt es in kleinen Orten keine weiterführende Schule - dann wird schon Kindern von 10 Jahren stundenlanges tägliches Pendeln zugemutet - wenn man noch die langen Schultage anguckt, die viele Kinder bsp. beim G8-Gymnasium haben, kommen die Kinder dann abends erst nach Hause
Ich weiß, wovon ich rede - meine Eltern sind wegen dieser Gründe aus einem 1500-Einwohner-Dorf in der Lüneburger Heide in eine 250.000 Einwohner-Stadt gezogen.
Kultur wird zum Luxus - ein spontaner Kinobesuch zur Weltreise (immer noch zusätzlich mit den Kosten für 80 km einfache Fahrt…)
Wie gesagt - 1000 qm Grund könnten für mich die Nachteile bei weitem nicht aufwiegen.
Und das Problem wird im Alter nicht geringer, sondern ausgeprägter - da merkt man die Mängel in der Infrastruktur noch viel maßgeblicher - wenn man womöglich nachts nicht mehr autofahren kann oder will oder gar nicht mehr kann, wenn mehr Arztbesuche erforderlich sind, wenn man nicht mehr eben ins Auto kann, um schnell einzukaufen, aber im Ort kein Laden ist, wenn die nächste Apotheke im Nachbardorf ist, wenn der große Garten zuviel wird, die Treppen und und und.
Beste Grüße
Wendy