Aufs Land oder nicht?

Hallo,

im Zuge der Spritpreiserhöhungen fragt man sich, ob es noch noch sinnig sein kann, aufs Land zu ziehen.

Das Objekt bietet zwar eine Menge Ressourcen für jemanden, der fit und gesund ist (viel Land, etwas Wald, Wasser…) aber man muss ja immer noch und weiterhin Geld verdienen. Und das ist in 80 km Entfernung sicherlich möglich, evtl. kann man von Bhf. zu Bfh pendeln, wenn dann der Anschluss im Arbeitsort gegeben ist.

Nur vor Ort geht wohl nicht viel… .

Hier fallen die Immopreise mit steigender Entfernung von der Stadt rapide, jetzt aufs Land zu ziehen, das wäre eine Bewegung gegen den Trend.

Ist das sinnvoll?

dalga

Hi

Ist das sinnvoll?

Für den einen ja, für den anderen nein. Es gibt da auf so viele Faktoren, nicht zuletzt persönliche Vorlieben fürs Land oder eine Stadt, daß man keine allgemein gültige Aussage treffen kann.

Gruß
Edith

Hi,

ich wohne auf dem Land und komme ursprünglich aus einer kleinen Stadt.

Es nervt, wenn man wegen jedem Sch… in die Stadt muss und dies nicht zu Fuß oder mit dem Rad tun kann.

Ich hätte keine Lust, jeden Tag 50 oder mehr km zur Arbeit zu pendeln. Teuer, schde um die Zeit. Dann lieber in der Nähe der Arbeit wohnen.

Grüße

Thomas

Hallo dalga,

ich wohne zwar in einem Dorf, aber um den Preis von 50 oder mehr km einfache Fahrt hätte ich es nicht getan. Groß geworden bin ich in einer größeren Stadt, so kenne ich beide Seiten.

Zum Glück liegt mein Arbeitsplatz in fahrradereichbarer Entfernung. Zur Auswahl hab ich mit einem Zirkel einen Kreis mit 10 km Radius um den Steinbruch geschlagen und dort Häuser gesucht. Hat zwar einige Zeit gedauert, aber ich wollte nichts übers Knie brechen.

Ganz weg vom Schuß wollte ich momentan nicht wohnen, weil meine Jungs langsam in die Pubertät kommen und bald mehr erleben wollen als Landleben :wink:
Jetzt gibt es für sie nichts schöneres. Ein riesiger Garten mit Baumhaus und Buddelecke, hinterm Grundstück beginnt freies Feld und sie können tun und lassen was sie wollen.

Wie gesagt, eine Werteabschätzung, zu der man keine pauschale Aussage machen kann.

Gandalf

Hallo,

ich wohne auf dem Dorf (ca. 7000 EW). Wir sind wegen der günstigeren Preise hierher gezogen und weil meine Heimatstadt (50000 EW) zu weit von der Arbeit entfernt ist (45 km). Das Dorf in dem wir wohnen liegt 20 km von unserer Arbeitsstadt entfernt. Das war ein weiterer Grund hier herzuziehen.

Mir wäre es ehrlich gesagt zu viel jeden Tag pro Weg 80 km zu fahren. Dabei geht enfach zu viel Zeit drauf. Und wie sagt man so schön „Zeit ist Geld“.

Gruß

Samira

Hallo Dalga,

Es ist eine Milchmädchenrechnung. Was Du an Miete sparst, gibst Du für die längeren Wege aus.

80km würde ich mir persönlich nicht antun.

Ich habe das Glück auf den Land zu wohnen, 12 km von meiner Arbeitsstelle entfernt, und 30 min von der Großstadt. Ich hab alles lebenswichtige im Dorf, was ich mit Rad erledigen kann.

Dank Internet muss ich für Tierchen und Klamotten auch nicht unbedingt in die große Stadt.

Einzig allein der Umstand, dass ich zum Party machen eigentlich immer mit Auto fahren muss, ist lästig.

Tschau Anja

Hallo,

für mich wäre „aufs Land“ auch schon vor den sehr teuren Spritpreisen niemals in Frage gekommen.

Aufs Land heißt: meist sind 2 Autos erforderlich (das frißt sicher schon einige Ersparnis wieder auf).

Jeder Behördengang wird zur Tagesreise

Ich bin der Ansicht, wer im Dorf nicht geboren ist, wird selten in der Dorfgemeinschaft heimisch

Kinderbetreuung wird häufig eher als „nette Freundlichkeit“ der Gemeinde gesehen und nicht die Notwendigkeit einer zeitlich umfangreicheren Betreuung (oft gibts nur Halbtagsgruppen für 4 Stunden vormittags in den Orten)

Wollen beide Ehepartner arbeiten, wird das oft ein Ding der Unmöglichkeit - am Ort gibt es nur ein geringes Angebot an Arbeitsplätzen und wenn beide Pendeln, ist die Kinderbetreuung nicht zu regeln.

Das Angebot an Ärzten etc. ist meist gering - Facharztbesuche sind wiederum eine Tagesreise. Paßt einem der einzige praktische Arzt vor Ort nicht (nicht immer stimmt da ja Art oder Qualifikation oder was auch immer), wirds dumm.

Oft gibt es in kleinen Orten keine weiterführende Schule - dann wird schon Kindern von 10 Jahren stundenlanges tägliches Pendeln zugemutet - wenn man noch die langen Schultage anguckt, die viele Kinder bsp. beim G8-Gymnasium haben, kommen die Kinder dann abends erst nach Hause

Ich weiß, wovon ich rede - meine Eltern sind wegen dieser Gründe aus einem 1500-Einwohner-Dorf in der Lüneburger Heide in eine 250.000 Einwohner-Stadt gezogen.

Kultur wird zum Luxus - ein spontaner Kinobesuch zur Weltreise (immer noch zusätzlich mit den Kosten für 80 km einfache Fahrt…)

Wie gesagt - 1000 qm Grund könnten für mich die Nachteile bei weitem nicht aufwiegen.

Und das Problem wird im Alter nicht geringer, sondern ausgeprägter - da merkt man die Mängel in der Infrastruktur noch viel maßgeblicher - wenn man womöglich nachts nicht mehr autofahren kann oder will oder gar nicht mehr kann, wenn mehr Arztbesuche erforderlich sind, wenn man nicht mehr eben ins Auto kann, um schnell einzukaufen, aber im Ort kein Laden ist, wenn die nächste Apotheke im Nachbardorf ist, wenn der große Garten zuviel wird, die Treppen und und und.

Beste Grüße

Wendy

Hallo,

ich kenne die Überlegungen. Bin in der Großstadt (wenn auch am Rande davon) aufgewachsen und dann an den des „Speckgürtels“ gezogen. Nun wohne ich etwa 15km von einer größeren Stadt entfernt. Plane aber, noch weiter auf’s Land zu ziehen.
Mich zieht es also stetig von der Stadt auf’s Land.
Das muss aber jeder für sich entscheiden - jeder hat andere Vorstellungen. Wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue, sehe ich Häuser. Zwischendrin ein paar angelegte Grüninseln. Beim Spazierengehen über die Felder sehe ich Fledermäuse, Feldmäuse, Rehe u.ä.
Manche wollen mitten in der Stadt wohnen, haben dann aber die Straßenbahn (Lärm, aber auch Transportmittel) vor der Tür. Das sind alles Überlegungen…

Natürlich werden sich viele nach dem Job richten. Aber ist der sicher? Gerade, wer sich für Eigentum entscheidet, der läuft Gefahr, später vielleicht doch woanders zu arbeiten.
Nicht jeder muss zur Arbeitsstelle in die Großstadt. Im Moment fahre ich auch 50km - vom Ort zum Ort. Mit dem Auto. Eine Zugverbindung gibt es nicht.
Ich fahre also nicht vom Ort in die Stadt, das wären nur 15km und es gibt einen Zug…

Hier fallen die Immopreise mit steigender Entfernung von der
Stadt rapide, jetzt aufs Land zu ziehen, das wäre eine
Bewegung gegen den Trend.

Ja, bei uns auf dem Land ist es auch preiswerter. Oder soll ich schreiben bezahlbar? Man muss das alles abwegen… Die Arbeitsbranche und die Lebenseinstellung werden hier ausschlaggebend sein.

Gruß
Tato

Hallo Dalga,

ich habe mir vor einer Weile ähnliche Gedanken gemacht. Dabei bin ich zu einem Kompromiss gekommen. Ich will raus aus der Großstadt, aber nicht aufs Land, ohne Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Eine Wohnung oder ein Haus kauft man in der Regel fürs Leben (bei Miete ist es wieder was anderes). Daher sollte man auch dran denken, dass man älter wird. Was, wenn man durch gesundheitliche Probleme nicht mehr selbst autofahren kann? Man muss längst nicht so eingeschränkt sein, dass man sich gar nicht mehr selbst versorgen kann. Aber was wenn der nächste Supermarkt 10km weit weg ist und es keine Busverbindung gibt? Manche Leute unterschätzen die Probleme, die dann auftreten! Früher gabs ja Großfamilien oder die Kinder sind wenigsten vor Ort geblieben. Dafür hat man heute keine Garantie mehr, denn die Kinder sind aus beruflichen Gründen oft zum Wegzug gezwungen. Da ich nicht z.B. wegen einer Sehstörung oder einem leichten Schlaganfall im Altenheim enden will, achte ich lieber schon beim Kauf auf ein paar wichtige Punkte:

  1. Bahnanbindung vor Ort:
    Man will auch im Alter noch ein wenig rumkommen! Wenn du mit der Bahn zur Arbeit pendeln willst, würde ich sagen, nicht mehr als 50 km entfernt - sonst wirds stressig. Pendeln mit dem Auto empfehle ich nicht. Ich habs zwei Jahre lang gemacht, aber es ist wirklich stressig. Vor allem eine weitere Heimfahrt nach einem langen Arbeitstag ist wirklich kein Spaß. Im Zug kann man wenigstens alle Viere grade sein lassen.
  2. Öffentlicher Nahverkehr am Ort:
    Einen Bus ins Zentrum sollte es schon geben, wenn man nicht mehr so gut zu Fuß ist.
  3. Schönes, verkehrsberuhigtes Ortszentrum:
    Manchmal bestehen Dörfer nur aus einer Hauptverkehrsstrasse mit Häusern links und rechts. Meine Tante wohnt z.B. in so einem Kaff. Irgendwie ist der Ort vor allem bei den Brummifahrern beliebt :wink:. Da ist es in der Großstadt angenehmer.

Viel Erfolg bei deiner Suche!

Hi,
ich bin selbst vor 10 Jahren aus der Großstadt aufs Land gezogen, in eine Kleinstadt, die aber eher ein Dorf und sehr ländlich ist. Das erste Jahr habe ich noch in der Großstadt gearbeitet und musste jeden Tag 2 x 50 km fahren. Das wäre auf Dauer echt ätzend gewesen. Zum Glück habe ich dann eine Stelle gefunden, die 30 km entfernt ist. Aber das sind auch morgens und nachmittags jeweils eine gute halbe Stunde mit dem Auto. So langsam nervt mich das, vor allem wegen der Spritpreise. Über kurz oder lang werde ich wohl in die Stadt ziehen, in der ich jetzt arbeite. Auch in Städten kann es schöne Wohnlagen geben. Ich hab mir hier schon was ausgeguckt, wo es ruhig ist und trotzdem viele Geschäfte in der Nähe sind, so dass ich zu Fuß einkaufen gehen kann, was ich jetzt in meinem „Dorf“ auch kann, da ich mitten im Ort wohne.
Ich finde es auf Dauer sehr nervig, wenn man jede Besorgung und jeden Arztbesuch etc. nur mit dem Auto erledigen kann.

Gruß
Nelly