Aufsatz

Bis jetzt war es beim Aufsatzschreiben bis auf einige Glücksfälle so:

ca. 90 Minuten Zeit…

Konfrontation mit den Themen auf der Liste…
Nach dem Ausschlussverfahren auswählen

Brainstorming… (was mir schwer fällt, da ich mich im nicht Glücksfall vorher noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt habe)

Blick auf die Uhr…

Nun versuche ich in der restlichen Zeit einen gescheiten Aufsatz ohne Klischees aufs Blatt hinzukritzeln.

… einige Zeit später …

Abgabe in der letzten Minute

Feststellung: Keine Zeit für Fehlerkorrektur

Fazit: Habe es wiedereinmal geschafft einen halb-orginellen, halb-fehlerfreien, halb-vollständigen, halb-durchdachten, halb-…
Aufsatz abzugeben


F r a g e (n):

Gibt es eine Strategie, um bessere Aufsätze zu schreiben, die funktioniert?

Evt. gescheite Links?

Die Bücher die ich bisher gelesen habe waren allesamt Quatsch… (d.h. es wird z.B. erklärt was eine Inhaltsangabe ist… mit „Musterbeispielen“, aber nicht wirklich wie man bessere Aufsätze schreibt in 90 Minuten )

Vielleicht hat jemand sogar ein ähnliches Problem gehabt und es überwunden…?

Jede Hilfe, Anregung… würde mich riesig freuen.

Hallo.

Dein Hauptproblem scheint es ja zu sein, mit der gesteckten Zeit nicht richtig gut wirtschaften zu können. Es ist ja nicht so, dass Du mitten drin abbrichst, sondern Du schreibst und schreibst und wirst mit den Schlussarbeiten nicht so fertig, wie Du es gern hättest. Dann hätte ich folgende Anregung : Suche Dir Themen, zu denen Du aus dem Stegreif etwas Fundiertes aussagen kannst, und schreibe in einer selbst gesetzten Zeit einen Text dazu. Im Interesse des deutschen Waldes würde ich fünf oder zehn Minuten als „Limit“ empfehlen …

Wenn Du das mit vier bis zwei Themen gemacht hast, kannst Du schon mal recht realistisch einschätzen, wieviel Papier Du in einer festgesetzten Zeit beschmutzen kannst. Jetzt mach aber nicht den Fehler und rechne die in fünf Minuten erbrochene Textmenge auf die 90 Minuten hoch, dann fällst Du nämlich aufs Antlitz.

Nächster Schritt : Themenauswahl. Besorg Dir eine Illustrierte, die Du normalerweise nicht lesen würdest, guck nicht rein! und bitte jemand anderen, Dir willkürlich drei Schlagzeilen aus möglichst verschiedenen Themen als „Aufsatzthema“ zu nennen. Wie lange brauchst Du, um Dich für ein Thema zu entscheiden, inklusive gedankliche Durcharbeitung „was fällt mir dazu ein? wie spricht mich das an? …“? Diese Zeit wirst Du also maximal brauchen, um Dich mit einem unbekannten Thema anzufreunden …

Zum guten Schulz : Wie sicher bist Du in Ortogravieh und dem Grammatik? Schreibst Du halbwegs „druckreif“, also mit einer Deinem Ausbildungsstand angemessenen Fehlerquote? Dann wirst Du nicht so viel Zeit für die „Schlussredaktion“ brauchen. Bist Du eher shculdeirg, brauchst Du dafür entsprechend länger.

Aus diesen drei Einzelschritten kannst Du relativ gut ableiten, wie viel Zeit Du für eine gegebene Textmenge benötigst. Ein entsprechender Sicherheitszuschlag für Nachdenken und andere Schweinereien gehört natürlich noch dazu. Immer dran denken, dass Du in Schritt 1 ein Thema gewählt hast, in dem Du zu Hause bist.

Die Schritte 1 und 2 kannst und solltest Du ruhig öfter wiederholen, zum einen, um Fortschritte festzustellen, zum anderen übt das auch ganz ungemein.

Viel Erfolg
wünscht kw

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Hoffentlich kommt auch der Erfolg…

Ist das ein ausserirdischer Name, den du da hast?

Mir ist aufgefallen, dass in deiner Beschreibung eine Gliederung fehlt, also ein Punkt zwischen Brainstorming und Niederschreiben, in dem du versuchst, deine Gedanken (Ergebnisse des Brainstomrings) ein wenig zu strukturieren und zu sortieren.
Natürlich kostet das noch einmal Zeit, allerdings erledigst du dabei einen Großteil der eigentlichen Arbeit des Aufsatzes - das Niederschreiben geht danach ganz schnell.