Ich wünsche herzlichst einen guten Abend,
Ich habe eine Frage zur Symptomatik der narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Ich habe mich über mehrere Quellen recht ausführlich darüber informiert und habe mittlerweile eine mehr oder minder konkrete Vorstellung von den Ecken und Kanten der Krankheit. Was ich aber nirgends gefunden habe, ist eine eindeutige Antwort auf die Frage, ob diese Krankheit eine Symptomatik mit sich bringt, die das Denken des Betroffenen grundsätzlich prägt, oder ob sie möglicherweise (vielleicht auch nur in Ausnahmefällen?!) auch in Form von recht akkuten „Anfällen“ auftreten kann, die danach wieder abflachen dh. auch in einem gewissen Kontrast zum eigentlichen Weltbild des Betroffenen (das durchaus auch recht verschoben und wenig realitätsnah sein kann…) steht .
Ich würde mich sehr über fachkundige oder aber völlig fachkenntnisfreie, dafür aber freundliche Antworten freuen.
Ich danke im Voraus und wünsche weiterhin einen angenehmen Abend…
narzissmus-problematik
Hallo Herworld
Eine Narzissmus-Problematik begegnet uns im Prinzip als gestörter Narzissmus. Wir dürfen also von einem kompensierten bzw. überkompensierten M a n g e l ausgehen. Dieser Mangel fand im ersten halben Lebensjahr statt, also in den ersten 6 Monaten des Säuglings und gehört demzufolge zu den sogenannten frühen Störungen.
Die bedeutendsten drei frühen Persönlichkeitsstörungen sind: Schizoider Typ, Borderline- und narzisstisch gestörte Persönlichkeit.
Der schizoide ist vergleichsweise harmlos und sehr häufig anzutreffen. Der Narziss ist schon problematischer und der borderline-Typ sowieso.
Eine körperlich auffällige Symptomatik findest du beim narzisstisch gestörten Typ im Speziellen nicht. Ihm fehle eben in seinen ersten MOnaten das liebevolle feed-back, der „Glanz im Auge der Mutter“ beim wohlwollenden Betrachten ihres Kindes. Das ist eine tief eingegrabene Verunsicherung, die den Charakter wesentlich prägt. Oftmals versucht dieser Typus dann duch das bekannte „narzisstische Auftreten“ dieen Mangel zu kompensieren.
Gruß,
Branden
Ich danke erst einmal für die informative Antwort, möchte mich aber noch etwas erklären, da ich das Gefühl habe, dass mein Anliegen nicht genau verstanden wurde. Ich redete weniger von einer körperlichen Symptomatik (entschuldige, mein Fehler… ich habe mich einfach blöd ausgedrückt) oder dem Verhalten (und damit Wirken auf andere) des Betroffenen, sondern seinem Innenleben, seinen Gedankengängen, denn ein Mensch mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung zeichnet sich nicht nur durch sein Verhalten und eventuell einen typischen Verlauf des ersten halben Lebensjahres aus, sondern auch durch ein sehr typisches Selbst- und Weltbild, seinen „Ansichten“, ganz unabhängig davon, zu welchen Verhaltensweisen dies dann führt… (z.B. a: „Ich bin überragend - ich bin etwas außergewöhnliches, besonderes, faszinierendes…“ b: „Ich werde nur von wenigstens ebenso besonderen Menschen verstanden…“ c: „Ich habe überdurchschnittlich viele Begabungen und Talente, die von anderen nur noch nicht gesehen werden; ich werde nur geliebt, wenn den anderen mein Leistungspotenzial klar wird…“ etc.) Wie du richtig beschriebst, ist dieser übertriebene Narzissmus aber vor allem das Produkt der Überkompensation eines M a n g e l s. Der Narzisst hat im vollkommenen Kontrast zu den für ihn typischen Gedankengängen >eigentlich
Hi
Ich redete weniger von
einer körperlichen Symptomatik (entschuldige, mein Fehler…
ich habe mich einfach blöd ausgedrückt) oder dem Verhalten
(und damit Wirken auf andere) des Betroffenen, sondern seinem
Innenleben, seinen Gedankengängen
Ja, natürlich, das versuchte ich ja, zu sagen. Ich schrieb von eher fehlenden Körpersymptomen, sondern genau diesem mangenden Selbstwertgefühl.
denn ein Mensch mit einer
narzisstischen Persönlichkeitsstörung zeichnet sich nicht nur
durch sein Verhalten und eventuell einen typischen Verlauf des
ersten halben Lebensjahres aus
Das magelhaft erlebte, gleichsam erlittene, erste halbe Jahr macht ja dann diese narzisstisch gestörte Persönlichkeit und sein Weltbild!
sondern auch durch ein sehr
typisches Selbst- und Weltbild, seinen „Ansichten“, ganz
unabhängig davon, zu welchen Verhaltensweisen dies dann
führt… (z.B. a: „Ich bin überragend - ich bin etwas
außergewöhnliches, besonderes, faszinierendes…“ b: „Ich
werde nur von wenigstens ebenso besonderen Menschen
verstanden…“ c: „Ich habe überdurchschnittlich viele
Begabungen und Talente, die von anderen nur noch nicht gesehen
werden; ich werde nur geliebt, wenn den anderen mein
Leistungspotenzial klar wird…“ etc.) Wie du richtig
beschriebst, ist dieser übertriebene Narzissmus aber vor allem
das Produkt der Überkompensation eines M a n g e l s. Der
Narzisst hat im vollkommenen Kontrast zu den für ihn typischen
Gedankengängen >eigentlich
Ich danke ein weiteres Mal - auch dafür, dass du dir die Mühe gemacht und die Zeit genommen hast, mir das ganze noch einmal konkret zu erläutern… Damit ist meine Frage im Großen und Gesamten eigentlich beantwortet und ich bin um ein paar Grauzellen reicher, wofür ich wohl ebenfalls zu danken habe…
(Nee Ernst jetzt:smile: Noch eine letzte Frage zu der Thematik, dann werde ich vermutlich (alle Angaben ohne Gewähr) Ruhe geben - du schriebst, dass das Abweichen ihres Denkens von einer gewissen „Norm“ (ich weiß, so kann man es kaum nennen, aber ich gehe davon aus, dass es noch verständlich ist… ^^’) dem Betroffenen selten bewusst ist. Unterstrichen wird diese Aussage zweifellos von der Tatsache, dass die wenigsten der Erkrankten überhaupt ein Einsehen haben, was ja Voraussetzung für eine Therapie sein dürfte. Eine gewisse Zahl der Betroffenen befindet sich aber natürlich trotz dessen in Behandlung und dies setzt doch wohl die Einsicht des Ganzen ein. Kann ich aus der Aussage, dass die „narzisstische Problematik also selten bewusst ist“ den Umkehrschluss ziehen, dass es in Einzelfällen m ö g l i c h ist, dass der Betroffene sich des Ganzen bewusst ist? …weiterführend möglicherweise auch die oben beschriebene negative Selbstsicht während einer Phase relativer „Normalität“… nein sagen wir einer kontrasthaften Phase…?
Grüße.
Hi
Eine gewisse Zahl der
Betroffenen befindet sich aber natürlich trotz dessen in
Behandlung und dies setzt doch wohl die Einsicht des Ganzen
ein.
Es kann aber auch sein, dass sich Diejenigen zunächst wegen zunehmenden Problemen mit ihrer Umwelt oder einer parallel ablaufenden Symptomatik in Behandlung begaben. Der Narzissmus wird dann sozusagen gleich mit bearbeitet. 
Kann ich aus der Aussage, dass die „narzisstische
Problematik also selten bewusst ist“ den Umkehrschluss ziehen,
dass es in Einzelfällen m ö g l i c h ist, dass der Betroffene
sich des Ganzen bewusst ist?
Eher erst nach einer Therapie. Selten vorher.
…weiterführend möglicherweise
auch die oben beschriebene negative Selbstsicht während einer
Phase relativer „Normalität“… nein sagen wir einer
kontrasthaften Phase…?
Im Gegensatz zur bipolaren Störung (auch mansich-depressive Erkrankung genannt) würde ich bei Narzissten nicht so sehr an Phasen-Schwankungen denken.
Gruß,
Branden
Tja,
ich war in meinem Leben öfter mit Narzissten bzw. auffälligen Egoisten konfrontiert.
Auffällig viele von den weiblichen Narzissten litten auch unter Minderwertigkeitskomplexeb und starken Neidgefühlen.
Diese Gefühle beseitigten sie, indem sie der beneideten Person
(in den Fällen ich) erheblichen Schaden zufügten (Genugtuung). Eine dieser narzisstischen Neiderinnen lebte danach sehr zufrieden weiter, während ihr Opfer ziemlich viel litt.
Diese Narzisstin (Egoistin) und Neiderin hatte verschiedene auffällige Verhaltensweisen. U.a. kam sie grundsätzlich aus ihrem Zimmer, wenn ich Besuch von einem Mann bekam oder dieser mich verlies. Meinen jeweiligen Freund oder den ein oder anderen Bekannten verwickelte sie in ein Gespräch. Sie verleumdete mich schäbig … mit schäbigen Folgen, sie schikanierte mich usw.
Kein anderer Mensch bekam das mit, was sie mit mir trieb.
Ein Arzt glaubte ihr, nicht mir. Für den Arzt - der für so viele Studenten da war - war ich die Böse. Das ist jetzt 28 Jahre her.
Aber, was diese Person in die Welt setzte, schadet mir immer noch.
Sie selbst führt ein glückliches Leben, hat viele Ratschläge, die ich ihr gutmütig schenkte, für sich umgesetzt.
WEnn Narzissten sich also ungestraft austoben können, dann geht es ihnen gut und sie benötigen keinen Psychotherapeuten. Sie selbst können mit dem, was sie einem anderen Menschen angetan haben, nämlich ziemlich gut leben.
Angelika
ERgänzung aus wikipedia :
"Narzisstische Personen sind gekennzeichnet durch einen Mangel an Einfühlungsvermögen und Überempfindlichkeit gegenüber Kritik, was sie mit einem großartigen äußeren Erscheinungsbild zu kompensieren versuchen. Häufig hängt das mit ihrem brüchigen Selbstwertgefühl zusammen. Die Goldene Regel „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu“ ist Narzissten fremd. Sie behandeln Mitmenschen so, wie sie selbst nicht behandelt werden möchten. Sie besitzen auch einen Blick für das Besondere, können leistungsstark (in Schule, Beruf, Hobby) sein und haben oft gepflegte und statusbewusste Umgangsformen. Neben Prädispositionierung ist das Elternhaus ein entscheidender Faktor für narzisstische Persönlichkeiten. Es finden sich überwiegend sehr unempathische, wenig akzeptierende Eltern, die das Kind nicht selten schon früh überfordern. So findet in der kindlichen Erziehung vor allem ein Verhalten Beachtung und Verstärkung, dass, in gewisser Intoleranz gegenüber anderen, die eigenen Fähigkeiten und Wertigkeit betont und diese auch nach außen gut darstellen kann. Jenes ohne, dass das tatsächlich gezeigte Verhalten dieser Selbstpräsentation auch nur annähernd entsprechen muss. Narzissten überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten und zerstören aus Neid, was begabtere Menschen aufgebaut haben. Wenn Narzissten eine leitende Funktion ausüben, leiden die Betroffenen sehr. Wenn möglich, entziehen sich Mitbetroffene ihrem Einfluss.
Maligner (bösartiger) Narzissmus kann als Zwischenstufe von narzisstischer und antisozialer Persönlichkeitsstörung angesehen werden. Als maligner Narzissmus wird die Kombination von narzisstischer Persönlichkeitsstruktur, antisozialen Verhaltensweisen mit intensiven krankhaften Aggressionen und eventuellen paranoiden Neigungen bezeichnet. Kennzeichnend sind krankhafte Grandiosität (Entwicklung eines nicht der Realität angemessenen Größenselbst oder Realitätsverlust) mit Herrschaftsanspruch innerhalb einer Gruppe, bis hin zu Sadismus und Hass. Im Unterschied zur antisozialen Persönlichkeitsstörung, die sich durch das völlige Fehlen von Verantwortungsgefühl, Gewissen und Sorge/Mitgefühl sich selbst und andere Menschen betreffend auszeichnet, sind beim malignen Narzissmus noch Über-Ich-Anteile (Gewissen) funktionsfähig, und es existiert auch ein Gefühl für Mitmenschen, wenn auch oft in ausbeuterischem Interesse."
Angelika
Aussteigen
Liebe Angelika, ich glaube, Deine Motivation zum obigen Thema „Aggressionen …“ verstehen zu können. So, wie Du das hier beschreibst, hast Du Leid und Schaden durch das von Dir vermutete narzistische Verhalten einer anderen Frau erfahren und ich vermute weiter, dass Dich diese starke Kränkung noch immer sehr schmerzt und Du wahrscheinlich noch sehr wütend auf dieses „Weib“ bist?
Auch scheint es Dich noch sehr zu „wurmen“, ja direkt mit Neid zu erfüllen, dass diese Frau (von Dir als Narzisstin bewertet) ihr Leben weiter positiv gestaltet und Dich als leidtragendes Opfer zurück gelassen hat?
Ich lese zwischen Deinen Zeilen viel aufgestaute Aggression.
Du schreibst:
WEnn Narzissten sich also ungestraft austoben können, dann
geht es ihnen gut und sie benötigen keinen Psychotherapeuten.
Sie selbst können mit dem, was sie einem anderen Menschen
angetan haben, nämlich ziemlich gut leben.
Du definierst Dich als nur in der Opferrolle lebend.
Hast Du Dich schon mal gefragt, ob auch Du Beiträge zu den Konflikten leistetest?
Was könnte das sein?
Ich denke, wenn der eigene Beitrag an unglücklich verlaufener Kommunikation bewusster ist, dann kann man erkennen, dass man nicht nur das Opfer, sondern auch Täter ist und das kann einem, so kurios das klingen mag, Stärke verleihen.
el_condor
4 „Gefällt mir“
[Mod] Ab hier ist abgeschlossen
Liebe Alle,
das hat nichts mit diesem Artikel zu tun, denn er scheint mir gut gemeint.
Aber ab hier entartet der Diskussionsverlauf zunehmend und endet in persönlichen Beleidigungen - was gegen die Regeln dieses Forums im Speziellen und gegen die guten Sitten und die Rechtsgebung unseres Landes im Allgemeinen verstößt.
Lieben Gruß
Patrick