Aufwandschätzung oder Aufwandsschätzung?

Fugenzeichen
Hallo!

Nach deiner Beschreibung gibt es nie ein Fugen-S. Aber die Wissenschaftler, die sich mit der Entwicklung der deutschen Sprache beschäftigen, haben herausgefunden, dass dieses S nicht aufgrund der Genitivbildung einfügte, sondern um die Aussprache einfach zu erleichtern.

Dies geschieht erst in der zweiten Phase der Fugungen.

Ursprünglich sind das „Fugen-(e)S, das Fugen-er und das Fungen-en“ Flexionszeichen und zwar für den Genitiv!

Der Hof des Königs wird zum Königshof ; die Sache des Herzens zur Herzenssache , der Fürst des Friedens zum Friedensfürst!

Ebenso wird das Zimmer der Kinder zum Kinderzimmer und selbst der altertümliche Schnabel des Storchen wird zum Storchenschnabel.

Wenn man allerdings dan eine Fügung wie Arbeitszimmer bildet, so ist dies just nicht mehr ein Genitiv - es heißt ja nicht

die Arbeit, der Arbeits, der Arbeite, die Arbeiten

sondern

die Arbeit, der Arbeit, der Arbeit, die Arbeit.

Hier greift man also zu einem bewährten Fungenzeichen, um die Aussprache zu erleichtern.

Und das hat mit einem „Dem-Duden-Nachlaufen“ so wenig zu tun, wie „kreative Sprachgestaltung“ darin besteht, einen Satz wie:

„Da werden Sie geholfen!“

zu kreieren.

Gruß Fritz

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