Das Auge wurde entfernt
Ein abschließendes Hallo,
am Montag sagte der Arzt noch, wir sollten uns noch nicht zu große Gedanken um die Entfernung des Auges machen, heute war der Kater fünf Minuten, nachdem wir beim Arzt angekommen sind narkotisiert und eine Stunde später haben wir ihn einäugig wieder mitgenommen.
Seit Sonntag wurden die Medikamentengaben immer schwieriger (er war ja lange Zeit wirklich unheimlich lieb dabei), und seit gestern ging es ihm nicht mehr gut. Er wurde aggressiv (hat mich ziemlich übel zerkratzt) und hat gestern kaum, heute gar nicht mehr gefressen.
Bisherige Bilanz also vier Narkosen in 17 Tagen, die TA-Besuche kann ich nicht mehr zählen aber die Rechnungen finanzieren dem Sohn des Arztes ein Auto. Was der Kater an Schmerzen hatte kann er mir zum Glück nicht sagen, ich kann ohnehin seit Tagen kaum noch aufhören zu heulen. Und das alles dafür, dass der Kater genauso blind ist wie vorher, man es ihm jetzt nur sofort ansieht.
Es tröstet mich ein bisschen, dass er trotz allem noch zu mir kommt, die Narkose auszuschlafen scheint auf meinem Schoß angenehmer zu sein als auf dem Sofa, dem Kratzbaum oder in der Transportbox.
Wenn alles gut geht (das wäre doch mal eine angenehme Novität) müssen wir in 10 Tagen nochmal hin zum Fäden ziehen und dann hat es der Kleine hoffentlich geschafft. Dass ich dann auch meine Schuldgefühle los bin bezweifle ich aber.
@ Johnny, Thema Vertrauen:
Wir waren/sind nicht bei diesem Arzt, weil wir ihn als besonders vertrauenswürdig empfinden oder er uns auch nur sympatisch wäre, er war nur der einzige, der sich überhaupt eine Diagnose zugetraut hat und bereit war, den Kater zu behandeln. Über 1000 bisher operierte Augen und schicke europäische Diplome an der Wand machten uns zwar Mut, Fakt ist aber, dass sich der Zustand des Katers nach jeder Behandlung gravierend verschlechterte. Da wurde aus einer seiner Ansicht nach harmlosen Trübung plötzlich ein Ödem und aus diesem eine Blutung hinter und im Auge. Und auch die Entfernung des Auges ist nicht ganz glatt gelaufen, es gab eine Blutung in die Nase.
Ich denke, dass der Arzt (mindestens) bei dieser einen Spritze ins Auge Mist gebaut hat, denn bis dahin verlief die Heilung ja wunderbar, danach ging es rapide bergab. Er wird einen eventuellen Fehler jedoch nicht zugeben und ich kann natürlich nichts beweisen, außerdem ändert das ja am Ergebnis ohnehin nichts mehr. Vertrauensbildend war das aber nicht gerade und sollte irgendwann auch beim anderen Auge eine Operation nötig sein werden wir wohl lieber noch hundert Kilometer weiter zu einem anderen Spezialsten fahren.
Gruß
Sue