Hallo!
Ist die „Augen auf und durch Methode“ gefährlich für die Psyche?
Unter dieser Methode verstehe ich persönlich: Geschieht etwas dramatisches in meinem Leben (Zb. Trennung/Liebeskummer, schwere Krankheit/Kind), so weigere ich mich oftmals nach Ablenkung zu suchen. Ich will diese Ablenkung auch gar nicht, denn sie wirkt in meinem Empfinden als nicht angebracht - sogar als für mich schädlich.
Anders formuliert, habe ich schlimmen Liebeskummer WILL ich NICHT mit Freunden in die Kneipe gehen, oder mich anderweitig ablenken. Ich will da durch. Und zwar ohne Schnörkel, auch wenns weh tut. Ich sehe dies meist als einzigen für mich persönlich gehbaren Weg um wirklich mit damit fertigzuwerden.
Momentan bin ich mit der Diagnose einer schlimmen Krankheit meines Sohnes (Schizophrenie, er ist 21) konfrontiert. Wieder habe ich meine alte Verhaltensweise an den Tag gelegt, keine gezielte Ablenkung, keine Feierei usw. So langsam aber sicher warnt mich mein privates Umfeld, ich solle mich nicht so eingraben, mal rausgehen, mal auf andere Gedanken kommen. Ich will das aber nicht, ich will das jetzt verarbeiten und nicht durch Ablenkung so tun als ob meine kleine Welt in Ordnung wäre. Und ich will nicht zusätzlich noch ein schlechtes Gewissen haben, weil ich dem ein oder anderen damit vor den Kopf stoße. Deshalb bitte ich meist um ein wenig Zeit, bis ich gelernt habe damit umzugehen und wieder „normal“ klarkomme. Ich denke man sollte sich diese Zeit eingestehen, es gibt Zeiten zu ruhen und Zeiten wo man sich bewegt. zB nach „draussen“ *g*
Ist mein Verhalten wirklich gefährlich? Mache ich es dadurch nur noch schlimmer für mich? Es ist ja nicht so, dass ich meine Freunde gar nicht mehr sehe, oder alle sozialen Kontakte vermeide - ich habe einfach keine Lust wegzugehen und mich zu amüsieren, oder mir einfach die Zeit zu vertreiben. Am liebsten bin ich sogar alleine und lese, höre Musik, oder versuche mich im Netz schlau zu machen, über die Krankheit und auch über die Problematik für Angehörige. Und ich rede viel darüber (persönlich, chattend, am Telefon), ich mache kein Geheimnis daraus was los ist.
Danke schon mal,
Sabine