[Augenarzt] Private Vorsorgeuntersuchung / Grauer Star

Hallo,

wie sinnvoll / notwendig ist beim Augenarzt eine Vorsorgeuntersuchung (z. B. Grauer Star), die man privat bezahlen muss ? Hier 20 Euro.

Auf der einen Seite, möchte man bei der eigenen Gesundheit nicht geizen und kann ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn man so ein Angebot ausschlägt. Vor allem als Laie.

Was ist eure Meinung ? Weiß da jemand mehr ? Oder wird hier einfach ein lukratives Geschäft gemacht ? So viel ich weiß, schaut man hier kurz in ein Gerät und nach nicht mal gefühlten 5 Sekunden ist die Sache durch.

Hallo,
früher, also vor etlichen Jahren, gehörte diese Untersuchung zum Standardprogramm bei fast jedem Augenarztbesuch und wurde auch von der (GKV)Kasse über die Krankenversichertenkarte bezahlt, Ich meine mich erinnern zu können, dass diese Untersuchung mit ca. 6,00 € abgerechnet werden konnte. Irgendwann kam „man“ auf die Idee, dass es sich hier um eine reine Vorsorgeleistung handelt würde und somit nicht (mehr) in den Leistungskatalog der GKV gehöre, sondern eher zu den IGEL-Leistungen, also vom Versicherten selbst zu zahlen sind. Gedacht, getan, seitdem muss der/die Versicherte dafür in die Tasche greifen und 20,00 € sind so allgemein angesagt, es geht billiger, aber auch teurer. Zur Frage konkret - ja, ich persönlich rate dazu - so oft geht man ja im Jahr nicht zum Augenarzt, aber so ein bis zweimal macht diese Untersuchung schon Sinn, meine ich jedenfalls.
Gruss
Czauderna

gibt es nicht.
du meinst Grüner Star (führt zur Erblindung)
Grauer Star íst unkritisch, Linsentrübung, wenn im Alter auftretend, dann ersetzt man die Linse gegen eine Kunstlinse. Routine.

Der Test beim Augenarzt ist die berührungslose Messung des Augeninnendrucks( mit einem Luftstoß gegen das Auge) der ein Anzeichen für Netzhautschädigung sein kann.
Ebenso die Begutachtung des Sehnervkopfes.

Der Arzt untersucht doch aber auch den Augenhintergrund und würde bei Verdacht weitere Untersuchungen starten, die dann die Kasse zahlt !

MfG
duck313.

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Moin,

sobald die Empfangsdame den Test anbietet, in unserer Gegend für € 50,-, hake ich das als IGEL sprich Geldbeschaffungsmaßnahme ab und verzichte. Der Augeninnendruck ist eines unter mehreren Symptomen, das noch nichtmal auftreten muss.

Wenn der Augenarzt ernsthaft untersucht, könnte sich ein Vedacht auf Grünen Star ergeben, dann ist immer noch Zeit für eine - von der Kasse bezahlte - Innendruckmessung.

Gruß
Ralf

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Das ist soweit korrekt. Neben der Messung mit dem NonContact-Tonometer MUSS eine Hornhautdickenmessung, eine Gesichtsfeldmessung und Augenhintergrundsuntersuchung erfolgen, die reine Druckmessung sagt nicht viel aus. Allerdings sind solche Untersuchungen erst bei bestimmter Anamnese indiziert (z.B. Diabetes) und erst dann übernimmt die Kasse die Kosten.
Der Verdacht der Abzocke liegt nicht fern, dazu braucht man nur ein simples Rechenexempel heranzuziehen:
Wenn ein Augenarzt 6000 Krankenscheine im Jahr zu einem jeweiligen Wert von ca. 20 Euro abrechnet, kommt er auf einen „Kassenumsatz“ von 120.000 Euro/Jahr, dazu kommen ca.30.000 Euro an Privatpatienten.
Allerdings versteuern Augenärzte im Schnitt ca. 300.000 Euro/Jahr.

Alles klar?

Grundsätzlich, wenn man eine solche Frage hat, hilft es, sich beim IGeL-Monitor einen ersten Überblick zu verschaffen. Dort werden nach vernünftigen Kriterien die meisten der Selbstzahlerleistungen, die Ärzte anbieten, untersucht und bewertet. Es folgt eine Einstufung in 5 Stufen positiv / negativ, tendenziell positiv / negativ oder unklar. Dann gibt es eine kurze Begründung und eine ausführliche.

Die Einstufung der Innendruckmessung ist „tendenziell negativ“.
https://www.igel-monitor.de/igel-a-z/igel/show/augeninnendruckmessung-zur-glaukom-frueherkennung.html Das entspricht dem, was Duck313 geschrieben hat in Kurzform.

Grundsätzlich gehört diese IGeL meiner Meinung nach zu den besonders unangenehmen: Es ist bei einigen Ärzten Usus geworden, dass diese Messung von einer Mitarbeiterin gemacht wird, da hat man den „Weißkittel“ noch nicht einmal gesehen. Geschweige denn, dass es irgendeine ärztliche Beratung gibt, die eigentlich sein müsste. Hintergrund dafür ist, dass es vor einiger Zeit mal gezielt Marketingveranstaltungen gab, in denen Ärzte genau das beigebracht bekommen haben. Bei den Augenärzten war man da besonders rege.
Ein kritisches Indiz für solche Selbstzahlerleistungen ist immer, wenn die Leistung angeboten wird, bevor man den Arzt überhaupt gesehen hat. Irgendein Papier mal eben so unterzeichnen, ohne dass man überhaupt versteht, warum, ebenso. Gleiches gilt und da erst recht, wenn man unter Druck gesetzt wird auf die Art, dass man xy schon machen sollte, wenn einem die eigene Gesundheit lieb ist. Ggf. sollte man sich vorbehalten, Ärzte, die mit solchen Methoden arbeiten, ganz zu meiden, so es geht.

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Vielen Dank euch für die Beiträge ! Diesen „IGEL Monitor“ kannte ich noch nicht.