Augenarzt will im Ernstfall nicht behandeln

Hallo Experten!

Ich war vor einiger Zeit beim Augenarzt. Er fragte mich, ob ich Kontaktlinsen trage. Ich sagte ja. Auf die Frage, warum ich die nicht bei ihm kaufen würde, antworte ich, dass ich sie woanders günstiger bekomme. Er meinte, das wäre eine Milchmädchhenrechnung. Wenn nämlich Komplikationen mit den Linsen autreten würden, und ich deswegen zu ihm kommen müsste, könnte er mich nicht so ohne weiteres behandeln, weil die Kasse nicht zahlen würde, weil ich ja nicht die Linsen bei ihm gekauft habe. Ich müsste selbst für die Kosten aufkommen. Stimmt das so?
Das würde dann doch heißen, wenn ich meine Linsen beim Optiker oder im Versand hole, müsste ich bei Komplikationen ein Paket Geld mitbringen?!

Kläre mich mal bitte einer auf…Danke!

Schönes WE
Philipp

Hallo Philipp,

Milchmädchhenrechnung. Wenn nämlich Komplikationen mit den
Linsen autreten würden, und ich deswegen zu ihm kommen müsste,
könnte er mich nicht so ohne weiteres behandeln, weil die
Kasse nicht zahlen würde, weil ich ja nicht die Linsen bei ihm
gekauft habe. Ich müsste selbst für die Kosten aufkommen.
Stimmt das so?

Für die Kosten der Behandlung? Hat er etwas gesagt, woher diese Logik kommen mag? Das ist ja hanebüchen³.

Das würde dann doch heißen, wenn ich meine Linsen beim Optiker
oder im Versand hole, müsste ich bei Komplikationen ein Paket
Geld mitbringen?!

Und im Urlaub auch (auch wenn er im Urlaub ist und du zu einem anderen Arzt gehst)? Mit Verlaub, diese Aussage riecht für mich derart unseriös, dass ich an deiner Stelle das genauso, wie du es hier geschrieben hast, als Anfrage an meine Krankenkasse richten würde. Dann wirst du zum einen die Antwort bekommen, dass das Humbug ist, zum anderen werden nicht noch weitere Patienten so verunsichert - Oma Mayer fragt nämlich nicht hier nach…

Gruß, Claus
(der strikt dagegen ist, dass ein Arzt überhaupt sowas verkaufen darf - wofür gab es schließlich einstmals die Trennung von Arzt und Apotheker?)

Hallo Philipp,

Ich kenne mich zwar bei den Augenärzten noch nicht so aus, aber ein Arzt darf solche Aussagen natürlich nicht machen. Er darf auch nicht selber Handel mit gesundheitsbezogenen Waren machen. Ob ein Augenarzt Kontaktlinsen verticken darf, weiss ich nicht. Kommt mir aber auch schon recht merkwürdig vor. Sicher aber ist die Aussage (wenn sie denn so gefallen wäre) völliger Schwachsinn.

Höchstens wenn nun nachgewiesen werden könnte, dass ein Billigprodukt die Ursache für eine Schädigung des Auges wäre, könnte ggf. nachträglich der Hersteller in Regress genommen werden. Selbstverständlich wäre der Arzt aber zur Behandlung verplfichtet.

Wäre ja noch schöner

Gruss Martin (nur Psychiater, aber dennoch Arzt)

Milchmädchhenrechnung. Wenn nämlich Komplikationen mit den
Linsen autreten würden, und ich deswegen zu ihm kommen müsste,
könnte er mich nicht so ohne weiteres behandeln, weil die
Kasse nicht zahlen würde, weil ich ja nicht die Linsen bei ihm
gekauft habe. Ich müsste selbst für die Kosten aufkommen.
Stimmt das so?

Für die Kosten der Behandlung? Hat er etwas gesagt, woher
diese Logik kommen mag? Das ist ja hanebüchen³.

Das würde dann doch heißen, wenn ich meine Linsen beim Optiker
oder im Versand hole, müsste ich bei Komplikationen ein Paket
Geld mitbringen?!

Und im Urlaub auch (auch wenn er im Urlaub ist und du zu einem
anderen Arzt gehst)? Mit Verlaub, diese Aussage riecht für
mich derart unseriös, dass ich an deiner Stelle das genauso,
wie du es hier geschrieben hast, als Anfrage an meine
Krankenkasse richten würde. Dann wirst du zum einen die
Antwort bekommen, dass das Humbug ist, zum anderen werden
nicht noch weitere Patienten so verunsichert - Oma Mayer fragt
nämlich nicht hier nach…

Gruß, Claus
(der strikt dagegen ist, dass ein Arzt überhaupt sowas
verkaufen darf - wofür gab es schließlich einstmals die
Trennung von Arzt und Apotheker?)

Hallo,

eine Bitte: Versuche diese Aussage von Deinem Augenarzt schriftlich zu bekommen und wende Dich mit diesem Schreiben an Deine Krankenkasse und die Kassenärztliche Vereinigung. Die dürften sich dafür interessieren.

Grüsse,

Herb

Hallo Herb

eine Bitte: Versuche diese Aussage von Deinem Augenarzt
schriftlich zu bekommen und wende Dich mit diesem Schreiben an
Deine Krankenkasse und die Kassenärztliche Vereinigung. Die
dürften sich dafür interessieren.

Das glaube ich gerne, aber ob er so blöd ist, mir das schriftlich zu geben, wage ich zu bezweifeln…

Grüße
Phil

Hallo!

Bis hierher erst einmal danke für eure Kommentare. Sollte er mir noch mal so einen Scheiß erzählen, weiß ich zu kontern! Wollte mich nur vorher vergewissern, bevor ich loslege.

Gruß
Philipp

Servus Phil,
ich kann mir vorstellen, daß die Ärztekammer und/oder die Krankenkasse sich tatsächlich dafür interessieren - vielleicht sogar ein Staatsanwalt. Und dabei ist es wurscht, ob der Arzt Dir was unterschrieben hat. Du bist dann nämlich Zeuge und nicht interessierte Partei.
Kai

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Servus Phil,

Hallo!

ich kann mir vorstellen, daß die Ärztekammer und/oder die
Krankenkasse sich tatsächlich dafür interessieren - vielleicht
sogar ein Staatsanwalt. Und dabei ist es wurscht, ob der Arzt
Dir was unterschrieben hat.

Interesse wäre bestimmt da, aber wie soll ich das gesagte denn nachweisen? Da steht doch Aussage gegen Aussage…
Außerdem habe ich ja nichts davon, wenn ich ihn Anscheisse. Wenn eine Gefahr von ihm ausgehen würde, wäre das natürlich was anderes…
Gruß
Phil

Kommt auf den Ernstfall an
Hallo Philipp!

Ich war vor einiger Zeit beim Augenarzt. Er fragte mich, ob
ich Kontaktlinsen trage. Ich sagte ja. Auf die Frage, warum
ich die nicht bei ihm kaufen würde, antworte ich, dass ich sie
woanders günstiger bekomme. Er meinte, das wäre eine
Milchmädchhenrechnung. Wenn nämlich Komplikationen mit den
Linsen autreten würden, und ich deswegen zu ihm kommen müsste,
könnte er mich nicht so ohne weiteres behandeln, weil die
Kasse nicht zahlen würde, weil ich ja nicht die Linsen bei ihm
gekauft habe. Ich müsste selbst für die Kosten aufkommen.

Ich denke, es kommt auf die Komplikation an.
Wenn es sich um Schäden an der Hornhaut handelt, dann wird er Dich behandeln.
Keine Frage!!
Das ist nämlich ein medizinischer Notfall.

Wie das mit der Kostenübernahme ist müsstest Du konkret erfragen.
Hat der Optiker die Linsen verkehrt angepasst oder aber Du hast sie Dir im Internet bestellt und geht etwas schief, könnte ich mir schon denken dass Du etwas selbst zahlen musst.

Wieso sollte der Augenarzt auf Kosten der Allgemeinheit den Karren aus dem Dreck ziehen, wo ER doch damit gar nichts zu tun hat?

Als Vergleich nehme ich jetzt die ausländischen „Schönheits-OPs“, die gründlich in die Hose gegangen sind.
Auch da haben sich Krankenkassen geweigert hier in Deutschland die Folgekosten zu übernehmen.

Und abschließend: Ja, Augenärzte können und dürfen Contaclinsen anpassen und verkaufen.
Mit dem Segen der Ärztekammern, Krankenkassen etc.

Angelika

Wieso sollte der Augenarzt auf Kosten der Allgemeinheit den
Karren aus dem Dreck ziehen, wo ER doch damit gar nichts zu
tun hat?

Seit wann gilt in unserer Gesundheitspolitik das Schuldprinzip?? Wenn ich auf einen Baum kletter, obwohl ich weiß, ich könnte runterfallen, dann muß mich der Arzt trotzdem behandeln, wenn ich mir dabei den Arm breche… nix für ungut…

Hallo Melanie!

Ich hatte den von Dir zitierten Satz in einen Zusammenhang gesetzt, nämlich den mit „Kosten der Allgemeinheit“ auf´s Auge zu drücken, wie z.B. bei ausländischen Schönheits-OPs.

Angelika

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