Augenheilkunde

Liebe/-r Experte/-in,

meine Tochter (15 Monate alt) bekam kürzlich die vage Diagnose grauer Star (Katarakt) im rechten Auge. Da sie sehr lebhaft ist konnten die Untersuchungen nicht in aller Tiefe durchgeführt werden. In der Sehschule wurde gesagt ihre Augen sind gerade, sie schielt nicht.

Demnächst haben wir einen Termin in der UniKlinik Giessen, an dem sie kurzzeitig sediert werden soll, um sie genau untersuchen zu können.
Den Eltern und anderen Bezugspersonen ist in ihrem Verhalten nichts aufgefallen, was auf eine Beeinträchtigung des Sehvermögens hinweist.
Da meine Tochter eine Frühgeburt war, geht man von einem angeborenen Katarakt aus.

Auch um mich auf den o.g. Termin vorzubereiten, beantworten Sie mir bitte folgende Fragen:

(1) Entwickeln sich diese angeborenen Katarakte weiter ? Wird die Trübung stärker ?

(2) Besteht die Möglichkeit, dass sich die Trübung zurückentwickelt ? Kann man darauf hinwirken ?

(3) Gibt es neben der OP, die wohl lebenslange Korrekturen notwendig macht, andere Therapien, evtl. auch unter Erhalt der Linse ?

(4) Wann ist eine OP angezeigt ? Gibt es in Deutschland Experten für entsprechende OPs ?

(5) Gibt es in diesem Zusammenhang Sachverhalte die behandelnde Ärzte ungern oder ungern offen und direkt mitteilen ?

(6) Auch wenn Ihnen sicher viele Fakten fehlen, welche Therapie würden Sie Ihrem Kind angedeihen lassen ?

Ich habe die Fragen an meinen ehem. Chef weitergeleitet und werde Ihnen die Antworten so schnell wie möglich dann geben.
Solche Fälle gab es bei uns nicht so häufig, ich weiß aber, dass alle Kinder operiert worden sind. Wir haben die Kinder dann immer in die Klinik geschickt.
Ich kann Ihnen von den erwachsenen Patienten berichten.
Eine Trübung kann nicht mehr aufgehalten werden und meines Wissens nach geht das auch nicht mehr zurück.
Unsere „Erwachsnen“ Patienten sind immer operiert worden, da gibt es leider kein Mittel zur Stoppung, etc. Die meisten von ihnen sahen hinterher besser als vorher und brauchten keine Brille mehr. Ich war auch immer mit im OP, da mein Chef selbst operierte.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen und melde mich dann nochmal, sobald ich von meinem Chef die Antworten habe.
Alles Gute für Ihr Kind, wann ist denn der besagte Termin?

Ich habe gerade eine Seite gefunde, die Ihnen vielleicht weiterhilft: http://www.angeborener-grauer-star.de/index.html

Liebe/-r Experte/-in,

meine Tochter (15 Monate alt) bekam kürzlich die vage Diagnose
grauer Star (Katarakt) im rechten Auge. Da sie sehr lebhaft
ist konnten die Untersuchungen nicht in aller Tiefe
durchgeführt werden. In der Sehschule wurde gesagt ihre Augen
sind gerade, sie schielt nicht.

Demnächst haben wir einen Termin in der UniKlinik Giessen, an
dem sie kurzzeitig sediert werden soll, um sie genau
untersuchen zu können.
Den Eltern und anderen Bezugspersonen ist in ihrem Verhalten
nichts aufgefallen, was auf eine Beeinträchtigung des
Sehvermögens hinweist.
Da meine Tochter eine Frühgeburt war, geht man von einem
angeborenen Katarakt aus.

Auch um mich auf den o.g. Termin vorzubereiten, beantworten
Sie mir bitte folgende Fragen:

(1) Entwickeln sich diese angeborenen Katarakte weiter ? Wird
die Trübung stärker ? Mit zunehmender Tübung muß man rechnen - abhängig von der Form der Erkrankung.

(2) Besteht die Möglichkeit, dass sich die Trübung
zurückentwickelt ? Kann man darauf hinwirken ? Es existiert keine seriöse konservative Therapie.

(3) Gibt es neben der OP, die wohl lebenslange Korrekturen
notwendig macht, andere Therapien, evtl. auch unter Erhalt der
Linse ? Es gibt keine funktionell effektive Alternative zur Operation mit entsprechender Implantation einer Kunstlinse abdem 2.lebensjahr.
(4) Wann ist eine OP angezeigt ? Gibt es in Deutschland
Experten für entsprechende OPs ? Eine Frühoperation zur Vermeidung einer Amblyopie (Sehschwäche) ist anzustreben. Experten dazu arbeiten an nahezu allen Universitäts-Augenkliniken.

(5) Gibt es in diesem Zusammenhang Sachverhalte die
behandelnde Ärzte ungern oder ungern offen und direkt
mitteilen ? Darauf gibt es keine sinnvolle Antwort.

(6) Auch wenn Ihnen sicher viele Fakten fehlen, welche
Therapie würden Sie Ihrem Kind angedeihen lassen ? Die o.g. Frühoperatin.

Hallo:
vorab)Dass Sie Ihrer Tochter nicht anmerken, dass sie schlecht sieht, liegt an dem einseitigen Charakter. Das gesunde linke Auge übernimmt die Sehfunktion und „bekommt alles mit“, so dass Sie das nicht als Kriterium nehmen können.
zu 1) Weiterentwickeln hängt von der Form der Katarakt ab und kann auch unter Kenntnis des genauen befundes nicht immer prognostiziert werden.
zu 2) Rückentwicklung gibt es nicht
zu 3) Wenn eine Therapie mötig ist, gibt es keine Alterantive zu Entnahme der eigenen Linse. Eventuell wird direkt eine Kunstlinse implantiert, sollte Ihnen das angeboten werden, wäre ich allerdings sehr kritisch: aufgrund des Augenwachstums kann es zu Trübungen an der dann implantierten Linse kommen, die einen späteren komplizierteren Eingriff nötig machen. Im Zweifel lieber erstmal keine Kunstlinse einsetzen lasssen, den entstehenden Fehler mit Kontaktlinse und Brille ausgleichen und ca. ab dem 3.-4. Lebensjahr eine sogenannte Sekundärimplantataion durchführen, d.h. erst dann eine Kunstlinse einsetzen - ist zwar ein weiterer Eingriff, dieser ist aber komplikationsfrei möglich.
zu 4)Allerdings sollten Sie sich sehr gut beraten lassen, ob überhaupt eine Therapie nötig ist: Ausschlaggebendes Kriterium dafür ist, wie dicht die Katarakt ist und was Ihr Augenarzt meint, welche Sehschärfe Ihre Tochter damit erreichen kann. Sollte er sagen, dass die katarakt so wenig dicht ist, dass eine Sehschärfe von über 40% mit dem Auge trotz der Trübung möglich ist, würde ich nicht operieren lassen, denn: wenn die eigene trübe Linse entnommen wird, wird zwar die Optik klarer (ist wie Fenster putzen), allerdings verliert das Auge dadurch die Fähigkeit, sich auf die Entfernung, in der fixiert wird, einzustellen, was ihm gegenüber dem gesunden Auge einen dann deutlicheren Nachteil verschafft als eine kleine Trübung.
Auf jeden Fall, egal ob OP oder nicht, ist eine konsequente Abklebebehandlung des gesunden Auges nötig um eine bleibende zusätzliche Sehschwäche des kranken Auges zu verhindern. Ohne Abkleben ist das kranke Auge verloren, egal ob ihr Euch zu oder gegen die OP entscheidet. Wie viel abgeklebt werden muss, sagt Ihnen Ihre Orthoptistin (wenn kein Schielen da ist je nach Dichte der Katarakt 1 Stunde am tag bis ca. 1/2tags, nach OP sicher erstmal 1/2tags).
Über den ruf der Uniklinik gießen zu diesem Thema weiß ich nichts, sehr kompetent gerade in der Frage ob OP ja oder nein ist die UniAugenklinik Heidelberg (am besten über die Ambulanz anmelden, gleich am tel. sagen, um was es geht und nach Prof. Auffarth verlangen, sollten Sie nicht zugesagt bekommen, dass er zumindest Ihre Tochter anschaut, versuchen Sie es über die Sektion für Schielbehandlung.
Alterantiv kann ich Prof. Steffen in Würzburg empfehlen. Wobei die Liste nur die beinhaltet die ich persönlich kenne, da ich die anderen nicht beurteilen kann. Wichtig ist, dass Sie keine Zeit verlieren mit Warten auf irgendwelche Termine, 3-4 Wochen früher oder später OP sind entscheidend für die Entwicklung des Auges (immer in Relation zur Dichte der Katarakt zu sehen, je weniger dicht sie ist, desto länger können Sie warten (uU auch 8-12 Wochen, aber wenn die Indikation für Op steht, auch hier keine Jahre).
5)Das okkklusionsthema und die Wichtigkeit und Dauerhaftigkeit des Klebens wird oft etwas unter den Tisch gekehrt.
6)In Abhängigkeit von der mutmaßlichen Visuserwartung (über/unter 40%) „nur“ Kleben und ggf. die richtige Brille oder OP und anschließend versorgung mit Kontaktlinse (auf die Nähe eingestellt) und Brille darüber für die Ferne und Kleben.

Wenn Sie weiteres wissen wollen, versuchen Sie mal www.orthoptistinnen.de oder zum Thema Abkleben www.piratoplast.de

Liebe Grüße und alles Gute für Sie und Ihre Tochter und gerne nochmal Rückfragen wenn was unklar war oder weitere Fragen auftauchen.

Liebe/-r Experte/-in,

meine Tochter (15 Monate alt) bekam kürzlich die vage Diagnose
grauer Star (Katarakt) im rechten Auge. Da sie sehr lebhaft
ist konnten die Untersuchungen nicht in aller Tiefe
durchgeführt werden. In der Sehschule wurde gesagt ihre Augen
sind gerade, sie schielt nicht.

Demnächst haben wir einen Termin in der UniKlinik Giessen, an
dem sie kurzzeitig sediert werden soll, um sie genau
untersuchen zu können.
Den Eltern und anderen Bezugspersonen ist in ihrem Verhalten
nichts aufgefallen, was auf eine Beeinträchtigung des
Sehvermögens hinweist.
Da meine Tochter eine Frühgeburt war, geht man von einem
angeborenen Katarakt aus.

Auch um mich auf den o.g. Termin vorzubereiten, beantworten
Sie mir bitte folgende Fragen:

(1) Entwickeln sich diese angeborenen Katarakte weiter ? Wird
die Trübung stärker ?

(2) Besteht die Möglichkeit, dass sich die Trübung
zurückentwickelt ? Kann man darauf hinwirken ?

(3) Gibt es neben der OP, die wohl lebenslange Korrekturen
notwendig macht, andere Therapien, evtl. auch unter Erhalt der
Linse ?

(4) Wann ist eine OP angezeigt ? Gibt es in Deutschland
Experten für entsprechende OPs ?

(5) Gibt es in diesem Zusammenhang Sachverhalte die
behandelnde Ärzte ungern oder ungern offen und direkt
mitteilen ?

(6) Auch wenn Ihnen sicher viele Fakten fehlen, welche
Therapie würden Sie Ihrem Kind angedeihen lassen ?

So guten Morgen noch ein mal! Ich habe mit meinem Chef vorhin gesprochen und werde Ihnen nun die Antworten mitteilen:

zu 1: Es ist durchaus möglich, dass sich diese weiterentwickeln und auch stärker werden.
zu 2: Nein, die Möglichkeit besteht nicht.
zu 3: Nein, das gibt es nicht.
zu 4: Die OP ist angezeigt, wenn die Trübung mehr als nur minimal ist.
Ja, die Unikliniken, Dr. Auffarth in der Uniklinik Heidelberg
zu 5: Nein
zu 6: Ich würde operieren lassen, da die Netzhaut nur bis zum 12 Lebensjahr trainierbar ist. SOnst ist das Gehirn mit der Trübung „zufrieden“ und es lässt sich später nicht mehr korrigieren.
Diese Frage auch immer den behandelten Ärzten stellen!

Mein Chef sagte auch, dass man nach einer frühgeborenen Retinopatie schauen soll.

Falls sie noch Fragen haben, denn wenden Sie isch gerne nochmal an mich oder auch an meinen Chef!

Liebe Grüße
Sarah Laub

Hallo und guten Tag,
Sie sind durch die in den Raum gestellte Diagnose verständlicherweise sehr
verunsichert worden
Ich kann Ihnen natürlich hier nur allgemeine Hinweise zu diesem Thema geben:
eine angeborenen Katarakt ist selten und sollte je nach Ausprägung unterschiedlich
schnell beseitigt werden. Die Grundlage ist das Wissen um die Entwicklung des
Sehvermögens, das sich von Geburt an bis ca. zum 6.Lebensjahr entwickelt. Wenn in
dieser Phase auf einem Auge kein adäquat scharfes Bild erzeugt wird, „lernt“ das
Gehirn nicht richtiges Sehen mit diesem Auge, was später, unabhängig vom Befund
am Auge, sich nicht mehr rückgängig zu machen ist, da das Sehzentrum im Gehirn
sich nach dieser sog. sensiblen Phase nicht mehr umstimmen lässt.
Die Entscheidung zur Operation, die die einzig mögliche Therapie dieser Katarakt
darstellt, hängt also maßgeblich vom Grad der Trübung ab. Die exakte
Untersuchung, die meist nur in Kurznarkose möglich ist, ist also unabdingbar. Oft
hilft ein erster Sehtest, der an spezialisierten Augenkliniken auch schon bei
präverbalen Kindern möglich ist, bei der Entscheidung für oder gegen eine
Operation.
Zu Ihren Detailfragen:
-eine angeborene Katarakt zeigt oft kein Fortschreiten, eine Rückbildung ist
allerdings auch nicht zu erwarten
-alternative Therapien dazu kenne ich nicht
-alle diese Situation betreffenden Sachverhalte soll und wird der Operateur vorher
mit Ihnen besprechen; dazu gehören direkt die Operation betreffende Punkte
(Einsetzen einer künstlichen Linse, Entwicklung eines Nachstars mit vermutlich
später notwendigem Zweiteingriff), Komplikationen (grüner Star, Entzündung) sowie
der Möglichkeit, daß anderweitige Fehlbildungen bzw. Störungen an diesem Auge
vorhanden sein können.
Zusammenfassend möchte ich nochmals betonen, daß die Entscheidung zur
Operation vom Ausmaß und Schweregrad der Linsentrübung und der damit
einhergehenden Störung der normalen Sehentwicklung abhängig gemacht wird.
Die Klinik für eine solche Operation würde ich von deren Erfahrung mit solchen
Erkrankungen auswählen, d.h. direkt nach der Anzahl der jährlich operierten
kindlichen Katarakte fragen und ggf. auch um eine entsprechende
Weiterempfehlung bitten.
Ich hoffe, Ihnen hiermit zumindest etwas weitergeholfen zu haben und wünsche
Ihnen und Ihrer Tochter weiterhin alles Gute

hallo,

(1) Entwickeln sich diese angeborenen Katarakte weiter ?

ja
Wird

die Trübung stärker ?

ja, kann weiter fortschreiten

(2) Besteht die Möglichkeit, dass sich die Trübung
zurückentwickelt ? Kann man darauf hinwirken ?

nein, beim angeborenen katarakt ist eine schulmedizinische betreung zwingend notwendig.

(3) Gibt es neben der OP, die wohl lebenslange Korrekturen
notwendig macht, andere Therapien, evtl. auch unter Erhalt der
Linse ?

beim erwachsenen ja, vorausgesetzt der katarakt ist noch nicht zu weit fortgeschritten. bei kindern mit angeborenen katarakt gibt es im moment leider noch keine alternative therapie.

(4) Wann ist eine OP angezeigt ? Gibt es in Deutschland

das entscheidet ihr behandelnder augenarzt.

Experten für entsprechende OPs ?

mir sind so leider keine experten bekannt.
ich würde in der uniklinik münster nachfragen.

(5) Gibt es in diesem Zusammenhang Sachverhalte die
behandelnde Ärzte ungern oder ungern offen und direkt
mitteilen ?

es besteht die gefahr des Aphakieglaukom d.h. ein sekundär glaukom (erhöhter innendruck) dieses kann nach linsen op´s auftreten.

(6) Auch wenn Ihnen sicher viele Fakten fehlen, welche
Therapie würden Sie Ihrem Kind angedeihen lassen ?

das kann ich ihnen leider nicht sagen, da ich nur ältere patienten mit augenerkrankungen habe, fehlt mir auf dem gebiet der neugeborenen augenkrankheiten leider die erfahrung.
ich müsste auch recherchieren und mit kollegen sprechen.

ich hoffe ich konnte ihnen ein wenig weiterhelfen.
viele güsse

Liebe® lil

Sie stellen die richtigen Frage, aber leider kann ich sie aus nicht beantworten - schon garnicht aus der Ferne. Sie sollten zunächst die jetzt anstehende Diagnostik abwarten. Wenn sich die Verdachtsdiagnose bestätigt, ist eine frühzeitige Operation u.U. notwendig damit das Auge „sehen lernt“ und nicht amblyop (schwachsichtig) wird (ein normales Verhalten des Kindes ist noch keine Garantie dafür, daß es nicht nur mit einem Auge sieht). Aber auf alle Fälle ist genug Zeit, das Kind noch in einer anderen Klinik vorzustellen. Das würde ich Ihnen auf jeden Fall empfehlen wenn Sie sich nach der Diagnostik und dem Gespräch mit dem Arzt in Giessen unsicher sind.

Mit freundlichen Grüßen
M. Hammer

Guten Abend,

zu Ihren Fragen möchte ich wie folgt Stellung nehmen:
ad 1)
Eine angeborene Katarakt hat, anders als bei der altersbedingten Katarakt, in der
Regel keine Tendenz zur Progredienz. Es ist also nicht damit zu rechnen, dass die
Trübung kurzfristig zunimmt (Ausnahmen sind aber z.Bsp.
Stoffwechselerkrankungen).
ad 2)
Die einzig mögliche Behandlung der Katarakt ist die Operation (Linsentausch).
Eine medikamentöse Behandlungsoption besteht nicht; auch ist eine
„Selbstheilung“ ausgeschlossen.
ad 3)
s. Antwort zu 3.
ad 4)
Das Hauptproblem bei de angeborenen Katarakt ist die Gefahr der Amblyopie. Das
bedeutet, dass das Auge mangels guten Seheindrucks nicht richtig sehen lernt und
mit dem Gehirn verschaltet wird. Entsteht auf der Netzhaut des Auges in den
ersten Lebensjahren keine scharfes Bild, bleibt das Auge zeitlebens sehschwach
(ambyop).
Die OP ist also angezeigt, wenn man davon ausgehen kann, dass durch die
Linsentrübung kein gutes Bild im Auge entsteht. Schielen, was ja hier nicht
vorliegt, wäre ein solcher Indikator. Wenn kein Schielen vorliegt, die Trübung nicht
sehr ausgedehnt ist, und man die Netzhaut als Untersucher gut sehen kann, ist
davon auszugehen, dass das Kind auch einen relativ guten Seheindruck hat. Dann
würde man evtl. nur eine Brille verordnen, um die Bildqualität im Auge zu
optimieren. Im anderen Fall ist eine Operation dringlich, und sollte dann auch
nicht weiter aufgeschoben werden.
Operieren sollte ein erfahrener Katarakt-Chirurg, der auch schon mehrfach Kinder
operiert hat. Dann sollte die Op nicht allzu schwierig sein.
Das größte Problem ist meiner Meinung nach nicht die OP sondern die Wahl der
richtigen Linsenstärke und die Nachsorge!! In den folgenden Monaten ist der
Augenarzt gefordert, dass das Auge nicht doch noch sehschwach wird. Dieses
Risiko ist nicht zu unterschätzen, da die Kunstlinse aufgrund Ihrer fixen
Brennweite ohne spezielle Brillen und ggf. Occlusionsbehandlung (Stundenweises
Abkleben des guten Auges) auch ein Amblyopierisiko trägt. Das noch zu
erwartende Augenwachstum in den nächsten Jahren tut sein übriges. Nach nach
OP sind daher engmaschige Kontrollen und ggf. Eingriffe in die Korrektur nötig.
Die Uni-Augenklinik Giessen ist für eine gute Kinderaugenheilkunde bekannt.
Entsprechende Erfahrung sollte dort vorhanden sein.
ad 5)
Was man eben nicht vergessen darf, ist die engmaschige Nachsorge.

ad 6)
Bei Schielen, bzw. schlechtem Einblick in das Auge würde ich mein Kind operieren
lassen. Wenn es sich mit abgedecktem guten Auge gut orientieren kann und dies
akzeptiert, würde ich noch abwarten und ebenfalls engmaschig kontrollieren.

Gruß

J. R.