Aus 16 mach 18

Zitat von Web.de-Magazin( http://tinyurl.com/2wmjsv ):

»Von September an darf in Bundesbehörden, öffentlichen Bussen und
Bahnen nicht mehr geraucht werden. 16-Jährige dürfen dann keine
Zigaretten mehr kaufen, sondern müssen mindestens 18 Jahre alt sein.
Das hatten Bundestag und Bundesrat beschlossen«

16-Jährige müssen mindestens 18 Jahre alt sein?
Wie soll das gehn?
Aber wenn der Bundesrat das beschließt … :wink:

Hallo Uwe,

es ist schon erschütternd, wenn eine Agentur wie dpa (vor dieser kam offensichtlich der Text) so einen Schwachsinn verzapft.

Da kann man wohl nur als Entschuldigung anführen, dass im Tagespressewesen Texte in rasender Geschwindigkeit produziert werden müssen - und dann passiert so etwas.

Lieben Gruß
Dantis

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zum Thema, aber etwas off topic
Hallo,

ich habe auch das Gefühl, dass die Qualität der Schreibe in Zeitungen stark nachgelassen hat.

Es werden falsche Fälle benutzt, Artikel vergessen, Worte zweimal geschrieben, die Satzstruktur fast schon kryptisch.

Vielleich liegt es am Zeitdruck, dass immer weniger Leute die gleiche oder gar mehr Leistung bringen müssen.

Da wird dann halt gehackt.

Wenn ich schnell mal einen Artikel hier reinhacke und wieder mal vergesse, die Vorschau in Anspruch zu nehmen, passieren mir auch peinliche Fehler, die, wie man so schöne sagt, nicht passieren dürfen.

Grüße Volker

Hallo Volker,

das ist mir auch schon aufgefallen und -gestoßen.
Letzte Woche habe ich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in der Süddeutschen Zeitung „Pauschalisieren“ und „Spontanität“ lesen müssen, *würg*
Das liegt meiner Meinung daran, daß die Lektoren wegrationalisiert wurden und nichts mehr Korrektur gelesen wird. Was allerdings keine Entschuldigung sein kann, daß die Journalisten ihr Werkzeug -die Sprache- nicht mehr beherrschen.
Im Radio genauso: „Die Feuerwehr arbeitet mit Hochtouren an der Lösung des Problems“. 3 Mal wiederholt. Puh!
Grüße,
Oliver

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Hallo Volker,

das ist mir auch schon aufgefallen und -gestoßen.
Letzte Woche habe ich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in
der Süddeutschen Zeitung „Pauschalisieren“ und
„Spontanität“ lesen müssen, *würg*

Sagst du uns auch, was an „pauschalisieren“ und „Spontanität“ falsch sein soll? Ich kann dort nach bestem Willen und Suchen nichts falsches entdecken (die Großschreibung von ‚Pauschalisieren‘ war’s sicherlich nicht, oder?).

Aufklärung?

  • André

Hallo André,

als ich in die Schule gegangen bin war „pauschalisieren“ schlicht falsch, weil es „pauschalieren“ heißt. Habe gerade aber festgestellt, daß „pauschalisieren“ den Weg in den Duden gefunden hat. Hat wohl mit der neuen „Rechtschreibung“ zu tun…
„Spontanität“ ist aber immernoch falsch, weil es Spontan e ität heißt. Aber warten wir mal auf den nächsten Schritt… :wink:
Schöne Grüße (keine Grüsse :wink:,
Oliver

Sagst du uns auch, was an „pauschalisieren“ und „Spontanität“
falsch sein soll? Ich kann dort nach bestem Willen und Suchen
nichts falsches entdecken (die Großschreibung von
‚Pauschalisieren‘ war’s sicherlich nicht, oder?).

Aufklärung?

  • André

als ich in die Schule gegangen bin …

Tja, als du in die Schule gingst, war Kohl Kanzler. Ist Merkel nach dieser Logik also falsch? :wink:

war „pauschalisieren“ schlicht falsch, weil es „pauschalieren“ heißt.

Meiner Meinung nach sind die beiden Wörter – wenn man sie semantisch auf Teufel komm raus differenzieren muss – heute folgendermaßen zu unterscheiden: Pauschalieren (selten verwendet) bedeutet, dass man separate Summen zu einer Pauschale zusammenfasst. Pauschalisieren (häufig verwendet) bedeutet, dass man separate Sachverhalte verallgemeinernd behandelt. Zutreffend ist wohl, dass sich dies vor zwanzig Jahren, also zu deiner Schulzeit, noch etwas anders verhielt: Ich habe ein wenig in alten Zeitungen und Zeitschriften recherchiert und dabei gefunden, dass pauschalieren zwar einst wie heute für zusammenfassende finanzielle Abrechnungen verwendet wurde, damals aber auch für inhaltliche Verallgemeinerungen, was heute fast vollständig – abgesehen von ein paar sprachlichen »Fossilien« wie dir :wink: – von pauschalisieren abgedeckt wird.

„Spontanität“ ist aber immernoch falsch, weil es Spontan e ität heißt.

Was heißt »falsch«? Die Wörter wurden auf verschiedene Weise gebildet: Spontaneität ist die ältere Variante, die aus frz. spontanéité entlehnt wurde. Das Wort lautet im Französischen so, weil das aus dem Lateinischen übernommene Adjektiv, von dem ausgehend im 17. Jahrhundert substantiviert wurde, nicht *spontane (e im Auslaut stumm), sondern noch heute spontané lautet. Das heißt, Spontaneität ist eine Form, die im Deutschen synchronisch nicht exakt auf ein Adjektiv zurückzuführen ist. Mit der Direktableitung Spontanität von spontan, die zu deiner Schulzeit in der Tat ungebräuchlicher war als heute, wurde dem abgeholfen – ein nicht beklagenswertes, sondern recht interessantes Beispiel für Sprachwandel, meine ich.

Gruß
Christopher

Hallo Christopher!

da war eine sehr interessante Abhandlung, vielen Dank! Leider hast du auch in dem einen Punkt recht, daß ich ein sprachliches Fossil bin… :wink: nichtsdestoweniger werde ich mich darob nicht grämen! :wink:))

Das einzig Doofe ist, daß mir meine Sprachsicherheit abhanden gekommen ist. Früher wußte ich recht sicher, was falsch und was richtig ist, aber heute scheint vieles mittlerweile richtig zu sein, was damals nicht ging…
file Grüse!
Oliver

Hallo, ihr drei!

Ich habe soeben ganz schnell im aktuellen Rechtschreib-DUDEN (2006) nachgesehen.

Zwischen „Pauschalierung“ und „Pauschalisierung“ wird klar semantisch differenziert, so wie von Christopher beschrieben. Diese Differenzierung leuchtet mir ein. Der DUDEN von 1967 führt die Form mit dem erweiterten Suffix noch nicht.

„Spontanität“ und „Spontaneität“ stehen gleichwertig und natürlich auch gleichbedeutend nebeneinander. Hierbei muss ich zugeben, dass ich Oli Recht gegeben und mich an der moderneren Form (leicht) gestört hätte. Aber ich werde da nicht gefragt :wink: und Christophers Ausführungen sind auch nicht ohne …

Besten Gruß, Wolfgang

Das einzig Doofe ist, daß mir meine Sprachsicherheit abhanden
gekommen ist. Früher wußte ich recht sicher, was falsch und
was richtig ist, aber heute scheint vieles mittlerweile
richtig zu sein, was damals nicht ging…
file Grüse!
Oliver

Aber der Vorteil ist: Wenn du die alte Rechtschreibung verwendest, vertraut man dir, dass du die noch kannst und eben ein Nostalgiker/Konservativer/Rebell bist.
Das macht dann doch einen besseren Eindruck, als die neuen Regeln falsch anzuwenden. Find ich zumindest. Gegen Altrechtschreiblinge würde ich nie etwas sagen. :wink:

Von „pauschalieren“ hatte ich bisher übrigens weder gelesen noch gehört. Und „Spontaneität“ auch nur ganz selten…

Grüße,

  • André