Aus Ausland zeitlich zurueck nach Deutschland

Ich lebe schon seit Jahren mit meinem EU-Mann *ggg* im Ausland. Ich bin Hauptverdiener. Fuer den Fall dass ich mal arbeitslos werde versuche ich einen Notplan zu erstellen. Mit unserm Spargeld kommt irgendeine Arbeitslosenhilfe nicht in Frage, das Wohnen ist an meinen moeglichen Arbeitsorten recht teuer und ich wuerde mich sowieso wieder international bewerben.

Falls das nicht so schnell geht denken wir darueber nach nach Deutschland zurueck zu kehren und ich wuerde mich von dort aus bewerben. Die Vorteile liegen auf der Hand: vielerorts sehr billige Mieten, schoene Natur zum mal ausruhen und doch ueberall ein internationaler Flughafen in der Naehe.

Als Deutsche und EU-Import duerfen wir uns natuerlich in Deutschland niederlassen. Unsere Heirat ist allerdings nicht in Deutschland registriert. Gibt das irgendwelche Probleme?

Krankenversicherung: was kommt da auf uns zu wenn wir keine Anspruch auf irgendwelche Sozialangebote machen? Oder sollten wir uns unbedingt beim Arbeitsamt melden?

Wohnung: Moebel ist kein Problem, mein Arbeitsgeber muss die an meinen Wunschort transportieren. Nur braeuchten wir eine unmoeblierte Wohnung mit kompletter Kueche (oder moebliert mit Lagerraum fuer unsere Moebel) wo wir mit 3-monatiger oder kuerzerer Kuendigungsfrist einfach wieder rauskommen. Und ueberhaupt eine Wohnung finden als Arbeitssuchende aus dem Ausland. Wo ist erstmal egal. Machbar oder nicht einfach?

Gibt es noch andere Dinge an die wir noch nicht gedacht haben?

Vielen Dank.

Hallo
Ich bin hier als „Experte“ ausgewählt und fühle mich doch reichlich überfordert, weil ich mich mit diesen Problemen bisher noch nicht befassen mußte.

Ich denke aber, daß Ihr viele Probleme bereits richtig erkannt habt:

  • Ein Bürger aus einem EU-Staat hat das Recht, sich überall in jedem EU-Staat anzusiedeln. Für Deutschland trifft das für Ihren Ehemann zu - und erst recht für Sie als Deutsche.

  • Sofern es eine „richtige“ Heirat gab mit entsprechenden Dokumenten, dürfte es auch keine Probleme geben, daß die Ehe auch bei uns ohne (erneute) „Registrierung“ = Eheschließung vor einem deutschen Standesamt anerkannt wird.

  • Weil es aktuell wohl kein Arbeitsverhältnis nach deutschem Recht und mit der deutschen Sozialversicherung gibt, gibt es wohl auch keinen Anspruch auf irgendwelche Leistungen aus dem System unserer Sozialversicherung. Das trifft aktuell für die Arbeitslosenversicherung und auch für eine gesetzliche Krankenkasse zu - es sei denn, Sie waren als Hauptverdiener immer noch Mitglied in einer deutschen gesetzlichen Krankenkassen und haben dort auch Beiträge entrichtet. Nur dann könnten Sie hier auch als nicht Beschäftigte weiter als freiwilliges Mitgleid in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben und ihr Ehemann wäre bei Ihnen als Familienmitglied ohne Einkommen beitragsfrei mit versichert. Andernfalls wären Sie in Deutschland gar nicht krankenversichert - was geht. Oder Sie müßten sich jeder einzeln in einer privaten Krankenversicherung versichern. Das erschwert aber den (Wieder-)Einstieg in eine gesetzliche Krankenkasse, sobald Sie wieder Einkommen erzielen.

  • Ihr braucht Euch beim Arbeitsamt nicht melden, sofern ihr nicht auch in Deutschland eine Arbeit haben möchtet. Wenn doch, wäre eine Meldung als „Arbeitsuchend“ anzuraten. Ihr bekommt dann zwar kein Geld. - Aber Ihr reicht Eure Bewerbungsunterlagen beim Arbeitsamt ein und jeder, der eine Arbeitskraft sucht, kann Euch dort in den Listen finden. Vor etwa 25 Jahren bin ich in der Datei für Führungskräfte ebenfalls gefunden worden mit dem Ergebnis, daß ich als freiberuflicher Mitarbeiter etwa 10 Jahre recht gutes Geld verdient habe. Nur macht Euch über die Vermittlungsarbeit der Arbeitsämter keine zu großen Hoffnungen. Ich kenne im Bekanntenkreis einige Langzeitarbeitslose, die gut „betreut“ werden und doch keine Arbeit über das Arbeitsamt gefunden haben. - Sind aber auch „trübe Tassen“ und sehr wenig qualifiziert.

  • Mit einer Wohnung in Deutschland zur Miete dürfte das auch kein großes Problem sein. Ich habe selbst einige Wohnungen zum Vermieten. Natürlich will jeder Vermieter sicher sein, daß er auch die Miete für die Wohnung bekommt. Ich habe vor einigen Jahren eine Wohnung an jemand vermietet, der mehr als 10 Jahre in Indonisien gearbeitet hatte und gerade wieder nach Deutschland zurückkam. Allerdings hatte er bei Abschluß des Mietvertrags in Deutschland bereits wieder eine gute Arbeitsstelle. Ohne Arbeit müßtet Ihr dem Vermieter schon einen anderen Nachweis bringen, daß die Mietzahlungen sicher sind - ggf. durch Vorlage eines Kontoauszugs über einen ausreichenden Teil Eurer Rücklagen, der für die Zahlung der Miete für eine absehbare Zeit bis zum Eintritt eines neuen Einkommens ausreicht. Im übrigen haben wir in Deutschland eine gesetzliche Kündigungsfrist von (nur) 3 Monaten für den Mieter. Ihr kommt somit auch relativ schnell wieder aus dem Mietvertrag heraus. Gelegentlich werden auch Wohnungen mit kompletter Küche aber ansonsten leer angeboten - im Gegensatz zu kompletten leeren Wohnungen. Komplett möblierte Wohnungen sind im Gegensatz dazu sogar selten. Ich hätte nach erfolgter Neuwertrenovierung sogar eine 3-Zimmer-Wohnung zur Verfügung - 20 km von Heidelberg und etwas ländlich gelegen und deshalb auch einigermaßen preisgünstig.

Ich hoffe, daß diese Ausführungen trotzdem eine Hilfe waren. Dinge, die Ihr noch nicht bedacht habt aber wichtig wären, fallen mir zur Zeit auch nicht ein.
Ich wünsche Euch eine gute Zukunft.
Adi.