Aus gegebenem Anlaß (in alter Rechtschreibung)

Aus gegebenem Anlaß will ich meinen Beitrag in alter Rechtschreibung verfassen. Dies geschieht nicht, weil ich mich nun den Reformgegnern anschließe – um Gottes willen! –, sondern weil ich sogleich einige „Stärken“ der alten Rechtschreibung aufzeigen will (vor allem die Stärke der Inkonsequenz).

In b ezug auf die Entscheidung, zur alten Rechtschreibung zurückzukehren, kann ich nur von einer Katastrophe sprechen.

Alles m ögliche deutete in den letzten Tagen darauf hin, daß die Sommerlochdiskussion bald ein Ende haben würde, was sicherlich das b este gewesen wäre.

Doch nun wollen einige Verlage durchsetzen, daß j ung und a lt wieder nach den alten Regeln schreiben müssen. Ob das R echtens ist? Es wurde bisher von den Gegener der Reform für nicht R echtens gehalten, daß eine kleine Kommission bestimmt, wie a rm und r eich zu schreiben haben.
Dessenungeachtet wollen nun einige Verlage und Einzelpersonen alles M ögliche (zum Teil auf ebenso „undemokratische Weise“, wie man es mit B ezug auf manche Gegner der Reform, die d erartiges [d. h. Schlagwörter dieser Art] in b ezug auf die Rechtschreibkommission immer wieder einwerfen, nennen kann) versuchen, um die Reform doch noch kippen zu können. Etwas D erartiges habe ich noch nie zuvor erlebt.

Deutschland steht k opf, nicht nur Österreicher und Schweizer lachen sich über uns kaputt. Unterderhand denken sich nun viele, daß die populistischen (?) Verlage nur daran interessiert sind, ihre Schäfchen ins t rockene zu bringen. Um so größer ist meine Enttäuschung über diesen Modus p rocedendi.

Das s chlimmste ist, daß Reformgegner in der Vergangenheit immerzu Beispiele als neue „idiotische Schreibweisen“ ausgaben und anführten, die nicht den Regeln der neuen Rechtschreibung entsprechen.

Um sich Schreibweisen wie „Blut leer“ ausdenken zu können, muss man bei der Happy H our schon stark zugelangt haben!
Auf diese Art und Weise konnten die Gegner jedoch immer wieder (ahnungslose) Anhänger – Gegneranhänger sozusagen – gewinnen. Das ist kein Fair p lay, aber ich hoffe dennoch auf ein Happy-End.

Wenn man nun zur alten Rechtschreibung zurückkehren würde, bräche wirklich ein „Chaos“ aus – vor allem an den Schulen.

Nulla praeterea lex, quae puniat inscitiam capitalem, nullum exemplum vindictae.
(Es gibt im übrigen kein Gesetz, das gefährliche Unwissenheit bestraft, kein Beispiel dafür, daß sie je geahndet worden wäre.) – Leider!

Soll ich nun noch r ad oder A uto fahren? Ach, es wäre wohl das b este, wenn ich nun schlafen ginge; denn ich werde Zeit und Schlaf brauchen, um mich vom Auftritt des Zoo-Orchesters im Balle tt heater - die Pa ppp lakate der Fans waren im ü brigen sehr schön! – und den Dummheiten des gestrigen Tages wieder erholen zu können.

Liebe Grüße
Florian

Sprachnormen entstehen!

Wenn sich seit Herder und dem Sturm und Drang und erst recht später im Zeitalter der Demokratie, der Technik und der Massenkommunikationsmittel Widerstand gegen die sprachliche Reglementierung erhebt und so manche alte Norm der traditionellen deutschen Literatursprache ins Wanken zu geraten scheint, so sollte man sich vor der (bereits bei Adelung einsetzenden) ‚Sprachverfalls’-Ideologie hüten und vielmehr beachten, dass viele dieser Normen nicht nur auf freier Sprachentwicklung beruhen, sondern auf willkürlicher Einengung des Bereichs der fakultativen sprachlichen Varianten aufgrund von Entscheidungen weniger Personen oder bestimmter Personengruppen und auf historisch gewordenen sprachsoziologischen Voraussetzungen.

Als ob man ein so hohes Gut wie die Sprache Politikern und Populisten überlassen sollte! Oder gar dem Willen des Volkes!
Ich schau „das deutsche Volk“ an, seine Wahlentscheidungen der letzten vierzig Jahre - Adenauer gewählt, gegen Schmidt gestimmt, Kohl gewählt, Schröder gewählt - und jetzt diesen Verlagen zujubeln, die zu den „guten, alten Dummheit“ zurückkehren!
Es fehlt noch der Ruf: Wir wollen unsern Kaiser Wilhelm wieder haben!

Eine Schulter her, dass ich weine!
Fritz

Herrlich!!!
Hallo Fritz,

du sprichst mir aus der Seele. Die Mehrheit der Deutschen rennt doch nur irgendwelchen „Modeerscheinungen“ nach, und z.Z. ist es gerade Mode, u.a. auch auf die Rechtsschreibreform einzuprügeln. Als ob diejenigen, die in diesen Chor laut schreiend einstimmen, jemals auch nur 5 Minuten darüber nachgedacht haben.

Gruß
Michael

Als ob man ein so hohes Gut wie die Sprache Politikern und
Populisten überlassen sollte! Oder gar dem Willen des Volkes!
Ich schau „das deutsche Volk“ an, seine Wahlentscheidungen der
letzten vierzig Jahre - Adenauer gewählt, gegen Schmidt
gestimmt, Kohl gewählt, Schröder gewählt - und jetzt diesen
Verlagen zujubeln, die zu den „guten, alten Dummheit“
zurückkehren!
Es fehlt noch der Ruf: Wir wollen unsern Kaiser Wilhelm wieder
haben!

Eine Schulter her, dass ich weine!
Fritz

Eine Schulter her, dass ich weine!

Völlig d’accord. Eine schulter, daß ich weine ob dieser Polemik.
Die Rechtschreibreform war nichts weiter als ein Diktat. Es ist völlig richtig, daß die, die in Wort und Schrift Informationen verbreiten, gegen diese auferlegte Änderung rebellieren.
Ich selbst verweigere mich auch gegen dieses Zerrupfen einer Sprache, die gerade durch ihre Besonderheiten so interessant wurde.
Leider haben die Verlage etwas zu spät reagiert. Jatzt hat die Kultusminister-Konferenz das schlagende Argument der Kinder, die man nicht verunsichern darf…
Nun, demokratisch betrachtet, schlägt dieses Argument mal gar nicht. Die Majorität der Bevölkerung wird sicherlich nicht durch die Kinder gestellt. Wieso sollte ich als mündiger Bürger, der ebenfalls unter dieser Willkür leidet, Rücksicht auf eine Minerheit nehmen, die nicht einmal wahlberechtigt ist??? Natürlich war das jetzt auch Polemik; sie soll aber lediglich den Unmut zum Ausdruck bringen, den die Mehrheit der deutschsprechenden Bevölkerung verspührt.
Die Verantwortlichen scheinen nicht von hier bis an die nächste Ecke gedacht zu haben. Zum Glück kann man keinen Verlag zwingen sich dieser Verunglimpfung unserer Sprache zu beugen, mit dem langfristigen Resultat der völligen Verwirrung. Was soll denn passieren, wenn es 2005 ein Kinderdeutsch und eins für Erwachsene geben wird???
Nur leider sehe ich, daß dort ein unbeugsamer Haufen von möchtegern-wohlwollenden sitzt, der überzeugt ist er würde etwas gutes tun, wenn er die Mehrheit der Menschen ihrer sprachlichen Identität beraubt…

LG Alex:smile:

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@ Max Kraft
Ich möchte eine Bitte loswerden: Bitte reflektiert das, was ihr zu schreiben gedenkt, vorher gründlich!

1902 / 03 wurde auf ebenso (un)demokratische Art und Weise eine Rechtschreibung eingeführt. Damals waren ebenfalls führende Schriftsteller und Intellektuelle gegen die Reform. Thomas Mann störte es vor allem, dass das „h“ bei Thür und Thor et al. wegfällt; er war vehement gegen das neue Regelwerk.

Wir erleben, dass sich die Geschichte wiederholt, wie Dr. Matthias Wermke, der Leiter der Duden-Redaktion, schon sagte. Es dauerte Jahre und Jahrzehnte, bis die Reform voll und ganz akzeptiert wurde. Früher oder später wird auch die neue Rechtschreibung vom Volke akzeptiert sein.

Ja, das Argument der Mehrheit ist scheinbar gut – scheinbar! Meinst du wirklich, das deutsche Volk verfügt über den nötigen Sachverstand, der er ermächtigt, über solch komplexe Dinge abzustimmen?

Dadurch, dass viele eine Meinung vertreten, wird diese nicht automatisch richtig!

Aus gutem Grunde sind wir eine parlamentarische Demokratie.
Würde das Volk über sämtliche Reformen entscheiden, dann würde es mit Deutschland sehr schnell den Bach runtergehen.

Wie die Römer schon sagten: „Ne sutor supra crepidam.“ (Der Schuster soll nicht beurteilen, was über die Sandale hinausgeht.)

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Die Mehrheit der Deutschen

rennt doch nur irgendwelchen „Modeerscheinungen“ nach, und
z.Z. ist es gerade Mode, u.a. auch auf die Rechtsschreibreform
einzuprügeln. Als ob diejenigen, die in diesen Chor laut
schreiend einstimmen, jemals auch nur 5 Minuten darüber
nachgedacht haben.

Hallo Michael,

läßt es sich als „Modeerscheinung“ abtun, wenn über Jahre hinweg (und zwar seit der Einführung) die Mehrheit der Leute gegen den Neuschrieb ist? Ob aus sehr gut und lange durchdachten fachlichen Gründen oder aus dem Gefühl heraus, ist dabei egal: diese „Reform“ hat sich bei der Mehrheit der Bevölkerung eben NICHT durchgesetzt. Kein „schreiendes Einstimmen in diesen Chor“, sondern dokumentierte Kontinuität. Dagegen.

Also: Fehler erkannt, Fehler korrigieren.
Ganz volksnah, gemäß Mehrheitsmeinung.

Gruß,
Jop

Hallo,
ständig lese ich, dass die neue Rechtschreibung keine Mehrheit gefunden hat. Muss eine Rechtschreibreform per Volksentscheid eingeführt werden?
Leute, seid doch vernünftig! Es schreibt doch auch heute keiner mehr wie vor 100 Jahren. Sprachen und auch Schreibweisen verändern sich, in der heutigen Zeit noch schneller als früher.
Und solche Argumente wie „die Besonderheit unserer ach so schönen Sprache“ sind wirklich typisch Deutsch. Ein ß ist einfach antiquiert und sollte langsam ausgemustert werden. In 50 Jahren werden sich alle krank lachen, wenn sie hören, dass wir einmal eine solche Buchstabenbesonderheit hatten. Ich lasse es ja noch gelten, ein ß bei Worten wie Gesäß einzusetzen, aber warum soll Faß mit ß geschrieben werden, wenn fassen, Kasse oder andere gleich lautende Worte mit Doppel S geschrieben werden. Das ist für mich stures Feshalten an alten Zöpfen. Ich schreibe diese Posting auf einer Tastatur, auf der das ß schon ein Randdasein führt. Und da gehört es nun auch einmal hin. Eigentlich gehört es ganz entsorgt.

Gruß

Kater

Typisch deutsch
Hallo Kätzchen,

das „ß“ verhindert sehr viele „ss“ und alle „sss“ und macht dadurch Texte leserlicher und kürzer.
Die Rechtschreibung sollte dem Leser dienen und nicht dem Schreiber - vor Erfindung des Buchdrucks war das anders, da hatte ein Text meist zur wenige Leser, denen der Schreiber seine eigene Orthographie zumuten durfte, heutzutage wird vielmehr viel mehr gelesen als geschrieben.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Auch ich bin dafür, das Eszett am Leben zu halten. Allerdings war die alte Eszettregel (nach Adelung), nach der die Silben in erster Linie ausschlaggebend waren, zu umständlich.

das „ß“ verhindert sehr viele „ss“ und alle „sss“ und macht
dadurch Texte leserlicher und kürzer.

Da ließen sich sicherlich Regelungen finden. Ich wäre ohnehin für eine Vereinfachung, z.B. in der Form, dass alle sss oder fff verschwinden.
Aber warum muss dann bitte dass oder muss mit ß geschrieben werden?

Die Rechtschreibung sollte dem Leser dienen und nicht dem
Schreiber - vor Erfindung des Buchdrucks war das anders, da
hatte ein Text meist zur wenige Leser, denen der Schreiber
seine eigene Orthographie zumuten durfte, heutzutage wird
vielmehr viel mehr gelesen als geschrieben.

Mag ja sein. Es wird aber auch sehr viel im Internet gelesen. Es werden im Zuge der Globalisierung viel mehr Texte übersetzt und da kommt es immer wieder vor, dass Du bei der Darstellung von Sonderzeichen auf Probleme triffst. Also sollte man sie minimieren. Warum auch dort einsetzen, wo es absolut keinen Sinn ergibt. Zumindest darauf könnte man sich doch verständigen, oder?

Gruß

Kater

Aber warum muss dann bitte dass oder muss mit ß geschrieben
werden?

Ja mit was denn sonst?

Es werden im Zuge der Globalisierung viel mehr Texte übersetzt
und da kommt es immer wieder vor, dass Du bei der Darstellung
von Sonderzeichen auf Probleme triffst. Also sollte man sie
minimieren. Warum auch dort einsetzen, wo es absolut keinen

Das ist aber eher so die Problemlage von vor einem Jahrzehnt. Wenn heutzutage die Darstellung chinesischer Schriftzeichen schon kein Problem mehr für ein deutsches Windows-System ist, dann gibt es wahrlich keinen Grund mehr, das Eszett abzuschaffen.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Aber warum muss dann bitte dass oder muss mit ß geschrieben
werden?

Ja mit was denn sonst?

Ich dachte, das hätte ich bereits deutlich klar gemacht: Mit Doppel-S natürlich oder möchtest du z.B. Kasse auch „Kaße“ schreiben. Dann wünsche ich dir einen guhten Kahfeh in Deiner Taße.
Vielleicht sollten wir ja Sütterlin wieder einführen, es gibt sogar einen Sütterlin-Schriftsatz für MS-Windows.

Das ist aber eher so die Problemlage von vor einem Jahrzehnt.
Wenn heutzutage die Darstellung chinesischer Schriftzeichen
schon kein Problem mehr für ein deutsches Windows-System ist,
dann gibt es wahrlich keinen Grund mehr, das Eszett
abzuschaffen.

Ach ja? Ich habe gerade eine Homepage aufgerufen, nämlich die von Deiner Visitenkarte. Da werden fehlende Grafiken nicht angezeigt, dafür aber Hieroglyphen. Scheint eine 10 Jahre alte Homepage zu sein, oder benutze ich vielleicht einen 10 Jahre alten Browser?

Gruß

Kater

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Hi!

Leute, seid doch vernünftig! Es schreibt doch auch heute
keiner mehr wie vor 100 Jahren. Sprachen und auch
Schreibweisen verändern sich, in der heutigen Zeit noch
schneller als früher.
Und solche Argumente wie „die Besonderheit unserer ach so
schönen Sprache“ sind wirklich typisch Deutsch. Ein ß ist
einfach antiquiert und sollte langsam ausgemustert werden.

Genau! Wenn schon Reform, dann aber richtig! Und wenn wir schon mal beim Abschaffen „typisch deutscher Sprachelemente“ sind, dann sollten wir uns auch gleich von den Umlauten verabschieden. Im Zeitalter des Internets ohnehin ein Unding - falschen Zeichensatz geladen und man sieht nur noch kryptisches Gelumpe!

Also:
ß durch ss ersetzen
ä durch e
ö durch e
ü durch y

nicht hörbare Buchstabenkombinationen werden durch den Buchstaben mit dem entsprechenden Laut ersetzt, also „ph“ und „pf“ durch „f“, „th“ und „ht“ durch „t“, „tz“ durch „z“, „qu“ zu „kw“ usw.

Besonders unsinnige Eigenarten der deutschen Sprache, etwa die Dopplung von Konsonanten, um den Konsonant kurz auszusprechen (welch Unsinn! Vermehrung eines Zeichens, um es lautmäßig zu verkürzen!), wären ebenfalls zu tilgen (Sic! siehe „falls“ zu „til“, ergo „fals“ und „til“).

Das Problem der Reform ist ihre Halbherzigkeit. Und deshalb reibt sich jeder an ihr. Macht eine konsequente Reform, und alle sind glücklich.

Grüße
Heinrich

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Welch Irrtum! (‚s-t‘)
Hi.

Die Rechtschreibung sollte dem Leser dienen und nicht dem
Schreiber - vor Erfindung des Buchdrucks war das anders…

Welch Irrtum!
Ich darf nur an die schwachsinnige Regel (in der alten(!) Rechtschreibung) erinnern, als man ‚st‘ nicht trennen durfte.
Wo kam die her? Oh ja: Vom Buchdrucker (also in gewisser Weise vom Schreiber)!!!

Historischer Hintergrund:
Da bei dem in den Setzmaschinen das ‚st‘ auf einem Blöckchen saß, weil das ‚st‘ eben eine Buchstabenkombination ist ([scht…]: Stein, anstoßen, etc.), wurde darauf der falsche Umkehrschluss gefolgert, dass die Kombination ‚st‘ niemals trennbar ist.
Dass daraus ein ‚ge-stern‘ und ‚We-ste‘ wurde, ist geradezu grotesk, zumal beim Analogon ‚sp‘ ([schp…]: spitz, Spalt, etc, im Gegensatz zu ‚Wes-pe‘) kein solches Zusammenschweißen der Buchstaben erfolgte.

Zum Vergleich, damit es klarer wird:
‚sch‘ ist auch eine häufige Buchstabenkombination ([sch…]: Schaukel, Asche, …). Doch der Umkehrschluss, ‚sch‘ sei niemals trennbar, ist falsch. Denn dann müsste man ‚Häu-schen‘ trennen!
Und das wäre exakt die Logik von ‚We-ste‘, also der alten Rechtschreibregelung!

☼ Markuss ☼

Difficile satiram non scribere!

Aber warum muss dann bitte dass oder muss mit ß geschrieben
werden?

Ja mit was denn sonst?

Nun, natürlich so, wie ez die längste Zeit der Sprachgeschichte dez Deutschen geschrieben wurde, nämlich

daz!

Dieze Schreibung galt biz in 17. jh. sowohl für dass als auch für das und natürlich auch für daß!

Und dann kamen irgenwelche blöden Sprachreformer

  • wohlgemerkt: nicht mehr als sieben oder acht Leute! Selbsternannte Sprachwissenschaftler! Beileibe nicht ein Volk oder eine demokratisch gewählte Regierung! -

und dieze dachten sich aus, daz man die inzwischen differenzierte Bedeutung von daz - einmal = Artikel und Relativpronomen; ein ander Mal = Konjunktion für Nebensätze - nun auch unterschiedlich schreiben könnte!

Natürlich bloz um die Vorfahren der Herren Bergern zu ergern!

Und so verdoppelten sie im Falle der Konjunktion daz „s“ zu „ss“. Die faulen Drucker und Setzer aber bastelten sich zu diezem Doppelkonsonanten daz damalige lange Binnen-s und das z zusammen auf eine Druckletter und so wurde auz dem „ss“ das „ß“, ohne daz eine deutsche Sprache nicht gut leben kann; wie daz die Praxis der Schweiz seit über hundert Jahren belegt!

Die haben schon im 19. Jh. daz „ß“ abgeschafft. Aber nun hört euch doch an, waz die dort für ein Deutsch hust… ahm, sprechen!

Daz muuozte gesaget werden!
Fritz

Späterer Nachtrag:

_ dass/dass

Konjunktion Standardwortschatz (8. Jh., Form 16. Jh.) Stammwort.

Sprachgeschichtlich identisch mit dem neutralen Nominativ Singular des demonstrativen Pronomens (das) und von ihm erst in neuhochdeutscher Orthographie geschieden.

Die Entwicklung zur Konjunktion, die in allen germanischen Sprachen und vielfach bei Entsprechungen in anderen indogermanischen Sprachen stattgefunden hat, verläuft im Prinzip über eine Vorausweisung: „ich höre das: er kommt“ wird neu interpretiert als „ich höre, daß er kommt“.

So der Stand im frühen Althochdeutschen.

Die Gliederungsverschiebung und die orthographische Differenzierung ist seit dem 16. Jh. ausgeprägt.

Michel, W.-D. BGDSL-H 79 (1957) (= Sonderband FS Frings), 536-549;
Müller, G., Frings, Th. BVSAW 103 (1959)_

Ziiiiiuuuuuu! Baff!!!
Volltreffer!
Dafür gibt es ein

**\***
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Jo!

Auch ich bin dafür, das Eszett am Leben zu halten. Allerdings
war die alte Eszettregel (nach Adelung), nach der die Silben
in erster Linie ausschlaggebend waren, zu umständlich.

Sehe ich auch so. Jetzt ist die Regel absolut einfach und wasserdicht, ohne Ausnahmen!
Ob man ganz aufs ‚ß‘ verzichten kann, ist noch eine offene Frage. Denn der Buchstaben gibt klar darüber Auskunft, ob der Vokal lang oder kurz gesprochen wird. Das hat einen bestechenden Vorteil.
Sonst gäbe es keinen Unterschied, ob ich Bier in Massen oder in Maßen trinke.

Übrigens: andere Sprachen haben auch Sonderbuchstaben. Und: Wieso werden nicht im gleichen Atemzug die Umlaute (ä, ö, ü) genannt, um sie in Frage zu stellen…?

☼ Markuss ☼

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Besser noch:
Hallo Heinrich,

dann aber bitte auch ganz konsequent:

c > ts/k
v > f/w
x > ks
y > i/ue
z > ts

Dazu alle Fremdwörter komplett eindeutschen. Dann wird was Vernünftiges draus!

Kubi