Aus welchem Material sind Gußformen für

… Plastiktiere?

Hallo, Plastiktiere und Figuren gibt es etliche. Die meisten von ihnen werden gegossen. Üblicherweise werden dafür Metallformen verwendet, um im Spritzgussverfahren diese herzustellen. Welche Möglichkeiten gibt es für den heimischen Guß? Vielen Dank für eure Hilfe

Hallo,

also spontan würde ich auf Gipsformen tippen oder Keramik evtl. geht auch eine Abformung des Gegenstandes mit Flüssiglatex?

Falls es sich um Spielwaren handelt, würde ich jedoch auf gekaufte (und damit geprüfte und verifizierte) zurückgreifen.

Tut mir leid, genauer kenne ich mich damit leider nicht aus.

lg
Christin

Moin Hamburgerin,

Für den Hausgebrauch bieten sich zwei verschiedene Verfahren an. Einmal gibt es hochflexible Latexmilch im Bastelbedarf, die man einige Male über das Objekt gießt und zwischendurch gut trocknen lässt (Reste auffangen und zurückfüllen).
Die Form wird dann an einer Stelle mit einem sehr scharfen Messer geöffnet, damit man das Vieh rauspopeln kann. Diese Öffnungsstelle sollte dickwandig genug sein, dass sie nicht klafft, wenn die Form leer ist. Außerdem empfiehlt es sich, ein paar leicht biegbare Drähte mit in die Form einzuarbeiten, die beim Gießen als Stütze dienen. Als Kunstharz zum einfüllen eignet sich Resin. Nachdem die Form mit einem Trennmittel ausgeschwenkt und gründlich ausgeblasen wurde, kann das mit Härter versehene Harz eingefüllt werden (Handschuhe tragen). Damit man genug Zeit hat, Luftblasen zu entfernen, ist ein dünnflüssiges und langsam abbindendes Harz von Vorteil. Ein stück Draht, mit dem man überall im Innern der Form herumstochern kann, hilft die Lufteinschlüsse zu entfernen. Profis machen das mit Ultraschall. Epoxid- und Polyesterharze werden sehr hart und riechen lange noch nach Chemie. Es kann also sein, dass Gliedmaßen der Tiere beim Entformen abbrechen. Es kann auch sein, dass die Oberfläche leicht klebrig bleibt. Deshalb sehr gut den Härter dosieren und sehr gut umrühren.
Latexmilch riecht etwas streng und ist nicht sehr lange haltbar. Die Form ist aber extrem elastisch, was beim Entformen ein großer Vorteil ist. Man bekommt jedoch keine großen Stückzahlen reproduziert. Wenn es 5 werden, bevor die Form kaputt ist, ist das schon ein gutes Ergebnis. Die Form schrumpft unter Einwirkung von Luft und Wärme und ist von daher schon nicht lange brauchbar.

Anstelle einer flüssigen Abformmasse kann man seinen Zahnarzt bitten, das rosa Zeug zu beschaffen, mit dem Gebissabdrücke gemacht werden. Damit kann man Halbformen bauen oder besser gesagt kneten. Das muss aber schnell gehen, weil der Härter nach dem Einkneten schnell anzieht.
Man formt erst nur die eine Hälfte (ohne Hinterschneidungen), trägt dann gründlich Trennwachs auf und knetet erst dann die Menge für die zweite Hälfte zurecht. Bei Tieren mit 4 Beinen, kann es besser sein, sogar 3 Formteile zu konstruieren. Eines formt den Hohlraum zwischen den Beinen aus, die anderen beiden die Längsseiten.
Diese Formmasse ist deutlich weniger elastisch als Latexmilch. Rauhe Oberflächen oder Hinterschneidungen führen leicht dazu, dass Teile der Form ausbrechen - wenn nicht gleich, dann nach den ersten Abgüssen. Kommt noch knetbares Formmaterial an eine Stelle, wo bereits ausgehärtete Formteile nicht mit Trennwachs behandelt wurden, verbinden sich die Formteile so stark, dass sie auseinander geschnitten werden müssen.

Ein weiteres Abformverfahren, das aber eher beim Metallguss üblich ist, ist Ölsand. In eine ausreichend große Dose wird der Sand der unteren Halbform eingestrichen und dicht gepresst. Dann wird ein Trennmittel aufgetragen und die zweite Formhälfte darüber geformt und verdichtet. Die obere Formhälfte wird vom Dosenrand gelöst und vorsichtig aus der Dose entfernt. Nachdem das Original extrem vorsichtig herausgefummelt wurde, werden Luftkanäle und ein Einfülltrichter in den Sand geformt. Dann setzt man die Form wieder schlüssig zusammen - dabei helfen Kugeln, die man etwas entfernt von der Figur ebenfalls in den Halbformen eingebettet hat und die beim Zusammenbau in der Form bleiben. Die Form hält i.a.R. nur einmal. Dann geht der Spaß von vorne los. Anders als Metall, das an der Oberfläche schnell und ziemlich trennscharf erstarrt, verbindet sich Kunstharz mit dem Sand und klebt ihn an die Figur. Das geht auf die Genauigkeit der Abformung.

Alle Verfahren muss man etwas üben, bis man in der Materie drin ist. Dann beginnt es aber richtig Spaß zu machen. Hoffe, das war ein wenig hilfreich.

Hallo,
das Formenmaterial hängt auch vom Gussmaterial ab!
Allgemein hat sich aber Silicon bewährt! Dazu gibt es Fachliteratur.
Mfg
Bernd

Im Bastelshop gibt es Kunststoffmasse für Abgüsse.
Genauere Materialzusammensetzung weiss ich nicht.