ich habe vor kurzem ein Schreiben von meinem Vermieter bekommen, in dem es heißt, dass dieser in Kooperation mit dem Kabelanbieter den Glasfasernetz-Ausbau vorantreibt.
Weiter heißt es in dem Schreiben, dass hierfür auch Umbaumaßnahmen im Gebäude und in den Wohnungen nötig sind. Kosten sollen keine für den Vermieter entstehen.
Aber: Ich habe eine Abneigung gegen Zwangsmaßnahmen. Ich lasse mit Sicherheit niemanden in meine Wohnung, der Dreck und Staub hinterlässt, und das für etwas, was ich gar nicht brauche.
Muss ich irgendwelche Handwerker in meine Wohnung lassen?
Ich habe auch einmal gehört, dass ein Wechsel des Netzes aufgrund gesetzlicher Vorgaben niemandem aufgezwungen werden darf. Stimmt das?
Klar. Handwerker in der Wohnung sind ja eine der schärfsten Maßnahmen, die totalitäre Systeme ergreifen, um ihre Bürger mürbe zu machen. Noch weit vor Hausarrest, Zensur und Genickschuss.
Zunächst einmal neigen Telekommunikationstechniker nicht dazu, sich den Weg zur Dose freizusprengen und aus purer Langeweile ein paar Fliesen im Flur zu zerschlagen. Des weiteren ist es sehr unwahrscheinlich, dass jemand überhaupt in Deine Wohnung muss.
Aber tatsächlich müsstest Du die Leute in Deine Wohnung lassen (die sich ja immer noch im Eigentum des Eigentümers befindet), weil das so im BGB geregelt ist.
§ 555d BGB
(1) Der Mieter hat eine Modernisierungsmaßnahme zu dulden.
§ 555b BGB
Modernisierungsmaßnahmen sind bauliche Veränderungen,
(…)
4a. durch die die Mietsache erstmalig mittels Glasfaser an ein öffentliches Netz mit sehr hoher Kapazität im Sinne des § 3 Nummer 33 des Telekommunikationsgesetzes angeschlossen wird,
Irgendwelche nicht, aber die, die der Vermieter zur Durchführung von Modernisierungsmaßnahmen schickt.
Wirst Du ja nicht. Du kannst weiter Deinen schröddeligen DSL-Tarif über Kupfer nutzen. Jedenfalls so lange, bis der TK-Anbieter das Netz abschaltet.