Ausbau eines Reetdachgeschoss

Ich möchte in meiner ca. 200 Jahre alten Reetdach - Kate das ca. 90 m² große Dachgeschoss zu Wohnzwecken ausbauen.
Meine Frage ist:

  1. Muss das Reetdach überhaupt gedämmt werden?
  2. Wenn ja, wie dämme ich das Reetdach am besten, damit das Dachgeschoss bewohnbar wird.

Für Ihre/ Eure Antwort/en bedanke ich mich Voraus.

Hallo HHLukas,

da kann ich dir leider nicht weiterhelfen.

Grüße Dachkatze

Habe mit Reetdachdächern keine Erfahrung.

mfg
Michael Fey

Ein altes dickes Rieddach hat, wenn es ordentlich belegt ist nahezu ideale Dämmwerte,
aber ich würde dennoch rein vorsichtshalber, je nach Balkenstärke eine ca. 10cm oder sogar 14cm dicke Isover-Steinwolle zwischen die Balken packen und mit einer ca. 12mm Rigibsplatte verkleiden.
Die Deckenisolierungen müssen besonders gut sein, und deutlich unter dem Halbwert der Verglasung liegen. Gute Fenster haben heute ca. 0,7 U-Wert, gute Decken sollten um ca. 0, 1-2 U-Wert haben,
und Wände bei ca. 0,3 liegen.
Die Heizkostenersparnisse sind enorm, und die Arbeit die gleiche.
Nachher ärgert man sich an den Außenwänden und am Dach gespart zu haben.
Die Feuchtigkeit schlägt sich am niedrigsten Taupunkt nieder, und der muss immer das Fenster sein, den das rostet und schimmelt nicht, liegt immer frei und kann am besten abtrocknen oder abgewischt werden

hi leider habe ich mit tiet nichts zu tun das ist eher an den küstenregionen vertretten. ich kann mir aber vorstellen das es dort schon gewisse dinge zu beachten gibt. wie muß man eine Dampfbremsschicht einbringen oder besser eine Klimamembran. Vergess auch nicht dich über die brandschutzbedingungen zu informieren.
Ansonsten viel erfolg

rene

hi, so wirklich weiss ich da auch keinen rat. ich würde das dachgeschoss der dämmsituation des restlichen hauses anpassen.
mfg und viel erfolg
micha

Natürlich hat ein Reetdach auch eine dämmende Funktion, die Hauptaufgabe liegt beim Reetdach aber nach wie vor darin eine Regensicherheit zu gewährleisten.

Die Dämmung sollte folgendermaßen ausgeführt werden:
Da die Reetdacheindeckung diffusionsoffen ist, kann der Sparrenzwischenraum mit Dämmung gefüllt werden. Hier empfiehlt sich am besten Klemmfilz. WICHTIG!!! Bei einer Sparrentiefe von zb 200mm darf die die Dämmung max 170mm stark sein, es muss ein Abstand von mindestesns 30mm zwischen Dacheindeckung und Dämmung vorhanden sein.

Hallo,
Bin als Bautechniker im Fachbereich Tiefbau (Straßen, Infrastruktur etc.) vermutlich der falsche Ansprechpartner.

Nachdem ich davon ausgehe, dass mit den angegebenen 200 Jahren, die gesamte Kate gemeint ist, sollte man auf jeden Fall in Erfahrung bringen, inwieweit der Denkmalschutz etwaige Beschränkungen auferlegt.

-)Die Bestimmungen des Denkmalschutzes variieren zw. den jeweiligen EU-LÄndern zum Teil stark und betreffen unter anderem, die Aussenhaut des Gebäudes/ Bauwerks, als auch innenarchitektonische Baulichkeiten und Begebenheiten.

-) D.h: theoretisch musst du das Reetdach dämmen, vor allem wenn die Kate ganzjährig bewohnbar gemacht werden soll.
Ich habe vor einiger Zeit allerdings gelesen, dass Reetdächer an sich schon einen guten Dämmwert besitzen, jedoch muss man den Verfall auf Grund der langen Zeit beachten.
Ich denke nicht, dass dies noch die erste Dachdeckung sein wird, die aufgebracht wurde.

-) Bei Sparrendächern, ist die „leichteste“ Variante zw. der äußeren Dachhaut und der innenliegenden Seite der Dachsparren, eine Wärmedämmung aus Stein- oder Glaswolle anzubringen.
Das sind üblicherweise zw. 10- 20 cm Dämmwolle.
Im herkömmlichen Hausbau hat man hiezu noch Feuchtigkeitsabdichtungen auf der Dachhaut, sowie Dampfsperren die den Wärmehaushalt und Feuchtigkeitsaustausch soweit regulieren sollen, dass wenig Wärme bzw. Kälte aus- oder eindringen kann.
Gleichzeitig soll dadurch verhindert werden, dass Feuchtigkeit die Wolle verklumpen lässt (quasi in sich zusammenfällt- weil der durch die feinen „Wollhärchen“ entstandene Luftpolster, der eigentlich dämmt- zerfallen würde).
Weiters soll dadurch auch verhindert werden, dass Schwarzschimmel sich festsetzen und in den Wohnräumen ausbreiten kann (durch mangelhaftes Lüften und dergleichen, kann dies zu einem erheblichen Gesundheitsrisiko werden.

Besonderes Hauptaugenmerk ist auf Schornsteine, Kamine oder Rauchabzüge zu richten (ich nehme nicht an, dass Dachfenster derzeit vorhanden sind, jedoch im Zuge des Dachgeschoßausbaus unabdingbar sein werden)
Derartige Durchdringungen des Dachaufbaus erfordern ähnlich wie bei einem Türüberlager, besondere Dachauswechslungen- welche besonders abgedichtet werden, da dies eine Schwächung der Wärme- und Feuchtigkeitsdämmung darstellt.

Ich hoffe ich konnte dir wenigstens im Ansatz weiterhelfen.

Wenn du dich ein wenig mit den jeweiligen Normen und Rechtsvorschriften zum Thema, Sanierung von Altbauten, Denkmalschutz und dergleichen vertraut machst, wirst du leider erkennen, dass eine „Ferndiagnose“ sehr ungenau ist.
Ein Baumeister aus deiner Umgebung (mit guten Rezessionen), der sich auf Altbauten spezialisiert hat, sollte dich effektiv und fair hinsichtlich der (erlaubten und erforderlichen) Maßnahmen beraten und informieren können.

Es kann allerdings nicht schaden, wenn du dir zwei voneinander unabhängige Meinungen einholst, da ich schon sehr oft die Erfahrung gemacht habe, dass die jeweiligen Preise der Baufirmen stark variieren.

Naja- ist ja auch kein Geheimnis.

Wie dem auch sei- viel Glück bei deinem weiteren Vorhaben.