Hallo,
Bin als Bautechniker im Fachbereich Tiefbau (Straßen, Infrastruktur etc.) vermutlich der falsche Ansprechpartner.
Nachdem ich davon ausgehe, dass mit den angegebenen 200 Jahren, die gesamte Kate gemeint ist, sollte man auf jeden Fall in Erfahrung bringen, inwieweit der Denkmalschutz etwaige Beschränkungen auferlegt.
-)Die Bestimmungen des Denkmalschutzes variieren zw. den jeweiligen EU-LÄndern zum Teil stark und betreffen unter anderem, die Aussenhaut des Gebäudes/ Bauwerks, als auch innenarchitektonische Baulichkeiten und Begebenheiten.
-) D.h: theoretisch musst du das Reetdach dämmen, vor allem wenn die Kate ganzjährig bewohnbar gemacht werden soll.
Ich habe vor einiger Zeit allerdings gelesen, dass Reetdächer an sich schon einen guten Dämmwert besitzen, jedoch muss man den Verfall auf Grund der langen Zeit beachten.
Ich denke nicht, dass dies noch die erste Dachdeckung sein wird, die aufgebracht wurde.
-) Bei Sparrendächern, ist die „leichteste“ Variante zw. der äußeren Dachhaut und der innenliegenden Seite der Dachsparren, eine Wärmedämmung aus Stein- oder Glaswolle anzubringen.
Das sind üblicherweise zw. 10- 20 cm Dämmwolle.
Im herkömmlichen Hausbau hat man hiezu noch Feuchtigkeitsabdichtungen auf der Dachhaut, sowie Dampfsperren die den Wärmehaushalt und Feuchtigkeitsaustausch soweit regulieren sollen, dass wenig Wärme bzw. Kälte aus- oder eindringen kann.
Gleichzeitig soll dadurch verhindert werden, dass Feuchtigkeit die Wolle verklumpen lässt (quasi in sich zusammenfällt- weil der durch die feinen „Wollhärchen“ entstandene Luftpolster, der eigentlich dämmt- zerfallen würde).
Weiters soll dadurch auch verhindert werden, dass Schwarzschimmel sich festsetzen und in den Wohnräumen ausbreiten kann (durch mangelhaftes Lüften und dergleichen, kann dies zu einem erheblichen Gesundheitsrisiko werden.
Besonderes Hauptaugenmerk ist auf Schornsteine, Kamine oder Rauchabzüge zu richten (ich nehme nicht an, dass Dachfenster derzeit vorhanden sind, jedoch im Zuge des Dachgeschoßausbaus unabdingbar sein werden)
Derartige Durchdringungen des Dachaufbaus erfordern ähnlich wie bei einem Türüberlager, besondere Dachauswechslungen- welche besonders abgedichtet werden, da dies eine Schwächung der Wärme- und Feuchtigkeitsdämmung darstellt.
Ich hoffe ich konnte dir wenigstens im Ansatz weiterhelfen.
Wenn du dich ein wenig mit den jeweiligen Normen und Rechtsvorschriften zum Thema, Sanierung von Altbauten, Denkmalschutz und dergleichen vertraut machst, wirst du leider erkennen, dass eine „Ferndiagnose“ sehr ungenau ist.
Ein Baumeister aus deiner Umgebung (mit guten Rezessionen), der sich auf Altbauten spezialisiert hat, sollte dich effektiv und fair hinsichtlich der (erlaubten und erforderlichen) Maßnahmen beraten und informieren können.
Es kann allerdings nicht schaden, wenn du dir zwei voneinander unabhängige Meinungen einholst, da ich schon sehr oft die Erfahrung gemacht habe, dass die jeweiligen Preise der Baufirmen stark variieren.
Naja- ist ja auch kein Geheimnis.
Wie dem auch sei- viel Glück bei deinem weiteren Vorhaben.