Ausbildung in der Fremde - einsam

Hallo, ein Freund von mir hatte seine Traumlehre weg von zu Hause bekommen. Er wohnt nun in einer kleineren Großstadt mit ca. 120000 Einwohnern und findet keinen Anschluss. Nun gut, geht ja auch nicht, denn von der Ausbildung geht er immer nur nach Hause. Hab ihm schon vorgeschlagen, sich im Fitnessstudio anzumelden. Leider hat es der Freund noch nicht geschafft, sich dort anzumelden (er fühlt sich auch zu dünn), da er ein ruhiger Vertreter ist.
Wo kann man Kontakte knüpfen?

draußen ist fremd

und findet keinen Anschluss.

es gehört eine portion offenheit dazu, sich in neuen umgebungen
zurechtzufinden.

anmeldungen in freizeiteinrichtungen nutzen garnichts, wenn der
hintern lieber auf sofa bleiben will.

so „fremd“ kann eine neue stadt nun auch nicht sein.
karstadt ist schließlich überall.

warum sollte die ganze welt drauf warten, daß da jemand daherkommt?
also: rausgehen, die umgebung zur eigenen machen, da-sein.

ich finde es verwunderlich, wie die unfähigkeit zur neu-orientierung
im verhältnis zu gegebenen kommunikationsmöglichkeiten abnimmt.

e.c.

Hallo,

warum sollte die ganze welt drauf warten, daß da jemand
daherkommt?
also: rausgehen, die umgebung zur eigenen machen, da-sein.

ich finde es verwunderlich, wie die unfähigkeit zur neu-orientierung
im verhältnis zu gegebenen kommunikationsmöglichkeiten :abnimmt.

Du hast Recht, aber ach so verwunderlich finde ich es dann wieder doch nicht - ich erinnere mich noch gut daran, dass ich in drei Wochen in Köln mehr soziale Kontakte geknüpft habe, als in mehr als drei Jahren Ruhrpott.

Heißt, Offenheit, Wille und Fähigkeit zur Kommunikation und zur Neuorientierung wurzeln stets im eigenen Wohlbefinden. Wenn man sich wohlfühlt, wo man ist, dann strahlt man das auch aus und bewegt sich ganz anders. Das ist dann so ein Punkt, an dem Sportvereine etc. durchaus ansetzen können, neben dem Bemühen, die eigene Lage zu erkennen und es sich eben schön zu machen, so gut es geht - welche Konsequenzen das auch immer bedeutet.

Gruß,

Malte

HI,

ich finde es verwunderlich, wie die unfähigkeit zur
neu-orientierung
im verhältnis zu gegebenen kommunikationsmöglichkeiten
abnimmt.

Finde ich wiederum gar nicht! Das Problem, das die meisten Menschen
bei einer Neu-Orientierung haben, besteht nicht in mangelnder Anzahl
von
Kontakten, sondern mangelnder Intensität der Kontakte. Viele
Menschen oberflächlich zu treffen, besänftigt das Einsamkeitsgefühl
nur zeitweise. Bis man sich mit Menschen wohlfühlt, bis Menschen
einem wertvoll geworden sind, muss man Dinge mit ihnen gemeinsam
erlebt haben, Leidenschaften teilen, sich öffnen und ein Stück weit
am Alltag anderer Menschen teilgenommen haben. Das braucht Zeit, auch
gerade je mehr nicht so intensive Kontakte man pflegt. Ist man
indessen, z.B. auf einem Dorf oder in einem kleinen Arbeitsteam, mit
wenigen Menschen permament frei- oder unfreiwillig zusammengerottet,
intensiviert sich der Kontakt von allein - mitunter ist man gar
irgendwann mit dem Zeitgenossen befreundet, den man anfangs gar nicht
ausstehen konnte.
In einer Umgebung von mannigfaltigen Kontaktmöglichkeiten muss man
dagegen Energie aufwenden, wenn man sich immer wieder treffen will.
Als „Neuling“ muss man den Leuten ein Stück weit hinterherrennen (ist
nicht jedermanns Sache), und trotzdem wird es wahrscheinlich länger
dauern, bis sich der Kontakt intensiviert.

Judy

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Hi Miezekatze,

„gleich und gleich gesellt sich gern“ sagt ein Sprichwort - wenn Dein Freund also eine Ausbildung in der Fremde macht, könnte er zu anderen Azubis (ggf. im gleichen Betrieb oder in der Berufsschulklasse) Kontakte aufbauen. Ansonsten bieten sich an (Sport-)Vereine, Kneipen und sonstige „Treffpunkte“.

Entscheidend für den Erfolg ist m. E., dass Dein Freund sich in der Fremde nicht in Selbstmitleid suhlt, sondern erkennt (und umsetzt), dass er auf Leute zugehen muss - die meisten reagieren darauf positiv.

hi judy und hi den anderen,

an deinen ausführungen anknüpfend finde ich, du stellst eine recht negative sichtweise dar die nur die eine seite ist - wenn überhaupt - denn ein mensch in jungen jahren - und der junge mann um den es geht scheint jung zu sein - für ihn könnte das umzeihen in eine andere stadt auch als ein abenteuer wahrgenommen werden - wenn er denn wollte - und die zeit in der man noch nicht sooo tiefgehende kontakte hat kann mit der masse der kontakte kompensiert werden - vielmehr ists normal was du beschreibst und keineswegs kann ich hier etwas negatives sehen - es sei denn jemand lebt jahr um jahr nur so.

wenn jemand in so jungen jahren nich weiss was er tun kann um menschen zu treffen, menschen die ihn ggfs. interessieren könnten, das finde ich eher traurig und auch sehr oberflächlich.

der vorteil der jugend - wieso nutzt man den nicht - die lust aufs neue - dinge tun und erleben die neu sind, die man schon immer man austesten wollte - sei es der tanzkurs, sei es sport oder irgendwas bei der VHS und auch mal einfach ein buch mit ins cafe nehmen und dort einige zeit sitzen und leute beobachten - das ist schön, das ist aufregend und man lernt ne menge über sich - nichts davon ist oberflächlich.

neue menschen, neue charaktäre, allein auf sich gestellt, herr seiner entscheidungen, also ein komplett neuer blickwinkel wenn er will - all diese tollen neuen seiten könnte er mal anschauen und evtl bekommt was ihmn angst macht dann einen reiz.

vertrautes hat er dann eben erstmal nur am telefon - für eine weile langt das. und mit jedem tag an dem er sich in seiner neuen stadt wohler fühlt, wird sich auch das vertrauen in sich und die stadt entwickeln.

sich informieren wäre dabei natürlich nicht blöd - stadtzeitungen in sachen verantstaltungen oder mal ins bürgerhaus gehen - die bieten ja oft ne menge dinge an bei denen man viele menschen kennenlernen kann.
es muss also nicht immer die schiene marke - rausgehen ins nachtleben sein.

öberflächlich finde ich eher wenn jemand den arsch nicht hochkriegt und mit anfang 20 nach der arbeit auf dauer angeblich sooooo müde ist, dass nix mehr geht sonst - eine ausrede ists im regelfall - müde aus frust.

in der heutigen zeit kann sich ohnehin niemand mehr „leisten“ unflexi- bel zu sein, sonst lebt man in regionen dieses landes auf dauer in arbeitslosigkeit wie man ja weiss - aber abgesehen davon fehlt vielen jungen leuten offenbar auch sowas was man abenteuerlust - selbstständig werden und sein, die lust am leben/erleben nennen könnte evtl.

aber evtl kann man sich auch selbst ein wenig motivieren und so zumindest das schlimmste verhindern. wieso eltern ihre kinder zu ängstlichen unflexiblen nesthockern erziehen, verstehe ich ohnehin nicht, schon gar nicht in dieser zeit…

zum heissgeliebten thema der oberflächlichkeit in sachen kontakte.
oberflächlich sind sie meisten nur dann wenn mans selbst ist oder mit einer falschen erwartungshaltung herangeht (der man selbst ausserdem auch nie entsprechend würde).
und wenn ich bedenke, jemand wohnt erst wochen oder wenige monate in einer neuen stadt - braucht er oder sie erstmal nicht den allerbesten freund- der findet sich dann schon - was die person braucht sind hummeln im arsch, damit die stadt erobert wird, man heimatgefühle entwickelt, sich wohlfühlt - damit man überall daheim ist, wo man eben gerade ist.

viele verwechseln jahrelange kontakte mit tiefgehenden kontakten.
wenn man ehrlich ist, zu den wenigsten menschen hat man sogenannte tiefgehende kontakte - man redet sich die alte welt meist schöner als se is:wink:
in der heimat redet man mit genausovielen leuten nie mehr als 3 sätze und nur wenige wissen wirklich viel über einen - nur glauben um so mehr zu wissen sie wüssten was:wink:
naja, im kern gibts für mich nur einen unterschied - neu =unbekannt,
alt= bekannt/vertraut.

eine solche haltung kann man sich erarbeiten genauso wie man sich eine negative haltung erarbeiten kann - und jede seite entscheidet darüber wie man lebt, gut oder nicht so gut.

heute mit 42 sehe ich für mich einen neustart auch nicht mehr ganz so einfach wie einst mit 21 - wobei, ich bin dran - schaue mir neue städte an und je nachdem welche mir gefällt werde ich umziehen - würde ich aber mit der haltung von „glashalbleer“ daran gehen, wäre ich auf gedeih und verderb im knast - lebenslänglich dürfte ich nie mehr woanders hin - das wäre doch schlimm - emotional betrachtet.

vielleicht kennt die hier eigentlich fragende den jungen mann gut und kann ihn motivieren, ihn an dinge erinnern die er schon immer mal erleben oder machen wollte, die jetzt machbar wären oder ihm mal die positive sichtweise eines ortswechseln klar machen - was alles dafür spricht und das es am ende nur einen grund gibt warums nicht klappt, man sich nicht einlebt und wieder „zurückgeht“ - weil man sich nie eingelassen hat - es ist also wenn denn immer hausgemacht und er kann selbst entscheiden was er will - er tuts ja im augenblick schon.
noch kann er umschwenken und richtig was tolles draus machen…
evtl muss er erstmal kapieren das es wirklich an ihm liegt…

negativ ist ein umzugm, ein neustart nie - es sei denn man will es so sehen -

LG
nina

hi judy und hi den anderen,

an deinen ausführungen anknüpfend finde ich, du stellst eine
recht negative sichtweise dar die nur die eine seite ist -

Du hast da durchaus recht, udn auch mit allem, was du sonst noch
geschrieben hast. Ich habe bei meinem Posting allerdings weniger an
die hier gegebene Ausgangssituation gedacht, als eher allgemein ans
Thema „Alleinsein trotz vieler Kontaktmöglichkeiten“. Ich habe das
Gefühl, dass zu oft gemeint wird, nur weil der Mensch
theoretisch unzählige Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme hat, sei er
quasi selber schuld (ergo: „blöd“), wenn er sich trotzdem einsam
fühlt. Klar sollte man den Arsch hochkriegen und klar sollte es auch
ein Abenteuer sein, sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden.
Ich wollte eigentlich nur mal das Sich-einsam-fühlen in Schutz
nehmen.

Abendgruß,
Judy

hallo nochmal judy,

danke für die er- und aufklärung - nun verstehe ich besser was du gemeint hast.

sich einsam fühlen oder jedwedes andere gefühl sollte ein anderer nie bezweifeln oder in frage stellen. andererseits finde ich, das einsamkeitsgefühle kein grund sind darin zu verweilen - wobei ich mich hier auf glatteis bewege, denn ich weiss nicht wie sich einsamkeit anfühlt, da ich gerne allein bin, aber nie einsam - einsamkeit ist ja ein gefühl das wohl mit einem selbst zu tun hat.
evtl sollte der einsame mensch wenn er oft einsam ist auch mal da hinterfragen wieso er sich mit sich so allein fühlt.
für eine bestimmte zeit kann genau das ja sehr bereichernd sein - also nun auch nicht an diesem konkreten problem des jungen mann ausgerichtet sondern eben auch eher allgemein betrachtet - wobei es sicher auch eine frage dessen ist wie oft und wie lange eine person mit sich allein ist.

andererseits gibt es menschen die „einsamkeit“ geniessen oder sie gar anderen arten der gemeinschaft vorziehen oder menschen wie ich z.b die beides brauchen und schätzen und bewusst leben.
naja…es dürfte 1 mio „punkte“ geben warum der eine es so hält und glücklich ist und der andere nicht…

jedenfalls - danke für die aufklärung, auch wenn die wieder zu weiteren gedangengängen führt:wink:

LG
nina