Ausbildung oder nicht?

Hallo.

Vor einigen Wochen habe ich hier gefragt, was ich tun soll wegen meiner verzwickten Situation. Ich bin 26 und habe eine Ausbildung (gehobener Dienst nach 3 Semestern) und 2 Studien (insgesamt 8 Semester) abgebrochen und wollte wissen, was ich tun kann.

Nach einigen guten Ratschlägen habe ich mich nebenbei trotzdem noch beworben und jetzt einen Ausbildungsplatz zum Steuerfachangestellten angeboten bekommen. Heute war mein erster „Testtag“ und ich muss sagen, die Arbeit ist anspruchsvoll und macht auch Spaß. Allerdings habe ich jetzt mitbekommen, wie hoch die Ausbildungsvergütung ist.

300 bis 350€ / Monat

Da ich neben dem Studium mehrere Nebenjobs hatte und da auch gut verdient habe, kommt mir das jetzt eher lächerlich vor zumal ich Ende Oktober auch noch heiraten will.

Nun dachte ich, ich könne BAB bekommen - allerdings bekomme ichg das nicht, da ich ein abgebrochenes Studium habe. :confused:

Soll ich die Ausbildung nun annehmen? Ich meine bei meiner Vorgeschichte kann ich ja eigentlich froh sein, überhaupt etwas gefunden zu haben.

Was könnte ich noch an Unterstützung bekommen?

Sven

PS:

Ich vergaß zu sagen, dass ich meine Freundin Ende Oktober heiraten will … sie ist Russin und würde dadurch dann nach Deutschland ziehen. Da sie 1 Jahr Arbeitssperre bekommt, wäre ich bis dahin ja praktisch Alleinverdiener. Deshalb ist die Vergütung sehr mager.

Moin Sven!

Was ist denn Deine Alternative? Ich meine das nicht bissig, sondern ernst gemeint. Was würdest Du denn stattdessen machen, wenn Du die Ausbildung nicht machst?

Ich bin der Überzeugung, dass es gut ist, zu zeigen, dass man etwas zuende bringen kann. Und ich glaube, dass in Deutschland ein „Zertifikat“ hilfreich bei der Jobsuche ist.

Wenn Du außergewöhnliche Talente hast; immer den richtigen Riecher für gute Geschäfte oder einfach kein Geld brauchst und auf einem alternativen Hof mit Schafzucht Dein Auskommen findest, hej dann brauchst Du eine Ausbildung als Steuerfachangestellten nicht.

Die Frage, die ich mir eben stellte ist: Wenn Du uns (und Dir) die Frage stellst, ob Du die Ausbildung unbedingt machen solltest, wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass Du sie bis zum Ende durchhälst?

Viele Grüße Stefanie

Klar Ausbildung
Hallo

Die Frage, die ich mir eben stellte ist: Wenn Du uns (und Dir)
die Frage stellst, ob Du die Ausbildung unbedingt machen
solltest, wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass Du
sie bis zum Ende durchhälst?

das finde ich übertrieben. Die Frage ist sehr berechtigt und ich würde mir da auch meine Gedanken drüber machen.

Die Chance eine Lehre zu haben, sollte man nicht verspielen. Das Lerhlingsgeld ist wirklich nicht groß, das ist klar. Was ich dir raten würde ist, auf das zuständige Arbeitsamt zu gehen und dich nach Unterstützung zu erkundigen.

Hast du und deine Freundin/Frau dann eine eigene Wohnung, ist es ja logisch, dass man diese nicht mit 350 Euro finanzieren kann. Aus diesem Grund kannst du trotzdem Wohngeldunterstützung beantragen. Wie gesagt, was genau es da für Möglichkeiten gibt, wissen die Leute dort am Besten.

Geh hin, schildere die Lage und schau, was sie dir anbieten. In Deutschland muss niemand auf der Straße sitzen oder einen leeren Kühlschrank haben, der sich bemüht, etwas Neues beruflich zu machen.

Danke der Firma, die dir die Möglichkeit einer Berufsausbildung gibt und versuche, sie so gut wie möglich zu meistern- oft bekommst du sie sicher nicht. Und wenn, na dann hast du vielleicht 200 Euro mehr Geld, die bringen es dann aber auch nicht.

Liebe Grüße
Claudia

Hallo.

Danke erstmal für die schnellen Antworten.

Was ist denn Deine Alternative? Ich meine das nicht bissig,
sondern ernst gemeint. Was würdest Du denn stattdessen machen,
wenn Du die Ausbildung nicht machst?

Als Alternative gäbe es noch ein VWA Studium (Betriebswirt mit dem Schwerpunkt Gesundheitsmanagement), allerdings habe ich gehört, dass Dieses sehr schwer ist (Schwere macht mir nichts aus, da ich mich eh voll reinhängen werde) aber auch nicht sonderlich anerkannt ist. D. h. ich weiss nicht, wie hoch die Chancen stehen, daraufhin einen Job zu finden.

Die Frage, die ich mir eben stellte ist: Wenn Du uns (und Dir)
die Frage stellst, ob Du die Ausbildung unbedingt machen
solltest, wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass Du
sie bis zum Ende durchhälst?

Also als Erstes bleibt mir nichts Anderes übrig und zum 2. ist meine persönliche Motivation in meiner verzwickten Situation mehr als groß genug, dieses auch zu schaffen. (ich möchte sie mindestens mit „gut“ bestehen)

Liebe Grüße,

Sven

Hallo.

Auch Dir ersteinmal Danke für die schnelle Antwort.

Die Chance eine Lehre zu haben, sollte man nicht verspielen.
Das Lerhlingsgeld ist wirklich nicht groß, das ist klar. Was
ich dir raten würde ist, auf das zuständige Arbeitsamt zu
gehen und dich nach Unterstützung zu erkundigen.

Das stimmt wohl. Ich war auch überglücklich, als man mich zum Vorstellungsgespräch eingeladen hat und ich heut und dann noch am Montag zum Testarbeiten eingeladen wurde.

Hast du und deine Freundin/Frau dann eine eigene Wohnung, ist
es ja logisch, dass man diese nicht mit 350 Euro finanzieren
kann. Aus diesem Grund kannst du trotzdem
Wohngeldunterstützung beantragen.

Der Gang zum Arbeitsamt bleibt dann wohl nicht aus. Sollte ich auch das Sozialamt aufsuchen und nachfragen?

Danke der Firma, die dir die Möglichkeit einer
Berufsausbildung gibt und versuche, sie so gut wie möglich zu
meistern- oft bekommst du sie sicher nicht. Und wenn, na dann
hast du vielleicht 200 Euro mehr Geld, die bringen es dann
aber auch nicht.

Klingt logisch. :smile:

Also muss ich wohl jeden Cent nun statt 2x, 5x umdrehen. :wink:

Liebe Grüße,

Sven

Du mußt ent-scheiden
Hallo Butze,

sich auf etwas festzulegen,
eine Entscheidung zu treffen,
fällt manchmal schwer.

Ein französischer Philosoph hat mal
gesagt: „Wir sind verdammt zur Freiheit“.

In einer Entscheidungssituation ist es
hilfreich, wenn man nach den Alternativen
fragt.
Also: welche Alternative siehst Du?
Wie realistisch ist diese?
Verdienst Du dann mehr Geld?
Führt das zu langfristiger beruflicher Sicherheit?

Meine Empfehlungen:

  • Entscheide Dich! Und laufe keinen Luftschlössern
    hinterher.
  • Durch die Ausbildung zum Steuerfachangestellten
    bist Du nicht auf ein bestimmtes Aufgabengebiet
    festgelegt. Du hast nach der Ausbildung viele
    Möglichkeiten der Weiterentwicklung.

Das Du mit dem Geld derzeit nicht auskommst,
okay. Es ist ganz einfach: such Dir einen
Nebenjob, z.B. am Wochenende kellnern oder in der
Tanke arbeiten.
Zudem solltest Du Antrag auf Arbeitslosengeld II
stellen.

Und: keiner kann Dir Deine Entscheidung abnehmen.

Solltest Du Dich in einem Teufelskreis wähnen -
such mal nen fähigen Berater auf. Vielleicht hilft
es, mal mit einem Profi den Dingen auf den Grund
zu gehen.

Grüsse aus Lüneburg
Heiner Gierling

Wirklich nicht???

Hallo

Hallo zurück

In Deutschland muss niemand auf der Straße sitzen oder einen
leeren Kühlschrank haben, der sich bemüht, etwas Neues
beruflich zu machen.

Das muß ich leider für ein Gerücht halten… :frowning: Sorry, aber diesen Kommentar kann ich mir jetzt leider nicht verkneifen…

Liebe Grüße
Claudia

Traurige Grüße

Henning

Hi!

Als Alternative gäbe es noch ein VWA Studium (Betriebswirt mit

dem Schwerpunkt Gesundheitsmanagement), allerdings habe ich
gehört, dass Dieses sehr schwer ist (Schwere macht mir nichts
aus, da ich mich eh voll reinhängen werde) aber auch nicht
sonderlich anerkannt ist. D. h. ich weiss nicht, wie hoch die
Chancen stehen, daraufhin einen Job zu finden.

Ein Studium geht ja auch wieder ein paar Jahre, das heißt du verdienst ein paar Jahre auch nichts… also ist das ja wohl als Alleinernährer keine Alternative, oder?