Ausbildungszeugnis

Hallo an alle,

ich habe Fragen zu einem Ausbildungszeugnis.
Angenommen ein Auszubildender war nicht der hellste/schnellste/pünktlichste …usw.
Man möchte nun auch kein schlechtes Zeugnis ausstellen und dem jungen Mann seine berufliche Zukunft verbauen.

Ich würde gerne wissen, welche Abschluss"floskeln" man verwenden könnte, (oder was ihr bereits gelesen habt) bzw was vielleicht üblich ist, wenn:

  1. Ein Zwischenzeugnis für seine Jobsuche ausgestellt wird, in dem beschrieben wird, dass der die Prüfung nicht bestanden hat und ein weiteres Jahr im Betrieb ist. (oder wird das u.U gar nicht erwähnt, weil es sich an der Ausbildungszeit lesen lässt?)

  2. Ein Ausbildungszeugnis der Note 2-3 ausgestellt wird, der Betrieb den Azubi aber nicht übernehmen will. (Sagt man da „aus innerbetrieblichen Gründen“?)

liebe Grüße
Jasmin

Hallo,

Angenommen ein Auszubildender war nicht der
hellste/schnellste/pünktlichste …usw.

Also deutlich schlechter als 3.
(…)

  1. Ein Zwischenzeugnis für seine Jobsuche ausgestellt wird, in
    dem beschrieben wird, dass der die Prüfung nicht bestanden hat
    und ein weiteres Jahr im Betrieb ist. (oder wird das u.U gar
    nicht erwähnt, weil es sich an der Ausbildungszeit lesen
    lässt?)

Ich würde es beim Erkennen der Ausbildungszeit belassen und die Prüfung gar nicht erwähnen.

  1. Ein Ausbildungszeugnis der Note 2-3 ausgestellt wird, der
    Betrieb den Azubi aber nicht übernehmen will. (Sagt man da
    „aus innerbetrieblichen Gründen“?)

Also 2-3 widerspricht deutlich deiner Einschätzung weiter oben und auch dem „nicht übernehmen WOLLEN“.
Bedenke, dass das Zeugnis „wahr“ sein muss.
Falls 2-3: -->"…aus innerbetrieblichen Gründen…was wir bedauern…".
Falls schlechter als 3: Das Bedauern entweder weglassen, oder alternativ nicht explizit das Ausscheiden an sich, sondern die innerbetrieblichen Gründe bedauern.

Gruss,
TR

Hallo,

und danke an Dich erst einmal!

Ich würde es beim Erkennen der Ausbildungszeit belassen und
die Prüfung gar nicht erwähnen.

Ja, wird wohl das beste sein.

Also 2-3 widerspricht deutlich deiner Einschätzung weiter oben
und auch dem „nicht übernehmen WOLLEN“.

Wie bereits erwähnt, möchte man sich dem jungen Mann nicht in den Weg stellen. Er will ja - er ist eben leider nur nicht fähig.
Oft will er auch nicht wirklich, um ehrlich zu sein (Krankheitsfälle an Freitagen und Montagen nicht selten)

Danke
und Grüße
Jasmin

Hi

Er will ja - er ist eben leider nur nicht
fähig.
Oft will er auch nicht wirklich, um ehrlich zu sein
(Krankheitsfälle an Freitagen und Montagen nicht selten)

Aber was denn nun von beiden? Gnade wenn er sich anstrengt kann ich verstehen, aber wenn er sich nicht anstrengt?

lg
Kate

Hallo,

Aber was denn nun von beiden? Gnade wenn er sich anstrengt
kann ich verstehen, aber wenn er sich nicht anstrengt?

Er strengt sich nur bei den Sachen an die ihm Spass machen und wo er nicht selbständig denken muss und etwas verantworten muss.
wies eben so ist …

Grüße
Jasmin

Ja was denn nun?
Hallo,

(…)

Entweder das hier:

Wie bereits erwähnt, möchte man sich dem jungen Mann nicht in
den Weg stellen. Er will ja - er ist eben leider nur nicht
fähig.

Oder das hier:

Oft will er auch nicht wirklich, um ehrlich zu sein
(Krankheitsfälle an Freitagen und Montagen nicht selten)

Du solltest dich endlich mal entscheiden.
Wenn das „nicht wollen“ wirklich so ist und es aus dem Zeugnis nicht irgendwie hervorgeht, dann kann dir sein zukünftiger AG theoretisch ans Bein pinkeln.
Du kannst ja ein minimales Zeugnis schreiben und dich auf Standardfloskeln beschränken, welche man für alle Aspekte und Schulnoten zuhauf im Internet findet.

Gruss,
TR

Hallo,

Er ist willens wenn es um Hivi Arbeiten geht, bei denen er nicht selbständig denken muss oder etwas verantworten muss.
ZB. Botengänge, Einkäufe, Briefe frankieren, Kaffee kochen, Arbeitsscheine ins System hacken, Ablage von alten Vorgängen, Präsentationen binden, Schildchen mit der Schneidemaschine schneiden …
Eben Arbeiten bei dem man ihm genau sagt was er tun muss, dann macht er es, wenn er es nicht vergisst.

Fähig selbständig und logisch zu denken und zu arbeiten ist er nicht. Ich würde ihn einschätzen als 1. Lehrjahr.
Auf keinen Fall 3.
Leider können wir momentan nur hoffen, dass er die Prüfung schafft.

Aber die Zukunft möchten wir nicht mit einem schlechten Arbeitszeugnis verbauen. Also haben wir uns auf eine 2-3 geeinigt. Seine Schulzeugnisse werden dann sein Übriges tun. Das vom letzten Jahr beurkundete 52 von 100 Punkten.

Wie könnte ein zukünftiger Arbeitgeber uns ans Bein pinkeln?
Seine Schulnoten können wir nicht beeinflussen.

liebe Grüße
Jasmin

Hallo,

das ist ja furchtbar, wie du herumeierst.
Anscheinend brauchst du 2 Leute, die dir alles 3mal sagen.
Gib den Fall jemand anderes, notfalls nach extern.

Ich klink mich jetzt hier endgültig aus

…und weg.

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Hallo,

das ist ja furchtbar, wie du herumeierst.

Tu ich nicht, ich sagte von Anfang an eine Note 2-3 und fragte nur nach dem Endsatz.

Alles Andere habe ich auf Nachfragen beantwortet. Ändert aber nichts an meinem Ursprungsposting.

Danke und owt

Guten Tag.

Man möchte nun auch kein schlechtes Zeugnis ausstellen und dem
jungen Mann seine berufliche Zukunft verbauen.

Um in Thomas’ Kerbe zu hauen: Das ist und bleibt ein Eiertanz, was du da veranstalten möchtest. Die berufliche Zukunft des Kerlchens wird, egal, welches Zeugnis ihr ihm schreibt, nicht toll aussehen.

Warum? Nun, der potenzielle Arbeitgeber wird sich euer Zeugnis, dazu den Gesellenbrief und das Zeugnis der Berufsschule anschauen. Wenn sowohl Gesellenbrief als auch Berufsschulzeugnis im mauen Viererbereich liegen, die Prüfung danebenging und euer Schrieb liegt zwischen 2 und 3, sieht der Blinde mit dem Krückstock, was Sache ist. Schaut man sich dagegen nur euer Zeugnis an, stellt den Kerl daraufhin ein und er schlägt genau so ein wie bei euch, so seid ihr im günstigen Falle als ahnungslose Trottel, ansonsten als Bude angesehen, die Gefälligkeits-Schriebischreibi ausstellt. Und das wird sich herumsprechen …

Du schreibst, dass das Berufsschulzeugnis im alleruntersten Bereich liegt und auch die innerbetrieblichen Leistungen Banane sind. Das kann an drei Dingen liegen:

  • Der Mann ist mit dem gewählten Ausbildungsgang schicht völlig überfordert;

  • er hat überhaupt kein Interesse an diesem Beruf;

  • er ist schlicht für nichts zu gebrauchen.

Stellst du jetzt ein Zeugnis zwischen 2 und 3 aus, schlägst du jeden „normalen“ Azubi damit in die Fresse (und nagelst, siehe oben, jedem potenziellen neuen Arbeitgeber ein dickes Ei auf die Schiene).

Anstatt nun diesen Weg zu gehen, würde ich vorschlagen, dass jemand in eurem Laden ein sehr ernstes Gespräch mit dem Mann führt, folgenden Inhalts:

  • Ein qualifiziertes Zwischenzeugnis wäre, wenn er darauf besteht, unter dem Strich, so wie seine bisherigen Leistungen.

  • Bietet ihm aus diesem Grunde ein einfaches Zeugnis an.

  • Wenn sich sein Leistungsverhalten nicht grundlegend ändert, wird er auch nach Abschluss der Lehre kein gutes oder befriedigendes Zeugnis erhalten können.

  • Sieht sich der Kandidat dazu nicht in der Lage, legt ihm eine komplette Umorientierung nahe, z.B. eine weiterführende Schulausbildung oder einen ganz anderen Beruf.

Was der Delinquent aus diesen klaren Ansagen macht, ist dann wiederum sein Bier - jedenfalls verbaut dann nicht euer Zeugnis ggf. seine Zukunft, sondern sein gesamtes Leistungsbild.

Die Verhaltensprobleme bei dem Azubi sind noch ein ganz anderer Punkt: Nach drei Jahren noch Probleme mit Pünktlichkeit und selbständigem Arbeiten zu haben, ist a) abmahnfähig und -bedürftig und b) ein Zeichen dafür, dass ihr, Verzeihung, während der bisherigen Ausbildungszeit massiv gepennt habt.

Zu den Mon- und Freitagsfehlzeiten: Ihr hättet im Ernstfall, wenn das also mit Blaumachen zu tun haben sollte, schon längst gravierend eingreifen müssen, schon aus Gründen der erhöhten Fürsorgepflicht bei einem - womöglich noch minderjährigen - Azubi. Die Fehlzeiten der Berufsschule möchte ich da schon gar nicht mehr wissen … nur den Hinweis bringen, dass der Ausbildungsbetrieb den Azubi zum regelmäßigen Besuch der Berufsschule anhalten soll, was auf Deutsch auch heißt, jenen zu überwachen und einzugreifen, wenn es nicht klappt.

Mit einem wohlgedrechselten Zeugnis jedenfalls ist hier niemandem geholfen. Gut gemeint ist die kleine Schwester von Scheiße …

GEK