Ausbildungszeugnis - Bitte um Bewertung

Hallo,

ich würde gerne Eure Meinung zu folgendem Ausbilsungszeugnis einholen. Da ich gesehen habe, dass dies hier öfters geschieht und sich einige Experten unter Euch befinden, wäre ich für eine kurze Stellungnahme sehr dankbar.

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AUSBILDUNGSZEUGNIS

Herr Max Mustermann, geboren am 01.01.1900 in München, absolvierte in unserem Unternehmen in der Zeit vom 01.09.99 bis zum 08.06.02 eine Ausbildung zum Speditionskaufmann. In der Zeit vom 09.06.02 bis zum 30.06.02 war Herr Mustermann als Aushilfe in der Niederlassung München tätig.

Entsprechend dem Berufsbild „Speditionskaufmann“ durchlief Herr Mustermann nach einem festgelegten Ausbildungsplan folgende Bereiche:

Innerdeutsche Abteilung: Komplettladungen und Stückguteingang
Innerdeutsche Abteilung: Nahverkehr
Landverkehre Export
Luftfracht Export
Nationale Messeabteilung

Herr Mustermann hat während seiner Ausbildung unter Beweis gestellt, dass er in der Lage ist, sich kurzfristig in neue Aufgaben einzuarbeiten. Schon nach kurzer Zeit zeigte er eine hohe Lernbereitschaft, die erlernten Fachkenntnisse verstand er, kurzfristig erfolgreich in die Arbeitsabläufe umzusetzen.

Die von ihm erbrachten Leistungen zeigten große Initiative sowie ein überdurchschnittliches Interesse an dem gewählten Berufsbild.
Durch sein Engagement konnte er die übrigen Mitarbeiter regelmäßig von Routinearbeiten entlasten.

Herr Mustermann zeigte sich pflichtbewusst und gewissenhaft und war stets bereit, in großem Umfang Verantwortung zu übernehmen.
Die Arbeitsqualität lag weit über den Anforderungen.
Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war einwandfrei.

Seine Ausbildung endete am 08.06.02 erfolgreich mit der bestandenen Prüfung vor der IHK München. Er verließ das Unternehmen mit Ablauf des befristeten Aushilfs-Arbeitsvertrages am 30.06.02.

Wir wünschen Herrn Mustermann für seine berufliche und private Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Hmm…?
Hallo,
ich weiß nicht, aber für mich liest sich das Zeugnis so als wäre Max Mustermann ziemlich gemobbt worden.

Schon nach kurzer Zeit zeigte er eine hohe Lernbereitschaft

… die war aber nicht von Anfang an da war? O.o

die erlernten Fachkenntnisse verstand er, kurzfristig erfolgreich in die Arbeitsabläufe umzusetzen.

Also nicht langfristig? Der Mensch wird also schnell demotiviert?

Die von ihm erbrachten Leistungen zeigten große Initiative sowie ein überdurchschnittliches Interesse an dem gewählten Berufsbild.

Leistungen zeigen Initiative? O.o
Was ist ein „überdurchschnittliches Interesse an dem Berufsbild“?
Durchschnitt wovon: Bundesbürgern, Mitarbeitern, Azubis oder Kaufleuten?

Durch sein Engagement konnte er die übrigen Mitarbeiter regelmäßig von Routinearbeiten entlasten.

Also während die anderen Azubis ihre eigene Arbeit gemacht haben, macht er die Arbeit von Anderen (damit die in der Zeit Kaffee trinken können?) oder wie?

Herr Mustermann zeigte sich pflichtbewusst und gewissenhaft und war stets bereit, in großem Umfang Verantwortung zu übernehmen.

Das heißt: konnte nicht Nein sagen wenn ihm wer Arbeit aufdrückt?

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war einwandfrei.

Da es nicht „stets“ war, gab es Zwischenfälle. ist ihm mal der Kragen geplatzt wegen der ganzen Trivialitäten, die ihm aufgedrückt wurden?

Er verließ das Unternehmen mit Ablauf des befristeten Aushilfs-Arbeitsvertrages am 30.06.02.

Kein Bedauern? Oder war es Mitleid - aber durch sein Ausscheiden hat sich das ja auch erledigt.

Was Wissen und Können angeht… naja. Aber das, was es über das Menschliche sagt ist fatal.

Gruss,
Michael

Hi,

also das Zeugnis klingt grauenhaft. Dabei meine ich aber nicht nur die Inhalte, sondern ich habe das Gefühl, dass da jemand das Zeugnis geschrieben hat, der davon keine Ahnung hat.

Gruß,

Anja

Hallo Michael,

vielen Dank für Dein Statement. Ja, als es mir vorgelegt wurde, hatte ich auch den Eindruck, dass es alles andere als „optimal forumuliert“ wurde.
Auf den Gedanken des „Mobbings“ bin ich zwar nicht gekommen, Deine weiteren, vertiefenden Ausführungen sehe ich aber genau so.

LG
Kerstin

Hallo Anja,

also das Zeugnis klingt grauenhaft. Dabei meine ich aber nicht
nur die Inhalte, sondern ich habe das Gefühl, dass da jemand
das Zeugnis geschrieben hat, der davon keine Ahnung hat.

Ja, sehe ich auch so. Danke für Deine Bestätigung. Ich denke das Zeugnis sollte geändert werden. Ich werde dazu raten.

Vielen Dank
und liebe Grüße
Kerstin

Hallo Kerstin,

Ja, sehe ich auch so. Danke für Deine Bestätigung. Ich denke
das Zeugnis sollte geändert werden. Ich werde dazu raten.

Also ich würde davon abraten, lediglich dazu zu raten. Vielmehr würde ich raten, einen eigenen Entwurf zu schreiben, (hier oder von anderer, kompetenterer Stelle) absegnen zu lassen und dann dem stolzen Autoren der ersten Version mit der Bitte um Ausdrucken und Unterschrift geben. Mit viel Glück kriegst Du dann die Version, die Du willst…

*wink*

Petzi

Liebe Kerstin
Hier mein Kommentar zu diesem Zeugnis:

Herr Max Mustermann, geboren am 01.01.1900 in München,
absolvierte in unserem Unternehmen in der Zeit vom 01.09.99
bis zum 08.06.02 eine Ausbildung zum Speditionskaufmann. In
der Zeit vom 09.06.02 bis zum 30.06.02 war Herr Mustermann als
Aushilfe in der Niederlassung München tätig.

Entsprechend dem Berufsbild „Speditionskaufmann“ durchlief
Herr Mustermann nach einem festgelegten Ausbildungsplan
folgende Bereiche:

Innerdeutsche Abteilung: Komplettladungen und Stückguteingang
Innerdeutsche Abteilung: Nahverkehr
Landverkehre Export
Luftfracht Export
Nationale Messeabteilung

Herr Mustermann hat während seiner Ausbildung unter Beweis
gestellt, dass er in der Lage ist, sich kurzfristig in neue
Aufgaben einzuarbeiten. Schon nach kurzer Zeit zeigte er eine
hohe Lernbereitschaft,

Das ist so nicht i. O. geht. Diese Formulierung unterstellt, dass es äußerer
Anreize bedurfte, den Azubi überhaupt an den Lernstoff heranzuführen.

die erlernten Fachkenntnisse verstand
er, kurzfristig erfolgreich in die Arbeitsabläufe umzusetzen.
Die von ihm erbrachten Leistungen zeigten große Initiative

Statt „zeigten“ könnte es dort vielleicht „bezeugen“ heißen.

sowie ein überdurchschnittliches Interesse an dem gewählten
Berufsbild.
Durch sein Engagement konnte er die übrigen Mitarbeiter
regelmäßig von Routinearbeiten entlasten.

Das ist eine gemeine Formulierung. Jeder Personalchef, der das
liest, wird sich denken „zu mehr hat er wohl nicht getaugt?“

Herr Mustermann zeigte sich pflichtbewusst und gewissenhaft
und war stets bereit, in großem Umfang Verantwortung zu
übernehmen.
Die Arbeitsqualität lag weit über den Anforderungen.

Und die Arbeitsmenge? Allein für sich gestellt kann das Herausheben
der Qualität der Arbeit ein Hinweis darauf sein, dass sich jemand
in Details verzettelt.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war
einwandfrei.

Absolut jeder Personalchef fragt sich hier, warum das „stets“ fehlt.

Seine Ausbildung endete am 08.06.02 erfolgreich mit der
bestandenen Prüfung vor der IHK München. Er verließ das
Unternehmen mit Ablauf des befristeten
Aushilfs-Arbeitsvertrages am 30.06.02.

Wir wünschen Herrn Mustermann für seine berufliche und private
Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Es fehlt die obligatorische Verabschiedungsformel „wir bedauern sein
Ausscheiden sehr…“.
Hoffe, dir etwas geholfen zu haben.
Viele Grüße
Voltaire