Ausbildungszeugnis - richtige Beurteilung finden

Hallo zusammen,

habe folgendes Arbeitszeugnis zum Ausbildungsende erstellt, die Leistung soll ca. mit der Note 2 gewertet sein.

— gekürzte Fassung —
An allen Ausbildungsthemen im Berufsbild des …kaufmanns zeigte sich Herr … sehr interessiert und neuen Themengebieten stets aufgeschlossen.

Er erledigte die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Er war stets hilfsbereit, sein Umgang mit Mitarbeitern und Vorgesetzten war stets einwandfrei.

Seine Loyalität gegenüber Dritten war stets vorbildlich.

Wir danken Herrn … für die gute Zusammenarbeit und wünschen ihm für seine persönliche und berufliche Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

—ENDE—

Vielleicht weiß noch jemand Änderungs- oder Verbesserungsvorschläge sowie Ergänzungen, die ich verwenden bzw. dann im Betrieb vorschlagen könnte.

u.a. sollte deutlich werden, dass die Verschwiegenheit z.B. im Bereich Personal stets eingehalten wurde.

Hoffe, ich habe alles gut umgesetzt.

Danke für Antworten,
Frank Flox

Goldene Regel
Hi!

Eine goldene Regel, die für alle Arbeitszeugnisse generell gilt:

— gekürzte Fassung —

…geht so gar nicht!

Ein Zeugnis muss komplett bekannt sein, um es seriös beurteilen zu können.

Jeder, der etwas anderes behauptet (und da gibt es im Internet viele Seiten) hat schlicht keine Ahnung.

LG
Guido

vollständige Veröffentlichung!
@Guido

OK, wusste ich nicht, hier nun der bisherige Entwurf:

–Anfang–
Herr YY XX, geb. am XX.XX.1XXX, wohnhaft XXXXXstraße 87, in XXXXX Musterstadt, begann am 12.34.5678 seine Ausbildung zum Industriekaufmann in unserem Hause. Während der Ausbildung wurde Herr Mustermann in folgenden Betriebsabteilungen eingesetzt: Lager, Produktion, Einkauf, Marketing, Verkauf, Personalwesen.

An allen Ausbildungsthemen im Berufsbild des Industriekaufmanns zeigte sich Herr Mustermann sehr interessiert und neuen Themengebieten stets aufgeschlossen. Er erledigte die ihm übertragenen Arbeiten stets zu unserer vollen Zufriedenheit. Er war stets hilfsbereit, sein Verhalten zu Mitarbeitern, Vorgesetzten und Kunden sowie seine Loyalität gegenüber Dritten war stets vorbildlich.

Das Ausbildungsverhältnis endete am 12. August 12345 mit dem erfolgreichen Abschluss der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer Musterhausen.

Wir danken Herrn Mustermann für die gute Zusammenarbeit in unserem Unternehmen und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.

Mit freundlichem Gruß
Musterbetrieb Windanlagen
GmbH

—ENDE—

Hallo.

An allen Ausbildungsthemen im Berufsbild des
Industriekaufmanns zeigte sich Herr Mustermann sehr
interessiert und neuen Themengebieten gegenüber stets
aufgeschlossen.
Er erledigte die ihm übertragenen Arbeiten stets zu unserer
vollen Zufriedenheit. Er war stets hilfsbereit, sein Verhalten
zu Mitarbeitern, Vorgesetzten und Kunden sowie seine Loyalität
gegenüber Dritten waren stets vorbildlich.

Das Ausbildungsverhältnis endete am 12. August 12345 mit dem
erfolgreichen Abschluss der Prüfung vor der Industrie- und
Handelskammer Musterhausen.

Wir danken Herrn Mustermann für die gute Zusammenarbeit in
unserem Unternehmen und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg und
persönlich alles Gute.

Mit freundlichem Gruß
Musterbetrieb Windanlagen
GmbH

Bei einem Azubi könnte man noch erwähnen, wie es mit der Berufsschule so lief. Vor allem, weil es keine Aussage über einen Einsatz in Rechnungswesen, Organisation etc. gibt, liegt die Vermutung nahe, dass diese Inhalte nur schulisch vermittelt wurden (weil es diese Abteilungen vielleicht in eurem Laden nicht gibt?).

Überhaupt vermisse ich eine Aussage zur Zuverlässigkeit …

Wenn das Azubum etwas Besonderes geleistet hat, sollte man das auch noch in Erwähnung bringen.

Die Gesamtnote liegt nach meinem ottorudimentären Verständnis irgendwo im Zweier-Bereich.

Gruß Eillicht zu Vensre

Bevor Meister Guido antwortet,
möchte ich auch noch raten :wink:

Hallo.

Mein Eindruck: Kein besonders engagierter Azubi, der auch noch Ärger bereitet hat.

Meine Laienmeinung im Überblick:

  • Der Hinweis, er habe seine Ausbildung begonnen, irritiert mich. Ich hätte angenommen, er sei von xx.xx.xxxx bis xx.xx.xxxx ausgebildet worden.

  • OK, mit Azubi-Zeugnissen kenne ich mich nicht aus, aber mehr als die Abteilungen aufzulisten hätte ich schon erwartet. Er muss doch irgendwas konkret dort gemacht haben. Oder schlug er dort nur die Zeit tot?

  • Herr Mustermann zeigte sich interessiert und aufgeschlossen? Hat er auch was gelernt? Hat er das gelernte anwenden können?

  • Er war stets hilfsbereit“ wäre mir wohl sonst nicht aufgefallen, aber im Gesamtbild lese ich daraus „Er ließ sich leicht ablenken

  • sein Verhalten zu Mitarbeitern, Vorgesetzten und Kunden“ - böse Reihenfolge, die Vorgesetzten werden erst nach den Kollegen genannt. Da gab es Probleme.

  • Der Hammer: „Loyalität gegenüber Dritten war stets vorbildlich“ - keine Loyalität zum Arbeitgeber. Er wer sind die Dritten? Konkurrenz? Mitarbeiter von Zulieferfirmen? Der Vatikan?

  • erfolgreicher Abschluss“ - kein Wort wie erfolgreich? Also 4, oder?

  • Zwar Dankesformel, aber keine Begründung, warum Herr Mustermann nicht übernommen wurde; auch fehlt ein Ausdruck des Bedauerns. In meinen Augen ist der Betrieb dankbar, dass er geht.

Warum ich als Laie antworte? Um zu lernen. Und jetzt bin ich auf Guido gespannt.

Mit freundlichen Grüßen

Hermann J.

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Danke für Verbesserung, werde es umsetzen!
Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten.

Dies ist mein erstes Ausbildungszeugnis, welches ich zur Erstellung gebracht habe. Daher bin ich sehr dankbar für Eure Verbesserungen und Änderungsvorschläge.

Diese werde ich nun selbstverständlich bei der weiteren Erstellung berücksichtigen!

Das abgebildete Ausbildungszeugnis beruht auf der Wahrheit, d.h. Hr. Mustermann wurde während der Ausbildung tatsächlich niemals in der Buchhaltung bzw. im Rechnungswesen eingesetzt. Ich denke, man sollte sich dann auch nicht mit fremden Federn schmücken - oder?

Würde mich über weitere Antworten freuen.

mfG
Frank F.


//Zusatz, nur so nebenbei //

Es gibt zahlreiche andere Azubis, die eine wesentlich „inhaltslosere“ Ausbildung genossen haben. Dazu zählen ca. 30% aller in diesem Fachbereich vorhandenen Betriebe. Zudem glaubt nicht, dass es in jedem Unternehmen einen Ausbildungsrahmenplan zum zeitlichen Einsatz während der Ausbildung gibt. Zudem gibt es weitere 10%, die der Ausbildung gar nicht nachkommen, dazu zähle ich UN, deren Azubis während der Ausbildungsdauer nur (großzügig gesehen) ca. 10% Ihrer Ausbildungszeit in der Verwaltung verbracht, d.h. 90% in der Produktion ausbildungsfremde Tätigkeiten durchgeführt haben. Viele dieser Azubis erhalten dann ein TOP-Zeugnis mit allen möglichen Einsatzgebieten, damit: 1. der Auszubildende durchhält, 2. festgehalten wird - dass die Ausbildung auch den Richtlinien entsprechend durchgezogen wurde --> selbst bei einem Probanden gelesen!!

Eillicht war schneller
Hi!

Eillicht hat schon das Meiste verbessert.

Was ich aber für wichtig halte, ist die Tatsache, dass die Vorgesetzten VOR den Mitarbeitern genannt werden.
Ansonsten liest sofort jeder Personaler daraus, dass er Probleme mit den Vorgesetzten hatte.

Ansonsten wäre das dann irgendwo im 2er-Bereich (mit den bereits erwähnten Änderungen von EvV)

LG
Guido

Schriftart und auf eine Seite?
Hallo,

ist es in Ordnung, eine kleinere Schriftart (z.B. 10) zu verwenden, damit das Zeugnis auf eine Seite paßt?

Wegen dem Briefkopfpapier kann ich ja erst nach 2/5 der Seite anfangen.

mfG+Danke
Frank Flox

Was spricht gegen 2 Seiten?
Hi!

Ich finde ein 10er Schriftbild etwas klein.

Was spricht denn gegen 2 Seiten?

LG
Guido

Hallo,

Was spricht denn gegen 2 Seiten?

Dann wäre der eigentliche Text des Zeugnisses auf der der ersten Seite untergebracht, lediglich die Unterzeichner mit Unterschrift wären auf der zweiten Seite untergebracht.

Muss man das AZ dann unten rechts mit der Seitenzahl kennzeichnen oder welches Verfahren bzw. Angabe ist dann erforderlich?

wird ein zweiseitiges AZ nicht ein wenig Misstrauen beim Leser hervorrufen?, denn schließlich ist es dem Bewerber-Probanden somit einfacher, die erste Seite zu fälschen bzw. Angaben zu ändern.

mfG
Frank F.

Hallo

An allen Ausbildungsthemen im Berufsbild des
Industriekaufmanns zeigte sich Herr Mustermann sehr
interessiert und … aufgeschlossen.

„interessiert“ und „aufgeschlossen“ heißt so viel wie: bemüht hat er sich, aber einer Kuh kann man das Sprechen nun mal nicht beibringen :smile:

Er
erledigte die ihm übertragenen Arbeiten stets zu unserer
vollen Zufriedenheit.

„Akuta, hast Du das Pfund Kaffee besorgt?“
„Klar!“
„Mensch, die übertragene Aufgabe hast Du toll erledigt! Das ist deine Bestimmung…“

Er war stets hilfsbereit,

„Akuta, kannste mal ein Pfund Kaffee holen?“
„Gerne“
„Mensch, wie hilfsbereit der doch ist…“

sein Verhalten
zu Mitarbeitern, Vorgesetzten und Kunden sowie seine Loyalität
gegenüber Dritten war stets vorbildlich.

Meine Güte! „Loyalität gegenüber Dritten“… Was soll DAS denn bitteschön heißen??? Er war seinem neuen Arbeitgeber gegenüber schon loyal als er noch bei uns in der Firma war? Oder: Er hat die Firmeninterna gerne interessierten Dritten gegenüber ausgeplaudert?

Wir danken Herrn Mustermann für die gute Zusammenarbeit in
unserem Unternehmen und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg und
persönlich alles Gute.

…und erwähnen lieber nicht, warum wir ihn nicht übernehmen, weil ein Zeugnis ja „wohlwollend“ sein soll :smile:

Das Zeugnis ist Müll! Die üblichen „stets“-Sätze wirken, als seien sie gemacht worden, um Ärger über das Zeugnis aus dem Weg zu gehen. Es ist also nicht nur ein Eigenentwurf sondern ein Eigentor.

Es ist für mich absolut unverständlich, wie man das wichtigste Zeugnnis zum Eintritt in das Berufsleben so fahrlässig selber konzipiert! Laß das einen Fachmann machen!!! Das Honorar für z.B. einen Fachanwalt gibt man bestimmt gerne aus, wenn man sich einfach mal die Differenz von Hartz IV zu einem Gehalt vor Augen führt!

Im Gegensatz zu meinen Vorredner allemal ein ausreichend.

Gruß,
LeoLo

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Mitarbeiter?
Hallo Guido,

Was ich aber für wichtig halte, ist die Tatsache, dass die
Vorgesetzten VOR den Mitarbeitern genannt werden.

Wobei das mit den „Mitarbeitern“ ja so ne Sache ist, oder? Gemeinhein sind doch Mitarbeiter=Untergebene - und die wird er während seiner Ausbildung wohl eher nicht gehabt haben, nehme ich an :wink: Das heisst, die Reihenfolge wäre

  1. Kunden (so vorhanden)
  2. Vorgesetzte
  3. Kollegen

*wink*

Petzi