ausdrücksstärkste Liebeserklärung des 20. Jhr

Hallo,

suche in der Literatur des 20.jhr. einen Monolog, Brief oder o.ä. ,die jemanden, eine Sache oder ein Ding liebevoll umschmeicheln. Eine Art Liebeserklärung, Schwärmerei, Begründung oder Befürwortung.
Würde mich sehr auf eure antworten freuen.

Gruß anni

Hallo, anni,

suche in der Literatur des 20.jhr. einen Monolog, Brief oder
o.ä. ,die jemanden, eine Sache oder ein Ding liebevoll
umschmeicheln. Eine Art Liebeserklärung, Schwärmerei,
Begründung oder Befürwortung.

dazu fällt mir „Wasser“ von Saint-Exupéry ein:

Wasser, du hast weder Geschmack noch Farbe, noch Aroma. Man kann dich nicht beschreiben. Man schmeckt dich, ohne dich zu kennen. Es ist nicht so, dass man dich zum Leben braucht: du selber bist das Leben! Du durchdringst uns als Labsal, dessen Köstlichkeit keiner unserer Sinne auszudrücken fähig ist…
http://www.code-knacker.de/trinkwasser.htm

Gruß
Kreszenz

Da gäbe es auch noch „Die Wetterfahne“ von Frank Wedekind

Du auf deinem höchsten Dach,

Ich in deiner Nähe;

Doch die wahre Liebe, ach,

Schwankt in solcher Höhe.

Du in deinem Herzen leer,

Ich in blindem Wahne —

Dreh dich hin, dreh dich her,

Schöne Wetterfahne!

Unterhaltend pfeift der Wind,

Bläst uns um die Ohren;

Von des Himmels Freuden sind

Keine noch verloren!

Glaubst du, dass verliebt ich bin,

Weil ich dich ermahne?

Dreh dich her, dreh dich hin,

Schöne Wetterfahne!

Drehn wir uns auf hohem Turm

Immer frisch und munter!

Ach der erste Wintersturm

Schleudert dich hinunter.

Wenn dann auch verflogen war,

Was ich jetzt noch ahne …

Dreh dich hin, dreh dich her,

Schöne Wetterfahne!

Hallo Anni,
leidenschaftliche Briefe von Erich Maria Remarque und Marlene Dietrich,
„zum verlieben“ ISBN 3-462-03338-7 Buch anschauen
Gruß joerg koenig

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Hallo Anni,

suche in der Literatur des 20.jhr. einen Monolog, Brief oder
o.ä. ,die jemanden, eine Sache oder ein Ding liebevoll
umschmeicheln. Eine Art Liebeserklärung, Schwärmerei,
Begründung oder Befürwortung.

darfs auch ein Gedicht sein?

**Joachim Ringelnatz

Ich habe dich so lieb**

Ich habe dich so lieb!
Ich würde dir ohne Bedenken
eine Kachel aus meinem Ofen
schenken.
Ich habe dir nichts getan.
Nun ist mir traurig zu Mut.
An den Hängen der Eisenbahn
leuchtet der Ginster so gut.

Vorbei – verjährt –
doch nimmer vergessen.
Ich reise.
Alles, was lange währt,
ist leise.

Die Zeit entstellt
alle Lebewesen.
Ein Hund bellt.
Er kann nicht lesen.
Er kann nicht schreiben.
Wir können nicht bleiben.

Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache
an einem Sieb.

Ich habe dich so lieb.

Servus,

etwas vom Schönsten in dieser Abteilung ist, finde ich, „Außer der Liebe nichts“ von Peter Rühmkorf.

Schöne Grüße

MM

Hallo, Anni!

Einige der schönsten Liebesgedichte stammen m.E. von Rainer Maria Rilke, unter anderem „Die Liebende“ aus dem „Buch der Bilder“ von 1902:

Ja, ich sehne mich nach dir. Ich gleite
mich verlierend selbst mir aus der Hand,
ohne Hoffnung, dass ich das bestreite,
was zu mir kommt wie aus deiner Seite
ernst und unbeirrt und unverwandt.

…jene Zeiten: O wie war ich Eines,
nichts was rief und nichts was mich verriet;
meine Stille war wie eines Steines,
über den der Bach sein Murmeln zieht.

Aber jetzt in diesen Frühlingswochen
hat mich langsam etwas abgebrochen
von dem unbewußten dunklen Jahr.
Etwas hat mein armes warmes Leben
irgendeinem in die Hand gegeben,
der nicht weiß was ich noch gestern war.

Bei Rilke wirst du sicherlich auch noch auf vielfältige andere Art, die Liebe zu sehen und sie zu beschreiben, fündig.
Solltest du es etwas moderner mögen, kann ich dir die Lyrik von Robert Gernhardt empfehlen - u.a. die „Lichte Gedichte“ von 1999.

Ein kleines Zitat von ihm:

Über die Liebe kann man nicht schreiben.
Man liebt oder lässt es bleiben.

In Worte kann man die Liebe nicht fassen.
Man kann sie nur leben oder lassen.
(…)

Gruß,
thewritingcat

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