Ausfall einer Phase und dennoch 65V, Erklärung?

Hallo,

als ich neulich einen Elektroherd 3 phasig in der Küche angeschlossen habe fiel mir auf, dass einer der drei Phasen nur 65V anstatt der 230V gegen Erde/N-Leiter hatte.

Die Leiter waren noch nicht an den Herd angeschlossen.

Nachdem ich die Sicherung überprüft und gewechselt hatte war wieder alles im Grünen Bereich.

Woher kommen die 65V AC bei Ausfall der Sicherung?

ich meine eine Spannung kann doch nur von den beiden neben liegenden Leitern auf den anderen induziert werden, wenn ein Strom durch die beiden Leiter fließt. Ein stromduchflossener Leiter baut ein Magnetfeld auf und dieses induziert wiederum einen Spannung in den anderen Leiter.

Als ich den einen Leiter von 65V Spannung mit dem Messgerät kurzgeschlossen hatte, habe ich so gut wie keinen Stromfluss messen können.

Grüße, Matthias.

Hallo Matthias,

Woher kommen die 65V AC bei Ausfall der Sicherung?

ich meine eine Spannung kann doch nur von den beiden neben
liegenden Leitern auf den anderen induziert werden, wenn ein
Strom durch die beiden Leiter fließt. Ein stromduchflossener
Leiter baut ein Magnetfeld auf und dieses induziert wiederum
einen Spannung in den anderen Leiter.

Als ich den einen Leiter von 65V Spannung mit dem Messgerät
kurzgeschlossen hatte, habe ich so gut wie keinen Stromfluss
messen können.

Es gibt auch eine kapazitive Kopplung zwischen den Leitern.

MfG Peter(TOO)

als ich neulich einen Elektroherd 3 phasig in der Küche
angeschlossen habe fiel mir auf, dass einer der drei Phasen
nur 65V anstatt der 230V gegen Erde/N-Leiter hatte.

Kapazitive Einkopplung in Kombination mit hochohmigem (und daher untauglichen) Messgerät.

Als ich den einen Leiter von 65V Spannung mit dem Messgerät
kurzgeschlossen hatte, habe ich so gut wie keinen Stromfluss
messen können.

Jawoll, alles andere hätte mich auch sehr verwundert!

Induktion auch möglich, wenn
Hallo,

danke für Eure Hilfe.

Wie sähe es aus, wenn die anderen beiden Leiter belastet wären? Dann gäbe es ein Magnetfeld, welches wiederum doch eine Spannung und damit auch einen Strom auf den dritten Leiter induzieren würde. Diese Spannung auf dem dritten Leiter wäre bestimmt in der Tat mit einem Verbraucher belastbar, ohne das die Spannung gleich zusammenbricht, oder?

Grüße, Matthias.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Erklärung der kapazitiven Kopplung

Hi,

wie fujnktioniert denn diese kapazitive kopplung. Habe schon oft etwas davon in diesem Forum gelesen und auch sonst schon viel gehört davon.

Ich stelle mir diese folgendermaßen vor:

der dritte Leiter, von dem die Sicherung geflogen ist, „hängt“ Potentialfrei in der Luft. Dieser Leiter gilt als eine Kondensatorfläche, die aber nirgendwo angeschlossen ist. Einen weiterer Leiter, an dem 230V AC angeklemmt sind, umgibt ein elektrisches Wechselfeld. Ist das richtig?

Dieses Wechselfed übt eine Kraft auf den frei liegenden Leiter aus, so dass auf diesem die Ladungsträger zur jeweils einen Seite verschoben werden. Aus diesem Grund mißt man an diesem Leiter eine Wechselspannung.

In der Praxis treten diese kapazitiven Kopplungen wohl recht häufig auf und führen zu einem ungewollten Stromfluß. Kann man dagegen etwas tun? In der Praxis habe ich noch nie davon gehört, das man einen Leiter abschirmte, der viel Strom führt.

Grüße, Matthias.

Hallo Matthias,

der dritte Leiter, von dem die Sicherung geflogen ist, „hängt“
Potentialfrei in der Luft. Dieser Leiter gilt als eine
Kondensatorfläche, die aber nirgendwo angeschlossen ist.
Einen weiterer Leiter, an dem 230V AC angeklemmt sind, umgibt
ein elektrisches Wechselfeld. Ist das richtig?

Ja.
Ein Kondensator besteht aus zwei Leitern mit einem Isolator (Dielektrikum) dazwischen. Zwei parallele Drähte sind ja nichts anderes.

In der Praxis treten diese kapazitiven Kopplungen wohl recht
häufig auf und führen zu einem ungewollten Stromfluß. Kann man
dagegen etwas tun?

Die Kapazität möglichst klein halten. Also die Leiter möglichst weit auseinanderhalten. Aber so eine Freileitung macht sich halt nicht gut in der Wohnung :wink:

In der Praxis habe ich noch nie davon
gehört, das man einen Leiter abschirmte, der viel Strom führt.

Die Abschirmung bringt ja nichts. Die Verlustströme fliessen dann nur zwischen Leiter und Abschirmung. Zudem ist der Abstand zwischen Schirm und Leiter kleiner und die Fläche grösser, als zwischen zwei Leitern. Damit hättest du eine grössere Kapazität und somit mehr Verluste.

MfG Peter(TOO)

1 „Gefällt mir“

Summer der Ströme im Kabel ist meist 0
Hallo Matthias,

ja, man kann einen trafo mit einer (bzw. 2) langen Leitung(en) aufbauen. Meist aber fließt der Strom in einem Kabel hin und zurück. Die Summe ist dann meist 0.

Gruß
achim

1 „Gefällt mir“