Ausfall Sicherheitsplan

Hallo zusammen,

aus gegebenem Anlass würde mich das mal interressieren: Wie sieht das mit Ausfallsicherheitsplänen in mittleren (ca. 10-50 Mitarbeiter) und grösseren Unternehmen über 50 Mitarbeitern aus? Gibt es da keine Vorgaben, was alles im Netzwerk Ausfallsicher sein soll?
Stichworte wie USV, redundante Netzteile, Backup, Notstromversorgung, etc. Fallen mir da nur so am Rande ein.
Gibt es da keine „Pläne“ die man allgemeingültig zu Rate ziehen kann?
Sehen solche Pläne im Netzwerk/IT Bereich etwas anders aus als im Telekommunikationsbereich oder Industrie? Wäre auch mal interressant wie das andere aus der Erfahrung so machen?!

Gruß
h.

Hallo zusammen,

aus gegebenem Anlass würde mich das mal interressieren: Wie
sieht das mit Ausfallsicherheitsplänen in mittleren (ca. 10-50
Mitarbeiter) und grösseren Unternehmen über 50 Mitarbeitern
aus? Gibt es da keine Vorgaben, was alles im Netzwerk
Ausfallsicher sein soll?

Hallo,

ich verstehe das nicht. Wieso muss man da irgendwelche Pläne machen und ISO-Normen studieren. Man setzt sich mit den entsprechenden Abteilungsleitern zusammen und diskutiert, welche Dienste kritisch für deren Arbeit sind. Diese macht man dann ausfallsicher. Bei kleinen Unternehmen ist das völlig problemlos. Auch bei >50 sehe ich mit dem Vorgehen kein Problem. Bei Konzernen mit mehreren 1000 Mitarbeitern geht diese Strategie dann allerdings nicht mehr auf. Dann muss eine konzernweite Strategie her, die per orde du Mufti durchgesetzt wird. Aber auch diese Strategie sollte zunächst in Zusammenarbeit mit den einzelnen Abteilungen ausgearbeitet werden.

Standardlösungen gibt es nicht.

Gruß

Fritze

Hallo,

aus gegebenem Anlass würde mich das mal interressieren: Wie
sieht das mit Ausfallsicherheitsplänen in mittleren (ca. 10-50
Mitarbeiter) und grösseren Unternehmen über 50 Mitarbeitern
aus? Gibt es da keine Vorgaben, was alles im Netzwerk
Ausfallsicher sein soll?

Hallo,

ich verstehe das nicht. Wieso muss man da irgendwelche Pläne
machen und ISO-Normen studieren. Man setzt sich mit den

Ok, hier sollte man denke ich schon unterscheiden ob ein Mini-Betrieb oder eine grössere Firma, ok.

entsprechenden Abteilungsleitern zusammen und diskutiert,
welche Dienste kritisch für deren Arbeit sind. Diese macht man
dann ausfallsicher.

Mit welchen mitteln? Reicht USV und Backup oder werden Fehlerredunndante Komplett Systeme gleich daneben aufgestellt/gespiegelt, die dann im K-Fall sofort eingesetzt werden? Ab welcher Unternehmensgrösse wäre das Praktikabel?

Bei kleinen Unternehmen ist das völlig
problemlos. Auch bei >50 sehe ich mit dem Vorgehen kein
Problem. Bei Konzernen mit mehreren 1000 Mitarbeitern geht
diese Strategie dann allerdings nicht mehr auf. Dann muss eine
konzernweite Strategie her, die per orde du Mufti durchgesetzt
wird. Aber auch diese Strategie sollte zunächst in
Zusammenarbeit mit den einzelnen Abteilungen ausgearbeitet
werden.

Standardlösungen gibt es nicht.

Hmm, wo es ISO gibt, da wirds auch Standardlösungen geben :wink:
Aber, klar. Bei 50 Leuten ist das quatsch". Aber es haben sich doch sicher auch hier Masnhamen durchgesetzt. Brauch ich einen backup Server oder mehrere? Muss ich die Telefonanlage noch zusätzlich mit einer USV absichern oder nicht? Wer HAT die Anlage bei sich abgesichert und wer nicht? Aus welchen Gründen? Welche Kosten kamen auf die Firma zu, welche wurden dadurch schon eingespart?

Ich frag mich das halt vor dem Hintergrund des Ausfalls von t-D1 am Wochenende (Meldung dazu: http://www.heise.de/newsticker/data/see-28.04.03-000/ und auch darunter die Kommentare).
Ein solcher grosser konzern wird wohl einen „Plan“ haben, der aber anscheinend fehlerhaft ist. Man kann doch aus Fehlern schon im Vorfeld lernen, gell :wink:)
Also, her mit den Strategien :wink:)))

Gruß
h.

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Hallo h.,

also normalerweise wird das wirklich so gemacht, dass die maximale verkraftbare Ausfallzeit festgelegt wird. Das ist gleichzeitig meist der zeit- und kräftraubendeste Prozess. Die meisten „Kunden“ haben nämlich etwas weltfremde Vorstellungen von der eigenen Wichtigkeit und Priorität.

Wenn feststeht, wo die Schmerzgrenze ist, beginnt das Design: Man entwirft das System, achtet auf SPOF’s, kalkuliert Wiederherstellung-/Wiederanlaufzeiten, redet mit Wartungsfirmen, rechnet Kostenmodelle, erstellt Backup- und Fallbackszenarien, entscheidet wo geclustert werden muss und wo Hot-Standby bzw. Cold-Standby ausreicht, schaut in die Kristallkugel, etc…

Nicht selten kommt es dann vor, dass wenn alle Kosten vorliegen, die „Schmerzgrenze“ für den Maximalausfall nochmal deutlich nach oben geschoben wird. :wink:

Gruß
Stefan

Hy,

also normalerweise wird das wirklich so gemacht, dass die
maximale verkraftbare Ausfallzeit festgelegt wird. Das ist
gleichzeitig meist der zeit- und kräftraubendeste Prozess. Die
meisten „Kunden“ haben nämlich etwas weltfremde Vorstellungen
von der eigenen Wichtigkeit und Priorität.

Hmm, und welche Masstäbe gelten da so im allgemeinen?

Nicht selten kommt es dann vor, dass wenn alle Kosten
vorliegen, die „Schmerzgrenze“ für den Maximalausfall nochmal
deutlich nach oben geschoben wird. :wink:

DAS ist ja immer so :wink:))

h.

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Hallo h.,

Mit welchen mitteln? Reicht USV und Backup oder werden
Fehlerredunndante Komplett Systeme gleich daneben
aufgestellt/gespiegelt, die dann im K-Fall sofort eingesetzt
werden? Ab welcher Unternehmensgrösse wäre das Praktikabel?

Standardlösungen gibt es nicht.

Hmm, wo es ISO gibt, da wirds auch Standardlösungen geben :wink:
Aber, klar. Bei 50 Leuten ist das quatsch". Aber es haben sich
doch sicher auch hier Masnhamen durchgesetzt. Brauch ich einen
backup Server oder mehrere? Muss ich die Telefonanlage noch
zusätzlich mit einer USV absichern oder nicht? Wer HAT die
Anlage bei sich abgesichert und wer nicht? Aus welchen
Gründen? Welche Kosten kamen auf die Firma zu, welche wurden
dadurch schon eingespart?

Hier musst du zuerst einmal die ganzen Betriebsabläufe analysieren um herauszufinden wo die kritischen Pfade sind.
(wird das Telefon nur benötigt um sich mit dem Kolegen im Büro nebenan zum Kaffee zu verabreden oder brauch ich es um den Betrieb aufrecht zu erhalten?)

Weiterhin muss man dann ein Bedrohungs-Szenario erarbeiten, mit welchem man dann diese Kritischen Pfade analysiert.
(Wenns im RZ brennt, nützt der Backup-Server direkt neben dem Haupt-Server herzlich wenig!)

Als nächstes kommt dann die Kosten/Nutzen-Analyse.
(Manchmal ist eine Versicherung günstiger als ein Backup-Server.)

Dies ist alles sehr auf den Betrieb und die konkreten Abläufe bezogen.

Ich frag mich das halt vor dem Hintergrund des Ausfalls von
t-D1 am Wochenende (Meldung dazu:
http://www.heise.de/newsticker/data/see-28.04.03-000/ und auch
darunter die Kommentare).

Die USV hat ja funktioniert, nur hat sie nicht wieder auf die öffentliche Stromversorgung umgeschaltet, als der Strom wieder da war.
Entweder hätte man ein Backup fürs Backup gebraucht, oder einen Alarm wenn eine Bestimmte Zeit mit Batteriebetrieb überschritten wird oder, ganz einfach und am warscheinlichsten, man hat hier an den Wartungskosten gespart !!

z.B. bei ISO 900x gibt es -zigtausende Möglichkeiten wie es in einem Betrieb norgerecht umgesetzt wird. Wenns dann auf dem Papier funktioniert, besteht immer noch das Problem das es auch von den Lauten angewendet wird.

Ein solcher grosser konzern wird wohl einen „Plan“ haben, der
aber anscheinend fehlerhaft ist. Man kann doch aus Fehlern
schon im Vorfeld lernen, gell :wink:)
Also, her mit den Strategien :wink:)))

Das Problem ist, dass Backup-Systeme Geld kosten (Anschaffung, Wartung) aber die Produktivität scheinbar nicht steigern !!! Also kann man hier getrost sparen. Erst wenn dann ein Ereignis eintritt stellt man fest, dass ein Backupsystem günstiger gewesen wäre.

MfG Peter(TOO)

Mit welchen mitteln? Reicht USV und Backup oder werden
Fehlerredunndante Komplett Systeme gleich daneben
aufgestellt/gespiegelt, die dann im K-Fall sofort eingesetzt
werden? Ab welcher Unternehmensgrösse wäre das Praktikabel?

Das hat rein garnichts mit der Unternehmendgröße oder mit der bevorzugten Zigarrensorte der Sekretärin des Chefs zu tun: Das ist eine Kosten-Nutzen-Analyse.

Und das gilt im Prinzip auch für Ein-Mann-Betriebe…

Sebastian

Hallo,

Das hat rein garnichts mit der Unternehmendgröße oder mit der
bevorzugten Zigarrensorte der Sekretärin des Chefs zu tun: Das
ist eine Kosten-Nutzen-Analyse.

Genau so ist es. Wenn es in einem Unternehmen Anwendungen gibt, die für einen Betreibsablauf absolut lebensnotwendig sind, und sich leicht ausrechnen lässt, dass z.B. eine halbe Stunde Ausfall den Betrieb an den Rand des Ruins treibt, dann wird es sicher keiner großen Überredungskünste bedürfen, diese Anwendungen komplett redundant und ausfallsicher aufzubauen.

Und das gilt im Prinzip auch für Ein-Mann-Betriebe…

Unbedingt. Nur ist es eben – dank der im Verhältnis zur Mitarbeiterzahl umgekehrt proportionalen Übersichtlichkeit – bei kleinen Firmen nicht notwendig, Studien anzuforderun und Unternehmensberater teuer zu bezahlen, um herauszufinden, welche Anwendungen kritisch sind und wie eine Sicherheits-Richtlinie auszusehen hat.

Obwohl – jetzt wo ich so drüber nachdenke – wenn natürlich in dieser kleinen Firma niemand auch nur ansatzweise EDV-Kenntnisse hat (sprich, die haben alle mal mit Windows gearbeitet und rödeln jetzt mit Datei- und Druckerfreigabe durch die Gegend und haben vielleicht noch einen IIS in der Ecke stehen), dann wäre vielleicht das Einholen von externer Hilfe kein so schlechter Rat. Sonst gucken plötzlich alle ganz dumm aus der Wäsche, wenn wichtige Firmendaten unwiederruflich zerstört sind oder die Finanzbuchhaltung über Wochen streikt …

Gruß

Fritze

Hi,

Hmm, und welche Masstäbe gelten da so im allgemeinen?

Welche meinst Du jetzt? Die der Kunden oder die richtigen?

Kunde: Jeder Kunde meint naturgemäß, seine Abteilung/Gruppe/Fachbereich/Amt sei die allerallerwichtigste und schon eine halbe Stunde Ausfall bringt die komplette ökonomische Weltordnung in Gefahr.

richtig: Penutze zählt. Wann beginnt ein Ausfall Geld zu kosten? Was kostet es, die Ausfallzeit auszugleichen? Was kostet ein manuelles Nacherfassen von Daten im Vergleich zu einer Spiegelung der Transaktionen? etc.

DAS ist ja immer so :wink:))

Aber selten so radikal wie bei dieser Materie.

Im Endeffekt braucht man jemanden, der die Sache unterschreibt und damit die Verantwortung für die (immer vorhandenen) Risiken übernimmt.

Gruß
Stefan

Obwohl – jetzt wo ich so drüber nachdenke – wenn natürlich
in dieser kleinen Firma niemand auch nur ansatzweise
EDV-Kenntnisse hat (sprich, die haben alle mal mit Windows
gearbeitet und rödeln jetzt mit Datei- und Druckerfreigabe
durch die Gegend und haben vielleicht noch einen IIS in der
Ecke stehen), dann wäre vielleicht das Einholen von externer
Hilfe kein so schlechter Rat. Sonst gucken plötzlich alle ganz
dumm aus der Wäsche, wenn wichtige Firmendaten unwiederruflich
zerstört sind

Eben. Ich denke, daß gerade die Wichtigkeit eines Backups in extrem vielen Fällen untersähützt wird.

Wieviel Prozent der Betriebe, in denen mit einem Computer gearbeitet wird, haben wohl ein aktuelles Backup von ihren daten geschweige denn ein Backup-Konzept?

Möchtichgarnichtwissen…

Sebastian

Hi,
also bei uns läuft es wie folgt:
Datensicherung läuft jede Nacht über Arcserve (Komplettsicherung). Zusätzliche Sicherung incl.Datenprüfung täglich auf Client. Server und Telefon über USV, Server mit redundantem Netzteil, Raid ist selbstverständlich. Sollte der Server trotzdem komplett ausfallen, wäre Notbetrieb über einen Arbeitsplatzrechner möglich, indem die DB auf dem Client eingespielt wird. Am wichtigsten aber: Wartungsvertrag mit einem soliden Unternehmen, das innerhalb einer festgelegten Zeit anrückt um evtl. den Server zu tauschen oder sich von ausserhalb auf den Server klinken kann. Vor einem halben Jahr hatten wir den Fall, Server war tot, Board war abgeraucht. Innerhalb von 5 Stunden war der Betrieb wieder Arbeitsfähig. Da brauchts einfach zuverlässige Partner.
Aber Deine Vermutung geht in die richtige Richtung. Viele Firmen sichern zwar, aber ohne jemals zu prüfen, was sie da sichern und ob es im worst case überhaupt brauchbar ist. Arcserve sichert zwar, aber es würde im Zweifel auch beschädigte Daten sichern. Daher sichern wir parallel lokal mit Datenprüfung. Auch diesen Fall hatten wir letztens.
Bei der Datenprüfung traten Fehler auf. Also kurz die Datensicherung (obwohl beschädigt) auf CD gebrannt, zum Softwarehaus gefahren und am nächsten Tag die reparierte Datensicherung wieder eingespielt. Oft passiert sowas aufgrund eines fehlerhaften Netzes. Nur sind die Fehler oft so marginal, da man sie im täglichen Betrieb nicht merkt.
Gruss Sebastian