Hi, Deutsch-Fachleute!
Kann mir mal jemand bei den o.g. Verben auf die Sprünge helfen?
„ausfallen“ bedeutet bekanntlich so viel wie „herausfallen“ und „nicht stattfinden“.
„ausfällen“ (mit a-Umlaut) ist ein Fachbegriff aus der Chemie und bedeuten die Ausscheidung gelöster Stoffe in kristalliner Form.
Frage: Konjugieren die beiden Verben in Relativnebensätzen identisch?
Bsp.:
zu „ausfallen“:
„Ich sagte ihm, dass die Unterrichtsstunde ausfällt.“
zu „ausfällen“:
„Ich sagte ihm, dass die Flüssigkeit ausfällt.“
Oder muss es im zweiten Beispiel heißen:
„Ich sagte ihm, dass die Flüssigkeit ausgefällt.“
Mein Duden gibt zu „ausfällen“ leider nichts her.
Grüße
Heinrich
Hallo Heinrich,
Frage: Konjugieren die beiden Verben in Relativnebensätzen
identisch?
Zunächst mal, deine Nebensätze sind Objektsätze und keine Relativsätze.
Bsp.:
zu „ausfallen“:
„Ich sagte ihm, dass die Unterrichtsstunde ausfällt.“
zu „ausfällen“:
„Ich sagte ihm, dass die Flüssigkeit ausfällt.“
Ja, so ist es richtig. Aber aus dem Kontext versteht man sicher, ob ausfallen oder ausfällen gemeint ist.
Ich bin chemisch nicht sonderlich bewandert, meine aber, dass nicht Flüssigkeiten, sondern Kristalle, Flocken o.ä. ausfällen… Stimmt das?
Grüße
Uschi
fällen / ausfällen
Meiner Meinung nach ist „dass die Flüssigkeit ausfällt“ richtig.
Ich sehe es analog zu „einen Baum fällen“:
„dass er den Baum fällt“
Ich frage mich nur gerade, wie es in der Vergangenheit heißt:
„es war gestern ausgefällt“ oder
„es war gestern ausgefallen“
bzw.
„es fiel gestern aus“ oder
„es fällte gestern aus“.
Nach dem Analogon müsste es heißen:
„es war gestern ausgefällt“ („er hatte gestern einen Baum gefällt“)
bzw.
„es fällte gestern aus“ („er fällte gestern einen Baum“)
Gruß
☼ Markuss ☼
Hi!
Bsp.:
zu „ausfallen“:
„Ich sagte ihm, dass die Unterrichtsstunde ausfällt.“
zu „ausfällen“:
„Ich sagte ihm, dass die Flüssigkeit ausfällt.“
Ja, so ist es richtig. Aber aus dem Kontext versteht man
sicher, ob ausfallen oder ausfällen gemeint ist.
Ich bin chemisch nicht sonderlich bewandert, meine aber, dass
nicht Flüssigkeiten, sondern Kristalle, Flocken o.ä.
ausfällen… Stimmt das?
Hier der Originalsatz. Er stammt aus einem Artikel der DSV-Zeitschrift (DSV = Deutscher Segler Verband) zum Thema ‚Chancen deutscher Segler bei den Olympischen Spielen‘:
„Es ist kein Geheimnis, daß unsere Leistungsdichte in der Weltspitze zurzeit eher dünn ausgefällt.“
So, und über dieses „ausgefällt“ rätsel ich nun schon seit gestern abend.
Grüße
Heinrich
Klarer Fall und klare Fälle: ‚ausfällt‘
Hier der Originalsatz. Er stammt aus einem Artikel der
DSV-Zeitschrift (DSV = Deutscher Segler Verband) zum Thema
‚Chancen deutscher Segler bei den Olympischen Spielen‘:
„Es ist kein Geheimnis, daß unsere Leistungsdichte in der
Weltspitze zurzeit eher dünn ausgefällt.“
So, und über dieses „ausgefällt“ rätsel ich nun schon seit
gestern abend.
Ist doch klare Sache:
Auf alle Fälle muss es „…ausfällt“ heißen !
Gruß
☼ Markuss ☼
Heinrich
Hallo Heinrich,
Hier der Originalsatz. Er stammt aus einem Artikel der
DSV-Zeitschrift (DSV = Deutscher Segler Verband) zum Thema
‚Chancen deutscher Segler bei den Olympischen Spielen‘:
„Es ist kein Geheimnis, daß unsere Leistungsdichte in der
Weltspitze zurzeit eher dünn ausgefällt.“
Das würde ich unter der Kategorie „schlampiger Journalist“ bzw. „nicht vorhandener, da teurer Lektor“ verbuchen. Solche und ähnliche Sprach- und Tippschlampereien sind heute, leider, leider gang und gäbe.
Grüße
Uschi
Oh, hättest du doch
gleich diesen Satz zitiert, so wären die Umwege oben nicht nötig gewesen! 
„Es ist kein Geheimnis, daß unsere Leistungsdichte in der
Weltspitze zurzeit eher dünn ausgefällt.“
Das ist natürlich einfach falsch, wie die anderen schon sagten.
Fritz