Ausgabe am Heimdrucker

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich aus Neugier seit einer Weile mit den spannenden Themen Farbräume, unterschiedliche Ausgabemedien, Prepress etc. Nun habe ich folgende Annahme und hätte sie gerne von euch Wissenden bestätigt.
Wenn ich eine Vorlage anlege - sagen wir 2 HKS Volltonfarben - und daraus dann ein PDF erstelle - ist es doch nahezu unmöglich vorherzusehen, wie das ganze letztendlich auf unterschiedlichen Heim- bzw Firmendruckern bzw. Laser oder Inkjet ausgegeben wird, oder? unterschiedlicher Druckerrand (Details landen außerhalb des sichtbaren Bereichs), Ausgabe und Qualität der Farbeinstellungen… Wie nun stellt ein Unternehmen sicher, dass die von ihm beispielsweise weiter verschickten PDFs einem einheitlichen Standard entsprechen im Sinne des CD oder ist dies wie ich vermute nahezu unmöglich?!
Danke und Grüße.

Hi
die pdf’s entsprechen dann schon dem Standard wenn die Vorgaben beachtet werden, Einfluss auf verwendete Heim-Drucker und deren Eigenheiten hat natürlich niemand. Das rgebnis auf Papier kann niemand vorhersehen.
HH

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Das Problem geht schon mit dem Farbmodell los. Tintenstrahler brauchen RGB, Farblaser CMYK. Somit bräuchte man schon 2 unterschiedliche Dateien. Und selbst dann… wenn am Drucker eine der Farben zur Neige geht, hilft die beste pdf nicht weiter.

Und Monitore sind ohnehin benutzerseitig einstellbar (verschiedene Farbtemperaturen)… usw.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,
unmöglich ist das nicht. Stichworte sind hier Colormanagement, Farbprofile, Farbräume, PFX3. Aber dieses Thema füllt ganze Bücher und würde hier den Rahmen sprengen. Voraussetzung ist natürlich ein kalibrierter Monitor sowei das Vorhandensein entsprechender Farbprofile. Bei Sonderfarben stellt sich natürlich auch das Problem, ob diese im CMYK-Farbraum überhaupt dargestellt werden können. Neonfarben etc. sind in CMYK schlicht und ergreifend nicht darstellbar.
Hier mal zwei Links damit du dich ein bisschen in die Materie einlesen kannst:
http://iccview.de/
http://www.eci.org/eci/de/

Gruß
Magnus

Hallo Peter

Deine Behauptung, dass Tintenstrahldrucker RGB brauchen, ist falsch.
Tintenstrahldrucker benutzen auch CMYK wie Laserdrucker.

Die richtige Antwort zum Problem hat Helge schon gegeben.

Gruss
Heinz

Tintenstrahldrucker werden in RGB gesteuert
Hallo Heinz!

Natürlich benutzen Tintenstrahldrucker Tinten der Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz.
Aber: Kaum ein Tintenstrahldrucker ohne Postscript wird in CMYK gesteuert. Die Schwierigkeit und das Ärgernis ist leider, daß fast alle Nicht-Postscript-Tintenstrahldrucker in RGB angesteuert werden; der wandelt dann nach CMYK mittels eines »firmengeheimen« Profiles.
Folgerung: Auch wenn man CMYK-Daten hat, dann wandelt der Druckertreiber die Daten nach RGB, der Drucker dann wieder nach CMYK, aber seine eigenen CMYK-Daten (die des Benutzers) bekommt man nicht durch.
Einfache Probe: Der Drucker soll reines Gelb (0-0-100-0) drucken. Unter der Lupe sieht man bei den meisten Tintenstrahldruckern trotzdem feingesprengelt Cyan und/oder Magenta. Wenn man in einem Bildbearbeitungsprogramm CMYK-Gelb nach RGB-Wandelt und dann nach CMYK-Gelb, bekommt man diesen Effekt deutlich in Zahlenwerten ausgedrückt, je nach CMYK-Profil mehr Magenta oder mehr Cyan und etwa 96% Gelb.

Auf Messen sprach ich darauf Hersteller von Tintenstrahldruckern an. Ihre Antwort war: »Dann müssen sie unseren Postscript-Drucker Xy kaufen.« Oder wenn der Hersteller sich auf den Massenmarkt konzentriert und keinen Postscript-Drucker anbietet, dann wurde mir empfohlen, eine neue Patrone einzusetzen.

Wenn ich eine Vorlage anlege - sagen wir 2 HKS Volltonfarben -
und daraus dann ein PDF erstelle - ist es doch nahezu
unmöglich vorherzusehen, wie das ganze letztendlich auf
unterschiedlichen Heim- bzw Firmendruckern bzw. Laser oder
Inkjet ausgegeben wird, oder?

Hallo,

ein entscheidender Punkt für farbverbindliches Drucken - die Postscriptfähigkeit - wurde bereits angesprochen. Professionelle Drucker, zu denen im Allgemeinen nicht die 199-Euro-Tintenstrahler aus dem Elektro-Discounter von nebenan gehören, besitzen diese Eigenschaft i.d.R. nicht.

Desweiteren werden hochqualitative Proofdrucker mit Unterstützung einer RIP- und Farbmanagement-Software (Beispiele: GMG Colorproof, Best Color u.a.) angesteuert, die in der Lage ist, individuelle Farbanpassungen oder ICC-Profile zu erstellen. Im Idealfall beinhalten diese Dateien jeweils ein Parameterset des verwendeten (Proof-)Druckermodells, der eingesetzen Farbe, des Bedruckstoffs und des zu simulierenden Druckverfahrens.

Die Erstellung individueller Farbanpassungen/ICC-Profile ist mit einigem Zeit- und Materialaufwand verbunden und muss bei Änderung auch nur eines der verschiedenen Einflußfaktoren angepasst werden. Voraussetzung für die Brauchbarkeit der Anpassungen und Profile ist die tägliche Kontrolle und ggfs. Korrektur der Druckerkalibration, bei der es bspw. schon klimabedingt Schwankungen geben kann.

Um es abzukürzen: Im „Heimbereich“ ist farbverbindliches Drucken auf einem Billigdrucker unmöglich und auf qualitativ geeigneten Modellen mit einem so hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden, dass das die meisten Anwender recht schnell abschrecken wird.

Wie nun stellt ein Unternehmen sicher, dass die von ihm
beispielsweise weiter verschickten PDFs einem einheitlichen Standard
entsprechen im Sinne des CD oder ist dies wie ich vermute nahezu
unmöglich?!

PDF und Colormanagement hängen natürlich zusammen, PDF ist/kann jedoch mehr als nur Farbe. Eine der ergiebigsten Informationsquellen dazu ist die Seite von Stephan Jaeggi http://www.prepress.ch

Mehr zum Thema PDF und CM findet sich recht praxisnah beschrieben in einer Broschüre, die man hier http://www.cleverprinting.de/nutzen.html kostenlos herunterladen kann.

Gruß,
Andreas

Herzlichen Dank an alle! o.w.T.