Moin!
„Obwohl“ oder „weil“?
Tja, wer weiss es so genau. Bei den Rückleuchten der
betroffenen Modelle handelte es sich nicht um durchgefärbten
Kunststoff.
Ob nun Hella oder wer auch immer das verbrochen hat auf eigene
Kappe das so entwickelt hat oder ob das von Ford vorgegeben
war kann ich nicht sagen.
Fiat hatte dasselbe Problem, peinlicherweise mit dem Pali, der ja größtenteils in Südamerika abgesetzt wird, wo es bekannterweise viel Sonne gibt, die dann die Heckleuchten bleichte.
Deren Beispiele gibt es viele.
Die schlechte Rostvorsorge bei Mercedes in den letzten 10 Jahren, die hohen Wartungskosten bei VW aufgrund wartungsunfreundlichen aber offenbar billig durchzuführenden Designs (Zahnriemen- und Glühlampenwechsel seit Golf 4), billigste Kunststoffabdeckungen innen, die keine 3 Jahre halten (Volvo, Opel) oder Querlenker, die gerade den Minimalanforderungen gerecht werden und alle 40.000 Km gewechselt werden müssen (Alfa, Mercedes).
Und das sind nur ein paar kleine Beispiele, die ich als Branchenfremder kennengelernt habe.
Was sollen denn die Zulieferfirmen machen, wenn die großen
Hersteller die Preise immer weiter drücken?
Qualität kostet nun mal. Und wer nicht bereit ist, angemessene
Preise zu zahlen, kriegt halt Müll, ääh, keine perfekte
Qualität.
Das ist sicherlich ein Problem.
Schon richtig. Obwohl man annehmen sollte dass die heutigen
Produkte qualitativ besser sein müssten ist vieles ab Werk für
den gelben Sack.
Wobei ich mich gerade frage, was ein Auto heute wohl kosten
würde wenn es wirklich qualitativ ordentlich ist.
Ca. 15.000 Eur. Kia c´eed z.B. Ein einfaches, aber ordentliches Auto.
Der Volvo XC 70 zeigt, dass man auch in Europa hochwertige Autos zu einem vergleichsweise guten Preis bauen kann.
Audi bewegt sich mit dem A6 und dem A8 auch auf einem sehr hohen niveau, allerdings zu horrenden Preisen.
BMW und Mercedes haben in den letzten 10 Jahren qualitativ massiv nachgelassen, obwohl die höchsten Premiumpreise verlangt werden.
Soo begeistert bin ich von den neuen Autos nicht. Der Touran
war ein Reinfall und beim Astra-H gabs schon eine neue
Antriebswelle nach 30TKM und auch eine neue Sitzheizung auf
der Fahrerseite. Das Fenster auf der Fahrerseite schloss
anfangs nicht richtig und jetzt fangen die automatischen
Lüftungsklappen an zu knarren.
Das sind jedoch größtenteils Optionen, die es vor 15 Jahren noch nicht oder nur sehr selten gab.
Will man das vernünftig vergleichen, sollte man z.B. die Mercedesmodelle W126 und W211 vergleichen. Sie sind ähnlich groß. Ich würde dann den E 350 mit dem 420 SE vergleichen. Das passt leistungsmässig einigermassen, auch wenn der S ein 8-Ender ist.
Der kurze S kostete neu mit Vollausstattung im Jahr 1988 ca. 90.000 DM.
Der E mit vergleichbarer Ausstattung heute ca. 65.000 Eur, also 130.000 DM.
Beim alten S funktionieren die meisten Optionen wie E-Sitze, Sitzheizung, Schiebedach und Zentralverriegelung meistens immer noch.
Beim E fällt einiges davon schon nach 2 Jahren aus.
Die Materialqualität beim alten S ist so gut, dass das Auto bei normaler Pflege mit 100.000 Km auf der Uhr noch aussieht wie neu. Ein neuerer E hat dann innen den einen oder anderen kratzer, evtl. ist der Fahrersitz durchgesessen und die eine oder andere Kleinigkeit funktioniert nicht mehr.
Benzinverbrauch und für den Alltag relevante Fahrleistungen der beiden sind ähnlich, einzig die Schadstoffklasse weicht ab, der alte S erhält nur Euro 2.
Der vielbeschworene Fortschritt liegt also nicht in besserer Qualität und höherer Zuverlässigkeit. Im gegenteil. Er liegt lediglich in der gestiegenen Sicherheit.
Das nächste Auto wird wohl ein anderes Fabrikat. Momentan
schwanke ich zwischen dem Volvo C30 und dem Toyota Prius.
Als ich letztens den Prius schon einmal „Probegesessen“ habe
gefiel er mir ganz gut, auch wenn die Bedienelemente und das
Cockpit eher an Raumschiff Enterprise erinnern.
Die Verarbeitung schien mir ordentlich zu sein, auch die
Materialien.
Und auch preislich durchaus interessant.
Das Design finde ich nicht so berühmt und der Verbrauchsvorteil ist bei Autobahnvielfahrern marginal.
Als Taxi in der Stadt aber sicher vernünftig.
Der Volvo ist wirklich chick, aber ein Kleinwagen.
So leid es mir tut, aber „deutsche“ Hersteller (bei denen ja
auch nur noch ein minimaler Bruchteil deutsch ist) sind bei
mir aufgrund der Qualität langsam unten durch. Oder sie sind
im Verhältnis deutlich zu teuer. Da mag man sich nicht mehr
mit minderwertigem Material zufriedengeben. Andere können es
ja scheinbar besser, und auch da werden die Zulieferer
sicherlich geknebelt.
Die deutschen Hersteller überziehen es momentan, meine ich. Ein normaler Golf kostet 50.000 Mark, ein gut ausgerüsteter C 90.000.
Das geht nicht, daher bricht ja auch der Absatz ein.
Bis vor einem Jahr fuhr ich nur deutsche Premiumautos. Nach einem katastrophalen Mercedes habe ich dann aus der Not heraus einen gebrauchten Volvo als Übergangsauto gekauft. Ich habe ihn dann behalten, weil in den für den Alltagsnutzer relevanten Punkten der Volvo einfach noch deutlich vor den deutschen Premiumautos liegt. Er ist zwar innen etwas billiger gemacht, dafür fährt er ohne Probleme, die Elektronik funktioniert zuverlässig und die Karosserie rostet nicht.
Gruß,
M.