'Ausländeranteil'

Hallo Philly, hallo Strubbel.

Strubbel hat meiner Meinung nach die Sache auf den Punkt gebracht. Ob es eine solche Untersuchung gegeben hat, lassen wir hingestellt.
Jeder, der in einer Großstadt aufgewachsen ist entwickelt gewisse Instinkte, welche Situationen als gefährlich zu betrachten sind und welche nicht.
Eine Gruppe Obdachloser auf einem öffentlichen Platz mag bei einem Besucher ein mulmiges Gefühl verursachen, aber der Städter weiss, dass sie absolut harmlos sind. Bei einer Gruppe männlicher jugendliche mit türkischer oder marokanischer Herkunft, die ganz adrett gekleidet sein mögen, schrillen wiederum je nach Tageszeit und Ort die Alarmglocken.

Das ganze erinnert mich an einem alten Fernsehbericht, in dem es um die Diskriminierung von Türken ging, die in vielen Diskotheken nicht mehr reingelassen werden. Die befragten Türsteher meinten, dass es häufiger zu Problemen kam, weil die Jugendlichen weibliche Gäste anmachten, ob sie nun mit oder ohne Begleitung da waren. Wenn sich dann jemand beschwerte, wurden sie schnell handgreiflich.

Wie meistens gibt es sicherlich eine Diskrepanz zwischen dem empfundenen und realen Risiko.

Gruß
Carlos

Hallo Philly!

Gibt es so eine Studie wirklich?

Ich könnte mir allenfalls vorstellen, dass so etwas im Rahmen einer allgemeinen Studie zum Thema Reaktion auf Ausländer oder Miteinanderauskommen im Alltag o. ä. unter vielen anderen Beobachtungen mit erwähnt wird.

Wenn Nein, Ist an der Aussage etwas dran?

Ganz allgemein: Ich denke auch, dass Vorsicht gegenüber allem Fremden und Ungewohnten zu unserem „tierischen Erbe“ gehört und durch den Selbsterhaltungstrieb bedingt ist. Tiere müssen Neuankömmlinge ja auch erstmal „beschnüffeln“, schauen sich in einer ungewohnten Umgebung argwöhnisch um usw. - haben dann allerdings durchaus die Fähigkeit, Neues zu akzeptieren!
Allerdings sollten wir als Menschen mit solchen Impulsen bewusster umgehen können.

In diesem Spezialfall: Ob’s stimmt - kann man ohne Statistiken schlecht sagen. In dieser Form - Zuspitzung auf eine einzige Situation - ohne Beweise - und anschließende Verallgemeinerung (speziell in Diskos, aber in allen Diskos, Deutsche im Allgemeinen sind so) ist die Behauptung unseriös. Selbst wenn es stimmen sollte, müsste man genauer hinsehen und andere Faktoren berücksichtigen: Sind die wegen der Ausländer beunruhigt - oder weil es in Diskos schneller einmal etwas wilder hergeht als z. B. bei der Arbeit, sodass sie dann empfindlicher reagieren usw.?
In dieser versimpelten Form halte ich nichts davon.

Einen schönen Feierabend,

Beate

Mir hat ein Bekannter erzählt, dass ein (o man hört sich das
bescheuert an) „Sichtbarer Ausländeranteil in Diskotheken von
über 20% bei Deutschen automatisch ein unwohles Gefühl
hervorruft“.

D.h. jetzt nicht Franzosen oder Österreicher, sondern
Italiener, Afrikaner, Türken, etc, also „denen man es ansieht,
dass sie nicht von hier kommen“. Das ganze ist, laut meinem
Bekannten, „psychologisch bewiesen“. Google konnte mir da
nicht wirklich weiterhelfen, also dachte ich ich frag mal die
Experten!

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Philly

(P.S.: Dieser Beitrag hat keine rechtsradikalen Hintergedanken
ö.Ä.!!!)

Antwort
Hallo!
Psychisch geschulte und reflektierende Menschen wissen (auch ohne Studie), dass das Unwohlsein Deutscher in ethnisch gemischten Gruppen wenig mit Prozentsätzen, sondern mit einem Gemisch innerer und äußerer Faktoren zu tun hat (wobei „innerer“ die Gefühlswelt des Angst habenen Deutschen meint):
Anteil männlicher/ weiblicher Personen
Kleidung, Verhalten, Alter
Einrichtung der Räume
Wohn-/ Arbeits-/ und soziale Situation des „Deutschen“ und seine damit verbundenen Gefühle
seine Sozialisation

Interessanter Weise stört es kaum jemanden, dass in der Bundesliga viele Mannschaften fast nur noch aus Ausländern bestehen. Dagegen ist in Ostdeutschland offenbar Ausländerhass weiter verbreitet als im Westen, obwohl der tatsächliche Anteil im Osten viel geringer ist.

Fazit: Eine kluge, bescheidene, hübsche, perfekt Deutsch sprechende Japanerin wird weitaus weniger Ängste auslösen als ein großer, polteriger und ungehobelter Türke, der nur wenige Brocken beherrscht…
Gruß!
Christian

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

bestehen. Dagegen ist in Ostdeutschland offenbar Ausländerhass
weiter verbreitet als im Westen, obwohl der tatsächliche
Anteil im Osten viel geringer ist.

hallo christian,

nicht obwohl, sondern weil.
obwohl es hass sicher in den wenigsten fällen ist.
was häufiger vorkommt, daran gewöhnt man sich schneller. auch ist die verbindung, daß ausländer eben nicht nur asylbewerbung und sozialhilfeempfänger bedeuten muß, im westen ausgeprägter.
du hat im osten so gut wie keine ausländer oder eingewanderte in normalen berufen, dönerverkäufer mal ausgenommen.
das gilt für alle arten von minderheiten, nicht auf ausländer beschränkt.

strubbel
#:open_mouth:)

hallo nike,

ich kann in diesen sätzen:
ich fühle mich nicht wohl - in Discotheken, Schulen… - mit SPÜR- u./o. sichtbarem Neo-Nazi-Anteil - wobei hier der Prozentsatz die kleinere Rolle spielt - (also wenn sichtbar ist, dass die zwar von hier kommen, sie aber so hässliche Stiefel tragen und schlechtrasierte Glatzköpfe haben, oder wenn ihr gähnendes Vakuum zwischen den Ohren spürbar wird, indem sie hirnlose Frasen von sich geben…)

ironie nur sehr schwer entdecken.

strubbel
I:open_mouth:)

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