Hallo Hämie,
Ich habe weniger an Steckdosen gedacht. Wenn ich mit Kindern
Entschuldige bitte, ich hatte auch nicht angenommen, daß Du so einen Hinweis erwartet hast. Ich dachte, Du seist ein sog. Multiplikator und richtete deshalb diesen Wunsch an Dich.
Es wurde bereits angesprochen, daß im Kindergarten gewöhnlich keine besonderen Vorkehrungen erforderlich sind.
Auch die Verpflegung wird nur dann zum Thema, wenn die Eltern da besondere Wünsche äußern. Das kann sich um religöse Verbote genauso handeln wie um Allergien.
Wenn Du z.B. fromme Islamisten in der Jugendgruppe hast, dann werden die wohl auch von selber den Vorschlag machen, zusammen mit dem Spanferkel auch ein paar Lammkoteletts mitzubringen oder so, das genügt ja dann.
Je größer allerdings die Kinder neu nach Deutschland kommen, desto größer sind auch die Probleme. Ohne genug Sprachkenntnisse ist man schlecht in der Schule. Unter Jugendlichen kann es zur Bildung verfeindeter Banden kommen. Je nach Herkunftsland kommst Du bei größeren Kindern und Jugendlichen überhaupt nicht mehr an die Eltern heran, nicht mehr nur wegen der Sprachbarriere, sondern dazu wegen ihres Desinteresses. Wie dem alles abzuhelfen sei, das ist ein weites Feld.
Was die Gesprächsthemen anbelangt, da kann ich mir eigentlich wenig Probleme vorstellen. Wenn z.B. Jugendliche aus verfeindeten Völkern dabeisind, dann kann man doch darüber reden.
Wenn Du hingegen Jugendliche aus Israel in der Gruppe hast, dann ist klar, daß die deutschen Kinder als Täterkinder zu sehen sind, wir aber trotzdem friedlich miteinander spielen. Wie man hört, gibt es u.a. in Tunesien viele Hitlerfreunde, Jugendliche aus diesem Land müßte man gegebenenfalls über die Strafbarkeit entsprechender Meinungsäußerungen aufklären.
Vergleichbare Tabus gibt es wohl woanders auch, im Herkunftsland z.B. einer Asylbewerberfamilie, aber woher soll man das im einzelnen wissen? Auch wird, wer aus seinem Heimatland flüchten mußte, wohl wiederum abweichende Meinungen haben. Dem hiesigen Pädagogen ist anzuraten, sich da nicht den Kopf des anderen zu zerbrechen.
Außerdem ist entweder die sprachliche Verständigung so schwierig, daß es zu solchen thematischen Problemen gar nicht erst kommen kann, oder der ausländische Jugendliche hat sich im Zuge seines Sprachstudiums schon daran gewöhnt.
Nochwas:
Bezeichnungen, durch die sich jemand möglicherweise diskriminiert finden könnte: Nehmen mir mal an, Du hast zwei Zigeunerkinder in der Gruppe, ein Bub und ein Mädchen. Nun ist „Zigeuner“ ja verpönt, es heißt jetzt „Sinti und Roma“. Das geht aber in unserem Fall nicht, weil die beiden entweder Sinti oder Roma sind, oder der Bub ist ein Sint, Sinto, Sintus o.s.ä., und das Mädchen eine Roma, nein „Roma“ war ja Mehrzahl, die Einzahl ist (weiß ich zufällig) „Rom“, aber männlich, also vielleicht weiblich Romin oder Romina, im umgekehrten Fall Sinterin, Sintina oder womöglich auch
Sinta. Berger, mein Name, mit freundlichen Grüßen