Njet towarischtsch
Hi
Was geschieht mit Teilen unserer Wirtschaft, wenn das mäßige
technische Ausbildungsniveau bleibt, wie es ist? Wenn
Soz.-Päd. beliebter bleibt, als Ingenieurwissenschaften?
Ich sehe hier viel Mittelmaß entstehen.
Darus entsteht m-E. kein mittelmaß. Mittelmaß ist ein ergebnis knapper finanzieller mittel. Zuerst merkt man das an der ausstattung, aber das ist gar nicht das eigentliche problem.
IMO entsteht mittelmaß in der forschung so:
Das geld ist knapp, damit auch die gelder, die den professoren für personal zur verfügung stehen. Mit den wenigen assistenten-stellen muß ein prof sehr vorsichtig umgehen: So eine stelle wird oft auf 5 jahre besetzt. Das risiko: Ist die frau/der mann nicht gut, ist der prof auch weg vom fenster (in der forschung). Also bleibt den professoren fast nichts übrig, als wenig risiko eingehen und jemanden einstellen, den man kennt. Wen kennt man am besten? Den eigenen doktoranden. Damit es nicht ganz nach inzucht aussieht, wird der doktorand nach seiner promotion max. 1 jahr im ausland geparkt und auf die zu besetzende stelle gehievt. Folge: die stelle wird gar nicht erst ausgeschrieben. Die folge: insgesamt werden wenige stellen für nachwuchswissenschaftler ausgeschrieben *. Die folge: auch die nachwuchswissenschaftler sehen das. Der offene arbeitsmarkt für den nachwuchs ist sehr sehr klein, man kann es selbst fast nicht riskieren aus diesem system auszubrechen. Also, ein jahr ins ausland und zurück an den heimischen herd.
Dadurch wird der wettbewerb um die besten köpfe aber ausgeschaltet. Ohne diesen wettbewerb=> mittelmaß
Die folge: Eine typische deutsche universitätskarriere sieht so aus: Studieren, diplomieren, promovieren, ein jahr weg, habilitieren (n der selben uni) und falls es mit der berufung dann nicht klappt: inventarisieren (zum apl. Prof befördern).
Anders gesagt: Mittelmaß wird durch mangelnde risikobereitschaft hervorgerufen. Die mangelnde risikobereitschaft ist aber eine folge des knappen Bildungs-/Forschungshaushalts.
Die auswirkungen auf die lehre sind dann nur eine frage der zeit.
Wenn ich mir die gesellschaftspolitischen Ansichten einiger
sogenannter „Spezialisten“ (ich nenne sie Fachidioten) hier
ansehe, komme ich immer mehr zu der Meinung, dass die
geisteswissenschaftliche Bildung deutlich zu kurz kommt.
???
Ciao Rossi
*werft mal einen blick in die zeit. Ich habe den eindruck, dass mehr professuren als assistentenstellen ausgeschrieben werden. Aber IMO auch nur, weil man muß. Wie professuren oft vergeben werden, brauche ich eigentlich nicht erläutern. Also, man hat ein oder zwei wunschkandidaten, die kommen auf die berufungsliste. Und dann noch fünf ungefährliche kandidaten, die bei lichte betrachtet für die stelle eigentlich nicht in frage kommen. Externe gutachter werden bestätigen, dass die fünf ungeeignet sind, übrig bleiben die beiden wunschkandidaten. Wettbewerb um die besten köpfe würdeich das nicht nennen.