Ausländische Spezialisten und Deutschland

Hallo liebe Netter
ich werde mich jetzt hier mal outen, und es könnte was längeres
werden! Hinweis: Bitte verschont mich mit Aussagen wie: Sei
froh, dass DU einen Job hast, 3.6 Mio sind arbeitslos oder so.

Also:
Hintergrund zu mir: Informatik Studium, Diplomnote 1,2, 2
Bücher, mehrere Artikel publiziert. Ich war 2 Jahre in Singapore
und 2 Jahre in Luxemburg! Ich bin 33 Jahre, single!
So, hier nun,w as mir heute beim joggen so durch den Kopf ging.
Ich sitze zu Hause und denke mir mal, weil ich mich mal wieder
einsam fuehlte, wieviel ich wohl mehr Geld haette, wenn ich
gluecklich und nicht einsam waere. Mir war klar, dass ich mehr
haben werde, wenn ich verheiratet bin, aber 1800 DM? Also mein
STeuerprogramm hat ausgerechnet, dass ich anstelle von 6100 DM
Steuern nur 4300 DM Steuern bezahlen würde.
Das ist eine Menge Holz. Da ich sowieso gerade etwas deprimiert
war (s.o.), habe ich dann so angefangen zu denken. Ich werde mit
monatlich 1800 DM bestraft, weil ich keine Frau finde. Ist das
fair. Ich will ja heiraten und Kinder, aber ich bin eben (s.o.)
sehr beschäftigt. Und dafür werde ich bestraft! Als ich in
Singapore dann eine nette Asiatin kennengelernt habe, haben wir
überlegt zu heiraten. Der deutsche Staat macht es fast unmöglich
(verbieten kann er es ja nicht, aber so schwer wie möglich
machen), eine Asiatin (Thai, Filippina etc.) zu heiraten. D.h.
heiraten geht schon, aber das Visa … Ich weiss wohl wieso das
so ist, aber wenn man wie ich dort 2 Jahre war, die Verlobte
eine dortige normale Anegstellte war, nachweislich, warum wird
man(n) dann so behandelt, als waere man(n) ein Zuhälter?
D.h. also: Ich werde bestraft für das Alleinsein und es werden
mir alle Steine in den Weg gelegt, nicht mehr allein zu sein,w
enn ich im Ausland jemanden gefunden habe.
Doppelte Strafe.
Aber jetzt kommt erst der eigentliche Betreff, denn:
Bei den hohen Steuern und der zu erwartenden Nichtrente oder
Mindestrente, die ich dann bekommen werde, werde ich wohl wieder
ins Ausland gehen. Vielleicht nicht Asien, vielleicht Schweiz,
Luxemburg, Holland… Überall hat man netto mehr, also
letzendlich einen höheren Lebensstandard. Ich habe von meinem
Bruttoghehalt auf der Bank 43%!
In Singapore waren die STeuenr 5% (!!!) und ich hatte eher das
Gefühl, dass der Staat auch was für die Leute dort tut für das
Geld. Nicht wie hier. Ich würde gerne Steuern bezahlen, wenn ich
sähe, dass das Geld vernünftig verwendet wird.
In Luxemburg hatte ich ca. 30% Abzüge und auch hier hatte ich
das Gefühl, dass das Geld sinnvoll verwendet wird. Da ich mich
auf Grund meiner Ausbildung und meines Gehaltes zu den o.g.
Spezialisten zähle, frage ich mich nun eines:
Warum sollten die Ausländer hierher kommen?
Sollte der Staat nicht ersteinmal dafür sorgen, dass die hier
ausgebildeten Spezialisten hier bleiben?
Wie gesagt, ich werde wieder gehen!
Aber ist das nicht schade? Und gibt es nicht noch mehr die dies
tun?
Ich habe in mit meinen Freunden aus Singapore gesprochen, Inder,
meistens, ein paar Chinesen. Alle exzellent ausgebildet, smart,
viele mit PhD aus den USA oder Singapore oder England. Keiner
(0) hat Interesse in D zu leben oder zu arbeiten.
Gründe (ohne Priorität):

  1. Ausländerhass, der im Ausland sehr sensibel aufgenommen wird.
  2. Klima
  3. Sprache
  4. Deutschland ist für sie kein HighTech Standort
  5. Hohe Abgaben
    Als ich einem Exkollegen erzählte, was ich an Abgaben habe, da
    hat er mich für verrückt erklärt. Ihm ist unsere Rente, die er
    dann zahlen muss, egal. Auch das Arbeitslosensystem, denn wenn
    er arbeitslos würde, würde er ja nicht mehr hierbleiben dürfen.
    Er versteht auch nicht, warum er Solidaritätszuschlag zahlen
    soll. Und er versteht überhaupt nicht, warum er so hohe Steuern
    bezahlen soll.
    Wenn man dann noch sagt, wie teuer die S-Bahn oder so ist (in
    Singapore max 1.60 S$), dann sagt er ich lass es lieber. Aber
    vor allem sagen sich diese Spezialisten:
    Mit meiner Ausbildung gehe ich besser nach Amerika. Dort findet
    IT statt, dort spreche ich die Sprache, und ich verdiene mehr.
    Also warum sollte ein Ausländer hierher kommen und was sollte
    mich hier halten? Welche Gründe gibt es für mich, in D zu wohnen
    und zu arbeiten?
    Wisst Ihr welche, nach dieser Schilderung?

…logisch Kay.

viele meiner auländischen Kumpelinnen und Kumpels (Ausbildung VWL/BWL/Mathe etc.) sind aus Deutschland abgehauen. Häufig USA, Kanada und Holland. Wäre ich einige Jährchen jünger, wäre ich auch weg. Die deutsche „Gründlichkeit“ und Reglementierungssucht, der gigantische Behördenwassekopf und die „Servicewüste“ können übel anöden. Wünsche Dir alles Gute.

cu Raven

Hallo Kay!
Komisch, immer wenn ich alte Kumpels treffe, höre ich, dass andere alte Kumpels in die USA gegangen sind … . Ich kenne sogar anerkannte Asylanten, die jeden Tag fluchen, dass sie nicht nach Kanada oder Schweden geflohen sind. Und wenn man bedenkt, dass Mr. Dröge persönlich (= Hans Eichel) als der kompetenteste dt. Politiker gilt… . Deutschland hat sich in der Reformunfähigkeit wegen der Selbstblockade der allmächtigen Gruppen (Beamtenbund, Gewerkschaften, Kirchen, BDI als Vertreter der Steinzeit-Industrie, aber spendenmächtig!) ins Abseits manövriert. Da infolge der Euro-Schwäche der Export boomt, treten die strukturellen Probleme im Moment nicht so hervor. Und „glücklicherweise“ gibt es ja die NeoNazi-A…löcher, die unseren Politikern und Medien genug Vorlagen für Aktionismus (= Geschwätz) geben, damit sich niemand um die echten Probleme kümmern muß. Aber Rettung ist in Sicht! Ungeachtet allen Konsolidierungsgeredes rast der Staat und erst recht die Länder und Kommunen auf den Konkurs zu. Dass die Abermilliarden der zugesagten Beamtenpensionen niemals ausbezahlt werden können ist jedem klar.Dieses Jahr werden wieder mal über 80 Milliarden nur für Zinsen der Bundesschuld fällig. Selbst Bayern, obwohl finanzpolitisch das Musterland, peilt erst für 2006 einen ausgeglichenen Haushalt (d.h. ohne Netto-Neuverschuldung) an.
Zu dem Zeitpunkt werden die „richtig kapitalistischen“ Staaten wie die USA, Australien usw schon ein deutliches Haushaltsplus aufweisen und Milliarden in die Infrastruktur pumpen. Dann gute Nacht Deutschland!
Die Frage ist eben, ob man einen bürokratischen Wasserkopf mit 6 Mio. Staats"dienern" und eine überbordende Sozialstaatsmafia finanziert … oder in die Zukunft investiert.
Die Deutschen haben sich, egal ob unter Kohl oder Schröder, ganz in der wilhelminischen Tradition des Obrigkeitsstaates, für die Beamten- und Sozialstaatsmafia entschieden und damit für die Pleite.
Ich wünsche Dir im Ausland viel Glück, viel Spaß und gutes Wetter!
frank
PS: Dass man in Deutschlands Steuern spart, weil man ein Ehegespons hat, ist auch so eine mittelalterliche Merkwürdigkeit. Beamte bekommen sogar mehr Gehalt dazu, wenn sie verheiratet sind: Leistung lohnt sich in Deutschland eben doch, allerdings nur wenn sie im Bett stattfindet!

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gibts eigentlich in deutschland keine institution, der man sowas schildern kann?
ist nicht der petitionsausschuss dazu gedacht, sich beschwerden der bevölkerung anzuhören?

gibts eigentlich in deutschland keine institution, der man
sowas schildern kann?
ist nicht der petitionsausschuss dazu gedacht, sich
beschwerden der bevölkerung anzuhören?

Ja, ich glaube der ist das.
Aber ist da jemals was passiert?
Ich glaube nicht.
Ich glaube einfach nicht mehr, dass unsere Regierung
a) dem Waehler zuhoert (denn der hat im wahrsten Sinne des
Wortes seine Stimme abgegeben)
b) die Probleme kennt
c) gewillt ist was zu unternehmen
d) die Probleme ueberhaupt versteht

Hallo Kai

Ja, ich kann dich gut verstehen *seufz*.
Nachdem ich mehrere Jahre im Ausland gelebt hatte, musste ich eine kleine Runde in D drehen, um ein FH-Diplom einzusammeln (was ja hier nicht ganz unwichtig ist *g*) und bin hängengeblieben (an meinem Herzen :smile:).
Trotzdem betrachte ich ein anderes Land (GB) als mein eigentliches Zuhause und D wohl eher als meinen Aufenthaltsort. Hätte ich die Wahl, ich wäre eher heute weg als morgen.

Sollte der Staat nicht ersteinmal dafür sorgen, dass die hier
ausgebildeten Spezialisten hier bleiben?

Ja, sollte er. Aber viele kommen eben auch irgendwann wieder :smile:

Also warum sollte ein Ausländer hierher kommen und was sollte
mich hier halten? Welche Gründe gibt es für mich, in D zu
wohnen
und zu arbeiten?
Wisst Ihr welche, nach dieser Schilderung?

Meine beste Freundin arbeitet zur Zeit im Silicon Valley. Ihr hohes Gehalt relativiert sich ziemlich schnell bei den astronomisch hohen Mieten, die dort gezahlt werden, und sie kommt mit der Mentalität der Leute nicht gut klar. Die Mitarbeiter in den Firmen wechseln häufig und keiner macht sich die Mühe oder Zeit, irgendwen näher kennenzulernen etc.

Ich weiss ja nicht, wie alt du bist, aber irgendwann (wenn das Konto immer dicker wird) fangen viele an, andere Prioritäten zu setzen, wie Familie, Haus etc.

Ich kann nur sagen: mach dein Zuhause nicht daran fest, wieviel Steuern du irgendwo zahlst, sondern daran, wo du dich als Mensch einfach am wohlsten fühlst. Dieses Wohlbefinden ist auf Dauer wichtig, viel wichtiger als die Kohle, die du auf deinem Bankkonto ansammelst.

Gruss und viel Glück
Marion

ja, kay, HAU AB! solange du noch kannst.
ich (61) habe auch die welt bereist, und ich
kann dir nur raten, versuch’s einfach woanders.
der ‚zirkus‘ hier faengt erst an.
muss wohl an der mentalitaet deutschsprachiger laender
liegen, dass hier jeder furz geregelt ist.
tip & frage: warum bist du nicht einfach in singapur
bei deiner freundin geblieben? kannst du evtl zurueck?
wenn du ledig bist -wie du schreibst- dann hast du
keine besonderen papiertiger zu erwarten, ausser…
…heiratsfaehigkeitsurkunde vom standesamt,…
…beglaubigt vom landrat,…
…beglaubigt vom innenminister,…
…beglaubigt von handlesmission oder konsulat,…
…auf der anderen seite:…
…uebersetzung und beglaubigungen in umgekehrter reihenfolge.
danach hast du ruhe.

ich gratuliere dir uebrigens zu deiner entscheidung! :’_
wir sind auch auf der ‚abreise‘. es hat keinen zweck (mehr).
die sozialabgaben sind zu hoch. und eines tages werden wir
sie garnicht mehr bezahlen koennen. den ‚rest‘ kannst du dir
dann selber ausmalen.
es hat keinen zweck, sich darueber aufzuregen oder sich
irgendwo zu beschweren: die karre laeuft! niemand kann
etwas sinnvolles ehr aendern.

gruss - digi (fuer ne woche verschollen)
& merke: ich bin OPTIMIST, nicht wie die nachricht vermuten
laesst ein pessimist.

Ja, ich glaube der ist das.
Aber ist da jemals was passiert?
Ich glaube nicht.

ich weiss es nicht. das ist wahrscheinlich ein stark unterschätztes ressort. ganz überflüssig kann es ja nicht sein, sonst gäb es das ja nicht.

Ich glaube einfach nicht mehr, dass unsere Regierung
a) dem Waehler zuhoert (denn der hat im wahrsten Sinne des
Wortes seine Stimme abgegeben)
b) die Probleme kennt
c) gewillt ist was zu unternehmen
d) die Probleme ueberhaupt versteht

ich weiss nicht, da bin ich mir nicht sicher. solange wir alle uns immer nur ÜBER die regierung beschweren anstatt uns direkt BEI der regierung zu beschweren, wird das vielleicht auch alles nicht so dramatisch gesehen?
ein profanes beispiel: als die berliner zeitung franziska van almsick derbe beleidigt hat, haben sich tausende telefonisch, per email oder per post bei der redaktion beschwert. daraufhin hat sich der chefredakteur entschuldigt.
hätten die sich alle hingesetzt uns zuhause darüber gemeckert wäre das wohl niht passiert.
letzten endes weiss auch die regierung, das wir ihr „chef“ sind, und den sollte man nicht zu sehr vergrätzen. auch wenn er noch so dumm scheinen mag.

bis dann

Hochinteressant
Hallo Kay,

einleitend möchte ich kurz bemerken, daß ich Deine Meinung uneingschränkt teile.

Ein paar Dinge möchte ich noch hinzufügen:

nicht nur Spezialisten als Einzelpersonen, sondern auch sehr viele (v.a. mittelständische) Unternehmen wandern am Stück ab.
Ich kenne hier ein illustres Beispiel (gerade weil es eigentlich so unspektakulär ist): kennt jemand von Euch das Städtchen Newbury Port in Massachussetts, USA? Nein? Macht nichts.
Dennoch siedeln sich im dortigen Industriegebiet jedes Jahr ca. 10 neue deutsche Unternehmen an.
Genauer gesagt sind nicht die Unternehmen neu sondern lediglich deren Standort…
Im Großen ist diese Entwicklung natürlich noch viel drastischer.
Die zukunftsweisenden Unternehmen gehen pleite, ins Ausland oder werden als „unprofitabler Geschäftsbereich“ bei Siemens dichtgemacht (sh. Halbleiter!!).

Wie Du ja richtig bemerkt hattest, kann es nicht die Aufgabe der hier für eine begrenzte Zeit arbeitenden Ausländer sein, den Aufbau Ost oder die überzogenen Pensionen unserer Staatsparasiten zu finanzieren.
Allerdings sollte dies auch nicht mehr länger die Aufgabe der deutschen Arbeitnehmer sein.
Jetzt meckert er, der deutsche Michel, aber wer hat sie denn gewählt, die Sozis und die Kommunisten?
Wir benötigen hier, so hart es klingt, eine komplette Neuprdnung des Renten-, Pensions- und Sozialsystems.
Weg von der Überversorgung, hin zu Eigenleistung.

Wie sollen denn die Leute hier etwas bringen und visionär und mutig handeln, wenn ihnen bereits in der Grundschule eine Nehmerhaltung eingebläut wird?

Deutschland wird so mittelfristig nicht mehr erfolgreich sein können. Wie Du ja sagtest, gibt es Möglichkeiten, sich umzuorientieren.
Selbst der visionsloseste Mittelständler muß ja nichts weiter tun als es der Großindurie nachzumachen und die Firma oder wenigstens die profitablen Unternehmensbreiche ins steuergünstige Ausland auszulagern und die arbeitsintensiven, weniger profitablen Geschäftsfelder in Deutschland subventionieren zu lassen.

Die allereinfachste Methode, die wirklich jeder kapiert, ist ja nun das holländische Holding-Modell. Wer das jetzt noch nicht macht, muß sich ja fast schon fragen lassen, ob er wirklich so viel Geld zu verschenken hätte.

Was braucht Deutschland also, um den Massenexodus der qualifizierten Arbeitnehmer und der Mittelständler zu verhindern?

Ich denke, wir alle wissen es, nur will es noch niemand wahrhaben.

Gruß,

Mathias

Hallo Kai

GRRRRRRR Kay (yyyyyy)

-)

Ja, ich kann dich gut verstehen *seufz*.
Nachdem ich mehrere Jahre im Ausland gelebt hatte, musste ich
eine kleine Runde in D drehen, um ein FH-Diplom einzusammeln

Das übrigens im Ausland nur bedingt anerkannt wird. Ein anderes
Problem. Ich konnte in den USA nicht promovieren, so gerne sie
mich wollten, weil mein Degree kein Masters war. Ein Abschluss
in D ist woanders leider nur bedingt anerkannt. Aber wie soll
das auch anders sein, wenn schon die Bayern Abschlüsse aus NRW
nicht anerkennen

(was ja hier nicht ganz unwichtig ist *g*) und bin
hängengeblieben (an meinem Herzen :smile:).
Trotzdem betrachte ich ein anderes Land (GB) als mein
eigentliches Zuhause und D wohl eher als meinen
Aufenthaltsort. Hätte ich die Wahl, ich wäre eher heute weg
als morgen.

So geht es mir auch

Sollte der Staat nicht ersteinmal dafür sorgen, dass die hier
ausgebildeten Spezialisten hier bleiben?

Ja, sollte er. Aber viele kommen eben auch irgendwann wieder

-)

Einmal. Und dann hauen sie wieder ab, so wie ich es jetzt plane

Also warum sollte ein Ausländer hierher kommen und was sollte
mich hier halten? Welche Gründe gibt es für mich, in D zu
wohnen
und zu arbeiten?
Wisst Ihr welche, nach dieser Schilderung?

Meine beste Freundin arbeitet zur Zeit im Silicon Valley. Ihr
hohes Gehalt relativiert sich ziemlich schnell bei den
astronomisch hohen Mieten, die dort gezahlt werden, und sie
kommt mit der Mentalität der Leute nicht gut klar. Die
Mitarbeiter in den Firmen wechseln häufig und keiner macht
sich die Mühe oder Zeit, irgendwen näher kennenzulernen etc.

Silicon valley ist auch nicht mein Ziel. USA sowieso eh nicht so
sehr (auch wenn ich es mal probieren werde), da die Leute dort
sehr oberflächlich sind
Wenn DU nach Baltimore gehst sieht es schon anders aus, oder
Fairfax

Ich weiss ja nicht, wie alt du bist, aber irgendwann (wenn das
Konto immer dicker wird) fangen viele an, andere Prioritäten
zu setzen, wie Familie, Haus etc.

33 Jahre. Und da ich keine deutsche Frau will (siehe
Diskussionen in Lust und Liebe oder Feminismus, die Du ja auch
besuchst) ist das kein Thema

Ich kann nur sagen: mach dein Zuhause nicht daran fest,
wieviel Steuern du irgendwo zahlst, sondern daran, wo du dich
als Mensch einfach am wohlsten fühlst. Dieses Wohlbefinden ist
auf Dauer wichtig, viel wichtiger als die Kohle, die du auf
deinem Bankkonto ansammelst.

Stimmt. ABer hier fühle ich mich nicht wohl, wei l auch der
Service Mist ist, weil man um jeden Scheiss kämpfen muss der
einem zu steht. Und ich will in meiner Rente auch noch ein wenig
leben

Gruss und viel Glück
Marion

GRRRRRRR Kay (yyyyyy)

-)

oh, pardon *hmmpf* :smile:

Ja, ich kann dich gut verstehen *seufz*.
Nachdem ich mehrere Jahre im Ausland gelebt hatte, musste ich
eine kleine Runde in D drehen, um ein FH-Diplom einzusammeln

Das übrigens im Ausland nur bedingt anerkannt wird. Ein
anderes
Problem. Ich konnte in den USA nicht promovieren, so gerne sie
mich wollten, weil mein Degree kein Masters war. Ein Abschluss
in D ist woanders leider nur bedingt anerkannt. Aber wie soll
das auch anders sein, wenn schon die Bayern Abschlüsse aus NRW
nicht anerkennen

Ist mir ehrlich gesagt egal, ich hab ja noch ein paar andere Abschlüsse, als nur das deutsche FH-Studium. Mir war der Lappen nur wichtig, weil er eben in D anerkannt wird. :smile:

Meine beste Freundin arbeitet zur Zeit im Silicon Valley. Ihr
hohes Gehalt relativiert sich ziemlich schnell bei den
astronomisch hohen Mieten, die dort gezahlt werden, und sie
kommt mit der Mentalität der Leute nicht gut klar. Die
Mitarbeiter in den Firmen wechseln häufig und keiner macht
sich die Mühe oder Zeit, irgendwen näher kennenzulernen etc.

Silicon valley ist auch nicht mein Ziel. USA sowieso eh nicht
so
sehr (auch wenn ich es mal probieren werde), da die Leute dort
sehr oberflächlich sind
Wenn DU nach Baltimore gehst sieht es schon anders aus, oder
Fairfax

Schon klar, aber was ich damit sagen wollte: du darfst eben nicht nur die Einkommensseite sehen, sondern auch die Lebenshaltungskosten. So kommt jemand mit weniger Gehalt in Bremen sicher besser zurecht (z.B. hinsichlich Hauspreise etc.) als jemand mit höherem Gehalt in München. Zwischen einzelnen Ländern sind die Unterschiede noch gravierender. Frag mal jemanden z.B. in den USA, was dort eine Krankenversicherung kostet, die in etwa die gleichen Leisungen bietet wie die deutsche gesetzliche Krankenversicherung. Außerdem solltest du das Umfeld beachten. Wenn du dich in einem Land wirklich zu Hause fühlen willst, musst du schon die Sprache fließend beherrschen (kannst du Holländisch ?). Außerdem sind Einheimische in sehr unterschiedlichem Maße bereit, Ausländer als „ihresgleichen“ zu aktzeptieren (da sind nicht nur die Deutschen absolute Nieten drin). Asien solltest du dir daher vielleicht abschminken. Ansonten, wie stehts mit zu starkem Einkommensunterschieden und Kriminalität ? Würdest du dich in einem Land wohlfühlen, wo der Großteil der Menschen in Papphütten auf Müllkippen haust ? Was nützt dir dein Porsche, wenn du einen Tresor drumherum bauen musst, damit er dir nicht abhanden kommt oder du dein Eigenheim wie die ehemalige D-D-Grenze bewachen lassen mußt ? Würdest du in einem Land leben wollen, in dem die Ergebnisse der örtlichen Fußballiga böhmische Dörfer für dich sind ? In einem Land, was Vollkornbrot für Pferdefutter hält ? In einem Land, wo dir zu Weihnachten vor Hitze der Schweiss unterm Nikolausbart hervorrinnt ? In einem Land, wo das Wort Umweltschutz ein Begriff aus der Zukunft ist ? etc.etc.

Ich weiss ja nicht, wie alt du bist, aber irgendwann (wenn das
Konto immer dicker wird) fangen viele an, andere Prioritäten
zu setzen, wie Familie, Haus etc.

33 Jahre. Und da ich keine deutsche Frau will (siehe
Diskussionen in Lust und Liebe oder Feminismus, die Du ja auch
besuchst) ist das kein Thema

Oh, die Diskussion ist mir wohl entgangen *grins* :smile:
Aber klar ist das für dich ein Thema. Wenn du keine Deutsche als Frau willst, willst du dann in IHREM Land leben ? Wobei wir wieder bei der gleichen Fragestellung sind wie oben, nach welchen Kriterien man sich also in einem Land wohl fühlt. Legst du z.B. wert darauf, dass mögliche Kinder auch deine Muttersprache (also Deutsch) erlernen, oder hast du vor, dich komplett abzunabeln ?

Stimmt. ABer hier fühle ich mich nicht wohl, wei l auch der
Service Mist ist, weil man um jeden Scheiss kämpfen muss der
einem zu steht. Und ich will in meiner Rente auch noch ein
wenig
leben

Ich versteh dich ja, ich fühl mich hier auch nicht besonders wohl. Ich wollte dir ja auch keineswegs ausreden, hierzubleiben (obwohl du ja in deiner Frage explizit nach Gegenargumenten gesucht hast *g*). Was ich meine ist nur: Anscheinend hast du bis jetzt noch kein anderes Land gefunden, in dem du dich wirklich wohl fühlst (sonst wärst du nämlich vermutlich noch dort). Schau dir also in Ruhe noch ein paar Länder an, solange, bis es dich irgendwo hält und du das Gefühl hast: Hier will ich nie wieder weg. Das ist dann vermutlich das richtige für dich :smile: Aber sei dir über deine Prioritäten im Klaren. Vermutlich wird dir kein Land wirklich ALLES bieten können, was du für dein Wohlbefinden brauchst. Wähle das Land, in dem du die Defizite selbst ausgleichen kannst.

Gruss
Marion

Hallo Kay,

hier gibt’s wahrhaftig genügend Dinge, die ich zum K"§$%& finde. Ein Staat, der nach Möglichkeit alles reglementiert, Zugabenverordnung und Ladenschlußgesetz sind nur die allgemein bekannten Auswüchse. Ein Sozialsystem, das mitverantwortlich ist für die hohe Zahl Arbeitsloser; Steuern in leistungsfeindlicher Höhe, mit denen in der Hauptsache ein Millionenheer Bediensteter unterhalten wird, die fern jedes Leistungsgedankens weich gebettet sind - das reicht schon, daß ein Mensch mit 80-Stunden-Woche die Haßkappe bekommt.
Was hält einen Menschen hier, der fast in jedem Land der Erde sein Auskommen finden würde?
Politisch bewegt sich hier so gut wie nichts. Eine Änderung der Steuertarife wird als Reform verkauft. Andererseits haben ja auch diese stabilen Verhältnisse etwas Beruhigendes. Man weiß eben, woran man ist. Soziale Unterschiede halten sich in Grenzen. Zumindest lebt keine breite Schicht in Blechhütten.
Das gilt auch klimatisch. Keine Extreme.
Dann sind da noch die sozialen Bindungen. Und schließlich eine Verbundenheit mit der Gegend, mit der Landschaft und letztlich auch mit ihren Menschen. Das spüre ich zumindest, wenn ich nach einiger Zeit wieder nach Hause komme.

Was aber gut ausgebildete Menschen welcher Fachrichtung auch immer bewegen kann, in größerer Zahl zu uns zu kommen ist mir rätselhaft. Es passiert ja auch nicht- glücklicherweise. Ich fände es peinlich, wenn indische oder amerikanische Fachleute ihre Erfahrungen in deutschen Amtsstuben und Ausländerbehörden machen müßten oder in noch größerer Zahl auf der Straße von Hohlköpfen bepöbelt würden, die allesamt stolz sind, Deutsche zu sein.

Für die Zukunft sehe ich noch etliche Probleme auf D zukommen. Im Moment ist der Trugschluß verbreitet, daß die Wirtschaftpolitik auf dem richtigen Weg ist, weil die Arbeitslosenzahl sinkt. Nur, was ist, wenn der Euro steigt und der Export deshalb abflacht? Was kommt auf uns mit den stetig steigenden Pensionslasten aus dem öffentlichen Dienst zu? Was geschieht mit Teilen unserer Wirtschaft, wenn das mäßige technische Ausbildungsniveau bleibt, wie es ist? Wenn Soz.-Päd. beliebter bleibt, als Ingenieurwissenschaften?
Ich sehe hier viel Mittelmaß entstehen.

Gruß
Wolfgang

sich für alles interessiert und

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good bye - hau ab
vorbemerkt: ich habe selbst im ausland gearbeitet + gelebt, und zwar in usa, u.k., tuerkei + griechenland.

bin nun in „d“ haengengeblieben, und zwar nicht, weil ich es hier wahnsinnig toll finde, sondern weil ich in keinem anderen land den freiraum hatte, mich so frei zu bewegen, wie hier ( ausser u.k. ).
1.) d ist zweifelsfrei demokratisch
2.) d ist nicht korrupt
3.) in d gibt es keine sozialen zwaenge

erlaeuterung:
zu 1.: es gibt laender, wie z.b. tr + gr , wo leute, die man kennenlernt, sehr „machtstrukturell“ leben - also papa, opa, grossopa haben was zu sagen gehabt + macht gehabt - in der familie ist es tradition, dass das so weiter geht. das erlebe ich in d wenig.
zu 2. versuch mal in tr + gr ein dir zustehendes dokument zu bekommen - das dauert sehr lange, wenn du den sachbearbeiter nicht „kennst“ - in d mach ich ne kleine dienstaufsichts-beschwerde, wenn es zu lange dauert.
3. hast du schon mal in usa gewohnt, und nicht - wie jeder andere arsch - sonnabends deinen rasen gemaeht? wehe dir: du wirst sozial geaechtet, ausgeschlossen.

es gibt noch mehr gruende, aber ich bekenne mich dazu: je mehr ich in der weltgeschichte herumgereist bin, umso klarer wird mir, dass " d " eines der geringsten uebel ist.
du bist single, hast alle moeglichkeiten, also hau doch endlich ab, und vermies mir hier nicht mein dasein!
gute reise
khs

Hallo Mathias

Wie Du ja richtig bemerkt hattest, kann es nicht die Aufgabe
der hier für eine begrenzte Zeit arbeitenden Ausländer sein,
den Aufbau Ost oder die überzogenen Pensionen unserer
Staatsparasiten zu finanzieren.
Jetzt meckert er, der deutsche Michel, aber wer hat sie denn
gewählt, die Sozis und die Kommunisten?

Ich bin verwundert, daß du die CDU und FDP als Sozis und Kommunisten bezeichnest. Immerhin haben Sie 16 Jahre lang regiert, die Solidaritätsabgabe eingeführt und die hohe Arbeitslosigkeit gezüchtet.

Gruß
Carlos

Hi
Nicht nur du haust ab (tu es, in deiner situation hat es im moment wenig sinn zu bleiben),
auch meine tage in d sind gezählt (noch etwa 100). Mit lebensgefährtin natürlich. Mein Bruder bewirbt sich aus D weg, seine partnerin ist schon weg. (Damit haben wieder vier Dr. rer. nat. das land verlassen.)
Warum? Ganz einfach: Du suchst *gute* chancen als spezialist, in „d“ wirst du sie nur schwer finden. Vielleicht sind sie besser, wenn du in fünf jahren zurückkommst - darauf hoffe ich.
Aber „d“ ist als technologiestandort IMO leider eher auf dem absteigenden ast, die bahnbrechenden dinge geschehen an anderen orten.
Vielleicht kommen wir eines tages zurück…aber nur vielleicht.

Ciao Rossi

Hi Carlos!

Ich bin verwundert, daß du die CDU und FDP als Sozis und
Kommunisten bezeichnest. Immerhin haben Sie 16 Jahre lang
regiert, die Solidaritätsabgabe eingeführt und die hohe
Arbeitslosigkeit gezüchtet.

Darüber habe ich mich damals geärgert.
Nun aber rege ich mich über die aktuelle Regierung auf, die nichts daran ändert und schon nach 2 Jahren von der Macht und den „kleinen Goodies“ korrumpiert worden ist.

Gruß,

Mathias

Hallo Kay und alle andere potentielle Flüchtlinge,

auch ich bin viel gereist und habe im Ausland gearbeitet, und ich kann es auch gut verstehen wenn jemand auswandern will, weil es ihm woanders besser gefällt. Ich finde es aber bedenklich wenn jemand geht weil er hier alles schlecht findet. Meine Erfahrung mit dieser Art deutscher Auswanderer ist die, dass sie oft in ihrem Zufluchtsland versuchen die Einheimischen zu Deutschen umzuerziehen. So habe ich z.B mal einen deutschen Aussteiger in Irland kennengelernt, dem es in Deutschland zu spießig war, andererseits hat er sich über irische Unpünktlichkeit und angebliche Faulheit beklagt.

ich habe mal ein Gedicht über Auswanderer gehört, von dem mir leider nur noch eine Stelle einfällt. Dort heißt es: „er suchte einen neuen Spiegel für sein altes Gesicht“.
Lebensfreude ist viel weniger von einem Staat oder von Politik abhängig als viele offensichtlich denken. Wenn man hier alles Scheiße findet ist die Warscheinlichkeit groß, dass man auch woanderst nur nach den Haaren in der Suppe sucht.

Sicherlich gibt es viele Probleme in Deutschland, aber Probleme sind da um sie zu lösen.

Trotzdem gute Reise

Gruß Martin

Hi
Du hast sicherlich recht mit vielem
ABer:

  1. Ich finde nicht alles schlecht in Deutschland, im Ausland
    habe ich gelernt, dass Deutschland auch seine Vorzüge hat
  2. Nicht jeder Deutsche im Ausland will die dortigen umerziehen
  3. Man kann doch auch im Ausland die guten Deutschen Werte
    vermitteln.
  4. Es ging mir hier nicht so darum, alles an den Prnager zu
    stellen, sondern auch neuen input für das gute Deutsche zu
    bekommen.
  5. Ich denke D ist ein sehr schönes Land, mit Vorteilen, wie
    Zuverlässigkeit oder Pünktlichkeit. Aber bei meinen Prioritaeten
    überwiegen die Schwächen.
    Ich denke es liegt an den Prioritaeten die jeder hat.
    Und die Antworten dieser Newsgruppe zeigen doch, dass es doch
    sehr viele Menschen gibt, und vor allem gut ausgebildete, die
    hier nichts mehr haelt.
    Und ich finde dies schade, Deutschland hat besseres verdient.
    Ich will jetz nicht alles wiederholen, aber die
    Reformunfähigkeit sehe ich als zukünftiges Problem
    Und die Unfreundlichkeit, die Kälte der Menschen.
    Das ist in Asien z.B. anders, sicher gibt es dort andere
    Probleme, aber die erscheinen mir weniger schwerwiegend.
    Ich bin auch zurückgekommen, aus verschiedenen Gründen, und
    dachte, so schlecht ist D nicht. ABer jetzt stelle ich fest,
    dass es aus meiner subjektiven Sicht so ist.
    Ausserdem, jetzt ganz ehrlich und negativ:
    Ich lass mich von niemandem gerne über den Tisch ziehen, schon
    gar nicht vom Staat.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi
Du hast teilweise recht: Die deutsche bürokratie ist durch aus noch steigerungsfähig. Wie bereits von anderen forumsteilnehmern angedeutet, relativiert sich ein scheinbar höheres gehalt im ausland auch schnell.
Aber: Warum kenne ich so viele sehr gut ausgebildete leute, die gehen und nicht mehr kommen? Wieviele Nobelpreise ehemalig deutscher muss es denn noch geben, bis man hier merkt, was falsch läuft.
Wenn spezialisten gehen, dann nicht, weil sie ein ruhigeres oder vielleicht besser bezahltes leben im ausland erwarten. Wenn ich mich gut bezahlt zur ruhe setzen wollte, wüßte ich, wo ich mich bewerben muß, hier in deutschland. Vielleicht gehen spezialisten aber nur, weil sie in einem anderen land die chance bekommen ihre ideen zu verwirklichen? Diese chancen finden sich bei uns nicht so leicht.

Cheers Rossy

Was geschieht mit Teilen unserer Wirtschaft, wenn das mäßige
technische Ausbildungsniveau bleibt, wie es ist? Wenn
Soz.-Päd. beliebter bleibt, als Ingenieurwissenschaften?
Ich sehe hier viel Mittelmaß entstehen.

Wenn ich mir die gesellschaftspolitischen Ansichten einiger sogenannter „Spezialisten“ (ich nenne sie Fachidioten) hier ansehe, komme ich immer mehr zu der Meinung, dass die geisteswissenschaftliche Bildung deutlich zu kurz kommt.

Nur um mögliche Missverständnisse zu vermeiden: ich selbst habe Mathematik studiert.

Elmar