vielen Dank für deinen interessanten Bericht. Du bleibst ein
Jahr in Prag?
Ein paar Fragen noch dazu: kommst du mit dem Geld hin oder
schicken dir deine Eltern noch Geld? Verständigst du dich in
Prag auf Englisch oder kannst du Tschechisch - wie halten es
die Anderen mit der Verständigung, also in der Einrichtung und
deine Mitbewohner? Welche Sanktionen trafen die „Abbrecher“?
Hallo Diana!
Ja, ich wollte ursprünglich ein ganzes Jahr bleiben, wusste zu dem Zeitpunkt aber nicht, dass hier im Juli und August überall Sommerferien sind und damit der Kindergarten zu hat. Das war auch mein Problem mit meiner Chefin hier, weil sie wollte, dass ich meinen ganzen Urlaub dann in diesen 2 Monaten nehme, was ich aber äußerst hirnrissig fand. Also hab ich um 2 Monate verkürzt (ging relativ problemlos, musste natürlich erklären, warum, aber sie haben’s eingesehen und die Nationalagentur hat da überhaupt kein Problem draus gemacht) und jetzt sind’s nur noch 10.
Mit dem Geld komm ich hin. Es ist zwar irgendwie gemein, dass man in Prag (was teils schon fast deutsche Verhältnisse hat) die gleiche Summe kriegt wie in irgendnem Kuhkaff in Mähren, aber naja. Ich rauche nicht, ich gehe selten weg und wenn ja, trink ich auch keine 15 Biere, ich versuche, halbwegs gescheit einzukaufen, da klappt das. Das Einzige, was bei mir immer richtig reinhaut, sind die Zugfahrten nach Hause, da ist mal locker ein Viertel bis Drittel des Monats weg (Deutsche Bahn *grml*). Und zu Weihnachten hab ich noch bisschen was abgehoben von meinem Konto, weil ich so viele Geschenke gekauft hab
.
Ich hab schon vorher ein wenig Tschechisch gelernt zu Hause (deswegen bin ich überhaupt nach CZ) und deswegen von Anfang an versucht, hier Tschechisch zu sprechen. Auf Arbeit ging’s nicht anders, weil hier niemand Englisch oder Deutsch kann und auch in der Stadt hab ich Tschechisch versucht. Teilweise bisschen blöd, wenn ich tschechisch frage und die mir dann englisch antworten, obwohl sie einfach nur langsames Tschechisch reden müssten, aber naja.
Mit meinen Mitfreiwilligen hab ich natürlich Englisch geredet, obwohl’s mit der Französin inzwischen schon mehr Tschechisch als Englisch ist. Mit dem Spanier rede ich kaum und er kann nach fast 6 Monaten immer noch äußerst wenig (ist nur zum Partymachen hier), also wenn, dann Englisch.
Das ist das Tolle am EFD - du bist Freiwilliger und *musst* gar nichts. Wenn du Probleme hast, kümmert sich als letzte Instanz zumindest die Nationalagentur darum (und es sollte auch die Entsendeorganisation in D tun), um was zu klären. Auch ein Projektwechsel ist drin, ist organisatorisch allerdings ziemlich aufwendig. Wenn man allerdings gar nicht mehr will, sagt man das so und kann gehen, ohne irgendwelche Sanktionen. Ich mein, es bemühen sich zwar alle um dich, aber letztendlich bist du da freiwillig und musst nichts tun, was du nicht willst. Bestraft in irgendeiner Form wird man nicht! Wofür auch … ich mein, ich hab nur ein „activity agreement“ unterschrieben, das ist kein Vertrag in dem Sinne. Und die Leute hier wissen auch, dass es manche einfach nicht schaffen, aus den verschiedensten Gründen.
Tipp noch von mir: Wenn dein Kind das machen sollte, achtet auf ein ordentliches activity agreement! Da sollten alle Sachen geregelt sein, Arbeitszeiten, Urlaub, Geld, Unterkunft, Aufgaben, Verpflichtungen, Rechte usw.usf. Mein agreement ist zwar 2 Seiten lang, enthält aber lediglich einen Allgemeinplatz über allgemeine Arbeitsaufgaben, sonst ist das Faselei. Als ich das unterschrieben habe, wusste ich noch nicht, was da alles drin sein muss … Ich mein, bei mir hat sich alles so regeln lassen, aber auch die Projektleiter können garstig sein …
Tschüssi! 
Thorid