Hallo, André,
Hmm, „be-geg-nen“ - da ist das letze g ja auch in einem
Auslaut vorhanden, auch wenn’s nur der Auslaut der Silbe ist.
Ich dachte immer, das mit der Assimilation wären solche Fälle,
wo z.B. n vor b oder p oft wie ein m ausgesprochen wird, wie
in „Zukumpft“, „Vernumpft“ oder „umbedingt“… oder wie nannte
sich das? Lenition?
Lenition im Sinne von Assimilation ist mir nicht geläufig - nachdem ich jetzt aber kurz gegoogelt habe, gewinne ich den Eindruck, dass ‚Lenition‘ eine andere Bezeichnung für das ist, was ich als ‚Aspiration‘ kenne - mit den von Dir zitierten Beispielen hat das m.E. aber nichts zu tun; die würde ich tatsächlich auch unter ‚Assimilation‘ subsumieren.
Und nochmal auf deine Antwort
zurückkommend: du schriebst von folgenden stimmlosen
Konsonanten. Heißt das, dass wenn ein auslautender stimmhafter
Konsonant vor einem anderen stimmhaften steht, dann beide
stimmhaft bleiben? Wie in „Mägde“ z.B…
‚Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip ja‘ - meine Vermutung lautet allerdings: von Region zu Region dürfte es da starke Unterschiede geben. Soeben fiel mir zu diesem Thema außerdem noch etwas ein, das ich seinerzeit unter der Bezeichnung ‚least effort principle‘ kennen gelernt habe - und das besagt, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, nichts anderes, als dass Menschen für gewöhnlich zu einer gewissen ‚Maulfaulheit‘ tendieren. Für die ‚Mägde‘ bedeutet das: es ist mit vergleichsweise etwas weniger ‚Kraftanstrengung‘ verbunden, wenn man das ‚gd‘ darin stimmlos als ‚kt‘ ausspricht - und da sich auch kein Bedeutungsunterschied ergibt, trifft man diese Aussprachevariante wahrscheinlich sogar recht häufig an.
Gemäß zweitem Teil von Tobias’ Regel müsste ein Wort wie
‚Magnum‘ übrigens wohl grundsätzlich ['ma:knum] ausgesprochen
werden - dem ist aber, zumindest in der Hochsprache, nicht so;
insofern nehme ich an, dass es Tobias in der Tat um stimmhafte
Konsonanten geht.
Ich denke, bei „Magnum“ liegt’s eher daran, dass es ein
Fremdwort ist, da kann es schonmal Abweichungen geben.
Da habe ich meine Zweifel - und stelle mich dumm und sage: ‚Ob Fremdwort oder nicht - meine Artikulationsstellen kennen nur Lautfolgen, keine Wörter‘ *g*. Spaß beiseite - und her mit ein, zwei anderen Beispielen: regnen, Wagner, Wagnis - ich nehme zwar an, dass das ‚g‘ in diesen Wörtern tendenziell stimmlos (weil eben mit weniger Aufwand verbunden) ausgesprochen werden dürfte, aber ich glaube, dass nur regional wirklich ein ‚reines‘ [k] daraus wird (ich nehme aber an, dass solche Unterschiede ggf. eher messbar denn wirklich hörbar sind).
Beste Grüße,
Frank_S