Ausnahmekanzler?

was die Wahl auch zeigt…
…ist doch, dass egal ob personenbezogen oder verdienst- und leistungsorientiert gewählt wurde, die meisten Wähler nicht wussten wer der beiden das kleinere Übel ist.
Wo findet man heute noch vorzeigbare, fähige Politiker, die keine Jasager und Leisetreter sind und bereit Kanzler zu werden und noch Unterstützung durch eine große Partei finden?

Der Michael

ja und ???
Bei dieser traurigen politischen Lage ist etwas Humor verbunden mit Sarkasmus durchaus angebracht.

Auch kopfschüttel! Bitte noch bierernster!

Ich dachte Du glaubst an 18 Prozent?
hallo raimund,

Eine Partei, die sich als so käuflich erwiesen hat, schafft
es, über die 5 % zu kommen und sogar ein respektables Ergebnis
zu erziehlen.
Warum?
Weil das Gedächtnis der Menschen kurz ist?
Ich weiß es nicht.
Hätten die Grünen das bekommen, was ihnen zusteht (evtl. 5,5
%), dann wäre das Ergebnis anders.

jau!
allerdings trifft es zu, dass sie reformwilliger und ehrlicher als die spd sind, positiv. und sie haben es geschafft eine mineraloelsteuer nach 4 jahren endlich als oekosteuer zu verkaufen, negativ. merkt bloss keiner mehr, schon gar nicht, wo die gelder zum beispiel hinfliessen, weiss ich kaum selbst.

Ich vermute, wenn Möllemann seinen loses Mundwerk gehalten
hätte, wärs anders ausgegangen.

ups warst du nicht der meinung er solle weiter machen und die fdp erhaelt dafuer 18 prozent? das hast du oft im fruehsommer behauptet. komisch nicht?

beste gruesse, peter

hallo lego,

Ich vermute, wenn Möllemann seinen loses Mundwerk gehalten
hätte, wärs anders ausgegangen.

ups warst du nicht der meinung er solle weiter machen und die
fdp erhaelt dafuer 18 prozent? das hast du oft im fruehsommer
behauptet. komisch nicht?

Nicht komisch.
Das eine mal sich durchsetzen ist von Vorteil. Hätte er da nachgegeben, wäre er ein Weichei, ein Kriecher.
Doch kurz vor der Wahl sich auf so etwas einzulassen, das war dumm. Er hätte mit den Zähnen knirschen sollen und warten, bis die Wahl vorbei ist. Und dann kann er den Schmierling immer noch zurechtkürzen.
Genauso unsere Schlappergosch von der SPD. Das hätte der SPD evtl. den Sieg kosten können (hätte mich ja gefreut…). Hier muss einfach Parteidisziplin sein. Ein Politiker muss das wissen.
Grüße
Raimund

Hallo Aragorn.

Rein objektiv und faktisch: 1998 lag die Arbeitslosigkeit nach 16 Jahren CDU immerhin bei ungefähr 4,6 Millionen - und das bei wesentlich besseren Weltwirtschaftsbedingungen. Wäre es nicht möglich, dass die vier Jahre SPD einfach nicht ausgereicht haben um den Schaden von 16 Jahren CDU zu beheben?

Frag ja nur,
Chris

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Lego,

>:allerdings trifft es zu, dass sie reformwilliger und ehrlicher
>:als die spd sind, positiv. und sie haben es geschafft eine
>:mineraloelsteuer nach 4 jahren endlich als oekosteuer zu
>:verkaufen, negativ. merkt bloss keiner mehr, schon gar nicht,
>:wo die gelder zum beispiel hinfliessen, weiss ich kaum selbst.

Ganz so ist das nicht. Aber es ist eigentlich gar nicht so schwer. Immer vorausgesetzt, dass das alles mit Rechten Dingen zugeht, sieht es so aus:

Die Ökosteuer ist die Ökosteuer, und die Mineralölsteuer eine Mineralölsteuer. Und die beiden haben nichts miteinander zu tun, dienen aber dennoch einem gemeinsamen Zweck: den finanziellen Möglichkeiten der Bundesrepublik. Die Mineralölsteuer läuft meines Wissens in den „großen Topf“ des Bundes. Und die Ökosteuer fließt - bis auf wenige Millionen - ausschließlich in die Rentenkasse. „Und das ist auch gut so“, ansonsten zahlt die junge (meine) Generation in dreißig Jahren je einen Rentner und irgendwann noch sich selbst, da dem Sozialstaat die Puste ausgegangen ist. Und schon ist der schöne Generationenvertrag von Adenauer dahin.

Wie auch immer, ginge es nach der FDP (was es aber nicht tut), dann wäre die Kfz-Steuer auch noch in die Mineralölsteuer umverlegt worden, was zu Folge hätte, dass man zwar keine Kfz-Steuer mehr zahlte, dafür aber als Vielfahrer - auch mit einem neuen und daher an sich steuerfreien Auto - auf horrende Summen kommen würde (kommt man ja eigentlich jetzt schon).

Irgendwie hat sich die deutsche Wirtschaft innerhalb der letzten Jahre oder gar Jahrzehnte mächtig verkalkuliert, aber man sollte nicht immer ALLES gleich auf die Politiker schieben, schließlich haben z.B. die Gewerkschaften mit ihren unwirtschaftlich hohen Lohnforderungen auch kräftig ihren Teil dazu beigetragen, und weder die Regierung Kohl noch die betroffenen (angear***ten) Unternehmen haben sich getraut, etwas dagegen zu unternehmen.

Aber egal, ich schweife mal wieder ab.

Chris

Hallo!

ich finde Dein Posting schon erstaunlich, da paralell zu den
gestrigen Hochrechnungen auch umfangreich über weitere
Umfragen unter den deutschen Wählerinnen und Wählern
diskutiert worden sind.

Das habe ich auch gesehen.

Vielleicht habe ich ja etwas falsch verstanden, aber war das
Ergebnis dieser Umfragen nicht eher derart, daß eben KEIN
personenbezogenes Wahlergebnis vorliegt? Und daß der Einfluss
amerikanischer Wahlkampfmodelle (diesmal) noch keine so große
Rolle gespielt hat?

Korrekt, das Ergebnis dieser Umfragen lief so. Und?

Und ich würde im Zusammenhang mit dem sich nun darstellenden
vorläufigem Endergebnis auch nicht von einem Wahlsieg der SPD
sprechen - eher von einer deutlichen Warnung an den Kanzler,
und im übrigen eher von einer Bestätigung von ROT-GRÜN.

Das Ergebnis zählt, Schröder ist noch Kanzler, also hat die SPD die Wahl gewonnen.
Was dahintersteckt, kann man nur vermuten.
Ich persönlich denke, dass der Aufwachprozeß in der Bevölkerung wohl einfach 8 anstatt 4 Jahre braucht…

Ich hoffe, dass die Union 2006 mit einem besseren Kandidaten antritt.

Grüße,

Mathias

Du bist verbittert und machst Dich lächerlich!owt

@ Tom

Eigentlich sollte ich auf diese Bemerkung gar nicht antworten, denn das Wort „lächerlich“ trifft hier tatsächlich zu. Allerdings eher auf Dich.

Ist ja toll, dass Du mich so gut kennst und daher so trefflich beurteilen kannst, dass ich verbittert bin.

LOL - Du hast keinen Schimmer, wovon Du eigentlich sprichst.

Im übrigen spar Dir doch künftig einfach die Zeit und die Mühe auf Postings zu antworten, die unter Deinem Niveau - weil lächerlich - sind. Vor allem wenn Deine Bemerkung dann so schrecklich inhaltlos ist.

In diesem Sinne,
Sarah

Hi Sara,

solch ein Kanzler ist mir ehrlich gesagt lieber, als einer, dem man per Schauspiellehrer das Lachen (wenn auch kein allzu natürliches) anzutrainieren mußte, der zwar alle Zahlen kennt, aber nicht das richtige Wort findet, der den Frauen ihre Rolle in der Familie und im Haushalt zuordnet und was was ich noch mehr an Anachronismen von sich gibt, von denen er unbedingt überzeugt ist.

Kompetenz haben beide ca. gleich viel (oder wenig; wie beliebt), die echte Arbeit wird und wurde (auch schon bei Adenauer) von Referenten gemacht und von den jeweiligen Kanzlern vorgetragen.

Einen Visionär als Kanzler hatte D nur ein einziges mal, nämlich Willi Brandt, dem wir schließendlich die Wiedervereinigung verdanken, die Helmut Kohl in den Schoß gefallen ist (obwohl er sich redlich bemüht hat einen wichtigen Protagonisten zu denunzieren (—> Göbbelsvergleich)).

Gandalf

Hi Raimund,

Was mich wundert, ist das Abschneiden der
Grünen.
Eine Partei, die sich als so käuflich erwiesen hat,

vielleicht ist mein Gedächtniss wirklich sehr kurz, aber der Sinn dieser Worte erschlißt sich mir nicht so ganz.

Hätten die Grünen das bekommen, was ihnen zusteht (evtl. 5,5
%), dann wäre das Ergebnis anders.

Nun, der Vizekanzler hat sich m.E. sehr gut verkauft und D in der Welt sehr ordentlich vertreten.
Tritin hat, trotz aller Kritik sein Programm mehr oder weniger durchgezogen und Frau Künast hat auch nicht die schlechteste Politik vorgelegt. Wo bitte sind da die Motzpunkte?

Ich vermute, wenn Möllemann seinen loses Mundwerk gehalten
hätte, wärs anders ausgegangen.

Der größte Spaßpunkt (sollen wir besser sagen Witz?!) war der Programmpunkt ‚18 %‘. Seitdem konnte ich die FPD nicht mehr ernstnehmen.
Dann kam da noch die nicht weniger lächerlichere Kanzlerkandidatur des Herrn Westerwelle und sein Gehabe beim Kandidatenduell, die mich nicht wenig in dieser Meinung bestärkt hat. Na ja, wenigstens hier war das Wahlvolk einigermaßen schlau.

Gandalf

Hi Christoph,

schließlich haben z.B. die Gewerkschaften mit ihren
unwirtschaftlich hohen Lohnforderungen auch kräftig ihren Teil
dazu beigetragen,

ähm, ich will jetzt nicht mit meinem Alter kommen (so nach dem Motto ‚Du könntest locker mein Sohn sein‘), aber ich hab eine Familie mit zwei Kindern zu ernähren, hab ein Haus gekauft und möchte nicht nur bei Aldi&Co kaufen.
Die unwirtschaftlich hohen Lohnforderungen waren in den letzten Jahren sehr moderat und stets unter oder nahe bei der Inflationsrate (Abzugbereinigt).
Vielleicht stammst Du aus einer Familie, in der nicht so sehr auf den Pfennig geachtet werden muß, aber ich kann, trotz Studium und einer nicht schlecht bezahlten Stellung, nicht mit dem Geld um mich werfen.
Ganz nebenbei war das Wirtschaftswachtum in den letzten Jahren stets größer als die Lohnerhöhungen.

Gandalf

Eigentlich sollte ich auf diese Bemerkung gar nicht antworten,
denn das Wort „lächerlich“ trifft hier tatsächlich zu.
Allerdings eher auf Dich.
Ist ja toll, dass Du mich so gut kennst und daher so trefflich
beurteilen kannst, dass ich verbittert bin.

Bist Du es etwa nicht?

LOL - Du hast keinen Schimmer, wovon Du eigentlich sprichst.

Eigentlich ein Satz, welcher ein Lachen (LOL) nicht angemessen erscheinen läßt.

Im übrigen spar Dir doch künftig einfach die Zeit und die Mühe
auf Postings zu antworten, die unter Deinem Niveau - weil
lächerlich - sind. Vor allem wenn Deine Bemerkung dann so
schrecklich inhaltlos ist.

Nun, mit Deiner Antwort schenkst Du immerhin meiner Lächerlichkeit Beachtung, oder?

Mal ernsthaft. Was soll das alles mit Schröders Haarfarbe, seinen Ehen und was weiß ich noch alles?

Im habe Deine Hinweise nicht als sachdienlich empfunden. Man kann unterschiedlicher Meinung sein, das ist in Ordnung.
Aber es bringt niemanden auch nur einen Schritt weiter mit Ironie seine Meinung zu bekräftigen.

Nimm’s mir bitte nicht übel, ich wollte Dir nicht zu nahe treten; lediglich Dein Posting kam nicht so gut rüber.

Gruß

Tom

In diesem Sinne,
Sarah

Hallo, Gandalf!

Ich habe ja nicht gesagt, dass das auf alle zutrifft, und dich persönlich meinte ich ja gar nicht. Auch ich schwimme nicht gerade im Geld. Nichts desto trotz sieht es aber so aus, dass die Lohnforderungen der letzten Jahre oder sogar darüber hinaus im Allgemeinen über den Möglichkeiten der Wirtschaft bzw. der Unternehmen lagen. Das merkt besonders an den Kleinbetrieben, von denen 2001 mal wieder um die Tausend Insolvenz anmeldeten. Diese können den Lohnforderungen nämlich gar nicht nachkommen.

Das Problem dafür liegt vielleicht viel tiefer: unser Sozialstaat. Dieser Begriff ist nämlich im Grundgesetz nicht definiert, es wird nur erwähnt, dass er eben in unserem System existiert. Momentan fließen etwa zu je einem Drittel folgende Steuern in das Sozialsystem: Arbeitnehmer (Lohnnebenkosten), Arbeitgeber und öffentliche Zuschüsse. Die Lohnebenkosten machen gut 50 % des Bruttoeinkommens aus, die Steuern, die ein Arbeitgeer abzugeben hat (mist, mir fällt jetzt das Wort nicht ein) genauso viel. Und die Spritze vom Staat ebenfalls. Ingesamt sind das rund 30 % des Bruttoinlandproduktes.

Wenn nun aber die Gewerkschaften Lohnforderungen stellen, denen die Firmen und Betriebe nicht nachkommen können, dann gehen die kleinen ein. Die großen (z.B. Autokonzerne, Telefonanbieter; eigentlich alle) hingegen entlassen einen Teil ihrer Angestellten, wodurch für die anderen die Lohnebenkosten steigen (für den Konzern im Übrigen auch), weshalb diese erneut höheren Lohn fordern, was der Konzern irgendwann nicht mehr oder kaum noch verkraften kann. Der Staat muss nun die jetzt arbeitslosen versorgen und gleichzeitig mal wieder eine weitere Finanzspritze fürs Soziale abdrücken. Der Kreis ist geschlossen.

Was - man verzeihe mir, wenn ich wieder ausschweifend werde - ist daran sozial, wenn jemand, der die Stütze wirklich benötigt, diese in nicht ausreichendem Maße erhält, andere (ich nenne sie jetzt einfach mal plump „Schmarotzer“, man verzeihe mir erneut) aber ein eigenes Haus und einen Zweit- oder Drittwagen für unverzichtbaren Luxus halten, sich aber zu Schade sind für ein neues Gebiss zu zahlen und dafür den Staat bemühen.

Was ich eigentlich damit sagen will: Natürlich kann man sich über die deutschen Sozialabgaben ärgern. Oder über die Mineralölpreise (macht wohl jeder, ich ja auch). Aber ich bin - ganz objektiv betrachtet - zu der Auffassung gelangt, dass unser Sozialstaat als solcher nur dann weiterexistieren kann, wenn er nicht allzu oft missbraucht wird, und dafür braucht man fähige Leute, die die Drosselklappen bedienen.

Wie du nun merkst, hat dieser Text nur noch peripher was mit deinem Beitrag zu tun, ich habe bewusst versucht ihn allgemein zu halten, und falls du mir bis hierhin noch zugelesen hast bin ich dir sehr dankbar dafür und verbleibe mit diesen Worten. (oder so ähnlich)

Chris

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