Hallo!
In Anlehnung an das Buch „Deutschland verblödet“ konnte man in der mittlerweile auf locker 1 Jahr angewachsenen Wahlkampfphase eine deutliche Amerikanisierung des Wahlkampfes beobachten, v.a. im Hinblick darauf, dass man von der „Parteienwahl“ zur „Personenwahl“ umgeschwenkt ist. Nur dass dies unser Wahl- und Parteiensystem nicht hergibt.
Das deutsche Volk ist auf eine beispiellose Medienkampagne hereingefallen. Ein übriges tat Möllemann, denn mit einer FDP um die 12% wäre dem Rot-Grünen Spuk sicherlich das Ende bereitet gewesen.
Die hier getroffene Aussage, die Deutschen wollten Schröder als Kanzler, allerdings mit der Politik Stoibers, halte ich für sehr realistisch.
Die CDU hat sich das bürgerliche Lager zurückgeholt, allerdings schrumpft selbiges aufgrund der Schröderschen Wirtschafts- und Steuerpolitik immer weiter zusammen. Immer mehr Leute rutschen aufgrund sozialistischer Mißwirtschaft ab und werden somit aufgrund des deutschen Neidfaktors zwangsläufig zu Gleichmachern und Umverteiler, derer wir schon vor 1998 mehr als genug hatten. So kann man sich natürlich auch Wählerstimmen holen…
Generell jedoch sehe ich einen Trend hin zu CDU/FDP, in 2006 wird das auch so ausgehen, denn innerhalb der nächsten 4 Jahre wird Rot-Grün die Wirtschaft in eine massive Rezession steuern und ich hoffe, dass das Heer der dann ca. 6-7 Mio. Arbeitslosen noch soviel Hirn beweist, nicht wie oben beschrieben denjenigen, die noch einen Job haben, an das dünner werdende Leder zu wollen, sondern jemanden zu wählen, der die Wirtschaft wieder in Gang bringt.
Das ist eigentlich auch heute schon die essenzielle Frage, welche nur leider, v.a. von den Medien, nicht deutlich genug gestellt worden ist.
So, nun genug geschrieben, als guter Verlierer gratuliere ich hier dem besseren Schauspieler und Wahlkämpfer Schröder zu seinem Wahlsieg und hoffe, es wird nicht ganz so schrecklich in den nächsten 4 Jahren. Ich bin ja glücklicherweise sowieso nur noch wenig hier…
Grüße,
Mathias
mir wurde eben bewußt, daß
- mitten in der wohl schwersten Wirtschaftskrise seit dem
Krieg,
- trotz hohen Arbeitslosigkeitsquoten,
- trotz Zuweisung eines „non-grata“-Status durch eine
eigentlich befreundete Weltmacht,
- trotz einer schweren ministeriellen fauxpas-Äußerung
unmittelbar vor der Wahl,
- trotz einer relativ starken und vor allem einheitlich
auftretenden Opposition,
- trotz Zuweisung höherer Kompetenzwerte an die Opposition in
Sachen „Arbeitsmarktpolitik“, „Wirtschaft“ und
„Zukunftsgestaltung“ in Meinungsumfragen
es wirklich bemerkenswert ist, daß die bisher amtierende
Regierung in den Wahlen das Rennen nocheinmal macht.
Wenn es Schröder bei seinen zukünftigen Projekten dann auch
noch weiterhin so gut gelingt, sowohl Gewerkschafter als auch
Arbeitgeber, sowohl Rentner als auch Arbeitnehmer, und sowohl
politische Verbündete als auch Feinde auf seiner Seite zu
haben (siehe letzte Steuerreform und kommende
Arbeitsmarktreformen), so dürften wir uns wohl noch geraume
Zeit an seiner Regierungstätigkeit erfreuen. Und so
klein waren/sind diese Reformen übrigens auch wieder nicht.
Das Hochwasser ist ist schon lange weg, und der Irak ist weit
entfernt. Kohl war in der Personenbeliebtheit nie viel besser
als Stoiber, aber er wurde trotzdem vier mal hintereinander
durch die Wähler zum Bundeskanzler gewählt.
Kurzum: Es hätte normalerweise einen Erdrutschsieg der CDU
geben müssen.
Ich kann es kaum nachvollziehen, daß die Union ihre Chancen
verspielt hat. Vor allem: Wie und wo hat sie das
eigentlich getan?
viele Grüße,
Oliver