Ausnahmekanzler?

Hallo zusammen,

mir wurde eben bewußt, daß

  • mitten in der wohl schwersten Wirtschaftskrise seit dem Krieg,
  • trotz hohen Arbeitslosigkeitsquoten,
  • trotz Zuweisung eines „non-grata“-Status durch eine eigentlich befreundete Weltmacht,
  • trotz einer schweren ministeriellen fauxpas-Äußerung unmittelbar vor der Wahl,
  • trotz einer relativ starken und vor allem einheitlich auftretenden Opposition,
  • trotz Zuweisung höherer Kompetenzwerte an die Opposition in Sachen „Arbeitsmarktpolitik“, „Wirtschaft“ und „Zukunftsgestaltung“ in Meinungsumfragen

es wirklich bemerkenswert ist, daß die bisher amtierende Regierung in den Wahlen das Rennen nocheinmal macht.

Wenn es Schröder bei seinen zukünftigen Projekten dann auch noch weiterhin so gut gelingt, sowohl Gewerkschafter als auch Arbeitgeber, sowohl Rentner als auch Arbeitnehmer, und sowohl politische Verbündete als auch Feinde auf seiner Seite zu haben (siehe letzte Steuerreform und kommende Arbeitsmarktreformen), so dürften wir uns wohl noch geraume Zeit an seiner Regierungstätigkeit erfreuen. Und so klein waren/sind diese Reformen übrigens auch wieder nicht.

Das Hochwasser ist ist schon lange weg, und der Irak ist weit entfernt. Kohl war in der Personenbeliebtheit nie viel besser als Stoiber, aber er wurde trotzdem vier mal hintereinander durch die Wähler zum Bundeskanzler gewählt.

Kurzum: Es hätte normalerweise einen Erdrutschsieg der CDU geben müssen.

Ich kann es kaum nachvollziehen, daß die Union ihre Chancen verspielt hat. Vor allem: Wie und wo hat sie das eigentlich getan?

viele Grüße,

Oliver

Personen- statt Parteienwahl
Hallo,
so wie es aussieht wird wohl nicht die Partei sondern die Person gewählt.
Pleiten, Pech und Pannen, das Geld wird einem aus der Tasche gezogen, die Städte und Kommunen sind pleite, Arbeitslose ohne Ende etc.
Und zum Dank dürfen wir uns den Mist noch mindestens vier Jahre anschauen.
Großer Dank an die deutschen Wähler, dass es jetzt richtig den Bach runter geht.
Na dann gute Nacht.
Aragorn

hallo oliver,

hmmm

es stand schon einmal fuer die spd bei 32 pro und fuer die cdu bei 40 pro vor 8 wochen.

dabei sind bayern nicht beliebt, schroeder ein wendehals und opportunist und schauspieler und zwar ein guter, stoiber ist kein schauspieler.

dann aber kam 3 mal der 911, und zwar 11092001 und 11092002 und im diesem rahmen die irakkrise zum dritten und die flut kam, alle vier punkte, 3 mal 911 und einmal flut spielte schroeder zum „herzogvorteil“ fuer sich, fuer den amtierenden medienkanzler aus. die gruenen profitierten auch von der flut, die fdp litt besonders unter dem schwachsinnigen opportunistisch-populistischen diletanten muemmelmann. und trotzdem steht dieses ergebniss. scheinen doch ein paar leute gemerkt haben ueber welche methoden der windungen (siehe blair-schroeder-papier, ist im nirgendwo verschwunden, siehe dass schroeder von 4 wochen redet von der flut statt von 4 jahren) gerhard schroeder geht.

so sehe ich das ganz bescheiden, *g* tja,
lego

Hallo Aragon,

so wie es aussieht wird wohl nicht die Partei sondern die
Person gewählt.

Naja, eben nicht - Kohl lag bei der direkten Personenbeliebtheit immer so auf Stoibers Niveau, und das 16 Jahre lang.

viele Grüße,

Oliver

Hallo,

richtig, diese Wahl markierte schon den Beginn einer neuen Ära.

Noch nie traten die politischen Akteure dermassen in den Vordergrund. Die Wähler wurden unzweifelhaft durch die überbordende Präsenz von Kanzler und Kandidat in den Medien sicher entscheidend beeeinflusst. 80 % des persönlichen Eindrucks werden über die Körpersprache, die Feinmimik, das Timbre der Stimme vermittelt. Wissen wir mittlerweile alle. Müsste man da nicht bewusst gegensteuern? Was hat diese Politshow noch mit den Inhalten zu tun? Was hat der Charme einer Doris Köpf (welcher TV-Sender hat sie eigentlich nicht umschwärmt) mit der politischen Meinungsbildung im Rahmen einer Wahl zu tun? Und natürlich hätte man auf die personalisierten „Duelle“ (welch eine martialische Titulierung) gut und gern verzichten können. Hätten die TV-Duelle nie stattfinden dürfen? Werden die Wähler nicht durch Äusserlichkeiten unbewusst manipuliert?

Alle Einwände mögen ja berechtigt sein. Sind aber auch weltfremd. Die Politik und die Politiker sind Teil der Gesellschaft und keine buddhistisch-klösterliche Einrichtung. Der Trend geht weg von Inhalten, hin zum Menschen. Dies birgt viele Gefahren in sich, jedoch sollte man die Chancen nicht übersehen. Immerhin wurden auf diese Weise auch Politiker wie John F. Kennedy ans Rampenlicht gebracht, der (als ein zuvor relativ unbekannter junger Gouverneur) mit dem Pfund seines Charismas offen wucherte und die TV-Gemeinde überzeugte.

Fast ähnlich haben es die Grünen diesmal geschickt verstanden, von der grossen Popularität ihres „Joschka“ zu profitieren. Fischer auf allen Plakaten. Natürlich Berechnung und wohlwissend, dass mit den anderen grünen Köpfen kein Blumentopf zu gewinnen gewesen wäre. Kein Vorwurf an die Grünen, aber bezeichnend für die Entwicklung.

Also stellen wir uns darauf ein und sehen wir das Positive . . .

Hallo Oliver,

mir wurde eben bewußt, daß

  • mitten in der wohl schwersten Wirtschaftskrise seit dem
    Krieg,

Wie war das mit dem Ölschock, wo an dem einem WoEn nur Autos mit geraden Endziffern auf Nummernschildern, an dem anderen nur die mit ungeraden Endziffern fahren durften ?

  • trotz hohen Arbeitslosigkeitsquoten,

ok

  • trotz Zuweisung eines „non-grata“-Status durch eine
    eigentlich befreundete Weltmacht,

nicht einschüchtern lassen

  • trotz einer schweren ministeriellen fauxpas-Äußerung
    unmittelbar vor der Wahl,

mal sehen, was davon übrigbleibt s. Thread in Regierung/Opposition (Brettname ohne Gewähr)

  • trotz einer relativ starken und vor allem einheitlich
    auftretenden Opposition,

Wo warst Du?
Wieviele Positionen zum Hartz-Plan, Hochwasserfinanzierung, zur Zuwanderung gab es denn in der Union ?

  • trotz Zuweisung höherer Kompetenzwerte an die Opposition in
    Sachen „Arbeitsmarktpolitik“, „Wirtschaft“ und
    „Zukunftsgestaltung“ in Meinungsumfragen

richtig

es wirklich bemerkenswert ist, daß die bisher amtierende
Regierung in den Wahlen das Rennen nocheinmal macht.

so dürften wir uns wohl noch geraume
Zeit an seiner Regierungstätigkeit erfreuen. Und so
klein waren/sind diese Reformen übrigens auch wieder nicht.

eben, verglichen mit den letzten vier Jahren Kohl

Das Hochwasser ist ist schon lange weg, und der Irak ist weit
entfernt. Kohl war in der Personenbeliebtheit nie viel besser
als Stoiber, aber er wurde trotzdem vier mal hintereinander
durch die Wähler zum Bundeskanzler gewählt.

Kurzum: Es hätte normalerweise einen Erdrutschsieg der CDU
geben müssen.

Wer zwielichtige Gestalten wie Kohl und Wiedergänger aus der Kohl-Ära im Wahlkampf aufbietet, statt auf Zukunft (Müller, Schimpanski, BaWü-Erziehungsministerin, …) zu setzen, hat halt einen Kohl-Zeit-Malus.

Ich kann es kaum nachvollziehen, daß die Union ihre Chancen
verspielt hat. Vor allem: Wie und wo hat sie das
eigentlich getan?

Die Chance zur inhaltlichen Neupositionierung (vgl. Kohl/Biedenkopf in den 70ern) wurde) noch nicht genutzt.

Wenn Schwarz-Grün mgl. ist, ist die CDU wieder als Regierungspartei möglich.

Tschuess Marco.

Personenwahl
Auch, wenn bis auf Gregor Gysi die bei Sabine Christiansen anwesenden Damen und Herren dies bestreiten, so ist doch mein Eindruck von dieser Wahl folgender:

Mehr als in den letzten paar Wahljahren ging es diesmal ganz extrem um die Frage „Stoiber oder Schröder“. Dies wohl aufgrund dessen, daß mit Edmund Stoiber seit langem mal wieder ein CSU-Mann Kanzlerkandidat der Union war, und zudem noch ein durchaus polarisierender Charakter - entweder, man mag ihn oder man hasst ihn, sieht ihn als große Chance oder große Gefahr. Ein „Och, der ist schon ganz okay“ gibt’s wohl nicht.

Außerdem denke ich, ist das Thema Irak-Krieg auch ein sehr entscheidendes gewesen - ob nun berechtigt oder nicht, hat sich wohl in vielen Köpfen festgesetzt „Stoiber wählen heisst Krieg wählen“, und von Krieg mit deutscher Beteiligung haben wir wohl alle mehr als genug.
Und auch, wenn die Verschlechterung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses nicht unbeachtet bleiben darf, so ist sie doch _auch_ ein Zeichen dafür, sich von der arroganten Weltpolizei mit ihrem Cowboy-Präsidenten loszusagen und nicht immer zu allem ja und Amen zu sagen. Und DAS kommt trotz aller Bedenklichkeit der möglichen sonstigen Auswirkungen bei vielen gut an, so mein Eindruck.

Und letztendlich spielt vielleicht auch die Rolle der FDP mit hinein, deren Krise ein paar Wähler, die sonst hier ihre Stimme gelassen hätten, aber keineswegs CDU-Getreue sind, in Richtung Rot-Grün bewegt.

Das seien jetzt mal drei von sicherlich noch viel mehr Faktoren.

Gruß,

Doc.

Du hast nicht gänzlich Unrecht - aber schau dir die letzten US-Wahlen an. Eine gute Regierung wurde abgewählt zugunsten eines Typen, der nichts vorzuweisen hatte ausser einem berühmten Vater und viel Charme.

Bei der doch ziemlichen Verwechselbarkeit der CDU und SPD (den Unterschied machen die Koalitionspartner aus) entscheidet eben auch der Sympathiefaktor, wen man lieber im Kanzleramt sähe. Ein beliebtes Argument ist ja „Wir in Deutschland wählen Parteien, nicht Personen“ aber das halte ich für Unsinn. Die Parteien wählen schliesslich danach ihre Spitzenkandidaten. Und wenn ich den Spitzenkandidat nicht mag, dann wähle ich die Partei eben nicht.
Für mich war nur wichtig, dass die Grünen in der Regierung bleiben, weil die FDP im Moment zu einer dümmlich-populistischen Partei geworden ist, die weder personell noch konzeptionell mit irgendwas aufwarten kann. Schwarzgrün hätte ich interessant gefunden, (aber dazu wirds ja nicht kommen (nie?)), aber einen Kanzler Stoiber wollte ich auch nicht wirklich. Also konnte ich auch nicht die CDU wählen.

Gruss

Eine bedenkliche Entwicklung -
viel stärker als zuvor bestimmten Medien und politische Einzelpersonen die Wahl. Keine Kanzlergattin turnte so oft durch „Bunte“ und „Gala“, und kein Kanzler wirkte - ich zitiere Harald Schmidt - so „geil in Gummistiefeln“ vor den Kameras im Hochwasser.
Ich fühle mich etwas zerrissen: politisch gönne ich Gerhard Schröder den wohl sicheren Wahlsieg keinesfalls, aber er befolgte den Lehrsatz „der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“ konkret und perfekt - dafür steht ihm der Sieg zu. Die Wahlplakate signalisierten Kompetenz und vor allem volles Haar, die gesagten Sätze waren ebenso eindringlich wie simpel: „Das Ziel meiner Arbeit: daß alle Arbeit haben.“ Wie vor vier Jahren - nächster Versuch.
Die Spiegel-Titel „Wann bewegt sich die ruhige Hand?“ sind vergessen, zuletzt sah man in den Berichten Schröder in besagten gelben Gummistiefeln mutmachend durchgeweichte Hände schütteln, während zwei Seiten weiter Stoiber zum Rednerpult stolperte.

Ich halte - und das sage ich nicht in meiner Eigenschaft als CDU-Anhänger, sondern als Deutschland-Anhänger - das Wahlergebnis trotz allem für eine politische Schlappe für die SPD. Denn Stoiber verliert in dieser Personenwahl bei den Sympathiepunkten haushoch gegen Schröder, und doch ist der Abstand knapp wie nie: die Menschen scheinen Schröder zu wählen, doch Stoibers Politik zu wollen.

Ich hoffe, daß die SPD ihre zweite Chance nutzt und nach vier Jahren ruhiger Hand und Bild-Fotostrecken jetzt etwas mehr kommt als ein brillianter Wahlkampf nach Stillstand und Ministerskandalen. Nach acht Jahren weiß man als Wähler gewöhnlich mehr, als nach nur vieren.

Gruss, gute Nacht, Joachim

Hallo!

In Anlehnung an das Buch „Deutschland verblödet“ konnte man in der mittlerweile auf locker 1 Jahr angewachsenen Wahlkampfphase eine deutliche Amerikanisierung des Wahlkampfes beobachten, v.a. im Hinblick darauf, dass man von der „Parteienwahl“ zur „Personenwahl“ umgeschwenkt ist. Nur dass dies unser Wahl- und Parteiensystem nicht hergibt.
Das deutsche Volk ist auf eine beispiellose Medienkampagne hereingefallen. Ein übriges tat Möllemann, denn mit einer FDP um die 12% wäre dem Rot-Grünen Spuk sicherlich das Ende bereitet gewesen.

Die hier getroffene Aussage, die Deutschen wollten Schröder als Kanzler, allerdings mit der Politik Stoibers, halte ich für sehr realistisch.

Die CDU hat sich das bürgerliche Lager zurückgeholt, allerdings schrumpft selbiges aufgrund der Schröderschen Wirtschafts- und Steuerpolitik immer weiter zusammen. Immer mehr Leute rutschen aufgrund sozialistischer Mißwirtschaft ab und werden somit aufgrund des deutschen Neidfaktors zwangsläufig zu Gleichmachern und Umverteiler, derer wir schon vor 1998 mehr als genug hatten. So kann man sich natürlich auch Wählerstimmen holen…

Generell jedoch sehe ich einen Trend hin zu CDU/FDP, in 2006 wird das auch so ausgehen, denn innerhalb der nächsten 4 Jahre wird Rot-Grün die Wirtschaft in eine massive Rezession steuern und ich hoffe, dass das Heer der dann ca. 6-7 Mio. Arbeitslosen noch soviel Hirn beweist, nicht wie oben beschrieben denjenigen, die noch einen Job haben, an das dünner werdende Leder zu wollen, sondern jemanden zu wählen, der die Wirtschaft wieder in Gang bringt.
Das ist eigentlich auch heute schon die essenzielle Frage, welche nur leider, v.a. von den Medien, nicht deutlich genug gestellt worden ist.

So, nun genug geschrieben, als guter Verlierer gratuliere ich hier dem besseren Schauspieler und Wahlkämpfer Schröder zu seinem Wahlsieg und hoffe, es wird nicht ganz so schrecklich in den nächsten 4 Jahren. Ich bin ja glücklicherweise sowieso nur noch wenig hier…

Grüße,

Mathias

mir wurde eben bewußt, daß

  • mitten in der wohl schwersten Wirtschaftskrise seit dem
    Krieg,
  • trotz hohen Arbeitslosigkeitsquoten,
  • trotz Zuweisung eines „non-grata“-Status durch eine
    eigentlich befreundete Weltmacht,
  • trotz einer schweren ministeriellen fauxpas-Äußerung
    unmittelbar vor der Wahl,
  • trotz einer relativ starken und vor allem einheitlich
    auftretenden Opposition,
  • trotz Zuweisung höherer Kompetenzwerte an die Opposition in
    Sachen „Arbeitsmarktpolitik“, „Wirtschaft“ und
    „Zukunftsgestaltung“ in Meinungsumfragen

es wirklich bemerkenswert ist, daß die bisher amtierende
Regierung in den Wahlen das Rennen nocheinmal macht.

Wenn es Schröder bei seinen zukünftigen Projekten dann auch
noch weiterhin so gut gelingt, sowohl Gewerkschafter als auch
Arbeitgeber, sowohl Rentner als auch Arbeitnehmer, und sowohl
politische Verbündete als auch Feinde auf seiner Seite zu
haben (siehe letzte Steuerreform und kommende
Arbeitsmarktreformen), so dürften wir uns wohl noch geraume
Zeit an seiner Regierungstätigkeit erfreuen. Und so
klein waren/sind diese Reformen übrigens auch wieder nicht.

Das Hochwasser ist ist schon lange weg, und der Irak ist weit
entfernt. Kohl war in der Personenbeliebtheit nie viel besser
als Stoiber, aber er wurde trotzdem vier mal hintereinander
durch die Wähler zum Bundeskanzler gewählt.

Kurzum: Es hätte normalerweise einen Erdrutschsieg der CDU
geben müssen.

Ich kann es kaum nachvollziehen, daß die Union ihre Chancen
verspielt hat. Vor allem: Wie und wo hat sie das
eigentlich getan?

viele Grüße,

Oliver

Ein Link, der mir aus der Seele spricht:
Lesen bildet! :wink:

http://www.spiegel.de/politik/europa/0,1518,215226,0…

Gruss, Joachim

hallo Oliver,
dass die SPD ein gutes Ergebnis haben würde, das war wohl von vornherein klar. Was mich wundert, ist das Abschneiden der Grünen.
Eine Partei, die sich als so käuflich erwiesen hat, schafft es, über die 5 % zu kommen und sogar ein respektables Ergebnis zu erziehlen.
Warum?
Weil das Gedächtnis der Menschen kurz ist?
Ich weiß es nicht.
Hätten die Grünen das bekommen, was ihnen zusteht (evtl. 5,5 %), dann wäre das Ergebnis anders.
Ich vermute, wenn Möllemann seinen loses Mundwerk gehalten hätte, wärs anders ausgegangen.
Grüße
Raimund

Hallo
Nun klag doch nicht so. Ich glaube die meisten überschätzen den Einfluss der Politik auf den Gang der Wirtschaft, sowohl im Positiven wie im Negativen.

Wie schon gesagt, dies war ein Personenwahlkampf. Die Grünen haben mit „Wir sind Joschka“ klar gewonnen. Und die CDU hat mit „Stoiber“ verloren. Auch bei mir, denn Schröder ist zwar ein Wendehals und Opportunist, aber Stoiber ist ein reiner Machtpolitiker der Kohlschen Sorte, der seinen wahren Züge mühselig unter einem Schaffell verbirgt.

Ich sage voraus: Stellt die CDU in 4 Jahren Angela Merkel als Kanzlerkandidatin auf, dann ist es vorbei mit rot/grün.

Gruss
Thomas

Hallo,

ich finde Dein Posting schon erstaunlich, da paralell zu den gestrigen Hochrechnungen auch umfangreich über weitere Umfragen unter den deutschen Wählerinnen und Wählern diskutiert worden sind.

Vielleicht habe ich ja etwas falsch verstanden, aber war das Ergebnis dieser Umfragen nicht eher derart, daß eben KEIN personenbezogenes Wahlergebnis vorliegt? Und daß der Einfluss amerikanischer Wahlkampfmodelle (diesmal) noch keine so große Rolle gespielt hat?

Und ich würde im Zusammenhang mit dem sich nun darstellenden vorläufigem Endergebnis auch nicht von einem Wahlsieg der SPD sprechen - eher von einer deutlichen Warnung an den Kanzler, und im übrigen eher von einer Bestätigung von ROT-GRÜN.

Gruß
Patrick

Grüne, Möllemann
Hi

Die Grünen waren in der Regierung verantwortlich für die meisten Reformansätze, wie ihnen ja selbst die Financial Times bescheinigte - würden sich die Leute besser erinnern und informieren, hätten CDU und SPD, die beide nur den Stillstand verwaltet haben bzw. so weitermachen wollen, noch mehr Stimmen verlieren müssen.

Was Möllemann angeht: Ich halte es für lächerlich, eine einzelne Person als Sündenbock abzustempeln. Die FDP hat mit ihrem opportunistisch-populistischen Wahlkampf und ihren lächerlichen und unbezahlbaren Wahlversprechen genau die Quittung bekommen, die sie verdient hat. Der „Möllemann-Faktor“ dürfte ein paar Zehntausend Stimmen gewesen sein, die dann vielleicht doch lieber konservativ gewählt haben. Die FDP hat versäumt, sich klar zu positionieren und wenigstens in ansatzweise in diesem doch ziemlich personalisierten Wahlkampf auch mal mit Fakten aufzuwarten. Stattdessen Show, Tamtam und Guidomobil, lächerliche Versuche, einen Kanzlerkandidaten aufzustellen. Sie hat sich wirklich lächerlich gemacht.

Gruss

Moin Oliver

Ich kann es kaum nachvollziehen, daß die Union ihre Chancen
verspielt hat. Vor allem: Wie und wo hat sie das
eigentlich getan?

Ich vermute, das ist tatsächlich ein personelles Problem, aber ich würde das nicht nur darauf beschränken, dass ich zumindest (und wohl auch ein paar andere) mir Onkel Ede aus Bayern nicht wirklich als deutschen Kanzler vorstellen konnte, der es schafft, auch mal was zu managen, was jenseits bayrisch/folkloristischer Friede-Freude-Eierkuchenwelt liegt.

Auch in anderen wichtigen Bereichen fehlen der CDU/CSU/FDP einfach fähige Persönlichkeiten. Kann man sich wirklich ausgerechnet Beckstein als Innenminister vorstellen ? Und wer sollte Wirtschafts- oder Außenminister werden ? Etwa Westerwelle ? *hmmmpf*

Die SPD/Grüne Regierung hingegen hat wichtige Ämter mit guten Leuten besetzt, ich nenne da nur mal Eichel, Fischer, Schilly.

Ein weiterer Punkt dürfte sein, dass sich auch (aber nicht nur) aufgrund der miserablen „Personalausstattung“ ein Gefühl der Ungewissheit breitgemacht hat, was Deutschland wohl mir dieser Truppe erwartet. Ich glaube, vielen Leuten war das Risiko einfach zu hoch, dass diese Truppe floppt.

Die letzte Blamage der CDU-Truppe war denn das außenpolitische Rumgeeiere gegenüber den USA. Manch einer dürfte sich gedacht haben, dass man bei einer solchen Einstellung, das Ressort Außenpolitik getrost einsparen und direkt ins Pentagon verlegen kann.

Gruss
Marion

Tja, wo gab es schon mal einen Kanzler, der einen Prozeß geführt hat um jedermann deutlich zu machen, dass seine Haarpracht nicht gefärbt ist. Der sich öffentlich hinstellt und sagt :„Gib´ mir mal ´ne Flasche Bier“. Das ist doch sehr volksnah!
Der 4 mal verheiratet und 3 mal geschieden ist und zudem keine eigenen Kinder hat, sondern in einer Patchwork-Familie lebt. Ein moderner Kanzler eben für ein modernes Land! Wir haben es doch alle gelesen.
Was zählt dagegen schon Leistung und Kompetenz… ein Ausnahmekanzler eben.

Viel Erfolg Deutschland!

Gruß
Sarah

Die SPD/Grüne Regierung hingegen hat wichtige Ämter mit guten
Leuten besetzt, ich nenne da nur mal Eichel, Fischer, Schilly.

Ich muß zugeben, dass sowohl Schily und Fischer einen recht ordentlichen Job gemacht haben. Bei Eichel sehe ich das etwas anders.
Aber dafür gab es immerhin schon 8 Minister unter Schröder die gehen mußten. Herta wird wohl die neunte sein. Das ist einsamer Rekord und zeugt nicht gerade von personeller Bestaustattung der Genossen.

Gruß
Sarah

Boulevardblattbewertung (owt)
*kopfschüttel*

Hallo,

naja, gehen ‚mußten‘ nur fünf: Hombach, Klimt, Fischer, Funke und Scharping. Lafontain und Naumann sind aus anderen Gründen nicht mehr dabei. Däubler-Gmelin kann gar nicht zurücktreten, da die Legislaturperiode eh vorbei ist. Sie wird halt nicht mehr neu berufen.

Die Wechsel haben aber nicht wirklich geschadet, oder? Eichel und Künast sind die eindeutig bessere Wahl, Nida-Rümelin macht seinen Job auch recht gut und über Bodewig fällt mir zumindest nichts negatives ein.

Ob und wiefern das eigentlich nicht in Erscheinung getretene Kompetenzteam der Union (wo waren eigentlich die meinungsbildenden Beiträge von Schavan, Carstensen oder Reiche?) da die bessere Personalie darstellt? Wir werden’s derweil nicht erfahren…

Gruß
Feanor