Auspflanzen oder vernichten?

Hallo!

Der Silvesterklee klammert sich ans Leben. Ist es ratsam, ihn in den Garten zu pflanzen, obwohl der sich ausbreitet wie - na ja, Unkraut?

Gruß

Eva

Setz doch das Pflänzchen in eine größere Schale ein, dann haste Freude dran und es versaut den Garten nicht.

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Es ist ja nicht der normale Klee, der sich im Garten unkrautmäßig verbreitet.

Ich würde es tatsächlich versuchen, ob er draußen “überlebt” :wink:

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Dieser “Glücksklee” ist botanisch eine ganz andere Spezies, er bildet keine Ausläufer wie der Freiland-Klee. Im Zmmer kann er ähnlich wie Amaryllis nach der Wachstumsphase einziehen gelassen werden und nach einer Ruhezeit von 1-2 monaten erneut in der Erde austreiben.

Vielleicht ist er im Freien auch winterhart.

LG

SL99

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Danke euch! Gefragt habe ich, weil ich im Garten einen Klee (?) habe, der gelb blüht, sich über Wurzelausläufer verbreitet wie verrückt und die Samen “springen”, wenn man sie berührt, was zur weiteren Ausbreitung führt. Ich hatte die Vermutung, das wäre die gleiche Sorte Klee gewesen wie dieser Glücksklee. Ich werde diesen Überlebenskünstler in den Garten pflanzen und mal abwarten, wie er sich entwickelt.

Gruß

Eva

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Servus,

als beschlagener Philologin ist Dir sicher bekannt, dass die Namen, die den Pflanzen im Deutschen gegeben werden, im Grund vor dem Jahr 1735 stecken geblieben sind und noch Züge von rein äußerlichen Vergleichen im Stil von Goethe tragen, die letztlich der mittelalterlichen Nomenklatur entsprechen, die hauptsächlich „Lilien“ und „Nelken“ unterschied, d.h. Pflanzen mit länglichen Blütenblättern von solchen mit runden Blüten im Sinn von Korbblütlern.

Da liegt der Hase mit dem „Klee“ im Pfeffer: Oxalis („Sauerklee“) und Trifolium („Klee“) sind zwei verschiedene Familien, die sich nur äußerlich über eine (entfernte) Ähnlichkeit der Blätter in Verbindung bringen lassen.

Die Neujahrs-Topfpflänzchen Oxalis tetraphylla haben ihren Namen daher bekommen, dass sie immer vierblättrig sind - im Gegensatz zum Weißklee Trifolium Repens, bei dem das relativ selten vorkommt und daher das Finden eines vierblättrigen Kleeblatts („Glücksklee“) als gutes Omen galt.

Sowohl von Oxalis als auch von Trifolium gibt es noch andere teils ziemlich verbreitete Arten. Der gelbe Horn-Sauerklee Oxalis corniculata, der bei Dir im Garten wuchert, ist zwar nah verwandt mit Oxalis tetraphylla, aber Oxalis tetraphylla, in ganz anderen Klimaten beheimatet, wird erst in vielleicht zwanzig Jahren so wuchern wie dieser (falls bis hin nicht wegen abgerissenem Golfstrom richtig kalte Winter die Regel sind).

Der bereits genannte „richtige“ Klee Trifolium repens ist eine Bereicherung für jeden Rasen - er ist trittfest, bietet Insekten Nahrung und spart „Blaukorn“, weil er unter guten Bedingungen bis zu 40 kg Stickstoff / Hektar und Jahr aus der Luft im Boden bindet. Trifolium pratense und Trifolium incarnatum sind nicht weniger „richtig“, daneben gibt es noch ein paar Vettern und Cousinen wie z.B. Medicago lupulina und Lotus corniculatus.

Auch bei Oxalis findet man noch weitere einheimische Verwandte - vielleicht habt Ihr als Kinder auch blätter des weißen Wald-Sauerklee Oxalis acetosella gegessen?

Schöne Grüße

MM

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