Ausrede gesucht

Hallo,

die Überschrift trügt, meine Frage passt ganz ehrlich hier rein :smile:

Mein Schwager muss/ soll/ darf/ will für mind. vier Wochen in eine Klinik. Er hat Bourn -out und hat sich jetzt selber eingewiesen.

Er hat große Angst es seinem Chef zu sagen, dass er 4 Wochen fehlen wird.
Wobe ich glaube, dass er sicher länger als 4 Wochen in der Klinik sein wird.
Zumindest würde ich, wenn ich Arzt wäre, ihn läger behalten.

Jetzt traut er sich dem Chef halt nicht zu sagen warum er so lange fehlen wird. Das ist ein kleines Dorf wo er wohnt und er hat Angst gemobbt zu werden wenn er sagt er hat psychische Probleme.
Und gar nichts sagen kann er nicht, weil es halt ein Dorf ist und da natürlich getrascht wird.

Wie läuft sowas? Steht den auf der Kranmeldung irgendwas drauf was ihm fehlt? Verschlüsselt?
Schreibt ihn die Klinik krank oder sein Hausarzt?
Er will dem CHef erzählen er hat nen Bandscheibenvorfall und muss zur Kur. Wäre das glaubwürdig? Oder was kann man den akut haben und lange daran erkranken?
Ich hoffe ja drauf, dass er in der Therapie merkt was für ein Sklaventreiber sein Chef ist und dann kündigt. Egal ob er dann belächelt wird oder nicht.

Er hat nen Rat?

Vielen Dank

Hallo,

musste zwar nicht zur Kur, habe aber eine ähnlich gelagerte Erfahrung. Durch die Krankschreibung wurde der Chef „wach“, er wusste bis dahin gar nicht, wie weit der Grad der Überforderung war.

Sprich: Es wurde Spielraum für die Genesung gegeben und gleichzeitig wurd daran gearbeitet, das Arbeitsumfeld zu verändnern. Arbeiten wurden umverteilt, neue Mitarbeiter wurden gesucht. Damit nach Genesung auch wieder vernünftig gearbeitet werden konnte.

Positives Beispiel… Ob es immer so ist, sei dahingestellt. Aber wenn der Chef nix davon weiss, warum sollte er was ändern?

Viele Grüße und viel Erfolg
Lalique

Ehrlich währt am längsten
und grad in nem Dorf ist das Getratsche schlimmer als in der Stadt.

Also raus mit der Wahrheit, dann weiss auch der Chef dass er überzogen hat.

Gruß
Kati

Schutzraum zur Genesung gesucht
So bitter das wohl ist: aber ehrlich währt nicht immer am Längsten.

Die Stigmatisierung psychisch Kranker ist in unserer Gesellschaft immer noch enorm. Das betrifft das private Umfeld, aber auch den Job. Gerade für diesen ist „belastbar Sein“ eines der wichtigsten Kriterien, dabei wird nicht oder viel zu wenig darauf geachtet, dass dieses Kriterium nicht auf möglichst hohe Spitzen sondern auf Langfrist angelegt sein sollte. Also nicht derjenige der Winner ist, der kurzfristige Höchstleistungen erbringt, sondern der, der langfristig seinen Energiehaushalt gut steuern kann. (Nur ein Aspekt in der Problematik.)

Auch in der öffentlichen Diskussion gerade zum Thema Burnout bzw. psychische Erkrankungen ist das nicht viel besser. Es gibt wenige, bei denen es im positiven Sinne zu einer Sensibilisierung gekommen ist. Es gibt demgegenüber aber nicht wenige, bei denen die Schwäche im Vordergrund steht: Da bekommt es einer nicht hin, reisst sich nicht zusammen, ist nicht diszipliniert genug, …

Im Privaten wie im Job kann so eine Offenbarung, die nicht mehr zurückzunehmen ist, u.U. schaden. Das heißt nicht, dass es so sein muss! Dem gegenüber steht, dass es förderlich ist, wenn einige Vertraute wissen, was los ist. Die sollten aber dann mit diesem Wissen auch vorsichtig umgehen!

Burnout ist eh keine „Diagnose“ im engeren Sinne. Was konkret hinter der jeweiligen Problematik steckt, wird in der Reha thematisiert und angegangen. Ebendort wird wohl - sonst sollte der Schwager das aktiv ansprechen - auch die Frage thematisiert: Schweigen oder Ansprechen. Arbeitgeber einbinden oder nicht. Bis dahin ist aber ein Schutzraum nötig, denn ansonsten droht, dass sich die Rahmenbedingungen verschlechtern, was einer Genesung nicht zuträglich ist.

In jedem Fall ist das eine Entscheidung, die nur der Betroffene selbst (mit Unterstützung von Arzt / Therapeut) zu treffen hat und wo ihm niemand reinreden sollte! Immer vor Augen halten: Geht es schief, ist der „Ratgeber“ immer fein raus, weil nicht betroffen…

und grad in nem Dorf ist das Getratsche schlimmer als in der
Stadt.

Und das spricht für Offenbaren? Die Logik entzieht sich mir.

Also raus mit der Wahrheit, dann weiss auch der Chef dass er
überzogen hat.

Woher weißt du, dass es der Chef ist, der „überzogen hat“?

2 „Gefällt mir“

Hi,
ich verstehe deinen Schwager - wenn man mit jemandem eh schon Probleme hat will man demjenigen ja nicht noch mehr „Munition“ geben…

In eurem Fall würde ich taktisch vorgehen - also erst mal nachsehen bei welchen Diagnosen man in der Klinik in Reha gehen kann und dann eine passende raussuchen.
Ansonsten fliegt man auf wenn „Ursache“ und Rehaeinrichtung nicht zusammenpassen.

viele Grüße
Susanne

Hallo,

es steht NIRGENDS drauf was er hat. Auf der Krankschreibung steht gar nichts und für die Krankenkasse wird es verschlüsselt.

Er muss dem AG auch nicht mitteilen was er hat. Wenn der AG fragt (was schon unverschämt genug wäre), dann darf er lügen oder die Antwort verweigern.

Da es sich um ein Dorf und wahrscheinlich um einen kleinen Betrieb handelt, wird allgemein erwartet, dass man sagt, was man hat. Wenn er sagt, dass er psychische Probleme hat, wird geredet. Wenn er nichts sagt, wird wild spekuliert.

Ich denke, das kann ihm jetzt erstmal egal sein. Wenn er nicht die Kraft dazu hat sich jetzt damit auseinander zu setzen, soll er die Ausrede mit der Bandscheibe sagen - klingt gut und ist unverfänglich.

Ziel der Therapie ist es dann zu seinem Burn-out zu stehen, die Ursachen zu erkennen um für die Zukunft die Bremse rechtzeitig ziehen zu können. Das Üben seine Grenzen zu kommunizieren gehört auch dazu - genau das, was er jetzt eben nicht kann und ihn noch zusätzlich unter Stress setzt.

Viele Grüße

Hallo,

ich kann davor nur warnen und dass der Chef danach die Ursache bei sich sucht, halte ich für eine waghalsige Spekulation - es sind nicht die anderen „Schuld“ an einem Burn-Out!

Viele Grüße

Das ist eigentlich genau das, was ich unter anderem meinte. Davon abgesehen gibt es noch ratschende Nachbarn etc, auf dem Dorf kann das ganz schnell nach hinten losgehen.

Gruß
Kati

hi

Er hat große Angst es seinem Chef zu sagen, dass er 4 Wochen
fehlen wird.

kann ich mir vorstellen - vor allem wenn der chef der Grund ist :frowning:

Jetzt traut er sich dem Chef halt nicht zu sagen warum er so
lange fehlen wird.

das geht den Chef auch nix an

Das ist ein kleines Dorf wo er wohnt und er
hat Angst gemobbt zu werden wenn er sagt er hat psychische
Probleme.

stimmt dann ist er unten durch

Wie läuft sowas? Steht den auf der Kranmeldung irgendwas drauf
was ihm fehlt? Verschlüsselt?

NEIN darf es nicht - WAS aber draufsteht ist WER ihn AU meldet - sprich wenn da Psychosomatische Klinik blablub draufsteht wissen sie auch schon „Bescheid“ :-\ ich würde versuchen den Hausarzt zu bitten die Krankschreibung zu übernehmen … um ihm keine weiteren Probleme zu machen

Schreibt ihn die Klinik krank oder sein Hausarzt?

je nachdem - vorher hausarzt und Klinik FRAGEN

Er will dem CHef erzählen er hat nen Bandscheibenvorfall und
muss zur Kur. Wäre das glaubwürdig? Oder was kann man den akut
haben und lange daran erkranken?

ja kann man - aber dann müsste eben DIE klinik auch beides behandeln psyche und BSV (was übbrigens nicht selten zusammentrifft :wink:)

Ich hoffe ja drauf, dass er in der Therapie merkt was für ein
Sklaventreiber sein Chef ist und dann kündigt. Egal ob er dann
belächelt wird oder nicht.

schwierig … je nach ausbildung, alter, gegend :-\\\\

Gruß H.