Aussagekraft eines EKGs

Hallo zusammen,
ich war vor kurzem bei meinem Hausarzt wegen gelegentlicher Herzrhythmusstörungen in Form von kurzen Aussetzern und nachfolgendem Herzrasen. Weiterhin beschrieb ich folgende Symptome: Übelkeit, Durchfall, Schwindel, Müdigkeit, Muskelzuckungen.
Daraufhin wurde mein Blutdruck gemessen, welcher mit 160/100 erhöht war, außerdem wurde ich abgehorcht. Danach wurde noch ein kurzes EKG (30 Sek.) gemacht und die Sauerstoffsättigung bestimmt.
Daraufhin meinte mein Hausarzt, das EKG wäre normal und ich sollte mir keine Sorgen machen. Ultraschall, Belastungs-EKG und Blutuntersuchung wird erst in einer Woche vorgenommen, die Ergebnisse erhalte ich nochmals eine Woche später.
Jetzt frage ich mich, welche Aussagekraft denn ein so kurzes EKG hat, wenn die Herzrhythmusstörungen in sehr unregelmäßigen Abständen auftreten.
Die Symptome sind unverändert, die Rhythmusstörungen haben etwas zugenommen und ich fühle mich einfach schlecht.

Hi

Daraufhin meinte mein Hausarzt, das EKG wäre normal und ich
sollte mir keine Sorgen machen.
Jetzt frage ich mich, welche Aussagekraft denn ein so kurzes
EKG hat, wenn die Herzrhythmusstörungen in sehr unregelmäßigen
Abständen auftreten.
Die Symptome sind unverändert, die Rhythmusstörungen haben
etwas zugenommen und ich fühle mich einfach schlecht.

Du kannst dann alles in allem davon ausgehen, dass deine Rhythmusstörungen psychosomatischer Natur sind.
Rhythmusstörungen sind das sehr häufig. Ein Konflikt, eine Verliebtheit und anderes mehr, können oftmals eine vorübergehende Rhythmusstörung auslösen.
Gruß,
Branden

Vielleicht noch etwas zum besseren Verständnis: die Rhythmusstörungen treten mal gar nicht und mal häufiger hintereinander auf. Am Tag vor und während des Arztbesuchs z.B. hatte ich keinerlei Probleme. Deswegen frage ich eben, ob ein EKG Aussagekraft besitzt, wenn es in diesem Zeitraum die Rhythmusstörungen nicht aufnimmt.
Naja, und ich empfinde Abhorchen plus EKG bei meinen momentanen Symptomen nicht unbedingt als ausreichend. Es wurde nicht mal ein Ultraschall vom Herz gemacht oder wenigstens Fieber gemessen.

1 „Gefällt mir“

Hallo Silias,

demnach war Dein Ruhe-EKG unauffällig, z. B. es gibt keine ST-Streckenveränderungen. Und physische, sowie psychische Anspannung treiben den besten Blutdruck in die Höhe.

Trinkst Du regelmäßig und ausreichend bei den derzeitigen Temperaturen? Auch etwas Salz in diesem Fall nicht vergessen. Ist die Urinfarbe stets hell bis farblos?

Dehydrierte Menschen leiden stark unter Schwindel, Schlappheit, Muskelkrämpfen, RR-Schwankungen, Pulsrasen, Herzrhythmusstörungen, uvm.

In diesem Falle sollte der Blutdruck unbedingt auch im Stehen gemessen werden – 2 Minuten warten, dann messen. Bei Flüssigkeitsmangel zeigt sich meistens eine orthostatische Hypotonie, d. h. in Folge von Volumenmangel versackt die Blutflüssigkeit in die unteren Extremitäten, und der am Arm gemessene Blutdruck ist daher niedrig.
Durchfall verstärkt die Austrocknung.

Gruß, Renate

mit knirschenden Zähnen…
…muss ich dem Psychosomato recht geben :wink:
Es gibt viele diagnostische Methoden auf der großen weiten Welt, die zur Anwendung kommen können (Bestimmt ließe sich auch der Einsatz der schwarzen Mamba irgendwie rechtfertigen!!!), nutzt Dir aber nix, wenn da der Hase gar nicht im Pfeffer liegt. Das vorab einzuschätzen ist originäre Aufgabe des Hausarztes. Ich glaube auch, dass Deiner weiß, was er tut. Ultraschall, Labor und Bel-EKG ist eher mehr, als ich tun würde.

pp

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Vielleicht noch etwas zum besseren Verständnis: die
Rhythmusstörungen treten mal gar nicht und mal häufiger
hintereinander auf. Am Tag vor und während des Arztbesuchs
z.B. hatte ich keinerlei Probleme. Deswegen frage ich eben, ob
ein EKG Aussagekraft besitzt, wenn es in diesem Zeitraum die
Rhythmusstörungen nicht aufnimmt.

Du hast vollkommen Recht mit deiner Frage, denn:
"(…) Wenn die genannten Symptome nicht täglich auftreten, bleibt auch das 24-Stunden-Langzeit-EKG oft ohne wegweisenden Befund. In diesen Fällen kann ein Event-Recorder oft dazu beitragen, Herzrhythmusstörungen als Ursache nachzuweisen oder auszuschließen. (…)
http://de.wikipedia.org/wiki/Langzeit-EKG

An deiner Stelle würde ich meinen Hausarzt darum bitten, mich an einen Kardiologen zu überweisen, der Langzeitauswertungen von Herzrhythmusstörungen durchführen kann.

Mir steht dabei der Fall einer Bekannten vor Augen, die in diesem Jahr - ganz plötzlich - mit 62 Jahren an Herzversagen verstarb.
Im Herbst letzten Jahres erzählte sie mir, von immer wieder - unregelmässig - auftretenden Anfällen von Herzrasens und dass man bei ihr, bei späteren Untersuchungen, nie eine Anomalie am Herzen feststellen konnte.
Ende des letzen Jahres wurde sie dann mit akuten Beschwerden in eine Klinik eingewiesen - man hat auch Dort nichts finden können.
Sie war Kassenpatientin.

Gruß
karin

Hi

Du kannst dann alles in allem davon ausgehen, dass deine
Rhythmusstörungen psychosomatischer Natur sind.

So? Woraus schliesst Du Das? Du kennst den Fragesteller doch überhaupt nicht!!!

Rhythmusstörungen sind das sehr häufig. Ein Konflikt, eine
Verliebtheit und anderes mehr, können oftmals eine
vorübergehende Rhythmusstörung auslösen.

Können oftmals!
Und wenn nicht?
Ich habe selten, von einem verantwortungsloseren Umgang mit der Gesundheit von Menschen lesen müssen!

Es gibt viele diagnostische Methoden auf der großen weiten
Welt, die zur Anwendung kommen können (Bestimmt ließe sich
auch der Einsatz der schwarzen Mamba irgendwie
rechtfertigen!!!), nutzt Dir aber nix, wenn da der Hase gar
nicht im Pfeffer liegt. Das vorab einzuschätzen ist originäre
Aufgabe des Hausarztes.

Und wenn der nicht auf der Höhe der medizinischen Zeit ist, oder so, dann hat der Patient eben einfach Pech gehabt. Oder wie?

Ich glaube auch, dass Deiner weiß, was
er tut. Ultraschall, Labor und Bel-EKG ist eher mehr, als ich
tun würde.

Belastungs-EKG warum? Stand irgendwo im Ursprungsartikel, dass die Beschwerden bei Belastung auftreten?
An ein Langzeit-EKG hast du dagegen gar nicht gedacht, obwohl ausdrücklich von „gelegentlichen“ Herzrhythmusstörungen die Rede war.

Hi,

Und wenn der nicht auf der Höhe der medizinischen Zeit ist,
oder so, dann hat der Patient eben einfach Pech gehabt. Oder
wie?

So trivial es klingt: ja. Oder wie mein einstiger Chef sagte, jeder bekommt den Hausarzt, den er verdient.

Belastungs-EKG warum? Stand irgendwo im Ursprungsartikel, dass
die Beschwerden bei Belastung auftreten?
An ein Langzeit-EKG hast du dagegen gar nicht gedacht, obwohl
ausdrücklich von „gelegentlichen“ Herzrhythmusstörungen die
Rede war.

Ich hab schon dran gedacht, denke bei der beschriebenen Geschichte an Resourcenverschwendung wenn mans täte (wieviele o. p. B. Langzeit-EKG habe ich befunden müssen). Beim Bel-EKG können schon mal maligne Rhythmusstörungen provoziert werden. Aber wenn die Geschichte wirklich kardial-rhythmogen ist, schenk ich vonBranden ne Gratis-Coloskopie *gg*

pp

Hi,

Und wenn der nicht auf der Höhe der medizinischen Zeit ist,
oder so, dann hat der Patient eben einfach Pech gehabt. Oder
wie?

So trivial es klingt: ja. Oder wie mein einstiger Chef sagte,
jeder bekommt den Hausarzt, den er verdient.

hat dein einstiger Chef auch gesagt, woran ein medizinischer Laie erkennen kann, ob ein Mediziner „aktuellen“ medizinischen Sachverstand besitzt?
Ausserdem ist mir nicht bekannt, dass ein praktizierender Mediziner sich - immer wiederkehrenden - Tests (von unabhängigen Gutachtern beurteilt) unterziehen müsste, um seine fachlichen Qualifikationen auf den Prüfstand zu stellen.

Belastungs-EKG warum? Stand irgendwo im Ursprungsartikel, dass
die Beschwerden bei Belastung auftreten?
An ein Langzeit-EKG hast du dagegen gar nicht gedacht, obwohl
ausdrücklich von „gelegentlichen“ Herzrhythmusstörungen die
Rede war.

Ich hab schon dran gedacht, denke bei der beschriebenen
Geschichte an Resourcenverschwendung wenn mans täte

Vielleicht solltest du dich mal wieder daran erinnern, dass der Job eines Mediziners - nicht in der Resourcenverwaltung besteht.

(wieviele o. p. B. Langzeit-EKG habe ich befunden müssen).

Und wieviele Schicksale der Patienten, deren Langzeit-EKGs du als „ohne pathologischen Befund“ bewertet hast, hast du verfolgt?

Gruß
karin

Hallo
meines Chefs Erfahrung war, dass man von der Persönlichkeit des Patienten oft auf den Hausarzt schließen kann, was tatsächlich stimmt. Ich glaube schon, dass man mit der Zeit herausbekommt, wie ein Arzt tickt und wo er seine Schwerpunkte setzt. Auf Dauer kann man als Doc so eloquent sein wie man will.
Tatsächlich ist mit der Facharztprüfung erstmal Schluß mit Testerei. Aber die Fortbildungspflicht besteht dennoch und ist auch verankert. Auch Niedergelassene müssen nachweisen, dass sie sich regelmäßig fortbilden, sonst kann es heftigen Ärger geben. Allerdings gab es in Westdeutschland bis Ende der 70er Jahre die Möglichkeit, sich nach dem Studium ohne Facharzt und (ausreichende) Krankenhausausbildung direkt eigenverantwortlich niederzulassen. Das waren die berüchtigten praktischen Ärzte, die heute noch praktizieren. Manche von ihnen vorzüglich, manche… na ja. Diesbezügl. war die DDR um vieles voraus, da gab es längst den Facharzt für Allgemeinmedizin.

Vielleicht solltest du dich mal wieder daran erinnern, dass
der Job eines Mediziners - nicht in der Resourcenverwaltung
besteht.

Jein. Ich finde schon, dass eine wir auch für die Resourcen verantwortlich sind. Was nicht erfolgversprechend ist, sollte eben auch nicht gemacht werden. Kostet Zeit, Nerven und bringt Gesunde auf die Idee krank zu sein („es gibt keine gesunden menschen, nur schlecht untersuchte“). Wir sollten mit dieser Begründung aber nicht auf nötige Untersuchungen verzichten.

Und wieviele Schicksale der Patienten, deren Langzeit-EKGs du
als „ohne pathologischen Befund“ bewertet hast, hast du
verfolgt?

Es sind schon einige. Das Problem des LZ-EKG ist eben die kurze Zeitspanne, die es überblickt. Diese Untersuchung wird von manchen sehr kritisch hinterfragt. Eben weil nach so nem EKG falsche Sicherheit vermittelt wird. Tags drauf ist der Mensch dann trotzdem tot, wenn er Pech hat. Die Eventrecorder, die prinzipiell besser sind, müssen operativ eingeplanzt werden, also auch nicht das Gelbe vom Ei.

pp

1 „Gefällt mir“

Naja, ich sag’s mal so, das Herzstolpern/-rasen kann definitiv psychisch bedingt sein, da es nur unter gewissen „Voraussetzungen“ auftritt. Ich habe diesbezüglich auch bereits psychologische Behandlung geplant. Etwas anderes sind diese Arhythmien, die in Form von Vibrieren auftreten, also wie ganz viele, kleine Extraschläge, ohne dass der Puls beeinflusst wird. Das tritt in letzter Zeit häufiger auf.
Nun ja, am meisten Sorgen machen mir die anderen Symptome, welchen der Arzt kaum Beachtung geschenkt hat, die aber auch bei vollkommener körperlicher und psychischer Entspannung auftreten, nämlich Schwindel, Übelkeit und Atembeschwerden. Die Atemnot äußert sich nicht in akuten Erstickungsanfällen, sondern in Form eines leicht brennenden Gefühls in den Atemwegen und Druck auf dem Brustkorb. Das tritt hin und wieder auf und dauert oft einige Stunden an. Außerdem habe ich momentan kaum Hunger und wenn ich etwas esse wird mir schnell übel. Der Schwindel tritt hin und wieder im Stehen, aber auch im Sitzen auf.
Wie gesagt, bzgl. meines Herzens habe ich mich einigermaßen beruhigt, mich wundert nur, dass die anderen Symptome noch da sind. Ich werde das natürlich bei den bevorstehenden Untersuchungen ansprechen (ein LZ-EKG wird übrigens auch durchgeführt), allerdings glaube ich, dass ich bereits in die Psycho-Ecke gestellt wurde und deswegen kaum ernstgenommen werde.
Ich denke, mein Fehler war, diese typischen Panikattacken-ähnlichen Anfälle bei der Symptombeschreibung zu sehr in den Vordergrund gestellt zu haben. Dabei geht es mir ja vielmehr um das allgemeine Unwohlsein, dem störenden Herzklopfen (nicht Rasen) und den restlichen genannten Symptomen.

Hallo,

meines Chefs Erfahrung war, dass man von der Persönlichkeit
des Patienten oft auf den Hausarzt schließen kann, was
tatsächlich stimmt.

was voraussetzen würde, dass ein Patient seit längerem bei einem Hausarzt in Behandlung ist.

Ich glaube schon, dass man mit der Zeit
herausbekommt, wie ein Arzt tickt und wo er seine Schwerpunkte
setzt. Auf Dauer kann man als Doc so eloquent sein wie man
will.

Und nach welchen „objektiven“ Kriterien kann ein medizinischer Laie feststellen, ob ein Mediziner „aktuellen“ medizinischen Sachverstand besitzt?

Tatsächlich ist mit der Facharztprüfung erstmal Schluß mit
Testerei.

Ja und damit endet auch die Möglichkeit einer nachprüfbaren, objektiven Qualitätssicherung.

Aber die Fortbildungspflicht besteht dennoch und ist
auch verankert. Auch Niedergelassene müssen nachweisen, dass
sie sich regelmäßig fortbilden, sonst kann es heftigen Ärger
geben.

Na ja, die Punktesammlerei:
http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=1.102.104

kann wohl jeder (halbwegs organisierte) Mediziner, leicht auf die Reihe kriegen - ohne spezifische Fähigkeiten nachweisen zu müssen.

Vielleicht solltest du dich mal wieder daran erinnern, dass
der Job eines Mediziners - nicht in der Resourcenverwaltung
besteht.

Jein. Ich finde schon, dass eine wir auch für die Resourcen
verantwortlich sind. Was nicht erfolgversprechend ist, sollte
eben auch nicht gemacht werden.

Das kann unter Umständen aber bedeuten, dass eine Erkrankung nicht erkannt wird, weil man Resourcen sparen wollte.

Wir sollten mit dieser
Begründung aber nicht auf nötige Untersuchungen verzichten.

Ganz deiner Meinung!

Und wieviele Schicksale der Patienten, deren Langzeit-EKGs du
als „ohne pathologischen Befund“ bewertet hast, hast du
verfolgt?

Es sind schon einige. Das Problem des LZ-EKG ist eben die
kurze Zeitspanne, die es überblickt. Diese Untersuchung wird
von manchen sehr kritisch hinterfragt. Eben weil nach so nem
EKG falsche Sicherheit vermittelt wird. Tags drauf ist der
Mensch dann trotzdem tot, wenn er Pech hat.

Die Eventrecorder, die prinzipiell besser sind, müssen operativ eingeplanzt werden,

Es gibt auch welche, die man nicht operativ einpflanzen muss:
http://www.kardio-duesseldorf.de/eventrecorder.html

Gruß
karin

(…) allerdings glaube ich, dass ich bereits in die
Psycho-Ecke gestellt wurde und deswegen kaum ernstgenommen
werde.

Dann liegt es an dir, dein Recht auf eine objektive Abklärung deiner Krankheitssymptome durchzusetzen.

Ich denke, mein Fehler war, diese typischen
Panikattacken-ähnlichen Anfälle bei der Symptombeschreibung zu
sehr in den Vordergrund gestellt zu haben.

Du hast deine körperlichen Empfindungen wahrheitsgemäss geschildert. Nichts sonst - war gefragt!

Dabei geht es mir
ja vielmehr um das allgemeine Unwohlsein, dem störenden
Herzklopfen (nicht Rasen) und den restlichen genannten
Symptomen.

Dann solltest du Das, dem behandelndem Arzt - ohne Hintergedanken - mitteilen.

Hallo,

was voraussetzen würde, dass ein Patient seit längerem bei
einem Hausarzt in Behandlung ist.

Das ist ja Zweck des Hausarztsystems. Objektiv die Fähigkeiten des Arztes einzuschätzen ist natürlich nicht möglich. Aber ob jemand mit Freude und Engagement bei der Sache ist, läßt sich schon abschätzen. Die guten Ärzte die ich kenne können sich jedenfalls immer noch ihre Patienten raussuchen. Die perfekte Behandlung wirst Du trotzdem nie bekommen.
Das Wort Qualitätssicherung treibt mir den Schweiß auf die Stirn. Es ist für mich ein zu Floskel mutierter nett gemeinter Ansatz. Seit ich in 2 Krankenhäusern sogenannte Zertifizierungsmaßnahmen mit dieser Absicht hinter mich bringen mußte. War einfach nur Zeitvergeudung für die Katz. Ich habe keine Lösung für eine nachprüfbare objektive Qualitätssicherung, die ihren Namen verdienen würde.Ich hoffe, dass die Punktepflicht schon einen Mindeststandard gewährleistet, ebenso wie die inzwischen schon recht straffe Ausbildung zum Facharzt. vielleicht bringt der Ärztemangel bzw. die Ärzteflucht auch Bewegung in unser verkrustetes Weiterbildungssystem, sprich motiviert die Weiterbilder (ist jetzt nicht gerade Weltniveau…)

kann wohl jeder (halbwegs organisierte) Mediziner, leicht auf
die Reihe kriegen - ohne spezifische Fähigkeiten nachweisen zu
müssen.

mit ner Spur „krimineller Energie“ geht immer was, egal in welchem Bereich. Das wird aber die Ausnahme bleiben.

Das kann unter Umständen aber bedeuten, dass eine Erkrankung
nicht erkannt wird, weil man Resourcen sparen wollte.

Rationeller Einsatz von Diagnostik hat immer die ärztliche Kunst ausgemacht, nicht erst seit Finanznotzeiten. Dass man sich dabei auch böse irren kann, bleibt nicht aus. Diese Fehlerquote minimal zu halten, zeichnet den guten Arzt aus, nicht die Zahl der Überweisungen in diagnostische Zentren oder der Laborwerte, die er abnimmt. Schwierige Abwägung, ganz oft!
Ich z. B. habe das Abdomen-CT praktisch aus meinem Katalog gestrichen, weil mir der Ultraschall billiger bessere Ergebnisse ohne Strahlung und wesentlich schneller bietet. Setzt aber einiges an Erfahrung voraus.

Es gibt auch Eventrecorder, die man nicht operativ einpflanzen muss:
http://www.kardio-duesseldorf.de/eventrecorder.html

Die kannte ich bis dato tatsächlich nicht, nur welche mit aufgeklebten Elektroden. Dass die hier genannten sich nicht durchgesetzt haben, wird wohl Gründe haben. Vllt. kriegen die schnell Beine? Fehlerhafte Anwendung? Und vor allem: Wie soll ich Ohnmachtsanfälle damit untersuchen?

pp

2 „Gefällt mir“

Kein Fehler
Hi Silias,
es war kein Fehler, die Beschwerden zu beschreiben, wie sie sind. Ein leider immer noch verbreiteter Irrtum ist, dass „in die Psycho Ecke gestellt werden“ etwas mit Simulant o. ä. zu tun hat. Psychosomatische Krankheiten haben keineswegs weniger Leidensdruck, als somatisch bedingte Krankheiten. Es wäre also Unfug, das einfach abzutun. Ebenso Unfug ist es aber, durch aufwendige Diagnostik nach Sachen zu suchen, deren Existenz man als Arzt arg bezweifelt.
Also es geht darum, bei welcher Profession Du am besten aufgehoben bist mit Deinem realen Problem. Oder ob es Dir reichen würde, wenn jemand Dir bestätigen kann, dass Du körperlich gesund bist und von den Beschwerden keine ernste Gefahr ausgeht. Davon bin ich jedenfalls sogar per Ferndiagnose überzeugt.

pp

Ich meinte auch eher, dass ich jetzt damit rechnen kann, den Arzt in seinen Psycho-Vermutungen bestätigt zu haben. Diesen Attacken habe ich ja selbst viel zu viel Beachtung geschenkt. Was ich nur nicht verstehe, ist, dass ich dauerhafte Beschwerden habe, die sich über Tage erstrecken, also keinesfalls als Attacken betitelt werden können. Mir ist aber klar, dass ihr genauso wie der Arzt, weil ihr jetzt davon ausgeht, dass ich eine Herzneurose oder so habe, diese Symptome als Einbildung abtut. Und ich weiß, dass wahrscheinlich jeder Herzneurotiker so argumentiert und sagt, dass er ECHTE Beschwerden hat, aber ich habe die Symptome Atemnot etc. bei völliger Entspannung bzw. Ablenkung. Nur bei meinem Pech treten diese Dinge beim CheckUp morgen natürlich nicht auf - ist aber auch irgendwie logisch, da ich die Beschwerden häufig nur abends habe. Naja, keine Ahnung, was ich da machen kann…

Hallo,

(…) Objektiv die Fähigkeiten
des Arztes einzuschätzen ist natürlich nicht möglich.

Eben! Einem Patienten bleibt derzeit bei der Suche nach einem fachlich qualifizierten Mediziner, nur die Methode: „Trial and/ or Error“.

Das Wort Qualitätssicherung treibt mir den Schweiß auf die
Stirn. Es ist für mich ein zu Floskel mutierter nett gemeinter
Ansatz. Seit ich in 2 Krankenhäusern sogenannte
Zertifizierungsmaßnahmen mit dieser Absicht hinter mich
bringen mußte. War einfach nur Zeitvergeudung für die Katz.

Das sehe ich genauso - als Alibiveranstaltung.

Ich habe keine Lösung für eine nachprüfbare objektive
Qualitätssicherung, die ihren Namen verdienen würde.

Hier denke ich an regelmässig durchzuführende Tests - die sicherlich unbequem wären - wer will sich, als gestandener Mediziner, schon gerne von Berufskollegen auf die Sprünge helfen lassen.

Ich hoffe, dass die Punktepflicht schon einen Mindeststandard
gewährleistet

Diesen Anspruch erfüllt sie - in der vorliegenden Form - wohl nicht.

kann wohl jeder (halbwegs organisierte) Mediziner, leicht auf
die Reihe kriegen - ohne spezifische Fähigkeiten nachweisen zu
müssen.

mit ner Spur „krimineller Energie“ geht immer was, egal in
welchem Bereich. Das wird aber die Ausnahme bleiben.

Das hatte ich damit nicht gemeint. Präsenzpflicht bei punkterelavanten Fortbildungsveranstaltungen und die Erlaubnis, eigenständig Fachliteratur zu konsumieren, belegt doch in keinster Weise, ob relevantes Wissen dadurch vermittelt wird.

Rationeller Einsatz von Diagnostik hat immer die ärztliche
Kunst ausgemacht, nicht erst seit Finanznotzeiten. Dass man
sich dabei auch böse irren kann, bleibt nicht aus. Diese
Fehlerquote minimal zu halten, zeichnet den guten Arzt aus,
nicht die Zahl der Überweisungen in diagnostische Zentren oder
der Laborwerte, die er abnimmt. Schwierige Abwägung, ganz oft!

Das Problem hierbei ist, dass du als Mediziner schon im vorhinein - ohne Not - eine Resourcenabwägung vornimmst.
Im besten Fall - sparst du damit den Krankenkassen Gelder für unnötige Untersuchungen und im schlechtesten Fall - spekulierst du damit auf Kosten der Gesundheit deiner Patienten.

Ich z. B. habe das Abdomen-CT praktisch aus meinem Katalog
gestrichen, weil mir der Ultraschall billiger bessere
Ergebnisse ohne Strahlung und wesentlich schneller bietet.

Das ist doch Okay, weniger Strahlung kommt dem Patienten zugute. Dass diese Untersuchung dazu noch billiger ist, darf aber kein untersuchungsrelevantes Kriterium sein.

Setzt aber einiges an Erfahrung voraus.

Welche nicht jeder besitzt und die von einem Patienten - von aussen - nicht erkennbar ist.

Es gibt auch Eventrecorder, die man nicht operativ einpflanzen muss:
http://www.kardio-duesseldorf.de/eventrecorder.html

Die kannte ich bis dato tatsächlich nicht, nur welche mit
aufgeklebten Elektroden.

Na siehste, man lernt doch nie aus :smile:
Der mobile Event-Rekorder, wird übrigens auch vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen empfohlen:
http://www.bnk-service.de/patienten/eventrecorder

Dass die hier genannten sich nicht
durchgesetzt haben, wird wohl Gründe haben. Vllt. kriegen die
schnell Beine?

Wer sollte schon ein Gerät klauen wollen, mit dem er nichts anfangen kann.

Fehlerhafte Anwendung?

Kann dir bei einem normalen EKG genauso passieren.

Und vor allem: Wie soll
ich Ohnmachtsanfälle damit untersuchen?

Unserem Fragesteller, der nichts von Ohnmachtsanfällen berichtet hat, könnte dieses Gerät aber von grossem Nutzen sein.

Gruß
karin