Hallo,
Mich verwundert etwas:
Wenn es um Abtreibung geht wird oft das Argument gebracht dass die Aktion risikoreich wäre in bezug auf eventuelle später geplante schwangerschaften.
Wenn aber z.B. bei einer Missed Abortion eine Ausschabung angeraten wird, dann wird dies stets als beste, gesündeste Methode beschrieben die es der Frau u.a. ermögliche besonders schnell wieder erfolgreich schwanger zu werden.
Wer weiss warum?
Gruss
M.
Hallo,
Jeder medizinische Eingriff birgt risiken. Wie man diese bewertet hängt auch vom individuellen Sicherheitsbedürfnis ab. Im Vergleich zu anderen „Routineeingriffen“ kann man aber wohl feststellen, dass Schwangerschaftsabbrüche unter den Bedingungen moderner medizinischer Versorgung insgesamt Risiokoarm sind. Es treten weniger Komplikationen auf als etwa bei „Blinddarm-“ (eigentlich Wurmforsatz-) oder Mandelentferungen.
Wenn überhaupt ist das Risiko einer dadurch später eingeschränkten Fertilität so gering und damit statistisch schwer erkennbar, dass sich die Experten darüber streiten können, ob es überhaupt besteht.
Ob bei einer verhaltenen Fehlgeburt die Ausschabung das beste Mittel ist, kann ich nicht sagen. Als Methode eines Schwangerschaftsabbruches ist sie m. W. mittlerweile in den Rang einer „Reservemethode“ zurückgetreten, die nur noch angewendet wird, wenn eine Absaugung nicht mehr möglich ist, unvollständig geblieben ist oder ein medikamentöser Abbruch nicht gelungen ist.
Gruß
Werner
Hallo,
Danke für deine Erklärungen.
Mir ist nicht verständlich, warum medikamentöse Abtreibung bei Fehlgeburten nicht durchgeführt wird.
Mir wurde gesagt, dass auf jede Absaugung (das ist wohl Standard bei Fehlgeburten) abschliessend eine kleine Ausschabung erfolge, weshalb ich dieses Wort nutzte.
Ich hoffe das sind medizinische Gründe die dahinter stehen.?
Gruss
M.
Hallo,
ergänzend zu der schon erhaltenen Antwort:
eine Abtreibung durch Ausschabung ist ‚gefährlicher‘ als eine „normale“.
Denn bei der Abtreibung ist das Instrument scharf, bei einer normalen stumpf.
Bedeutet, das Risiko dass die Gebärmutter verletzt wird ist bei einer Abtreibung höher. Passiert das, ist das problematisch für eine nachfolgende erwünschte SS.
LG
Hallo,
dass ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch bei einer verhaltenen Fehlgeburt nicht möglich ist, habe ich noch nie gehört und glaube ich nicht. Es können natürlich immer individuelle Faktoren vorliegen, die die eine oder andere Methode nicht angezeigt erscheinen lassen, aber ein genereller Ausschluss ist mir hier nicht erklärlich.
Das Ausschabungen nach Absaugungen immer durchgeführt werden, ist falsch. Wenn diese Information aus der gleichen Quelle kommt, wie das zuvor genannte, dann würde ich deren Kompetenz in Zweifel ziehen und sofern daraufhin irgendwelche Entscheidungen anstehen auf jeden Fall noch weitere Expertisen einholen.
Gruß
Werner
Hallo,
ich verstehe deine Aussagen nicht so richtig.
eine Abtreibung durch Ausschabung ist ‚gefährlicher‘ als eine
„normale“.
Meinst du mit „normale“ die Absaugung?
Dann kann man das aufgrund der Häufigkeit in Deutschland wohl so sagen. Bezogen auf die westelichen Länder ist allerdings der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch dann die normale Methode und Deutschland nimmt eine Sonderstellung ein.
Denn bei der Abtreibung ist das Instrument scharf, bei einer
normalen stumpf.
Wobei scharf hier ein relativer Begriff ist. Die gynäkologischen instrumente werden nicht umsonst „stumpfe Curetten“ genannt. Sie haben zwar eine Schabkante, sind aber nicht scharf geschliffen.
Die Verletungen der Gebährmutter rühren dann m.W. auch meistens nicht von dieser Kante her, sondern vom wirklich stumpfen Außenrand. Und selbst dieses im Vergleich etwa zur Absaugung höhere Risiko einer Verletzung der Gebährmutter ist absolut gesehen gering.
Gruß
Werner
Hallo,
dass ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch bei einer
verhaltenen Fehlgeburt nicht möglich ist, habe ich noch nie
gehört und glaube ich nicht.
Das wurde mir von einem Facharzt für Gynäkologie so gesagt. Es müsse immer eine Ausschabung erfolgen um sicher zu gehen dass kein Restgewebe verbleibe. Der wunsch auf medikamentösen Abruch (SSW9/10) wurde kathegorisch abgelehnt.
Das Ausschabungen nach Absaugungen immer durchgeführt werden,
ist falsch. Wenn diese Information aus der gleichen Quelle
kommt, wie das zuvor genannte, dann würde ich deren Kompetenz
in Zweifel ziehen und sofern daraufhin irgendwelche
Entscheidungen anstehen auf jeden Fall noch weitere Expertisen
einholen.
Das war nicht die gleiche Quelle, sondern ein anderer Facharzt für Gynäkologie, tätig am Universitätsklinikum wo solche Eingriffe tagtäglich getätigt werden. Es wurde allerdings zwischen scharfen löffeln und weniger scharfem Material unterschieden. Leider erinnere ich mich nicht an die genaue Bezeichnung des verwendeten Geräts nach Absaugung.
Gruss
M.
Hallo,
zwie Fachärzte unabhängig voneinander?
Das lässt mich etwas hilflos zurück.
Dass verhaltene Fehlgeburten nicht so sehr im Fokus meiner Aufmerksamkeit stehen und es hier Faktoren geben kann, die mir nicht bekannt sind, habe ich schon angedeutet. Wenn es sich also um Verfahrensregeln handelt, die bei diesem besonderen Problem abweichend von „normalen“ Schwangerschaftsabbrüchen anwendung finden, dann will ich das als solches gerne dazulernen.
Bei Schwangerschaftsabbrüchen allgemein, versuche ich aber wirklich am Ball zu sein.
Früher waren Ausschabungen als alleinige Methode Standart, dann wurden sie noch häufig zusätzlich durchgeführt, um z. B. bei Absaugungen nachzuarbeiten.
Mit der besseren Kenntnis über und Technik bei Absaugungen, wird diese aber heute m. W. nur noch in Ausnahmefällen notwendig.
Wenn diese Aussagen sich also auch auf Schwangerschaftsabbrüche allgemein beziehen sollte dann würde es mich erschrecken, dass ein Gynäkologe aussagt, Ausschabungen seien heute sogar immer notwendig.
Entweder sind mir wesentliche Informationen dauerhaft verborgen geblieben
oder die medizinische Wissenschaft hat hier so schnell neue - für längst überholt gehaltene Verfahren - entwickelt, dass mir das noch nicht aufgefallen ist
oder - die vielleicht erschreckenste Vorstellung - ein ausgewiesener Facharzt hat hier keine Ahnung von seinem Metier.
Gruß
Werner
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