Aussendiensttätigkeit

Hallo,

derzeit bin ich auf der Suche nach einer neuen
beruflichen Aufgabe. Da ich einerseits gelernter
Fernsehmeister mit einschlägiger Berufserfahrung
bin, in diesem Beruf jedoch viel zu wenig gezahlt
wird (max. 3500 - 4000 brutto), würde ich gerne
in den Vertrieb technischer Produkte gehen.

Wie sieht es da aus, bei einem Job mit Aussendienst-
tätigkeit z.B. „Account-Manager Norddeutschland“,
da wird im Stellengesuch eines Unternehmens
eine „entsprechend hohe Dotierung, Firmenwagen
auch zur privaten Nutzung“ angeboten.

Was kann man da verlangen, bzw. in welchem Bereich
liegen die Verdienstmöglichkeiten. Dazu sei gesagt, das
diese Firma mehr wert auf die fachliche Kompetenz legt
(Beratung bezüglich Sonderanfertigungen) als auf
den kaufmännischen Bereich.

Ist der AD überhaupt empfehlenswert, oder wird man
wegen schlechter Zahlen immer gleich „abgesägt“ ?

Schöne Grüße
Oliver

Hallo Oliver,

im Vertrieb von Sonderanfertigungen ist fachliche Kompetenz gefragt. Wenn Du die Möglichkeiten Deines Betriebes genau kennst, das Problem des Kunden verstehst und qualifiziert berätst, hast Du einen sehr abwechselungsreichen Job, der aber auch eine Menge von Dir fordert.

Was dabei zu verdienen ist, hängt vom Produkt, von der Wettbewerbssituation, vom Bekanntheitsgrad der Firma, von der Kundenstruktur im von Dir betreuten Gebiet und von Deinem Einsatz ab. Je nachdem, wie das Gebiet bisher betreut und erschlossen wurde, brauchst Du Zeit, um dort Fuß zu fassen. Natürlich gibt es aus anderen Vertriebsgebieten Vergleichszahlen, aber jeder weiß, daß solche Zahlen wegen regionaler Besonderheiten nur schwer vergleichbar sind. Du brauchst Dir deshalb nicht sofort Existenzsorgen zu machen, weil die Umsatzerwartung in einem begrenzten Zeitraum nicht erfüllt wird. Gute Leute im technischen Vertrieb sind Mangelware und werden überall gesucht.

Sehr wahrscheinlich bietet man Dir ein nicht sehr berauschendes Fixum, das durch eine Beteiligung am Gebietsumsatz ergänzt wird, also Provision. Achte darauf, daß Du aus allen Umsätzen Deines Gebietes die Provision bekommst und nicht nur von den Aufträgen, die Du unmittelbar selbst bringst. Du wirst es nämlich erleben, daß Du Dir viel Mühe mit einer Beratung gibst und hinterher kommt ein Mini-Musterauftrag. Wenn der große Brocken erst viel später oder von einer ganz anderen Firma kommt, muß das trotzdem für Dich zur Provision führen, auch dann, wenn Du den Kunden noch nie gesehen hast. Etwas anderes würde ich nicht unterschreiben. Früher war das beinahe überall so, mittlerweile aber gibt es immer mehr Ausnahmen, die für den Vertreter vor Ort, der das Gebiet bereist, höchst unerquicklich sind.

Viel konkreter kann man bezüglich des Einkommens und der Provisionshöhe kaum werden. Es hängt sehr am Produkt, am Markt und an Dir selbst. Wenn Du die Tätigkeit gerne ausübst und hinter dem Produkt stehst, spüren das auch Deine Gesprächspartner. Dann kannst Du damit ein deutlich höheres Einkommen erzielen, als es im Radio-und Fernsehhandwerk üblich ist. Viel hängt auch davon ab, wie gut die Unterstützung aus der Firma ist. Brauchen die zu viel Zeit, um ein Angebot zu erstellen, wird der Kunde sauer und Du badest es aus. Bekommst Du von allen Direktkontakten der Kunden mit Deiner Firma Gesprächsnotizen, wirst über Lieferungen oder auch Verzögerungen umgehend informiert- all das bestimmt mit, ob Du auf einen grünen Zweig kommst.

Noch etwas zum Gebiet: Was versteht man unter Norddeutschland? Das kann ein riesiges Gebiet sein, evtl. viel zu groß für einen einzelnen Mann. Das kann von Kassel bis Flensburg, von Emden bis Greifswald gehen. Achte darauf, daß Du nicht zu viel Zeit im Auto verbringst.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

Hallo Oliver,

im Vertrieb von Sonderanfertigungen ist fachliche Kompetenz
gefragt. Wenn Du die Möglichkeiten Deines Betriebes genau
kennst, das Problem des Kunden verstehst und qualifiziert
berätst, hast Du einen sehr abwechselungsreichen Job, der aber
auch eine Menge von Dir fordert.

Genau sowas suche ich ja :smile:
Ich bin sozusagen ein Workoholic !

Was dabei zu verdienen ist, hängt vom Produkt, von der
Wettbewerbssituation, vom Bekanntheitsgrad der Firma, von der
Kundenstruktur im von Dir betreuten Gebiet und von Deinem
Einsatz ab.

Nachdem was ich weiß hat die Firma schon sehr gute Geschäftskontakte in namhaften Großunternehmen, das
Gebiet scheint schon gut erschlossen zu sein.

Je nachdem, wie das Gebiet bisher betreut und
erschlossen wurde, brauchst Du Zeit, um dort Fuß zu fassen.
Natürlich gibt es aus anderen Vertriebsgebieten
Vergleichszahlen, aber jeder weiß, daß solche Zahlen wegen
regionaler Besonderheiten nur schwer vergleichbar sind. Du
brauchst Dir deshalb nicht sofort Existenzsorgen zu machen,
weil die Umsatzerwartung in einem begrenzten Zeitraum nicht
erfüllt wird. Gute Leute im technischen Vertrieb sind
Mangelware und werden überall gesucht.

Hmm, davon hab ich noch nichts gemerkt, diverse Bewerbungen
dieser Art sind bereits im Sand verlaufen. Gefragt sind
zu oft Leute mit mind. 3 Jahren Berufserfahrung im
Aussendienst. Und die habe ich nicht.

Sehr wahrscheinlich bietet man Dir ein nicht sehr
berauschendes Fixum, das durch eine Beteiligung am
Gebietsumsatz ergänzt wird, also Provision. Achte darauf, daß
Du aus allen Umsätzen Deines Gebietes die Provision bekommst
und nicht nur von den Aufträgen, die Du unmittelbar selbst
bringst. Du wirst es nämlich erleben, daß Du Dir viel Mühe mit
einer Beratung gibst und hinterher kommt ein
Mini-Musterauftrag. Wenn der große Brocken erst viel später
oder von einer ganz anderen Firma kommt, muß das trotzdem für
Dich zur Provision führen, auch dann, wenn Du den Kunden noch
nie gesehen hast. Etwas anderes würde ich nicht
unterschreiben. Früher war das beinahe überall so,
mittlerweile aber gibt es immer mehr Ausnahmen, die für den
Vertreter vor Ort, der das Gebiet bereist, höchst
unerquicklich sind.

Das hört sich schlüssig an, ich werde drauf achten. Danke.

Viel konkreter kann man bezüglich des Einkommens und der
Provisionshöhe kaum werden. Es hängt sehr am Produkt, am Markt
und an Dir selbst. Wenn Du die Tätigkeit gerne ausübst und
hinter dem Produkt stehst, spüren das auch Deine
Gesprächspartner. Dann kannst Du damit ein deutlich höheres
Einkommen erzielen, als es im Radio-und Fernsehhandwerk üblich
ist. Viel hängt auch davon ab, wie gut die Unterstützung aus
der Firma ist. Brauchen die zu viel Zeit, um ein Angebot zu
erstellen, wird der Kunde sauer und Du badest es aus. Bekommst
Du von allen Direktkontakten der Kunden mit Deiner Firma
Gesprächsnotizen, wirst über Lieferungen oder auch
Verzögerungen umgehend informiert- all das bestimmt mit, ob Du
auf einen grünen Zweig kommst.

Noch etwas zum Gebiet: Was versteht man unter Norddeutschland?
Das kann ein riesiges Gebiet sein, evtl. viel zu groß für
einen einzelnen Mann. Das kann von Kassel bis Flensburg, von
Emden bis Greifswald gehen. Achte darauf, daß Du nicht zu viel
Zeit im Auto verbringst.

Der Raum ist auf Großraum Hannover u. Umgebung beschränkt,
werde also nicht zuviel Auto fahren müssen.

Gruß
Wolfgang

Vielen Dank für deine umfangreichen Erklärungen,
das wird mir helfen.

Schöne Grüße
Oliver

etwas off topic
Hallo,

ist nicht ganz das Thema - aber ein paar kleine Tips zum AD.

derzeit bin ich auf der Suche nach einer neuen
beruflichen Aufgabe. Da ich einerseits gelernter
Fernsehmeister mit einschlägiger Berufserfahrung
bin, in diesem Beruf jedoch viel zu wenig gezahlt
wird (max. 3500 - 4000 brutto), würde ich gerne
in den Vertrieb technischer Produkte gehen.

Wenn es Dein Ding ist, Sachen zu „verkaufen“ und Du die Möglichkeit hast - klasse. Aber die meisten Unternehmen suchen Leute mit „Erfahrung“.

Was kann man da verlangen, bzw. in welchem Bereich
liegen die Verdienstmöglichkeiten. Dazu sei gesagt, das
diese Firma mehr wert auf die fachliche Kompetenz legt
(Beratung bezüglich Sonderanfertigungen) als auf
den kaufmännischen Bereich.

Fachliche Kompetenz gut und schön - die ist sicherlich WICHTIG, aber viel mehr Erfolg hast Du, wenn der Kunde den Eindruck von DIR hat, DU seist unverzichtbar. Du verkaufst zwar das Produnkt, in erster Linie verkaufst Du jedoch DICH (Deine Persönlichkeit, Deinen Charme, etc.). Fachkompetente Leute gibt es genug - aber es ist wichtiger, dass der Kunde DICH mag!
Wichtig ist, durch geschickte Gesprächstaktik den Kunden dazu zu bringen, von sich aus auf Deine Idee zu kommen…
Unsere ehemals erfolgreichste „Verkäuferin“ hatte von der Materie eher geringe Kenntnisse! Aber sie kannte ihre Kunden ganz hervorragend!

Ist der AD überhaupt empfehlenswert, oder wird man
wegen schlechter Zahlen immer gleich „abgesägt“ ?

In der Regel ist die gesamte Leistung des Teams ausschlaggebend. Wenn das Team funktioniert, werden auch Perioden des ein oder anderen aufgefangen, die nicht so toll laufen.

Gruß
Guido