Aussentemperatur

hallo leute,

ich wurde am wochenende von sportkameraden als „wichtig“ bezeichnet, da ich zum joggen mein handy dabei hatte.
damit ich hilfe holen kann, wenn ich irgendwo am arsch der welt bin und was passiert ist.

da kam die frage auf, wie lange man bei welcher aussentemperatur überleben könnte.
bsp. ich jogge abends im winter, mir passiert was (stolpern, übelkeit etc) und ich liege da irgendwo in der pampa.

wie lange würde ich zb bei 0°C überleben, wenn es nicht regent bzw der boden trocken ist.

danke
für die antworten

postbuettel

Hallo,
deutlich unter einer Stunde (angepaßte Laufbekleidung vorrausgesetzt) - wenn ich mich recht entsinne ist das mal bei http://www.lauftreff.de in einem Forum besprochen worden (ggf. dort noch mal nachfragen).
Ich habe das Handy grundsätzlich dabei (Rufton/Vibrationsalarm aus), also auch im Sommer, u.a. wegen den Mengen an Wildschweinen, die in der Heide leben und einen Fall im Bekanntenkreis vor Jahren, der sich (glücklicherweise) im Sommer einen Splitterbruch, durch simples wegknicken zugezogen hatte und lange im Wald lag, bevor er entdeckt wurde. Die Bemerkung Deiner Bekannten zeigt nur, daß sie sich über das Thema noch keine Gedanken gemacht haben.

Gruss
Enno

laut Erste-Hilfe-Kurs kann es zu einer Unterkühlung bereits bei einer Außentemperatur von 8 Grad + kommen! Leider kann ich dir keine Zeit dazu nennen :frowning:
Hoffe aber, das du nie in diese Situation kommst und immer heile nach Hause kommst. Ich finde die Überlegung mit dem Handy übrigens gut und nicht „wichtig“ im negativen Sinne!

da kam die frage auf, wie lange man bei welcher
aussentemperatur überleben könnte.
bsp. ich jogge abends im winter, mir passiert was (stolpern,
übelkeit etc) und ich liege da irgendwo in der pampa.

wie lange würde ich zb bei 0°C überleben, wenn es nicht regent
bzw der boden trocken ist.

Du gibst dir ja schon selbst die halbe Antwort: So allgemein lässt sich das nicht wirklich sagen. Es kommt sehr auf die Umstände an. Zu den von dir genannten Feuchtigkeit und Außentemperatur kommt der „wind-chill-Faktor“, also die Tatsache, dass auch Wind Wärme ableitet. Es kommt drauf an, welche und wieviel Kleidung du anhast, ob du aufgrund des Unfalls geschockt bist, ob du (nennenswerte Mengen) Blut verlierst, in welchem körperlichen zustand du bist, ob du dich noch bewegen (und so Wärme erzeugen) kannst …

Und selbst wenn das alles bekannt ist, erleben die Notärzte immer wieder Wunder. Hier in Ö passieren ja nicht selten Bergunfälle (dank genügender Anzahl von Bergen :wink:) und da liest du regelmäßig in der Zeitung von Leuten, die wundersamerweise überlebt haben, obwohl sie nach Ansicht der Ärzte schon längst hätten tot sein müssen.

Unter anderem gab es da fälle, von gut trainierten Leuten mit guter „Bergkleidung“, die bei Frostnächten auch schon zwei oder drei Tage überlebten. Mit Joggingkleidung wirst aber möglicherweise schon in der ersten Nacht erfrieren.

Außerdem gibt es ja bei Unterkühlung Stufen von Schädigungen. Es kann also sein, dass du überlebst, aber ein paar Gliedmaßen einbüßt. Und wie viel Schädigung hängt dann sehr vom „auftau“-Vorgang ab. Da haben gutmeinende ersthelfer oder nicht spezialisierte Ärzte auch schon oft einiges verhaut.

Also besser Handy mitnehmen und im Empfangsbereich bleiben :smile:). Trost bei der Sache: Notruf kannst oft noch an Stellen absetzen, an denen ein Telefongespräch aufgrund des schlechten Empfangs schon lang nicht mehr möglich ist.

Liebe Grüße
Livia

Hallo,

ergänzend zum bereits gesagten: eine Rettungdecke (Gold/Silberfolie) ist in solchen Fällen ganz praktisch. Die Dinger sind sehr klein und leicht, und bei meinen Mountainbike-Touren fahr ich eigentlich nie ohne.

Falls man im Winter drauf angewiesen ist, die Rett.Decke zu benutzen, sollte man sich allerdings besser nicht nur damit zudecken, sondern vor allem auch als Unterkülungsschutz vor Bodenkälte benutzen.

Grüße, Simon

Faktoren die zu einer Unterkühlung (Hypothermie) führen sind von Naturseite: Temperatur, Wind, Feuchtigkeit und von Menschenseite: Isolation der Kleidung, Alter, Verletzung, Erschöpfung, Disziplin, Training, Alkohol, Nikotin, Medikamente.

Das Zusammenspiel all dieser Faktoren ergibt den Todeszeitpunkt beim Erfrieren. Der Körper zentralisiert irgendwann, d. h. er versorgt nur noch seine lebenswichtigen Organe. Extremitäten wie Hände und Füße sterben ab.

Irgendwann setzt ein Kreislaufversagen ein, man ist tot. Aber: je kälter es ist desto länger kann man Wiederbeleben. Weil der Körper viel weniger Sauerstoff verbraucht.

Es gibt Berichte das Leute nach dem sie 1 Stunde lang unter Eiswasser waren noch erfolgreich wiederbelebt wurden (allerdings sind die dann behindert gewesen