Außenwirtschaftliches Gleichgewicht

Hallo Leute!
Ich muss in Wirtschaft und Recht ein Referat über das „außenwirtschaftliche Gleichgewicht“ halten.
Ich habe mich auch schon einige Stunden damit beschäftigt, und ich denke mir ist soweit alles klar.

Aber könntet ihr mir vielleicht noch einmal die Auswirkungen auf den Rest des magischen Vierecks erläutern?

Ich wäre sehr dankbar, da dies für mich ein sehr kompliziertes Thema ist.

Grüße, Orbipluto

Weiß denn hier niemand bescheid?
Oder bin ich zu doof die antworten zu sehen :smiley:

Tach Orbipluto,

bin zwar kein Experte, aber die Thematik interessiert mich auch da wir das bei uns im Unterricht auch gerade durchnehmen /durchgenommen haben.

So wie ich die Begrifflichkeit „Magisches Viereck“ verstanden habe bezieht es sich darauf, dass die vier Eckpunkte niemals gleichzeitig erreicht werden können, da einige Zielpunkte in Konflikt zueinander stehen. Auch die gegenseitige Unterstützung der einzelnen Eckpunkte ist möglich. So ist zum Beispiel das Wirtschaftswachstum von einer hohen Anzahl der Beschäftigten abhängig. Logischerweise hängt dadurch auch die Aussenwirtschaft von der Wirtschaft im Inland ab. Import/ Exportzahlen aufgrund hoher Produktion/ Absatz. Zumindest verstehe ich das so.

Wie gesagt ich bin auch kein Experte, vielleicht melden sich die anderen Forenmitglieder auch noch zu Wort.
ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen, ansonsten schau ich gerne nochmal rein, wenn die Diskussion weiter geht.

Gruss

Wissbegieriger Kerl

Vielen Dank schonmal für die Antwort,
allerdings beantwortet sie nicht so ganz meine Frage,
was ich meinte war mehr "welche Auswirkungen hat es auf den Rest des magischen Vierecks, wenn die Außenwirtschaft NICHT im Gleichgewicht beziehungsweise IM Gleichgewicht ist.
Und wie die anderen Ecken dieses Gleichgewicht beeinflussen können.

Trotzdem vielen Dank für die Mühe!

was ich meinte war mehr "welche Auswirkungen hat es auf
den Rest des magischen Vierecks, wenn die
Außenwirtschaft NICHT im Gleichgewicht beziehungsweise
IM Gleichgewicht ist.

  1. stabiles preisniveau. außenhandelsüberschüsse erzeugen einen abwertungsdruck (da sie mit kapitalexporten einhergehen und das kapital wieder zurückfließt), -defizite einen aufwertungsdruck.
  2. wachstum. na ja, man könnte wohl argumentieren, dass ein importüberschuss mit „verschuldung“ einhergeht und insofern das wachstum bremsen soll, wie man das auf einen exportüberschuss ummerzen kann, weiß ich allerdings nicht.
  3. beschäftigung. ähnlich wie wachstum. zusätzlich könnte man wohl noch die inflationsargumentation miteinbeziehen, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Phillipskurve#Die_erwei…

das außenwirtschaftliche gg ist vielleicht das am wenigsten „zwingende“ ziel im zielviereck, es ist hier nicht so leicht konkrete aussagen zu machen.

Hi nochmal,

diesbezüglich schlage ich vor, dass du mal dein Stichwort „Magisches Viereck“ bei Wikipedia eingibst. Dort habe ich vorhin einige Infos gefunden die auch dir helfen dürften.

Dort wird u.a. beschrieben, dass die Aussenwirtschaft eigentlich heutzutage nur bedingt zum Viereck hinzugezogen wird, soweit ich mich entsinne.

Gruss Wissbegieriger Kerl

Hallo, na dann komme ich mal mit meiner Außenseitermeinung, die kein offizielles Wissen ist, und in keinem Lehrbuch steht :

Auswirkungen eines außenwirtschaftlichen Gleichgewichtes :

  1. In Höhe des Handels- bzw. Leistungsbilanzsaldos findet ein Kapitalfluss mit gleichem Vorzeichen wie im Warenverkehr statt. ( Also Exportüberschuss = Waren minus = Kapital minus ). Dieser Kapitalfluss ist ohne weitere Auswirkungen auf die Preise, da ja in gleicher Höhe Güter fließen.

  2. In der Theorie ist ein Außenhandelsungleichgewicht auch unabhängig zum BIP und somit auch zur Beschäftigung/Arbeitslosigkeit. Importe z.B. absorbieren ja keine Kaufkraft und führen dadurch auch nicht zu niedrigerer Nachfrage, da ja in Höhe der Importe auch Kapital ins Land fließt. Keiner Exportnation fehlt tatsächlich Nachfrage, um ohne Anstieg der Arbeitslosigkeit das gleiche BIP aufrecht zu erhalten, da ja Kaufkraft ( = Kapital ) in Höhe der Exporte ebenfalls exportiert wird. Es müsste diese Kaufkraft eben nur im Inland konsumiert/investiert werden.

  3. Durch die Kapitalflüsse können insbesondere hohe und langanhaltende Außenwirtschaftliche Gleichgewichte einen gewissen Einfluss auf das Zinsniveau haben. ( Aufwertsdruck auf die Zinsen in Exportländern, Druck auf den Zinsen in Importländern ).

  4. In Höhe des Handels- bzw. Leistungsbilanzüberschusses muss(!) ein oder mehrere Wirtschaftssubjekte einer der beteiligten Volkswirtschaften eine entsprechende Währungsposition tragen. Hiermit verbunden sind Wechselkursrisiken. Gerade bei hohen und anhaltenden außenwirtschaftlichen Gleichgewichten können die dadurch immer weiter steigenden - einseitigen - Währungspositionen Probleme verursachen ( z.B. starke Kursausschläge ).

So , ich hoffe, dass bringt zusätzliches Licht ins Dunkel

Grüßle

Eric

Hallo Eric!
Erst mal viele Dank für deine Mühe!

Aber abgesehen davon, dass ich nicht wirklich alles verstanden habe was du geschrieben hast, kann ich dieses „Aussenseiterwissen, das in keinem Lehrbuch steht“ dann ja doch auch nicht in meinem Referat anwenden!
Könntest du mir vielleicht bitte nochmal erklären, was denn in einem Lehrbuch steht?
Grüsse,
Orbi

Vielen Dank Johnl, das ist so ziemlich genau was ich gesucht habe!

Falls trotzdem noch jemand etwas hinzufügen wollte, wäre ich dankbar.
Grüße, Orbi

Hey Orbi,

ne ne , die Arbeit kann ich dir nicht abnehmen. Zudem ich selber kaum Lehrbücher gelesen haben.

Oder sag bloß, Du sollst ein Referat halten, ohne vom Dozenten mndestens einen Hinweis auf Literatur erhalten zu haben ?

Schlechte Welt sage ich da nur…

  1. In Höhe des Handels- bzw. Leistungsbilanzsaldos findet ein
    Kapitalfluss mit gleichem Vorzeichen wie im Warenverkehr
    statt. ( Also Exportüberschuss = Waren minus = Kapital minus
    ). Dieser Kapitalfluss ist ohne weitere Auswirkungen auf die
    Preise, da ja in gleicher Höhe Güter fließen.

Uhm, doch, es gibt Preiswirkungen (Wechselkurswirkungen), weil die Dollar, die die Amerikaner gegen chinesische Waren tauschen, wieder in die USA zurückfließen werden, um Zinsen zu generieren.

Nur auf jenes Lehrbuch, dass wir selbst im Unterricht benutzen. In ihm befinden sich gerade mal 2 Seiten über mein Thema…ich hab es meiner Meinung nach trotzdem erstaunlich gut hingekriegt, nicht zuletzt wegen der Hilfe durch das Forum :smile:
Grüße Orbi

ja, nichts anderes habe ich gesagt.

Die USA bestellen im Gegenwert von 100 USD chinesisches Spielzeug. Die 100 USD fließen von China als Kapital wieder in die USA womit die Kaufkraft da ist, die zusätzlichen Güter auch zu bezahlen.
Inflation entsteht dadurch nicht.