Ausser mir

Ausser mir

  
Auf einmal – als hätte die steigende Flut  
mir den Boden unter den Füssen weggespült  
Als hätte ein eisiger Wind mir den Mut  
bis auf den Gefrierpunkt herabgekühlt  
  
Als gäbe es nichts auf der weiten Welt  
was mir von Ruhe und Zuflucht erzählt  
Kein Feuer, das mich am Leben hält  
wenn mich die Angst und der Zweifel quält  
  
Als wäre mein Innerstes aufgelöst  
vom Winde verweht wie ein Kartenhaus  
Ein einsamer Wandrer auf offenem Feld  
ein Freiwild und ein Hyänen-Schmaus  
  

Warum schreibst nicht weiter, Du braves Talent?
Hat’s Dich denn verschlagen, hast gar mal verpennt?
Ich träume von Dir, Deinen Reimen bei Nacht,
die Leere hat mich um den Schlaf heut’ gebracht.

:smile:

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