Außerehelicher Sex und evangeliche Kirche

Hallo Leute,

von der katholischen Kirche ist bekannt, daß gemäß ihrer offiziellen Lehre Sexualität nur innerhalb der Ehe zum Zwecke der Vermehrung stattfinden darf (inwieweit sich Katholiken daran halten spielt zunächst keine Rolle).

Was mich brennend interessiert ist die Frage der offiziellen Lehrmeinung der evanglichen Kirche(n) zum vor- und außerehelichen Sex.

MfG
Carlos

Hallo Carlos,

Eine offizielle Lehrmeinung der evang.Kirche
zum Sex gibt es nicht. Wie sollte es auch.
Luthers Einstellung zu diesem Thema war ja bekanntlich eher weltlich und er praktizierte ja den Sex nicht wegen der Vermehrung der Rasse, sondern zum Vergnügen.

Mit Gruss : Engelhard

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Eine offizielle Lehrmeinung der
evang.Kirche
zum Sex gibt es nicht. Wie sollte es
auch.

Doch, es gibt den Evangelischen Erwachsenenkatechismus und ihm steht einiges zum Thema sex. So weit ich mich erinnere, wird außerehelicher Sex auch abgelehnt, aber an Einzelheiten erinnere ich mich nicht. Der Katechismus ist zu kaufen oder kann in einem pofarramt ausgeborgt werden.

Luthers Einstellung zu diesem Thema war
ja bekanntlich eher weltlich und er
praktizierte ja den Sex nicht wegen der
Vermehrung der Rasse, sondern zum
Vergnügen.

Auf jeden Fall war Luther der Meinung, dass die Ehe „ein weltlich Ding“ sei und zur vernünftigen Regelung geschlechtlicher und fortpflanzender Angelegenheiten als irdische Institution gesehen werden müsse. Daraus schließe ich, dass ich als evangelische Christin das gesamte Sexualverhalten unter dem Begriff „ein weltlich Ding“ zu sehen habe, also eine sache, die mit der Vernunft geregelt werden soll. Ob das unter den heute herrschenden Umständen unbedingt die Ehe sein muss, will ich dahingestellt lassen.
bb

offiziellen Lehrmeinung der

evanglichen Kirche(n) zum vor- und
außerehelichen Sex.

Wie hättest Du es gern? Brauchst Du jemanden, der Dir sagt, was Du zu tun oder zu lassen hast, dann informiere Dich bei den Sekten. :smile:)) Es geht darum, dass Du allein die Verantwortung für Dein Tun trägst und dann mit allen Konsequenzen damit leben mußt. Vielleicht ist das für manche zu wenig an Regelung aber genau das ist das vieleicht das „Evangelische“

Herzlichen Gruß

R. Franzke

Es geht darum, dass

Du allein die Verantwortung für Dein Tun
trägst und dann mit allen Konsequenzen
damit leben mußt. Vielleicht ist das für
manche zu wenig an Regelung aber genau
das ist das vieleicht das „Evangelische“

Gut gesagt, sehr gut. Kannst du mir näher erklären, warum gerade diese Selbstverantwortung das eigentlich Evangelische ist? Ich hätte das Argument gern noch ein bisschen untermauert.
gruß,
bb

Hallo René,

Brauchst Du
jemanden, der Dir sagt, was Du zu tun
oder zu lassen hast, dann informiere Dich
bei den Sekten. :smile:))

Die meisten Religionen der Welt haben Gebote und Verbote. Würdest du zum Beispiel den Islam ob shiitisch oder sunitisch als Sekte bezeichnen?

Es geht darum, dass
Du allein die Verantwortung für Dein Tun
trägst und dann mit allen Konsequenzen
damit leben mußt.

Richtig, natürlich trage ich allein die Verantwortung für mein Handeln.

Vielleicht ist das für
manche zu wenig an Regelung aber genau
das ist das vieleicht das „Evangelische“

deine Antwort erschreckt mich. Bei den meisten Religionen gibt es moralisch-ethische Grundsätze, die zu Gebote und Verbote führen, z.B. „du sollst nicht ehebrechen“ (2. Mose, Kapitel 20, Vers 14).

Bisher dachte ich immer, daß es Bestandteil einer Religion ist, die Mitglieder über diese Grundsätze und wie man sie ausleben kann zu informieren.

Wenn aber die offizielle Aussage der evangelischen Kirche lautet " Tu was du richtig hälst, es ist uns egal", verliert sie das Recht mein Handeln moralisch zu beurteile.
(Irgentwie kann ich mir das nicht vorstellen.)

Stell dir vor, ich gehe maskiert in den nächsten Wald und vergewaltige dort eine Frau. Ich werde von Polizei nicht gefaßt.
Gemäß deiner obigen Aussage wäre dies für die evangelische Kirche nicht relevant, solange ich keine Probleme mit meinem unterentwickelten Gewissen habe.

NEIN! Jeder Protestant wird mein handeln scharf verurteilen. Damit kann aber gesagt werden, daß es eine Regel gibt; „Du sollst nicht vergewaltigen“.

Ich habe den Verdacht, daß das Fehlen von offiziellen Regeln nur eine Methode ist sich flexibel dem Zeitgeist anzupassen.
Die Ansichten der Bevölkerung bezüglich Sexualität haben sich in den letzten 4 Jahrzehnten unabhängig von der Religionszugehörigkeit extrem gewandelt.
Wenn also in 30 Jahren die Bevölkerung allgemein der Meinung ist, daß Sex zwischen minderjährigen Knaben und erwachsenen Männern legitim ist (siehe antikes Griechenland), wird dies dann auch die evangliche Kirche in Ordnung finden?

Zumindest dem Beispiel Jesu entspricht es nicht, denn er hat ja den Menschen durchaus gepredigt, daß sie bestimmte Dinge tun oder lassen sollen.

Ich würde mich beruhigen, wenn hier jemand meine Auffassung zur evangilischen Kirchen revidieren könnte.

Gruß
Carlos