Also ganz komme ich nicht mehr mit: Da erlässt der Papst erst ein Rundschreiben, in dem alle Nicht-Katholiken als „keine Christen im eigentlichen Sinn“ runtergemacht werden („solche, die sich Christen nennen“ - also bloße Namenschristen) und wenig später betet er in einer Moschee. Nix gegen Dialog, aber ich denke, zwischen Muslimen und Christen gibt es für beide Seiten ziemlich viel offene Punkte zu klären, und so schwuppdiwupp zu Allah beten wäre für mich genauso schwierig wie es wohl für eine Muslimin ist in einer christlichen Kirche zu beten.
Kennt sich da noch einer aus?
gruß,
bb
Christen dürfen in Moschee zu Allah beten
ob es einer Muslimin verboten ist, zu Allah zu beten, während sie sich in einer christlichen Kirche befindet, vermag ich nicht zu sagen.
Das katholische Christentum jedoch kennt kein Betverbot. Man darf auch in der arabischen Sprache christlich beten und dabei das arabische Wort für „Gott“ benutzen, nämlich „Allah“, selbst in einer Moschee oder am Ort irgendeiner Naturgottheit.
Es ist keineswegs so, daß die katholische Kirche an die Existenz eines Allah als unseren Herrgott und den christlichen Glauben irgendwie störende Gottheit glaubt.
Wolfgang Berger
wenig später betet er in einer Moschee. Nix gegen Dialog, aber
ich denke, zwischen Muslimen und Christen gibt es fE beide
Seiten ziemlich viel offene Punkte zu klären, und so
schwuppdiwupp zu Allah beten wäre fE mich genauso schwierig
wie es wohl fE eine Muslimin ist in einer christlichen Kirche
zu beten.
ist der papst denn Ÿberhaupt noch „in“?
wŠre ein neuer, sehr viel jŸngerer papst nicht besser fŸr die
kath. kirche? dh ein modern eingestellter p, etwas mehr offener
fŸr den momentanen zeitgeist.
er mu§ ja nicht gleich all die im mittelalter stehengebliebenen
gedankengŠnge beseitigen.
Hi,
Das katholische Christentum jedoch kennt kein Betverbot. Man
darf auch in der arabischen Sprache christlich beten und dabei
das arabische Wort für „Gott“ benutzen, nämlich „Allah“,
Es ging doch nicht darum ob man in arabischer Sprache beten darf sondern ob man den Gott des Islam mit unserem Gott gleichsetzen darf (bzw. das umgekehrte Problem für die Muslime). Denn ein dreiieiniger Gott und ein Erlöser Jesus sind doch etwas Anderes als der Glaube an den einzige Gott Allah, und ich bin überzeugt, dass das auch für die Muslimen ein theologisches Problem ist.
selbst in einer Moschee oder am Ort irgendeiner Naturgottheit.
Also Moment! Wenn der Papst in einer Moschee betet, dann erkennt er damit die Gottesvorstellung und die gesamte Lehre des Islam an, und das ist doch ein sehr großer Brocken.
Es ist keineswegs so, daß die katholische Kirche an die
Existenz eines Allah als unseren Herrgott und den christlichen
Glauben irgendwie störende Gottheit glaubt.
Meine Frage ging aber dahin, warum der Papst ganz offiziell den Glauben des Islam anerkennt, während er gleichzeitig christliche Gläubige als Ungläubige rausschmeißen will.
gruß,
bb
Wolfgang Berger
wenig später betet er in einer Moschee. Nix gegen Dialog, aber
ich denke, zwischen Muslimen und Christen gibt es fE beide
Seiten ziemlich viel offene Punkte zu klären, und so
schwuppdiwupp zu Allah beten wäre fE mich genauso schwierig
wie es wohl fE eine Muslimin ist in einer christlichen Kirche
zu beten.
Hi bb,
vielleicht hat das ganze damit zu tun, daß der Papst nicht mahr alle Fäden in der Hand hat im Vatikan. „Dominum Jesu“ kam ja angeblich aus der Feder von Kardinal Ratzinger. Klar hat der Papst das unterschrieben, doch wußte er auch WAS er da unterschreibt?? Ich bin mit Sicherheit kein Papst-Anhänger, aber das was der allein auf dieser Reise gemacht hat, ließ mich Bauklötze staunen. Kann kaum mehr alleine gehen und bittet die Orthodoxen um Vergebung und geht in eine Moschee…
Achja, zum Thema Allah und Gott: Abraham ist ja sozusagen Stammvater der Moslems und der Juden, damit auch der Christen. Insofern ist der Gott Abrahams der Gott der Christen, Moslems und der Juden. OK, die Moslem hatten ihren Propheten, wir Christen wurden vom Sohn Gottes „heimgesucht“. Dennoch geht alles zurück auf diesen einen Gott.
Wolfgang
Hi Wolfgang,
Ich bin mit Sicherheit kein Papst-Anhänger,
aber das was der allein auf dieser Reise gemacht hat, ließ
mich Bauklötze staunen. Kann kaum mehr alleine gehen und
bittet die Orthodoxen um Vergebung und geht in eine
Moschee…
Ja, da staune ich auch, was dieser alte Mann noch leistet und wie er sich abmüht, auch welche großartigen Schritte er tut, die sicher noch lange in der Kirchengeschichte nachhallen werden.
Aber gerade das lässt ihn mir so zwiespältig erscheinen. Mit Moslems und Orthodoxen kann er reden, aber die verheirateten Priester in seiner eigenen Kirche würdigt er keines Wortes, Geistliche exkommuniziert er wegen abweichender Meinungen, Frauen erklärt er zur „weiheunfähigen Materie“ und mit den härtesten und sektiereristischen Gruppen (Opus Dei, Movimenti) ist er auf Du und Du.
Achja, zum Thema Allah und Gott: Abraham ist ja sozusagen
Stammvater der Moslems und der Juden, damit auch der Christen.
Insofern ist der Gott Abrahams der Gott der Christen, Moslems
und der Juden. OK, die Moslem hatten ihren Propheten, wir
Christen wurden vom Sohn Gottes „heimgesucht“. Dennoch geht
alles zurück auf diesen einen Gott.
Nein, da muss ich dir widersprechen. Im Christentum ist nun einmal Christus die zentrale Figur, was Juden und Muslime nicht akzeptieren können, weil sie es als einen Verrat am einzigen Gott erleben. Das ist der „Stein des Anstoßes“, der sich bei allem Dialog und Respekt nicht wegschieben lässt, und ich sehe keinen Sinn darin jetzt so zu tun als ob alles Wonne und Waschtrog wäre, weil der Papst eine Moschee betreten hat.
gruß,
bb
Hi bb,
Aber gerade das lässt ihn mir so zwiespältig erscheinen. Mit
Moslems und Orthodoxen kann er reden, aber die verheirateten
Priester in seiner eigenen Kirche würdigt er keines Wortes,
Geistliche exkommuniziert er wegen abweichender Meinungen,
Frauen erklärt er zur „weiheunfähigen Materie“ und mit den
Vieleicht weil er bei den Moslems und Orthodoxen „mehr Punkte“ sammeln kann als bei verheirateten Priestern? Vielleicht weil es innerhalb der Kirche einen größeren Widerstand gegen solche Entscheidungen gibt als gegen den Freiden zwischen den Religionen?
Nein, da muss ich dir widersprechen. Im Christentum ist nun
einmal Christus die zentrale Figur, was Juden und Muslime
nicht akzeptieren können, weil sie es als einen Verrat am
einzigen Gott erleben. Das ist der „Stein des Anstoßes“, der
sich bei allem Dialog und Respekt nicht wegschieben lässt, und
ich sehe keinen Sinn darin jetzt so zu tun als ob alles Wonne
und Waschtrog wäre, weil der Papst eine Moschee betreten hat.
Ähmm, vielleicht sag ich es mal so: Warum können wir bei Differenzen zwischen Menschen nicht hergehen und erst mal die GEMEINSAMKEITEN suchen und in denen übereinstimmen. Nicht bei den Unterschieden anfagen, da kommt man doch nie zu einer Einigung.
Da möchte ich dann die Aussage einer Muslimin wiedergeben. Sie hatte einen Brandanschlag auf ein Ausländerwohnheim in D überlebt und sagte später mal im dt. Fernsehehn:
Sie kann nicht verstehen, dass Menschen, DIE AN DEN GLEICHEN GOTT GLAUEBEN, so etwas tun können!
Das bedarf IMHO keiner weiteren Erläuterung
Wolfgang
Widersprüche
Hi!
Die Institution kath. Kirche ist doch in mehreren Belangen sehr widersprüchlich. Wieso gerade Frauen(zumindest am Land) stark am Glauben und an der Kirche hängen hat mich schon immer sehr überrascht, da diese Institution ja (außer vielleicht dem Kirchenbeitrag) gar nichts von ihnen will.
Doch vielmehr stellt sich für mich die Frage wie die Kreuzzüge und Hexenverbrennungen und Inquisition sich mit den 10 Geboten vereinbaren lassen.
Sind nicht alle Menschen gleich???
Armin
Endlich etwas Weisheit vom alten Herrn
Seit 1978 hat JP2, der Weltenbummler, seine Glaubensschäfchen besucht und dabei mehr als einmal Scheiße gebaut. Einen der größten Böcke schoß er wohl, als er einer bettelarmen Menschenmasse in Mittelamerika den Unsinn von „Mehret Euch!“ erzählt hat.
Den Umgang mit Würdenträgern und Fußvolk will ich nicht erst ansprechen - weltfremd, schädlich, bisweilen auch menschenfeindlich.
Als ich von seinem Besuch der Moschee hörte, keimte erstmals ehrliche Freude in mir auf. Das war Verständigung auf höchstem Niveau. Zu wahrer Größe gelangt auch ein Papst nicht durch Macht, sondern als Friedenstifter. Die Beziehungen zwischen Moslems und Christen sind nun mal heikel. Und der Nahe Osten mit seiner jüdischen Komponente ist noch immer das gefährlichste Pulverfass der zivilisierten Welt.
Die Aktion selbst wird zum psychologischen Bindeglied zwischen der christlichen und der arabischen Welt. Ihre lautesten Kritiker auf beiden Seiten befürchten Verrat auf besonders perverse Weise: Daß ihnen der Feind genommen wird!
Sie alle kennen den Einen Gott, der verschiedene Namen trägt. Doch immer ist es ein Gott der Gnade, ein Gott der Liebe. Brüderlichkeit, Barmherzigkeit und die Unsterblichkeit der Seele sind zentrale Themen aller Gebetsbücher.
Im Verhältnis dazu geht mir der Zwist, den der Vatikan innerhalb der katholischen Kirche verbreitet, am A… vorbei.
Endlich mal ein Grund für mich, dem Pontifex Respekt zu zollen.
Gruß!
Tino
Hallo Barbara,
ich hab schon länger das Gefühl, dass der Papst gar nicht weiß, was er eigentlich tut. Kennt man(n) im Vatikan etwa keine Bibel?
So viel Unverschämtheit und Intoleranz ist für eine christliche Kirche absolut untragbar. Aber die Geschichte der katholischen Kirche hat ja auch schon besonders viele schwarze Flecken …
Schöne Grüße
Michael