Liebe Sprachbegeisterte, es liegt mir etwas auf der Seele: wem fällt auch auf, daß Wörter wie „Kritik“, „Politik“ o.ä. seit Neuestem immer mit langer Endung gesprochen werden. Und wieso wird z.B. der „Journalist“ nicht mehr auf französische, sondern auf englische Art ausgesprochen. Hat jemand dazu eine Erklärung für „die Greisin“, die alle grüßt !?
Hallo,
Liebe Sprachbegeisterte, es liegt mir etwas auf der Seele: wem
fällt auch auf, daß Wörter wie „Kritik“, „Politik“ o.ä. seit
Neuestem immer mit langer Endung gesprochen werden. Und wieso
wird z.B. der „Journalist“ nicht mehr auf französische,
sondern auf englische Art ausgesprochen. Hat jemand dazu eine
Erklärung für „die Greisin“, die alle grüßt !?
nein, aber ich muss eine Klage anschließen: „Ressourcen“!
Naja, während vor langer, langer Zeit mal Französisch eine Leit- und Bildungssprache war, ist das immer mehr das Englische, denke ich. Und damit greift bei der Wahrnehmung „Das ist fremdländisch!“ dann die englische (oder pseudoenglische) Aussprache, weil viele Leute die stärker verinnerlicht haben.
Tja, so ändert sich Sprache.
Jule
Hallo,
daß Wörter wie „Kritik“, „Politik“ o.ä. seit
Neuestem immer mit langer Endung gesprochen werden.
seit Neuestem?
Im Duden von 1973 steht „Kri|tik“, im aktuellen Duden-Aussprachewörterbuch die Lautschrift [kri’ti:k].
Gruß
Kreszenz
Moin, Greisin,
Kreszentia schrieb gestern „Im Duden von 1973 steht „Kri|tik“, im aktuellen Duden-Aussprachewörterbuch die Lautschrift [kri’ti:k].“
Nun, ich habe eine noch ältere Quelle für die lange Aussprache [kri’ti:k], [poli’ti:k] gefunden. Es handelt sich um das Langenscheidt-Wörterbuch Französisch-Deutsch und umgekehrt.
Das Copyright ist von 1911, ich habe die 15. revidierte Ausgabe, ohne Jahresangabe der Revision oder des Drucks. Von meinem Vater (Jg. 1919) weiß ich, dass er es im Gymnasium benutzt hat.
Ich als Saarländer spreche die letzte Silbe immer noch kurz aus, obwohl ich seit 30 Jahren im Norden der Republik wohne, wo das lange i die normale Aussprache ist.
Du sagst, dass diese Wörter seit Neuestem mit langer Endsilbe gesprochen werden - ich vermute, dass sich die hochdeutsche Normaussprache langsam nach Süden ausdehnt.
wieso wird z.B. der „Journalist“ nicht mehr auf französische,
sondern auf englische Art ausgesprochen. Hat jemand dazu eine
Erklärung für „die Greisin“, die alle grüßt !?
Ist Dir tatsächlich schon die englische Aussprache [ˈdʒəːnəlɪst] begegnet? Ich habe sie noch nie gehört - zum Glück, denn sonst hätten sich mir die Haare dermaßen gesträubt, dass ich sie mit feuchtem Kamm wieder hätte glätten müssen. Allerdings höre oder sehe ich keine Nachrichten in Radio oder TV, und die Menschen meiner Umgebung sagen immer noch [ʒʊʁnaˈlɪst].
Einen Grund für diesen Aussprachewandel kann ich mir nicht vorstellen.
Grüße
Pit
Liebe „Klicker“, danke für Eure Kommentare, ich teile die Auffassung, daß man heute lieber das „pseudoenglische“ pflegt - schade. Und das mit der „Kritiek“ - also, ich werde solche Wörter weiterhin mit kurzem „i“ sprechen.Grüße von der Greisin - besonders an die stets informierte „Zenzi“ (pardon)
Hallo Greisin,
Du kannst gerne weiter „Kritick“ sagen, der Duden listet diese Aussprachevariante als alternative Möglichkeit neben dem schon immer korrekten „Kritiek“ auf. Seit wann der Duden die Möglichkeit „Kritick“ miterwähnt, kann ich nicht sagen.
Aber wie du siehst, ist’s eher umgekehrt: du verwendest eine neumodischere Aussprache. 
Gruß,
- André
Hi, danke - wußte gar nicht, wie modern ich bin…als Greisin, trotzdem habe ich schon immer Kritik gesagt und Journalist bleibt bei mir auch französisch…