Wie spricht man χ im Altgriechischen aus: wie ‚ch‘ in
machen oder
wie ch in ‚nicht‘, oder haengt das von folgenden oder
vorangehenden
Vokalen ab?
die frage ist irgendwie lustig… niemand spricht mehr altgriechisch und tonbänder gabs damals nicht, also woher soll man das wissen? die antiken sprachen werden immer so ausgesprochen als wären sie die eigene sprache. altgriechisch, latein, althebräisch klingen in england englisch, in frankreich französisch, in deutschland deutsch…
die frage ist irgendwie lustig… niemand spricht mehr
altgriechisch und tonbänder gabs damals nicht, also woher soll
man das wissen?
Nicht ganz. Diese Frage wurde schon einmal diskutiert, mit dem
Ergebnis, glaube ich, dass die Deutschen sich am meisten Muehe geben,
fremde Sprachen richtig auszusprechen.
Ich wuerde mich wundern, wenn es keine internationale Uebereinkunft
Sprachgelehrter gaebe, die die Aussprache der toten Sprachen
definiert. Im Lateinwoerterbuch finde ich zumindest Ausspracheregeln
und ein Griechischbuch habe ich nicht.
natürlich hat datafox Recht, wenn sie auf eine gewisse Willkür bei der Aussprache „toter Sprachen“ hinweist.
Andererseits ich auch den Anliegen zu verstehen.
Ich habe in der Schule gelernt, das χ stets wie in „machen“ zu sprechen. Am Wortanfang wie „kch“ oder gar ganz als „K“, was sich auf „Kcharakter, Kchaos, Kchina, Kchemie, etc.“ auswirkte.
Die schon in der Antike vollzogene Verschiebung von „Kronos“ zu „Chronos“ legt diese Aussprache nach.
Ausserdem wuesste ich gern, wann die kleinen Buchstaben ueblich
wurden in Griechisch und Latein.
Die Entstehung der griechischen Schrift war für das Abendland von entscheidender Bedeutung, insofern die Griechen, die wohl gegen Ende des 11. Jh. v.Chr. die Buchstabenschrift von den Phönikern übernahmen, auch Vokale schrieben und somit eine volle lautliche Wiedergabe ermöglichten (Lautschrift). Die ältesten Funde griechischer Schriftdenkmäler stammen jedoch erst aus dem 8. Jh. v.Chr. Ursprünglich wurden nur große Buchstaben (Majuskeln) verwendet (eckig als Kapitalschrift, gerundet als Unzialschrift); seit dem 2. Jh. v.Chr. gab es eine Geschäftsschrift (Kursive) für Briefe, Urkunden u.ä.; seit dem 9. Jh. n. Chr. entstand die Kleinbuchstabenschrift (Minuskelschrift). Die ältesten Zeugnisse griechischer Schrift sind meist als Inschriften in Stein überliefert; erst seit dem 4. Jh. v.Chr. ist die Schrift auf Papyrus bekannt („Timotheos-Papyrus“).
Gruß Fritz
Achja, um die griechische Schrift abzubilden; das ; nicht vergessen!
Ich wuerde mich wundern, wenn es keine internationale
Uebereinkunft
Sprachgelehrter gaebe, die die Aussprache der toten Sprachen
definiert. Im Lateinwoerterbuch finde ich zumindest
Ausspracheregeln
guck dir doch filme an (englische), in denen szenen in einer schule vorkommen und wo latein gelesen wird. es klingt englisch wie sonst!
sogar in deutschland lesen sie doch den cicero kikero oder etwa nicht (hab ich mal im fernsehen gehört)? wenn man genau ist, müßte man es italienisch aussprechen. also tschitschero. wir sagten tsitsero. der englischsprecher wird sissrow sagen.
die Griechen,
die wohl gegen Ende des 11. Jh. v.Chr. die Buchstabenschrift
von den Phönikern übernahmen
in fast jeder schriftgeschichte beginnt die alphabetschrift mit den phöniziern. was mir nicht einleuchtet: phoinikia ist ein griechisches wort, aber die schrift ist semitisch. wie kamen die zu dem namen oder wie kam das alphabet an die phönizier?
sogar in deutschland lesen sie doch den cicero kikero oder
etwa nicht (hab ich mal im fernsehen gehört)? wenn man genau
ist, müßte man es italienisch aussprechen. also tschitschero.
wir sagten tsitsero. der englischsprecher wird sissrow sagen.
Ich meine zu wissen, dass das c ursprünglich im lateinischen als k und das ae als ai ausgesprochen worden ist (also zum Beispiel Caesar als Kaisar gesprochen wurde, was sich ja im Deutschen niedergeschlagen hat). Erst später gab es dann eine Veränderung der Aussprache, so dass k als z und ae als ä gesprochen wurden. Was nicht verwundert, wenn man bedenkt, wie lange Latein aktiv gebraucht worden ist, das alte Rom währte ja fast 1000 Jahre alles in allem und Latein wurde in Kirche und Wissenschaft ja noch viel länger genutzt.
Wenn ich mich recht erinnere, war es zur Zeit Ciceros so, dass das einfache Volk bereits die neuere Aussprache angenommen hatte, während gebildetere Kreise noch an den älteren Formen festhielten. Cicero wird sich selbst also wahrscheinlich Kikero genannt haben.
Aber inwieweit sich das auf die heutige Aussprache auswirken muss, das kann ich nicht beurteilen.
die Phönizier haben sich selber nie so genannt. Wenn die von sich selber sprachen, nannten sie sich nach ihrer Stadt.
Die Griechen nannten diese wohl kanaanitsichen ersten Seefahrer und Händler des Mittelmeeres so nach den Purpurschnecken, einem Exportschlager der „Purpurschneckenhändler“ = Phönizier.
In einer kretischen Liste wird ein Beamter mit dem Titel „Phoinikos“ genannt, was wohl bedeutete: der phönizisch schreiben kann. Also der Name des Volkes wurde zum Namen der Schrift und Schreibfähigkeit.
Das gilt als Hinweis, dass die Kreter, die nicht identisch mit den späteren Griechen sein müssen, zuerst die semitischen Schriftzeichen übernahmen und die erste griechische Schrift entwickelten, die Linear A, die immer noch umstritten ist, dann die Linear B.
Die Übernahme dürfte im 9. Jhdt v. Chr. abgeschlossen sein, manche sprechen auch vom 11. Jhdt.
Die eigentliche Leistung der griechen bestand im Hinzufügen der Vokalzeichen und einiger für sie wichtige Zeichen, die die Phönizier nicht hatten, nämlich phi, psi und das gefragte khi.
Bei wikipäda gibt es erste Informationen; aber ich empfehle:
Harald Haarmann, Universalgeschichte der Schrift, ISBN 3-88059-955-6 Buch anschauen
Bei amazon vergriffen, aber antiquarisch wohl zu kriegen.
super! gut erklärt und hat den fehlenden baustein ergänzt.
Die eigentliche Leistung der griechen bestand im Hinzufügen
der Vokalzeichen und einiger für sie wichtige Zeichen, die die
Phönizier nicht hatten, nämlich phi, psi und das gefragte khi.
es fällt mir wie schuppen aus den haaren *fg* nach dem tau (taw) ist ja eigentlich schluß, es ist der letzte der 22 buchstaben. das was hinterherkommt ist alse genuin griechisch? Y F CH PS und langes O gibt es ja nicht im semitischen alphabet… wenn man das nebeneinanderschreibt wird es klarer.
und: wie hieß jetzt die stadt? oder meintest du mehrere? jeder nannte sich nach seiner stadt?
super! gut erklärt und hat den fehlenden baustein ergänzt.
Man tut, was man kann, bei solch einer Fragerin sogar noch mehr, wenn das möglich wär.
oder meintest du mehrere? jeder nannte sich nach seiner stadt?
Genauso! Die aus Sidon waren Sidonier, die ausAskalon Askalonier, die aus Tyros Tyrener. Aber natürlich in deren Sprache.
Die aus Neustadt folgerichtig eben Neustädter, allerdings wurden die von den Römern zu Karthager verbosselt.