Aussprache englisch um 1600

Liebe Experten!

Mit meinem Chor singe ich das Lied mit folgendem Text und bisher konnten wir die Frage nicht beantworten, wie wir die fettgeschriebenen Reime behandeln sollen. Wie wurde das in England nach 1600 gemundhabt?
(Soweit ich weiß, singen die King’s Singers ‚interchangeblai‘, aber die anderen Reime habe ich noch nie gehört)

Bin gespannt auf eure Antworten!

Gruß,
pascale

Four arms, two necks, one wreathing,
two pair of lips, one breathing,
two hearts that multi ply
sighs interchange bly.

The thought of this con founds me
and as I speak it wounds me,
it cannot be expressed,
God help me whilst I rest.

Bad stomachs have their loathing ,
and, O, this all is nothing ,
this no with griefs doth prove ,
report oft turns in love.

Hallo Pascale,

Mit meinem Chor singe ich das Lied mit folgendem Text und
bisher konnten wir die Frage nicht beantworten, wie wir die
fettgeschriebenen Reime behandeln sollen. Wie wurde das in
England nach 1600 gemundhabt?
(Soweit ich weiß, singen die King’s Singers ‚interchangeblai‘,
aber die anderen Reime habe ich noch nie gehört)

ich antworte als Musikwissenschaftler. Im Studium war mein Spezialgebiet zwar nicht die englische, wohl aber die frankoflämische Renaissance, und ich habe trotzdem eine Meinung dazu :smile: . Ich meine, dass wir keine definitive Antwort geben, sondern nur mehr oder weniger begründete Aussagen versuchen können.

Konkret würde ich großklängige Diphthonge bevorzugen in Rückgriff auf die altertümlichen Wendungen wie „thy“ und „thou“, die ich auch dann verwenden würde, wenn es keine Anklänge auf irgendeiner Seite gibt (letzter Vers).
Für deine Beispiel würde das bedeuten:

two hearts that multi ply multiplai
sighs interchange bly. interchangeblai

The thought of this con founds me faonds
and as I speak it wounds me, waonds

Bad stomachs have their loathing , loathing
and, O, this all is nothing , noathing
this no with griefs doth prove , praow
report oft turns in love. laow

Das ist zwar nicht ganz befriedigend vom Sprachlichen her, aber aus musikalischer Sicht scheint es mir gerechtfertigt.

Ich hoffe, dass dir meine Meinung etwas nützt.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

two hearts that multi ply multiplai
sighs interchange bly. interchangeblai

The thought of this con founds me faonds
and as I speak it wounds me, waonds

Bad stomachs have their loathing , loathing
and, O, this all is nothing , noathing
this no with griefs doth prove , praow
report oft turns in love. laow

Das ist zwar nicht ganz befriedigend vom Sprachlichen her,
aber aus musikalischer Sicht scheint es mir gerechtfertigt.

Ich hoffe, dass dir meine Meinung etwas nützt.

hallo Thomas!

na klar nützt mir deine Meinung etwas, vielen Dank dafür.
Die ersten drei Reime unterstützen meine Tendenz, das letzte allerdings will mir nicht so recht über die Lippen…

Trotzdem danke und
Grüße von
pascale

Hi
Fuer einige Tips, such mal bei einer Suchmaschine (z.B. google) unter „Elizabethan English“ „Shakespearean English“ und besonders unter „Renaissance Festivals“ Folge die Links auch. Moeglicherweise gibt es auch etwas bei der Webseite fuer „Plymouth Plantation“ in Massachusetts.

Hierbei wirst Du eine Mischung von Seiten haben, die mit Englisch in England und in Nordamerika zu der Zeit zu tun haben. Damals gab es keine Unterschiede… bis die Englaender begannen, die Sprache zu aendern (und nicht - grossenteils - diejenigen, die spaeter Kanadier und U.S.-Amerikaner geworden sind) Wer dafuer interessiert, wie die Englaender dafuer „Verantwortung“ tragen, dass britisches Englisch und amerikanisches/kanadienisches English auseinander gewachsen sind, kann eine laengere Diskussion hier bei WWW im Archiv finden, wenn man es nicht geloescht hat. Oder selber im Internet nachforschen. Hint: es hing wesentlich damit zusammen, dass die Englaender Deutsche importierten, das Koenigshaus zu bevoelkern…und dass die Hofleute und Obrige Klassen wie der Koenig reden wollten. (It’s good to be the King.)
Jim

Actually, as a quick answer…
Hoechstwahrscheinlich wirst Du nicht weit davon sein, wenn Du das erste Wort jedes reimenden Paares so wie heute aussprichst und das zweite Wort so aussprichst, dass es reimt. Klingt mir gut und wer kann anders sagen. Wenn einer eine Frage hat, sag ihm bloss: „Hie thee hence, churl. Vex me not and thou not desirest the kiss o’ cold Toledo steel.“ (Your choral group is armed with swords, I assume.)