jaaaaha, ich gebe zu, der ‚Dragostea din tei‘-Virus auch mich erwischt hat (allerdings nur die - wie vermutlich so einigen 80er-Fan - recht harmlose O-Zone-Variante).
Eine Übersetzung des Songs brauche ich nicht, mein Anliegen ist rein sprachwissenschaftlicher Natur.
Bei dragostea, iubirea, fericirea & Co. wird das letzte ‚e‘ eindeutig nicht mit ausgesprochen/gesungen, also heißt also dragosta, iubira, fericira. Hat es einen tieferen Sinn? Oder ist das besagte ‚e‘ im Rumänischen womöglich mit dem russischen Zeichen (wie heißt das nochmal?) für die harte Aussprache des direkt anschließenden ‚a‘ gleichzusetzen?
Jetzt fällt mir aber ein Stein vom Herzen!
Vor vielen Jahren habe ich Rumänisch für den Hausgebrauch gelernt, und meine Lehrer (allesamt rumänische Muttersprachler) haben das „e“ vor einem „a“ immer ausgesprochen.
Und Renee hat mich jetzt in die schlimmsten Zweifel gestürzt …
Bei dragostea, iubirea, fericirea & Co. wird das letzte ‚e‘
eindeutig nicht mit ausgesprochen/gesungen, also heißt also
dragosta, iubira, fericira. Hat es einen tieferen Sinn? Oder
ist das besagte ‚e‘ im Rumänischen womöglich mit dem
russischen Zeichen (wie heißt das nochmal?) für die harte
Aussprache des direkt anschließenden ‚a‘ gleichzusetzen?
Was die Jungs und Mädels da zwitschern will ich nicht kommentieren, so oft höre ich mir das nicht an, aber die korrekte Aussprache ist ganz klar so, dass man das „e“ auch hört. Also: dragostEA, iubirEA, fericirEA. Eher als Ä. Etwa so ausgesprochen, wie man diesen Doppellaut in Bayern oder Österreich hört: „meak ta tes“ (merke dir das) oda „teaf i?“ (darf ich?). Umgangssprachlich kann sich das schon mal so ähnl. wie „dragostja“ anhören.
Hat man bis ins 18. Jh. Rumänisch mit kyrillischen Zeichen
geschrieben und warum erfolgte der Wandel zu den lat. Zeichen
?
Sogar bis 1858! Ich schätze, dass die kyr. Schrift eher etwas mit dem Einfluss der russ-orthod. Kirche zu tun hatte, weiss es aber nicht genau. Komme mit Fakten, sobald ich mehr recherchiert habe.
Warum der Wandel zu den lat. Zeichen erst so spät erfolgte (unter dem Herrscher, der zwei Länder zu Gross-Rumänien zusammengefügt hat - vielleicht gab’s da auch eine Sprach- und Schriftreform, auf jeden Fall gab’s eine Schulreform), wo doch die Rumänen, als romanisches Volk auf ihre lat. Zeichen hätten besser aufpassen sollen, ist mir nicht bekannt? Muss was mit „back to the root“, Reformen, Schwächen der kirchl. Macht, ev. auch mit leichterem/schnelleren Erlernen der Schriftzeichen (?) zu tun haben. Alles spekulativ, auf Grund der wenigen Fakten. Frage mal bei Paps nach, der kennt sich in diesem Gebiet gut aus und …
… ich komme wieder, denn du hast mich mit deiner Frage auch sehr neugierig gemacht.
Hallo,
dass du das „e“ mitzusprechen (bzw. -zusingen) hast, weißt du ja jetzt. Ich glaube, dass einem das nicht so auffällt, liegt teilweise auch daran, dass für einen Deutschen das Wort „dragostea“ aussieht, als müsse man es auf ebenjenem „e“ betonen. Ich weiß es zwar nicht mit Sicherheit, aber ich glaube, im Rumänischen ist das „ea“ ein Diphthong, also ist es immernoch die gleiche Silbe, da kann man schonmal was verschlucken.
Ich weiß es zwar nicht mit Sicherheit, aber ich
glaube, im Rumänischen ist das „ea“ ein Diphthong, also ist es
immernoch die gleiche Silbe, da kann man schonmal was
verschlucken.
André
Das mit dem Diphtong stimmt, André! Wie in BY oder A: „meak ta tes“, „teaf i hoam gehn?“, „seavus“ etc.